Kasachstan: Auf den Spuren der Nomaden

Foto(s): Franziska Krasnici

Ja, richtig vermutet. Urlaub in Kasachstan. Das neunt größte Land der Welt ist circa acht Mal so groß wie Deutschland und hat mit 18 Millionen Einwohner so viele wie Nordrhein-Westfalen. Und doch, trotz der diesjährigen EXPO Ausrichtung ist den meisten Mitteleuropäern der größte Binnenstaat der Welt wenig bekannt. Das riesige Land mit seinen endlosen Weiten liegt im Zentrum Eurasiens und verbindet den europäischen mit dem asiatischen Kontinent. Es erschließt sich vom Kaspischen Meer im Westen bis zum Altai-Gebirge im Osten. Das wirtschaftlich aufstrebende Land hat neben seinen vielzähligen Bodenschätzen jedoch auch für Reisende viel zu bieten. Die Vielfalt der Natur lädt Abenteuer, Botaniker, Geologen oder Pferdeliebhaber ein, neben massiven Hochgebirgen und klaren Bergseen, Wüsten, Steppen sowie naturbelassene Wälder oder einem der 16 Naturschutzgebiete/Nationalparks mit einer mannigfaltigen Flora und Fauna fast menschenleer zu genießen.

Unsere Gastautorin Franziska Krasnici hat das Land vor kurzem bereist und möchte Euch in Ihrem Gastbeitrag Ihre Reise vorstellen.

Weiterlesen

Literarische Welthungerhilfe für den Pott


Rainer Osnowski von der lit.COLOGNE wies neulich  in der Vorankündigung zur lit.RUHR zu Recht auf die prekäre Lage der Alphabetisierung im Ballungsraum Ruhrgebiet mit rund fünfeinhalb Millionen Einwohnern hin und malte seine Vision, dass dort „erstmals Autoren auftauchen, die bislang daran vorbeigegangen sind.“ Das interessiere auch jene Verlage, „für die das Ruhrgebiet bislang noch Diaspora ist.“

Literatur und Alphabetisierung im Ruhrgebiet

Sucht man nach den Gründen für die Situation des Ruhrgebiets als Diaspora der Literatur, fällt zunächst ins Auge, dass diese Ansammlung von Steinkohletagebausiedlungen von Beginn an stark migrantisch geprägt war, was den Pütt in der Alphabetisierungsquote generell an das untere Ende der Pisa-Skala zurückwarf, sogar bereits, als es die Pisa-Studie noch gar nicht gab. Der polnische Zechenarbeiter liest nämlich am liebsten die Bibel (AT), spätere Generationen haben sich auf reich bebilderte  Bedienungsanleitungen zum Kurzschließen von deutschen Personenkraftwagen im Hochpreissegment verlegt. Spätere Wellen von Gastarbeitern wie Italiener, Jugoslawen und Türken bereicherten zwar ebenfalls die hiesige Küche, leisteten jedoch – abgesehen von italienschen Schlagertexten und den gesammelten Schriften von Mustafa Kemal Atatürk – ebenfalls keinen nennenswerten Beitrag zur Literarisierung. Was die eigeborenen Ruhrstädter angeht, so lässt sich festhalten, dass diese aufgrund ihres Soziolekts „Ruhrpott“[i] sehr in der Rezeption von Texten des Hochdeutschen behindert sind.

Weiterlesen
Werbung


Mittelalter-Fantasy-Gedöns auf Schloß Burg

Auf Schloß Burg, Solingen, war am Wochenende Medieval Fantasy Convention. Mit Darstellern aus Game of Throns, Herr der Ringe, Vikings und Stargate. Und vielen Selbstdarstellern der angenehmen Sorte: Cosplayern, selbst ernannten Rittern, Gauklern und all dem was man bei einer Mittelalter-Fantasy-Crossover-Veranstaltung erwarten durfte. Viel zu sehen, für doch ein wenig zuviel Geld – 25€ pro Nase. Schaut 

Weiterlesen

Homo deus – was wird aus dem Menschen?

1966 schloss Michel Foucault sein Buch „Die Ordnung der Dinge“ mit dem Satz, dass der „Mensch verschwinden wird wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“. Und zwar durch „irgendein Ereignis, dessen Möglichkeit wir höchstens vorausahnen können, aber dessen Form oder Verheißung wir im Augenblick noch nicht kennen.“ Gut fünfzig Jahre später hat יובל נח הררי Yuval Noah Harari das Buch „Homo Deus“ geschrieben, das mir zum ersten Mal plausibel erklärt, was auf den modernen Menschen folgen wird und durch welche Ereignisse sein Verschwinden längst eingeläutet wurde. Theorie so spannend wie ein Roman.

Weiterlesen
Werbung


Die Toten Hosen, Kraftklub und K.I.Z. rocken den Pott

Nach vier Jahren Pause wurde heute Abend in der Gelsenkirchener Veltins-Arena endlich wieder der Pott gerockt.

Nachdem das Tagesfestival “Rock im Pott” bereits zwei Mal mit grandiosen Rockbands wie den Red Hot Chili Peppers, Placebo, Jan Delay & Disko No. 1, The BossHoss und Kraftklub (2012) und System of a Down, Volbeat, Tenacious D, Casper, Deftones und Biffy Clyro (2013) und hohen Besucherzahlen (2012 mit 41000 Besuchern) ausserordentlich gut punkten konnte, fanden 2014, 2015 und 2016 keine weiteren Festivals mehr statt.

Am heutigen Samstag versuchten sich die Organisatoren (Live Nation, Dirk Becker Entertainment und Prime Entertainment) mit ausschließlich deutschen Acts und einer gewagten Mischung aus Hip Hop und Punk dann endlich an einem Comeback und konnten mit fast 38.000 Fans erneut auf ganzer Linie überzeugen.

Um 16 Uhr eröffneten Grim104 und Testo, das Berliner Hip-Hop-Duo Zugezogen Maskulin, das Pott-Festival im Stadion des FC Schalke 04. Das Duo präsentierte sich, ähnlich wie K.I.Z, die das Ruder um 17:10 Uhr übernahmen, als Persiflage auf Gangsta-Rap, indem sie Klischees, gespickt mit sarkastischen und ironischen Kommentaren, gekonnt übertrieben.

Damit kannte sich die zweite Berliner Hip-Hop-Formation um die Rapper Tarek, Maxim, Nico und ihrem Diskjockey DJ Craft am heutigen Abend ebenfalls bestens aus. Mit ihrem typisch schwarzen Humor machten K.I.Z. auch vor sozialkritischen Themen nicht Halt und legten provokant den Finger in so manche Wunde. Ihr letztes Album “Hurra die Welt geht unter“ (2015) erreichte Platz Eins der deutschen Charts.

Mit den Chemnitzern von Kraftklub gingen dann um 18:55 Uhr alte Bekannte bei “Rock im Pott“ auf die Bühne. Vor fünf Jahren gehörte die Band um Frontmann Felix Brummer noch zum Vorprogramm, nach drei Nummer-Eins-Alben ist der Durchbruch längst geschafft und somit gehörten Kraftklub heute zu den Headlinern des Festivals.

Mit ihrem Mix aus Indie, Punkrock und Hip Hop schafften sie den Spagat zwischen den beiden Genres und brachten die tobende Menge gelungen auf die Punkrockschiene. Ihr aktuelles Album “Keine Nacht für Niemand” stieg übrigens am 9. Juni 2017 auf Platz Eins in die deutschen Charts ein.

Für einen krönenden Abschluss sorgten dann  ab 20.50 Uhr Die Toten Hosen, die ihr komplettes, zweistündiges Musikprogramm präsentieren. Neben den Songs von ihrem aktuellen Album „Laune der Natur“ (Mai 2017) spielten die Düsseldorfer natürlich auch viele ihrer legendären Klassiker und sorgten für einen runden und vor allem emotionalen Abschluss des Festivals mit Stadion-Atmosphäre.

Die Toten Hosen Galerie:

Kraftklub Galerie

Galerie K.I.Z.