Der VfL Bochum pendelt zwischen blauem Himmel und grauen Beton | Foto: Peter Hesse
Die Bundesliga war schon immer relativ handfest, aber muss ausgerechnet das neue Fußball-Jahrzehnt mit einer German Country-Ouvertüre so peinlich präsentiert werden, wie es am vergangenen Freitag im Bremer Weserstadion vollzogen wurde? Thommy Junga und Peter Hesse legen grundsätzliche Problemfelder frei – und reden dazu über Saudi Arabien, den VfL Bochum, Borussia Dortmund und Union Berlin.
Die Sommerpause im deutschen Profifußball ist endlich vorbei. Mit der großen Mehrheit der Spiele in der ersten Runde des DFB-Pokals und dem DFL-Supercup 2023 ging es an diesem Wochenende nach gut zweimonatiger Pause wieder los mit dem regelmäßigen Spielbetrieb.
Und es gab auch gleich wieder viele spannende Themen, die sich hier im Blog zu diskutieren lohnen würden. Eines überstrahlt jedoch alle anderen, so dass auch wir hier bei den Ruhrbaronen an diesem Sonntag daran nicht vorbeikommen: Harry Kane, die Rekordverpflichtung des FC Bayern München, steht bei Fans und Medien im Mittelpunkt. Jedoch ganz anders als von den meisten gedacht.
Bei der offiziellen BVB-Saisoneröffnung im Westfalenstadion. Foto: Robin Patzwaldt
Jetzt hat die Bundesliga also den Salat! Der seit Wochen in den Medien diskutierte Wechsel von Top-Stürmer Harry Kane von den Tottenham Hotspur zum FC Bayern München scheint in diesen Minuten endgültig finalisiert zu werden. Jedenfalls scheinen sich die Vereine inzwischen einig zu sein. Damit droht der ohnehin auf dem Papier sportlich und wirtschaftlich schon deutlich überlegene Rekordmeister der Konkurrenz zukünftig wohl noch weiter zu enteilen.
Und auch wenn man über die Sinnhaftigkeit der kolportierten Ablösesumme von über 100 Millionen Euro durchaus diskutieren kann, dürfte eines dadurch immer klarer werden: Der BVB wird es, so wie die restliche nationale Konkurrenz des Rekordmeisters, trotz der durchaus positiv verlaufenen Saisonvorbereitung der Westfalen, extrem schwer haben in der Mitte August beginnenden Bundesligasaison 2023/24 noch einmal ernsthaft um den Titel mitzuspielen.
In den kommenden Tagen kehrt der Sommer zurück. An über 102 Badestellen darf an Seen und Flüssen in Nordrhein-Westfalen geschwommen werden. Doch gefahrlos ist das Vergnügen nicht.
Mehr als 140 Fußballfelder groß liegt von Bäumen umgeben im Norden Kölns der bis zu 20 Meter tiefe Fühlinger See. Nicht weit von den Hochhäusern Chorweilers entfernt ist er eines der beliebtesten Ausflugsziele der Stadt. Man darf an seinem Ufer angeln und auf ihm paddeln, aber schwimmen, das darf man nur am Blackfoot Beach, einem privat betriebenen Strandbad.
Die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland habe ich bisher nur beiläufig verfolgt. Als langjähriger Beobachter der Sportszene ist das Thema aber natürlich trotzdem nicht komplett an mir vorbeigegangen. Das geht auch schlecht, denn das öffentliche Interesse am ‚Frauenfußball‘ ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, die mediale Präsenz dementsprechend mit. Selbst wenn man wollte, man kam an dem Thema in den vergangenen Tagen und Wochen gar nicht vorbei.
Springer bei der Arschbombe-Meisterschaft Foto: KULTOS ENTERTAINMENT Lizenz: CC BY-SA 3.0
Am 5. August darf es im Werksschwimmbad auf dem Welterbe Zollverein richtig platschen: Samstag lädt die Stiftung Zollverein ab 12 Uhr zum schon traditionellen Arschbomben-Contest ein. Eine Jury bewertet die Sprünge ins kühle Nass und kürt den Sieger oder die Siegerin.
Jedes fünfte Kind kann nicht schwimmen. Es fehlt an Schwimmbädern und Kursen.
13 Jahre alt war der Junge, der Mitte Juli in der Ruhr ertrank. In der Nähe des Eisenbahnmuseums in Bochum Dahlhausen hat er sich angekleidet ins Wasser begeben. Warum ist bis heute nicht bekannt, aber dass er nicht schwimmen konnte, wissen die Behörden mittlerweile. Zwei Tage kämpften die Ärzte um sein Leben. Am Ende vergebens. Die Ruhr ist ein ruhiger Fluss. An einigen Stellen kann man sie zu Fuß durchqueren. Dutzende Wehre und
Kampfbahn Rote Erde Tribüne in Dortmund Foto: Tbachner Lizenz: Gemeinfrei
Schon immer legte der Adel darauf, in einer Welt zu leben, in der die Herkunft und nicht die Leistung zählt. Ein Beispiel dafür ist das eingestellte Jagen, dass Tim Blanning in seinem Buch „Der Aufbruch Europas“ beschreibt: „Eine Reihe von Treibern drängte eine große Menge Wild in einen speziell dafür vorbereiteten Bereich, wo man es aus kurzer Entfernung abschoss. Besonders beliebt
Schalke 04 wird auch auswärts von zahlreichen Fans unterstützt. Archiv-Foto: Michael Kamps
Zum ersten Mal seit Wochen freue ich mich heute wieder auf einen schönen Fußballabend. Und das liegt zu einem großen Teil am FC Schalke 04. Wenn der beliebte Ruhrgebietsklub um 20:30 Uhr beim traditionsreichen Hamburger SV gastiert, dann klingt das nach großem Fußball.
Stimmungstechnisch wird es das auch sein, dessen bin ich mir sicher. In Sachen der sportlichen Qualität müssen die Zuschauer aber wohl leider ein paar Abstriche machen. Es handelt sich, auch wenn das Duell der ‚Knappen‘ gegen den ‚Dino‘ für Fußballromantiker nach mehr klingt, hierbei schließlich nur um die Saisoneröffnung in der 2. Fußball-Bundesliga.
Emre Can bei seiner Vorstellung in Dortmund. Archiv-Foto: BVB
Ist das jetzt eine gute Nachricht, oder nicht? Die Meinungen gehen im BVB-Umfeld weit auseinander.
Borussia Dortmund hat unmittelbar nach dem Start des Trainingslagers in den USA die seit dem Rücktritt von Marco Reus offene Kapitänsfrage geklärt. Emre Can wird künftig die Binde am Arm tragen, wie Trainer Edin Terzic auf einer Pressekonferenz in Kalifornien am Mittwoch bestätigte.
Damit bestätigten sich Gerüchte, die seit einiger Zeit rund um den Vizemeister zu vernehmen waren. Überraschend kam die Entscheidung der Dortmunder also nicht. Die Wahl Cans zum offiziellen Anführer der Schwarzgelben auf dem Platz birgt dennoch ein gewisses Risiko, da an seiner Eignung für dieses Amt durchaus Zweifel bestehen.