Die DFL Deutsche Fußball Liga, der World Jewish Congress (WJC) und der Zentralrat der Juden in Deutschland kooperieren erstmals bei der Bekämpfung von Antisemitismus innerhalb und außerhalb des Sports. Unter dem Titel „Antisemitismus und Profifußball: Herausforderungen, Chancen, Netzwerk“ findet am Mittwoch, 30. März 2022, im SIGNAL IDUNA PARK von Borussia Dortmund eine gemeinsame Veranstaltung statt.
Sportlich ist der Nutzen von Erling Haaland für Borussia Dortmund unbestritten. Ist der Top-Torjäger des BVB mit auf dem Platz, sind Treffer der Schwarzgelben quasi vorprogrammiert. Fehlt der Norweger hingegen, ist der sportliche Erfolg längst nicht so wahrscheinlich. So gesehen wäre es ein herber Verlust für den Revierklub, sollte Haaland den Borussen im kommenden Sommer nach zweieinhalb Jahren tatsächlich wieder den Rücken kehren, wie es aktuell vielerortsangenommen wird.
Blickt man aber einmal mit etwas mehr Distanz auf die Entwicklung, die der BVB seit ein paar Jahren genommen hat, wäre der Abgang des Stürmers vielleicht auf Sicht sogar von Vorteil für die Borussia, könnte sich der Verein doch so wieder auf die Entwicklung einer schlagkräftigen Truppe kümmern, so wie das noch unter den Jahren eines Trainers Jürgen Klopp der Fall war. Damals gelang es noch mit deutlich geringerem Budget eine hungrige Mannschaft aufzubauen, die sich auch mit dem Klub identifizieren konnte und den BVB nicht nur als Durchlauferhitzer für die eigene Karriere nutzte.
Vor dem Spiel gegen Rostock standen sie auf Schalke am Samstag noch alle zusammen. Foto: Michael Kamps
Es ist eine Nachricht, die hier im Ruhrgebiet im Normalfall sicherlich das Top-Thema des Tages wäre: Der FC Schalke 04 hat sich am Tag nach der peinlichen 3:4-Niederlage im Heimspiel gegen Aufsteiger FC Hansa Rostock am heutigen Sonntag von seinem Trainer Dimitios Grammozis getrennt. Dies haben die Gelsenkirchener inzwischen auch auf ihrer Homepage bestätigt.
In Zeiten des Ukraine-Krieges relativieren sich solche Schlagzeilen natürlich. Ganz unerwähnt soll diese Nachricht aber natürlich auch heute hier bei uns im Blog nicht bleiben, denn es verwundert dann schon ein wenig, dass die Schalker sich, obwohl sie nur vier Zähler hinter dem vom SV Werder Bremen eingenommenen Relegationsrang drei in der Tabelle auf Platz 6 befinden, und damit das Saisonziel Aufstieg noch durchaus in Reichweite ist, von ihrem Coach trennen, auf den sie noch vor einem Jahr so große Hoffnungen gelegt haben.
Die Klitschko-Brüder im Jahre 2012 als Boxer mit ihren ‚Gürteln‘. Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei
Die Ukrainer Wladimir und Vitali Klitschko stehen in diesen Tagen nach Jahren in denen es um sie deutlich ruhiger geworden war, auch in Deutschland wieder groß in den Schlagzeilen. Die beiden ehemaligen Profiboxer, die einst als Sportler große Erfolge feiern durften, setzen sich in diesen Tagen für ihre ukrainische Heimat ein.
Vitali, der mit 50 Jahren der ältere der Beiden ist, ist inzwischen seit 2014 Bürgermeister von Kiew und sorgte zuletzt mit zahlreichen, ungewöhnlich tapferen Auftritten in den Medien weltweit für Schlagzeilen. Sein fünf Jahre jüngerer Bruder Wladimir unterstützt ihn dabei und nutzt ebenfalls seinen hohen Bekanntheitsgrad um auf den Verlauf des Krieges, der den Ukrainern vom großen Nachbarn Russland durch dessen Präsidenten Wladimir Putin aufgezwungen wurde, Einfluss zu nehmen, den Bürgern Mut zuzusprechen. Zuletzt wendeten sich die beiden unter anderem öffentlich an den Papst und den Dalai Lama um deren Unterstützung zu erhalten.
Das beeindruckt. Die Auftritte der beiden Ex-Boxer in diesen Tagen sind vielleicht sogar noch eindrucksvoller als ihre einstigen Auftritte im Boxring.
Das für den kommenden Sonntag vorgesehene Bundesliga-Spiel zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund kann nicht wie geplant stattfinden.
Die Begegnung wird verlegt, da dem 1. FSV Mainz 05 unter anderem aufgrund von häuslicher Isolierung infolge positiver Corona-Befunde nicht die nach der DFL-Spielordnung notwendige Mindestanzahl an Spielern zur Verfügung steht. Die Partie ist für Mittwoch, 16. März 2022 (18:30 Uhr/live bei DAZN), neu angesetzt.
Seit der vergangenen Woche herrscht Krieg in der Ukraine und damit mitten in Europa. Zahlreiche Menschen sind auf der Flucht, andere sind dem Krieg bereits zum Opfer gefallen. Familien werden getrennt und es herrscht unvorstellbares Leid.
Der VfL Bochum 1848 ist schockiert von den Ereignissen und bezieht klar Stellung zu diesem Thema. Er verurteilt den russischen Angriff und bekennt sich solidarisch zur Ukraine sowie den Menschen in dem Land. Bochum und die Ukraine haben eine besondere Verbindung. Bereits seit 35 Jahren besteht eine Städtepartnerschaft zwischen der VfL-Heimatstadt und Donezk.
Emre Can bei seiner Vorstellung in Dortmund. Archiv-Foto: BVB
Auch wenn es aktuell natürlich deutlich wichtigere Entwicklungen auf der Welt gibt, dreht sich auch die Sport-Welt in diesen Tagen weiter. Es wird Zeit sich einmal wieder diesen Dingen zuzuwenden, auch wenn dies in Anbetracht der politischen Entwicklungen nicht leicht fällt.
Große Veränderungen deuten sich in diesen Tagen zum Beispiel bei Borussia Dortmund an. Nicht nur, dass sich Klubchef Aki Watzke, zur Überraschung mancher, kürzlich für eine aktive Unterstützung des ungeliebten Nachbarn FC Schalke 04 stark gemacht hat, wenn dieser durch die Trennung von seinem Hauptsponsor Gazprom in ernsthafte Existenznöte kommen sollte, auch Berichte, nach denen der BVB im Sommer gefühlt fast schon vor einer Art Selbstauflösung stehen soll, bestimmen derzeit die Diskussionen bei den Fußballfans hier bei uns in der Region.
Bei der IIHF Eishockey-WM in Köln 2017. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Gemeinsam mit weiteren Mitgliedsverbänden der International Icehockey Federation (IIHF) hat der Deutsche Eishockey-Bund e. V. (DEB) nach den schrecklichen kriegerischen Ereignissen in der Ukraine einen Antrag zu sofortigen und fundamentalen Sanktionen gegen Russland sowie deren Nachbarstaat Belarus gestellt.
Dabei geht es ums Aussetzen sämtlicher Mitgliedschaften vom russischen und belarussischen Verband in der IIHF, von russischen und belarussischen Mandatsträgen im IIHF-Council und den Komitees sowie die Beendigung der Zusammenarbeit mit der Kontinental Hockey League (KHL)
Die Geschäftsstelle von Schalke 04 – Foto: Peter Hesse
Der Vorstand des FC Schalke 04 hat mit Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossen, die Partnerschaft zwischen dem S04 und GAZPROM vorzeitig zu beenden. Vorstand und Aufsichtsrat befinden sich dazu mit Vertretern des aktuellen Hauptsponsors in Gesprächen.
Schalke betont, dass in einer Pressemeldung dass die vollständige finanzielle Handlungsfähigkeit des Vereins von dieser Entscheidung unberührt bleibt. Die Vereinsführung ist zuversichtlich, zeitnah einen neuen Partner präsentieren zu können.
Die Geschäftsstelle von Schalke 04 | Foto: Peter Hesse
Seit vielen Jahren wird das Gazprom-Engagement von Schalke 04 sehr kritisch gesehen. Mit dem Start des Angriffs auf die Ukraine vermeldet der Fußballclub aus Gelsenkirchen heute vormittag eine erste Konsequenz: „Matthias Warnig hat (als Gazprom-Gesandter) den Aufsichtsrat des FC Schalke 04 am Donnerstag (24. Februar) darüber informiert, dass er mit sofortiger Wirkung sein Aufsichtsratsmandat niederlegt. Der 66-Jährige hatte dem Gremium seit dem Juli 2019 als kooptiertes Mitglied, entsandt von Hauptsponsor Gazprom, angehört.“