Corona: „Das Gaspedal muss warten, leider noch eine ganze Weile!“


Von unserem Gastautor Dirk Specht.

Dass Covid-19 sich nicht von selbst verzogen hat und auch im Sommer sehr aktiv sein kann, sieht man an den Daten der USA, wo mangels Gegenmaßnahmen wie ein Uhrwerk Neuinfektionen und ebenso Sterbefälle erzeugt werden. Auch die Gerüchte über abschwächende Mutationen des Virus lassen sich in den großen Zahlen nicht ablesen. Es war insofern richtig, auch den Sommer in Europa nicht zur coronafreien Zeit zu erklären.

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Aufgelesen: „Nazi Hippies“


Demonstration von und Verschwörungsgläubigen und Rechtsextremen unter dem Motto „Tag der Freiheit – Das Ende der Pandemie“ gegen die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus, gegen die bei der Demonstration demonstrativ verstoßen wurde, was zur formalen Auflösung der Demonstration und anschließenden Kundgebung führte am 1. August 2020 in Berlin. Foto: Leonhard Lenz Lizenz: CC0

Auf Medium hat Jules Evans einen sehr ausführlichen Artikel über die gemeinsamen Wurzeln von Nazis und Esoterikern  geschrieben. Für Evens ist war der braungrünen Boom, der in den 20er Jahren in Deutschland begann, eine Reaktion auf die Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg:

After the trauma of defeat in World War One and the despair of the depression, Germany experienced a big occult revival. Germans turned to magical solutions for their problems, and that brought the ‘occulture’ into the mainstream.

Nach dem Trauma der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Verzweiflung über die Depression erlebte Deutschland einen großen okkulten Aufschwung. Die Deutschen wandten sich magischen Lösungen für ihre Probleme zu, und das brachte die „Okkultur“ in den Mainstream. (Übersetzt mit DeepL)

 

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Warum Gesundheitsminister Jens Spahn deutlich mehr Respekt verdient hat

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Quelle Wikipedia, Foto: Prime Blue, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Noch Anfang 2020 mochte ich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht sonderlich, hatte vergleichsweise wenig Respekt vor seinen vollbrachten Leistungen. Dafür gab es unterschiedliche Gründe. Zusammengefasst lässt sich festhalten, ich stimmte mit seiner politischen Grundrichtung nicht überein.

Inzwischen haben wir bekanntlich September, seit rund sechs Monaten leben wir mit der uns alle jeden Tag massiv nervenden Corona-Pandemie. Der 40-jährige Jens Spahn ist eine der politischen Hauptdarsteller in diesen komplizierten Zeiten. Und ich muss sagen, er hat bei mir, wie viele andere Politiker in Verantwortung auch, zuletzt massiv an Ansehen und Respekt hinzugewonnen. Aus guten Gründen, wie ich finde.

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Dem Anderen „Neger“ und „Mohr“ zuschieben

Schere
Alte Sprachzöpfe beschneiden – doch wie? (Symbolfoto)

In den letzten Wochen und Monaten bin ich in der Diskussion über Alltagsrassismus über die Formulierung „N-Wort“ gestoßen. Unlängst kam dann noch der Begriff „M-Apotheke“ hinzu. Die Schreibenden stören sich an den Begriffen „Neger“ bzw. „Mohr“ und wollen diese durch andere Begriffe ersetzt wissen, weil sie die Begriffe als rassistisch und überholt ansehen. Dem kann man folgen. Darum soll es hier nicht gehen.

Mir geht es vielmehr darum, dass die Formulierung „N-Wort“ bzw. „M-Apotheke“ eben nicht zur Vermeidung der Begriffe beiträgt.

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Verschwörungsmythologische Tendenzen in der Corona-Krise: „Die Demokratie wird Schaden nehmen“

Demonstration von und Verschwörungsgläubigen und Rechtsextremen unter dem Motto „Tag der Freiheit – Das Ende der Pandemie“ gegen die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus, gegen die bei der Demonstration demonstrativ verstoßen wurde, was zur formalen Auflösung der Demonstration und anschließenden Kundgebung führte am 1. August 2020 in Berlin. Foto: Leonhard Lenz Lizenz: CC0


Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hatten sog. „Corona-Proteste“, die sich gegen staatliche Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung wenden, massiven Zulauf. Hauptinitiator der Proteste in Deutschland ist die Stuttgarter Gruppe Querdenken 711. Von Michael Blume/Konrad Adenauer Stiftung. 

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen versammelten sich Ende August in Berlin viele Tausend Menschen zu einer Großdemonstration. Sie hatten eine klare Botschaft, die sie mit Rufen nach „Freiheit“ deutlich verkündeten: Weg mit den staatlich verordneten Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Demonstrationen sind in einer Demokratie etwas Normales, sogar Lobenswertes. Was aber, wenn es hier nicht um Diskussion und Austausch von Standpunkten geht? Warum wurden und werden auf Corona-Demonstrationen wieder

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Teil 3: Corona-Tagebuch aus einem israelischen Altenheim

Oliver Vrankovic im israelischen Altenheim Foto: Oliver Vrankovic

In den ersten beiden Teilen seines Tagebuchs hat unser Gastautor Oliver Vrankovic den Beginn von Corona in Israel nachgezeichnet und die Anstrengungen des Heims ein Eindringen und ein Verbreiten innerhalb des Heims zu verhindern, sowie den folgenden Rückgang der Infektionen.

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Corona und Katastrophenschutz: Gelassenheit, aber nicht übertreiben

Seebad Binz auf Rügen am 14.08.2020 (c) Autor

Seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler, der diesmal im Urlaub weilt.  Bis heute sind 21 Interviews entstanden, die sich mit dem Katastrophenmangement beschäftigen und auch die Corona-Krise nachzeichnen. Im 22. Interview geht es um Pflege am Limit, die grenzwertige Situation im sächsischen Katastrophenschutz, Spahns Gesetze unter dem Mikroskop und Krankenhausvergütung nach Diagnose anstelle nach Aufwand.

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Die Corona-Demos in Berlin sollten insgesamt nicht überbewertet werden

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions Bild: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #23312 Lizenz: Gemeinfrei

Für viele Zeitgenossen in diesem Lande ist heute ein schwarzer Tag, den es auszuhalten gilt. Nachdem die Gerichte die Demo-Verbote der Behörden in Berlin gekippt haben, versammeln sich heute tausende Gegner der aktuellen Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt, werden dabei vermutlich in etlichen Fällen gegen Abstandsregeln und Hygienevorgaben verstoßen.

Das kann einem als Normalbürger, der um die Gesundheit seiner Mitmenschen besorgt ist, aus verschiedenen Gründen grundsätzlich so nicht gefallen.

Insgesamt ist es besorgniserregend, wenn tausende Menschen in der Öffentlichkeit sichtbar werden, die aus schwer bis gar nicht nachvollziehbaren Gründen der Meinung sind, dass ihnen vom Staat in diesen Tagen aus verschiedensten Gründen absichtlich übel mitgespielt wird.

Dass Menschen so aus der Fassung geraten, dass sie wegen der getroffenen Maßnahmen sogar die Regierung stürzen wollen, und was man da sonst noch für einen Quatsch lesen kann/muss, wenn man sich einmal in diese Tiefen des Netzes begibt, das macht einen schon sprachlos, lässt einem am Verstand einiger Zeitgenossen heftig zweifeln.

Aber man sollte es mit der Sorge um den Zustand unserer Gesellschaft auch nicht übertreiben.

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Buchtipp: Letzter Tanz

effery Deaver: "Letzter Tanz" ist der zweite Roman in der Lincoln-Rhyme-Reihe. Der heutige Tipp für das Stayhome-Demo-Sofa; Foto: Garry Knight / CC BY-SA 
Jeffery Deaver: „Letzter Tanz“ ist der zweite Roman in der Lincoln-Rhyme-Reihe. Der heutige Tipp für das Stayhome-Demo-Sofa der Ruhrbarone; Foto: Garry Knight / CC BY-SA 

Eine Sache die ich seit der Lockerung des COVID-19-Lockdowns (als einzige) etwas vermisse, ist die Reihe Lesefreude für das Stayhome-Office-Sofa. Buchempfehlungen – Unterhaltung ist in so einer Lage schließlich genauso wichtig wie ein Vorrat an Klopapier – für die Leser des Blogs, um angenehmer durch die Coronakrise kommen. Keine Neuheiten, sondern ältere Schätzchen die man immer wieder gerne liest (oder auch hört!).

Und deren Handlung man aus dem Effeff niederschreiben kann.

Eine, für diese Reihe geschriebene, Empfehlung habe ich nie veröffentlicht – weil dieser Thriller komplett im schwäbischen Dialekt verfasst ist  – und eine andere konnte ich nicht mehr veröffentlichen: Weil die Ausgangsbeschränkungen zwischenzeitlich aufgehoben wurden.

Für die zehn Milliarden der selbsternannten Corona-Rebellen, die jetzt am Wochenende eventuell nichts zu tun haben weil sie die Fahrt nach Berlin scheuen – und alle anderen Leser – deshalb heuer eine Lesempfehlung für das kommende Wochenende:

Soll niemand mehr behaupten können. die Ruhrbarone hätten kein Herz oder Mitleid mit den heldenhaften Widerstandskämpfern und Querdenkern, die sich dem sinistren NWO-Imperium entgegenstellen wollen!

Lesefreude für das Stayhome-Demo-Sofa: Letzter Tanz

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„Aber Artikel 8 GG sagt doch…“

Querdenken 711: Demonstrationsaufruf in der Gruppe der Corona-Rebellen; Screenshot
Querdenken 711: Demonstrationsaufruf in der Gruppe der Corona-Rebellen; Screenshot

Die Wichtel-, Wahn- und Wahnwichteldemo in Berlin findet an diesem Wochenende nicht statt. Das Geheul der ewig Abgehängten, unter denen viele andere hängen sehen wollen, ist – wie zu erwarten war – groß. Vielfach wird dabei auf Artikel 8 des Grundgesetzes verwiesen. Der würde angeblich sicherstellen, dass ein Verbot wie das der Demo an diesem Samstag nicht zulässig sei. Wir Ruhrbarone haben keine Mühen gescheut und knallhart recherchiert – naja, wir haben halt gegoogelt – und herausgefunden, was wirklich in Artikel 8 GG steht:

(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.

Und ja, die Demo in Berlin wäre genau das, was im zweiten Absatz gemeint ist.
Heult also ruhig weiter, liebe Aluhutrechtsversiffte, aber nehmt das mal zur Kenntnis.

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