Verschwörungsmythologische Tendenzen in der Corona-Krise: „Die Demokratie wird Schaden nehmen“

Demonstration von und Verschwörungsgläubigen und Rechtsextremen unter dem Motto „Tag der Freiheit – Das Ende der Pandemie“ gegen die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus, gegen die bei der Demonstration demonstrativ verstoßen wurde, was zur formalen Auflösung der Demonstration und anschließenden Kundgebung führte am 1. August 2020 in Berlin. Foto: Leonhard Lenz Lizenz: CC0


Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hatten sog. „Corona-Proteste“, die sich gegen staatliche Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung wenden, massiven Zulauf. Hauptinitiator der Proteste in Deutschland ist die Stuttgarter Gruppe Querdenken 711. Von Michael Blume/Konrad Adenauer Stiftung. 

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen versammelten sich Ende August in Berlin viele Tausend Menschen zu einer Großdemonstration. Sie hatten eine klare Botschaft, die sie mit Rufen nach „Freiheit“ deutlich verkündeten: Weg mit den staatlich verordneten Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Demonstrationen sind in einer Demokratie etwas Normales, sogar Lobenswertes. Was aber, wenn es hier nicht um Diskussion und Austausch von Standpunkten geht? Warum wurden und werden auf Corona-Demonstrationen wieder

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Teil 3: Corona-Tagebuch aus einem israelischen Altenheim

Oliver Vrankovic im israelischen Altenheim Foto: Oliver Vrankovic

In den ersten beiden Teilen seines Tagebuchs hat unser Gastautor Oliver Vrankovic den Beginn von Corona in Israel nachgezeichnet und die Anstrengungen des Heims ein Eindringen und ein Verbreiten innerhalb des Heims zu verhindern, sowie den folgenden Rückgang der Infektionen.

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Corona und Katastrophenschutz: Gelassenheit, aber nicht übertreiben

Seebad Binz auf Rügen am 14.08.2020 (c) Autor

Seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler, der diesmal im Urlaub weilt.  Bis heute sind 21 Interviews entstanden, die sich mit dem Katastrophenmangement beschäftigen und auch die Corona-Krise nachzeichnen. Im 22. Interview geht es um Pflege am Limit, die grenzwertige Situation im sächsischen Katastrophenschutz, Spahns Gesetze unter dem Mikroskop und Krankenhausvergütung nach Diagnose anstelle nach Aufwand.

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Die Corona-Demos in Berlin sollten insgesamt nicht überbewertet werden

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions Bild: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #23312 Lizenz: Gemeinfrei

Für viele Zeitgenossen in diesem Lande ist heute ein schwarzer Tag, den es auszuhalten gilt. Nachdem die Gerichte die Demo-Verbote der Behörden in Berlin gekippt haben, versammeln sich heute tausende Gegner der aktuellen Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt, werden dabei vermutlich in etlichen Fällen gegen Abstandsregeln und Hygienevorgaben verstoßen.

Das kann einem als Normalbürger, der um die Gesundheit seiner Mitmenschen besorgt ist, aus verschiedenen Gründen grundsätzlich so nicht gefallen.

Insgesamt ist es besorgniserregend, wenn tausende Menschen in der Öffentlichkeit sichtbar werden, die aus schwer bis gar nicht nachvollziehbaren Gründen der Meinung sind, dass ihnen vom Staat in diesen Tagen aus verschiedensten Gründen absichtlich übel mitgespielt wird.

Dass Menschen so aus der Fassung geraten, dass sie wegen der getroffenen Maßnahmen sogar die Regierung stürzen wollen, und was man da sonst noch für einen Quatsch lesen kann/muss, wenn man sich einmal in diese Tiefen des Netzes begibt, das macht einen schon sprachlos, lässt einem am Verstand einiger Zeitgenossen heftig zweifeln.

Aber man sollte es mit der Sorge um den Zustand unserer Gesellschaft auch nicht übertreiben.

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Buchtipp: Letzter Tanz

effery Deaver: "Letzter Tanz" ist der zweite Roman in der Lincoln-Rhyme-Reihe. Der heutige Tipp für das Stayhome-Demo-Sofa; Foto: Garry Knight / CC BY-SA 
Jeffery Deaver: „Letzter Tanz“ ist der zweite Roman in der Lincoln-Rhyme-Reihe. Der heutige Tipp für das Stayhome-Demo-Sofa der Ruhrbarone; Foto: Garry Knight / CC BY-SA 

Eine Sache die ich seit der Lockerung des COVID-19-Lockdowns (als einzige) etwas vermisse, ist die Reihe Lesefreude für das Stayhome-Office-Sofa. Buchempfehlungen – Unterhaltung ist in so einer Lage schließlich genauso wichtig wie ein Vorrat an Klopapier – für die Leser des Blogs, um angenehmer durch die Coronakrise kommen. Keine Neuheiten, sondern ältere Schätzchen die man immer wieder gerne liest (oder auch hört!).

Und deren Handlung man aus dem Effeff niederschreiben kann.

Eine, für diese Reihe geschriebene, Empfehlung habe ich nie veröffentlicht – weil dieser Thriller komplett im schwäbischen Dialekt verfasst ist  – und eine andere konnte ich nicht mehr veröffentlichen: Weil die Ausgangsbeschränkungen zwischenzeitlich aufgehoben wurden.

Für die zehn Milliarden der selbsternannten Corona-Rebellen, die jetzt am Wochenende eventuell nichts zu tun haben weil sie die Fahrt nach Berlin scheuen – und alle anderen Leser – deshalb heuer eine Lesempfehlung für das kommende Wochenende:

Soll niemand mehr behaupten können. die Ruhrbarone hätten kein Herz oder Mitleid mit den heldenhaften Widerstandskämpfern und Querdenkern, die sich dem sinistren NWO-Imperium entgegenstellen wollen!

Lesefreude für das Stayhome-Demo-Sofa: Letzter Tanz

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„Aber Artikel 8 GG sagt doch…“

Querdenken 711: Demonstrationsaufruf in der Gruppe der Corona-Rebellen; Screenshot
Querdenken 711: Demonstrationsaufruf in der Gruppe der Corona-Rebellen; Screenshot

Die Wichtel-, Wahn- und Wahnwichteldemo in Berlin findet an diesem Wochenende nicht statt. Das Geheul der ewig Abgehängten, unter denen viele andere hängen sehen wollen, ist – wie zu erwarten war – groß. Vielfach wird dabei auf Artikel 8 des Grundgesetzes verwiesen. Der würde angeblich sicherstellen, dass ein Verbot wie das der Demo an diesem Samstag nicht zulässig sei. Wir Ruhrbarone haben keine Mühen gescheut und knallhart recherchiert – naja, wir haben halt gegoogelt – und herausgefunden, was wirklich in Artikel 8 GG steht:

(1) Alle Deutschen haben das Recht, sich ohne Anmeldung oder Erlaubnis friedlich und ohne Waffen zu versammeln.

(2) Für Versammlungen unter freiem Himmel kann dieses Recht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden.

Und ja, die Demo in Berlin wäre genau das, was im zweiten Absatz gemeint ist.
Heult also ruhig weiter, liebe Aluhutrechtsversiffte, aber nehmt das mal zur Kenntnis.

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Die Gegner der Corona-Maßnahmen sind doch selber schuld, wenn ihre Demos untersagt werden

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions Bild: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #23312 Lizenz: Gemeinfrei

Es ist der große Aufreger des bisherigen Tages: Mehrere Corona-Demonstrationen, die am Wochenende in der Bundeshauptstadt Berlin stattfinden sollten, sind vom Berliner Senat verboten worden. Zur Begründung hieß es: Angesichts des erwarteten Kreises der Teilnehmenden werde es zu Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung kommen.

Auch wenn es derzeit noch gut möglich erscheint, dass die Entscheidung auf juristischem Wege gekippt werden könnte, starteten nach Bekanntwerden der Pläne direkt die üblichen Scharmützel im Internet. Die potenziellen Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen fühlen sich zu Unrecht drangsaliert. Deren Kritiker jubeln ob der Pläne, die Demos nicht zuzulassen. Das übliche Spielchen halt.

Wer sich im Regelfall nicht so sehr an den Vorgängen ereifern kann, so wie ich zum Beispiel, den machen die Abläufe inzwischen einfach etwas ratlos.

Ich mag es grundsätzlich auch nicht, wenn Menschen das Demonstrationsrecht erschwert wird. In diesem Falle bin ich jedoch der Meinung, dass die Corona-Demonstranten keinen Grund haben, sich über eine ungerechte Behandlung zu beschweren.

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Corona und Katastrophenschutz: Das „Drehbuch 2020“ existiert seit 2012

Seebad Binz auf Rügen am 14.08.2020 (c) Autor

Seit dem 15. März 2020 unterhalten sich die Ruhrbarone mit Magnus Memmeler wöchentlich über den Katastrophenschutz aka Bevölkerungsschutz. So sind bis heute 20 Interviews entstanden, die auch die Corona-Krise nachzeichnen. Im 21. Interview geht es wiedermal um die Versäumnisse der politisch Verantwortlichen für den Katastrophenschutz, das Aufflammen neuer Infektionsherde, die Überlastung der Testzentren und um die Sorge eines erneuten Lockdowns.

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Corona: Die steigenden Zahlen wieder einfangen


Die Sterberate pro bestätigter Fälle (CFR) ist ein recht guter Indikator zur Beurteilung der Testsituation und auch des aktuellen Infektionsgeschehens. Dass der Wert im Ländervergleich so starke Unterschiede aufweist, liegt im Wesentlichen an der Dunkelziffer. Von unserem Gastautor Dirk Specht.

Leider gelingt es vielen Ländern offensichtlich bis heute nicht, eine gute Testbasis aufzubauen. Da die tatsächliche Sterberate (IFR) inzwischen recht gut erforscht ist und sich je nach Situation des Gesundheitssystems sowie der Soziodemografie der Gesellschaften in einer Bandbreite von 0,5% bis maximal 1,5% bewegt, sieht man, dass Südkorea wohl mit der Testung am nächsten an die Wirklichkeit herankommt. Hier dürfte die Dunkelziffer im Korridor von Faktor 2 bis 4 liegen, in Deutschland 5 bis 7, in Italien eher bis zu 20.

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Debatten rund um den Schulstart in NRW: Sind viele Lehrer schlicht zu weinerlich und egoistisch?

Eine Grundschule in Waltrop. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Klar, es gibt deutlich schöneres als mit einer Mund/-Nasenbedeckung gemeinsam mit mehreren Dutzend Kindern und Jugendlichen in einem Raum zu sitzen und diese zu unterrichten. Insbesondere in Corona-Zeiten.

Dass viele der Lehrer in diesem Lande darüber nicht glücklich sind, dass seit ein paar Tagen der Präsenzunterricht in Nordrhein-Westfalen wieder angedacht ist, verwundert daher nicht.

Es gibt tatsächlich gute Gründe dies abzulehnen und Verbesserungen zu fordern. Diese können und sollten dann auch ernsthaft diskutiert werden. Eigentlich hätte dies sogar längst schon passieren müssen. Doch die vielen Wochen der Sommerferien vergingen, zumindest von außen betrachtet, etwas überraschend weitestgehend ungenutzt.

Lehrer und Schüler genossen mehrheitlich ihre übliche Ferienzeit. Jetzt, wo der Unterricht in NRW wieder anläuft, ist das Erschrecken bei einigen plötzlich groß, dass Corona noch immer unser aller Alltag bestimmt. Eben auch den der Lehrer, die jetzt Großteils wieder täglich in die Schulen müssen.

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