Dortmund: Nazis und Araber demonstrierten gemeinsam gegen Israel


An der antisemitischen Kundgebung der Nazi-Partei „Die Rechte“ am Montag haben sich auch mehrere Araber beteiligt.  Dort hatten die Neonazis unter der Parole „Israel ist unser Unglück“, eine Variante der Nazi-Parole „Die Juden sind unser Unglück“ gegen den 70. Geburtstag Israels demonstriert. Nur wenige Dortmunder, vor allem der DGB und Teile der Antifa, hatten an Protestaktionen teilgenommen, vor allem das Bündnis Blockado, in dem auch Parteien wie die Linke Dortmund und die MLPD organisiert sind, fehlte. Das Verhältnis zu Israel ist dort  nicht freundlicher  als bei vielen Neonazis.

Die Nazis bestätigen in ihren Medien auf der Demo gemachten Fotos:

„Zum Ende der Versammlung gesellte sich auch eine Gruppe von palästinensischen Studenten, die sich für mehrere Jahre in Deutschland aufhalten und hoffentlich gestärkt in ihr Heimatland zurückgehen, zu der Mahnwache, es fanden rege Diskussionen und ein – für beide Seiten interessanter – Meinungsaustausch statt.“

Verständnis für die Teilnahme kam vom Hannah Bruns,  einem Mitglied des maoistischen Jugendwiderstandes. Auf Facebook zeigte Bruns Verständnis für das Verhalten der Araber:

Bleibt zu hoffen, dass die Sicherheitsbehörden die arabischen Teilnehmer der Demonstration erfasst haben und ihre Erkenntnisse bei der Erteilung der nächsten Aufenthaltsgenehmigung dazu nutzen, eine solche nicht zu verlängern. Wenn die Forderung „Nazis raus“ sich bei Besitzern eines deutschen Passes schon nicht umsetzen lässt, sollte man sie bei Nazis ohne einen solchen anwenden. Es war übrigens nicht das erste Mal das Nazis und Araber gemeinsam gegen Israel demonstrierten: An einer antisemitischen Demonstration beteiligten sich 2014 bereits Neonazis.


Damals gab es auch eine Demonstration, bei der Nazis, Muslime und Funktionäre der Linkspartei gemeinsam auf die Straße gingen.

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13 Kommentare

  1. #1 | tobi sagt am 16. Mai 2018 um 12:32 Uhr

    Jaja, die Nazis und die Araber. Merkst du eigentlich noch in was für eine Verallgemeinerung du da verfällst? Warum ist das beschreibende Merkmal bei den deutschen Antisemiten ihre Politische Ausrichtung (Nazis), bei den nichtdeutschen aber ihre Herkunft (Araber)? Sag doch wie es ist: Deutsche und Palästinensische Antisemiten üben den Schulterschluss.

    Eine persönliche Berichterstattung von vor Ort (oder eine Rückfrage bei RB-Kolleg_innen die vor Ort waren) hätte dir auch geholfen zu erkennen, das zahlreiche im BlockaDO-Bündnis aktive Leute vor Ort waren.

  2. #2 | Helmut Junge sagt am 16. Mai 2018 um 15:29 Uhr

    Genau, der Begriff arabisch aussehende Menschen fällt doch sicher auch unter irgendeine Rassismuskategorie. Nach all den vielen Rassismusvorwürfen, die ich zu meiner Erheiterung kennenlernen durfte, bin ich ganz sicher, daß *arabisch aussehend* eine rassistische Einstufung sein muß. Ach, wenn ich das nur richtig erklären und entsprechend formulieren könnte.

  3. #3 | Gerd sagt am 16. Mai 2018 um 21:49 Uhr

    "Es war übrigens nicht das erste Mal das Nazis und Araber gemeinsam gegen Israel …"

    Nicht das erste Mal ist gut:

    https://dz4xy8m9ngdlw.cloudfront.net/article/21901.jpg

  4. #4 | Fred sagt am 17. Mai 2018 um 00:38 Uhr

    Wenn Araber auch Nazis sein können, stellen sich einige Fragen.
    Gibt es unter Arabern prozentual mehr Nazis als bei Deutschen?
    Und wenn das so ist, dann würde man durch die Zuwanderung von Arabern den Nazianteil in Deutschland erhöhen.

  5. #5 | Helmut Junge sagt am 17. Mai 2018 um 08:02 Uhr

    Globalisierung des Nziunwesens eben. Nazis aus aller Welt machen gemeinsame Sache. Eigentlich ist das nicht neu, aber der Gedanke passt noch nicht so richtig in unser Weltbild. Dabei hat bereits Hitler mit arabischen Nazis Bündnisse geschlossen. Die Überschrift zu diesen Artikel hätte besser gepasst, wenn da gestanden hätte *Deutsche undcarabische Nazis demonstrieren gemeinsam gegen Israel.*

  6. #6 | paule t. sagt am 17. Mai 2018 um 10:47 Uhr

    @ # 5 Helmut Junge:

    Zitat: "Die Überschrift zu diesen Artikel hätte besser gepasst, wenn da gestanden hätte *Deutsche undcarabische Nazis demonstrieren gemeinsam gegen Israel.*"

    Korrekt. Aber gegen Araber ist das wohl zu viel der Differenzierung.

  7. #7 | Henny Jahn sagt am 17. Mai 2018 um 13:30 Uhr

    Gleich und gleich gesellt sich gern, Die Nazis haben schon mit dem extrem antisemitischen Großfmufti von Jerusalem gemeinsame Sache gegen die Juden im damaligen britischen Mandatsgebiet gemacht ( Stichwort Division Handschar), warum sollte sich an der Grundeinstellung dieser ganzen Extremisten etwas geändert haben?

  8. #8 | "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit" - haGalil sagt am 26. September 2018 um 22:38 Uhr

    […] Öffentlich inszenierter Judenhass hat in Dortmund – immerhin Partnerstadt der israelischen Küstenstadt Netanja – eine lange Vorgeschichte. Vor vier Monaten, am 14.5.2018 Jahres, anlässlich des 70. Geburtstages Israels, hatten die Neonazis öffentlich, ungestört, ihren Vernichtungswunsch gegen Juden und Israelis öffentlich darstellen dürfen. Mehrere arabisch aussehende junge Männer, offenkundig Palästinenser, stellten sich spontan zu den Nazis und machten Selfies mit Victory-Zeichen. […]

  9. #9 | Pogromnacht: Deutschland ehr nur tote Juden | Ruhrbarone sagt am 9. November 2018 um 10:01 Uhr

    […] für die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck abhalten, in Dortmund fordern Nazis und Araber gemeinsam öffentlich die Vernichtung Israels, auf Portalen wie dem Muslim-Markt wird gegen Israel […]

  10. #10 | „Reichspogromnacht:“ Lasst das Gedenken ausfallen – Im Erziehungswunderland. sagt am 9. November 2018 um 17:49 Uhr

    […] … und wenn dann mal Neo-Nazis marschieren, dann finden sie willige Beifallsklatscher unter den „neuen Deutschen“. […]

  11. #11 | Linke Angriffe gegen Israelunterstützer*innen und Journalist*innen - haGalil sagt am 19. Dezember 2018 um 12:19 Uhr

    […] mehrere junge arabisch aussehende Menschen mit Victory-Zeichen zu den Neonazis dazu gestellt, wie der Dortmunder Blogger Korallenherz auch auf einem Foto dokumentiert […]

  12. #12 | Grundsatzerklärung gegen Antisemitismus - Meint es Dortmund ernst, wartet viel Arbeit auf die Stadt | Ruhrbarone sagt am 2. März 2019 um 11:15 Uhr

    […] Nazis gegen Juden und Israel, ist der Protest kläglich. Im Gegenteil: Es kommt sogar zu spontanen Unterstützung durch Migranten. „Wenn Nazis mit antisemitischen Parolen durch Dortmund laufen können, ist etwas […]

  13. #13 | Die Rechte und MLPD: Wächst zusammen, was zusammen gehört? | Ruhrbarone sagt am 16. April 2019 um 13:44 Uhr

    […] Gelsenkirchen immerhin ein Lach-Smiley. Im vergangenen Jahr waren beide Parteien an Demonstrationen gegen Israel (Die Rechte) oder Folgen der Israelsolidarität (MLPD) beteiligt. Die MLPD ist zudem […]

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