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Eine Rückkehr von Trainer Thomas Tuchel zum BVB wäre derzeit kaum Risiko, aber viel Chance

Thomas Tuchel (Mitte) bei seiner Vorstellung in Dortmund 2015. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Es war zweifelsohne die sportlich alles überragende Schlagzeile an Heiligabend: Nach einem 4:0-Sieg (!!!) in der französischen Liga hat sich Paris SG nach übereinstimmenden Medienberichten von seinem Trainer Thomas Tuchel getrennt. Und das auf Platz drei im Meisterschaftskampf liegend, nachdem der Deutsche mit dem Team im Vorjahr insgesamt ungefährdet Meister und Pokalsieger wurde, sogar in das Finale der UEFA Champions League einzog.

Auf den ersten Blick ist das nicht zu verstehen. Es kursieren dazu Gerüchte über in Paris vorherrschende Probleme, die Tuchel im Umgang mit seinen Bossen und auch der Mannschaft gehabt hätte. Das sind vertraute Töne, die den heute 47-Jährigen schon durch seine gesamte Trainer-Karriere begleiten. Einfach scheint er im Umgang also tastsächlich nicht zu sein. Dafür aber erfolgreich.

Jetzt bietet sich also tatsächlich unerwartet kurzfristig die Möglichkeit Tuchel zum BVB zurückzuholen. Eine Gelegenheit, die Borussia Dortmund nutzen sollte.

Als der BVB sich im Sommer2017, wenige Tage nach dem Sieg im DFB-Pokal, von seinem Erfolgstrainer Tuchel trennte, da hatte der Klub gerade extrem turbulente Wochen hinter sich. Vor dem bisher letzten großen Titel der Vereinsgeschichte, erschütterte das Bombenattentat auf den BVB-Mannschaftsbus im April die Mannschaft und das gesamte Umfeld des Vereins.

Die schwierigen Tage im Frühjahr 2017 zerstörten das offenbar bereits zuvor angeschlagene Verhältnis zwischen BVB-Boss Aki Watzke und Cheftrainer Tuchel endgültig. Trotz Platz zwei in der Liga und dem Sieg im Pokal trennten sich die Schwarzgelben wenige Tage nach dem Pokalsieg zum Saisonabschluss von ihrem ehrgeizigen Trainer. Eine Entscheidung, die die Dortmunder in eine bis heute andauernde Abwärtsspirale schickte.

Nachfolger Peter Bosz verzettelte sich in Dortmund rasch, wurde noch vor dem Ende der Hinrunde 2017/18 seines Amtes enthoben und durch den kurz zuvor in Köln freigestellten Peter Stöger ersetzt. Stöger stabilisierte die Mannschaft, erreichte das Minimalziel Champions-League-Qualifikation und wurde dann seinerseits vom BVB nicht weiterverpflichtet.

Nachfolger Favre hatte es mit seiner nerdigen Art im emotionalen Ruhrgebiet von Anfang an schwer. Trotz zweier Vizemeisterschaften unter dem Schweizer, musste auch er vor wenigen Wochen vorzeitig gehen. Sein Nachfolger Edin Terzic, der den BVB bis zum Saisonende betreuen soll, der zuvor einer der Assistenten von Favre war, hatte bisher noch keinerlei Erfahrung als Hauptverantwortlicher auf diesem Niveau, verlor bereits sein zweites Spiel als Cheftrainer mit den Westfalen bei Union Berlin. Ist das wirklich der Coach in dessen Hände der Verein die Mission Champions League-Qualifikation in diesen schwierigen Zeiten legen will?

Jetzt wäre mit Tuchel also wieder der Coach verfügbar, unter dem der BVB zuletzt eine konstante Aufwärtsbewegung zeigte, der mit der Borussia regelmäßig für Furore sorgte.

Auch wenn es kaum vorstellbar erscheint, dass die BVB-Verantwortlichen über ihren Schatten springen werden, es wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit wohl die klügste Entscheidung, die aktuell möglich ist, Tuchel nach 3,5 Jahren wieder nach Dortmund zurückzuholen.

Das könnte natürlich nur funktionieren, wenn alle Beteiligten bereit sind die Vergangenheit ihrer persönlichen Differenzen hinter sich zu lassen. Gerade in den Weihnachtstagen sollte das aber, zumindest theoretisch, im Sinne des Vereins möglich sein.

Der BVB hätte endlich wieder einen ambitionierten Trainer mit Erfahrung, Ehrgeiz, einem Plan und dem entsprechenden Charisma, der auch nach außen den Eindruck eines echten Herausforderers für die Bundesligaspitze abgibt. Wäre das nicht schön?

Die Jahre nach Tuchel waren rückblickend allesamt Spielzeiten ohne den notwendigen Biss. Zudem meisterte dieser einst die schier unlösbare Aufgabe der Nachfolger des geliebten Jürgen Klopp zu werden von allen Trainern nach 2015 noch am, besten. Warum also die 2017 zerbrochene Beziehung nicht noch einmal ernsthaft im Sinne der Sache zu flicken versuchen?

Zu verlieren hätten beide Seiten aktuell jedenfalls nicht viel. Sie könnten gemeinsam jedoch alles gewinnen!

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8 Kommentare zu “Eine Rückkehr von Trainer Thomas Tuchel zum BVB wäre derzeit kaum Risiko, aber viel Chance

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  • #2
    Robert Müser

    Ist ja alles ganz nett zu lesen, aber da gibt es noch einen großen Bremsberg names Watzman, der solchen Lösungen im Wege steht.

  • #3
    Günter Rense

    Tuchel hat neben Aki das zweite Riesenproblem, sich mittlerweile in für BuLi-Vereine außer den Bauern unbezahlbare Gehaltsebenen gearbeitet zu haben. 14 Mios Gehalt im Jahr – also nur 4 Mios weniger, als Klopp als Meister- und CL-Sieger-Trainer in Liverpool kassiert – sind für einen 2-Jahres-Vertrag unter Corona den Aktionären nicht zu vermitteln.

  • #4
    Kanackborusse

    Tuchel wäre für Dortmund ein Gewinn.
    Ein hervorragender Taktiker.
    Aber Herr Watzke mag ihn nicht,aus welchen Gründen auch immer.
    Seitdem Tuchel weg ist läuft es bei Borussia nicht
    Ob Tuchel nochmal zurückkommen würde,ist die andere Seite der Medaille.

  • #5
    Torsten Greiner

    Eine schöne und kluge Idee, leider mit Watzke aber unvorstellbar. Der ist in etwa so selbstkritisch wie ein gewisser Herr Löw . Und TT würde sich den auch kein zweites Mal antun…. also verschleißen wir lieber weiter die nächsten Trainer, trauern Klopp nach und spielen höchstens mittelmäßig….

  • #6
    Thomas

    Wenn es nur um den BVB geht, muss sofort Tuchel her. Aber Watzke hat ist auch ein bisschen Sonnenkönig. Deshalb wird es leider nichts. Zorc und Watzke holen sich lieber einen Weichgespülten

  • #7
    Wolfgang

    Ich fand Tuchel damals schon gut und fordernd..
    Zum Wohle des Vereins muss man als Geschäftsführung auch unbequeme aber dafür erfolgreiche Trainer aushalten..denn es gilt nur der BVB für alle Beteiligten

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