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#FridaysForFuture: Kein Greta-Effekt in Datteln

FFF-Demo am 29. November 2019 in Datteln. Foto(s): Robin Patzwaldt

Seit Jahren schon wehren sich Umweltschutzorganisationen wie der ‚Bund‘ und betroffene Anwohner gegen den umstrittenen Kraftwerksneubau ‚Datteln 4‘, der bereits seit Mitte des vorherigen Jahrzehnts scheinbar unaufhaltsam seiner Inbetriebnahme entgegenstrebt, nach aktuellem Stand im kommenden Jahr ans Netz gehen soll.

In Zeiten des geplanten Kohleausstiegs auf Bundesebene und der ‚FridaysForFuture‘-Bewegung eigentlich ein scheinbar bestens geeignetes Thema für entsprechende Proteste, droht hier doch nicht nur ein energiepolitischer Dinosaurier in Betrieb zu gehen, steht der Neubau doch auch an einem Platz, der dafür so gar nicht vorgesehen war (wir berichteten mehrfach).

Nicht erstaunlich also, dass die Bewegung ‚FFF‘ den Meiler an der Stadtgrenze zwischen Datteln und Waltrop im Kreis Recklinghausen nun endlich auch als Protestort für sich entdeckt hat.

Über 500 Teilnehmer wurden am Freitag zu einer Veranstaltung am Kraftwerk erwartet, die sich bis 17 Uhr ziehen sollte. Logisch, dass auch wir, als Blog das diesem Thema im Laufe der Jahre etliche Beiträge gewidmet hat, da nicht fehlen durften.

Gesagt, getan. Doch das was sich uns da vor Ort in Datteln bot, das war eine echte Farce. Statt der erwarteten mehreren hundert Teilnehmer waren es nur rund 100. Schätzt man großzügig, dann waren es vielleicht 150.

In jedem Falle waren es sogar noch weniger, als es vor sieben bzw. neun Jahren waren, als die Anwohner der ‚Meistersiedlung‘ entsprechende Demos organisiert hatten, zu denen damals zwischen 300 und 400 Leute kamen. Was für eine Enttäuschung!

Kein Wunder, dass die Mini-Demo auch schon gegen 15.45 Uhr beendet wurde, die wenigen Teilnehmer etwas ratlos zurücklies. Einige wenige stimmten dann auf dem Rückweg in Richtung Innenstadt ein Liedchen an, andere genossen noch ein paar Minuten den Blick auf das Kraftwerk im Sonnenuntergang. Kurios zudem, dass der Kühlturm zur ‚Feier des Tages‘ von Betreiber Uniper sogar leicht in Funktion gesetzt wurde, einige Dampfschwaden über dem 180 Meter hohen Riesen zur Schau stellte. Eine Gegendemo, wie sie noch im Jahre 2012 vom damaligen Bauherren E.On organisiert wurde, ersparte sich Uniper dieses Mal direkt.

Von einem Greta-Effekt konnte in Datteln aktuell noch immer gar keine Rede sein. Ganz im Gegenteil!

Die Kritiker des Kraftwerks offenbarten einmal mehr, dass es ihnen einfach nicht gelingt eine nennenswerte Menge von Leuten zu mobilisieren, wie sie der Stimmung in der Bevölkerung angemessen wäre. Wer in der Gegend wohnt und sich einmal umhört, der wird bestätigen können, dass mindestens die Hälfte der Anwohner in der Region gegen eine Inbetriebnahme des jüngsten Steinkohlekraftwerks Deutschlands ist. Warum sich das so nicht auf der Straße zeigt, auch die dritte Demo gegen das Projekt, trotz der aktuellen Klimadebatte, eine provinzielle Marginale blieb, es bleibt ein ‚kleines‘ Rätsel…

 

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