Künstlerhaus: Besetzer räumen bis 18.00 Uhr – Ruhr2010 und DGB verpassen Chance

Am frühen Nachmittag beschlossen die Besetzer des DGB-Hauses an der Schützenbahn in Essen, das Haus zu räumen.

Dem Beschluss des Besetzerplenums ging eine lange Diskussion voraus. Auch die Möglichkeit, dass Haus weiter besetzt zu halten und es auf eine Konfrontation mit der DGB eigenen Vermögens- und Beteiligungsgesellschaftgesellschaft ankommen zu lassen, wurde beraten. Schon vorher hatten die Künstler einen großen Teil der Bilder aus den Ausstellungsräumen entfernt. Die Sorge war groß, dass diese bei einer Räumung beschädigt werden könnten.

Ab heute Abend hat der Deutsche Gewerkschaftsbund also wieder ein leerstehendes Haus mehr. In einer Lage, die kaum vermarktbar ist und mit einer Bausubstanz, die renovierungsbedürftig ist. Dann haben die Immobilienexperten der DGB-Tochter wieder Gelegenheit zu zeigen, was sie können. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass ihre Fähigkeiten überschaubar sind.

Peinlich war die Nummer aber auch für Gorny und Co.

Engagement für junge Kreative? Null. Die Kulturhauptstadtmacher haben ein weiteres Mal gezeigt, dass sie an der Kulturszene im Ruhrgebiet nicht das geringste Interesse haben.

Ist das eine Überraschung?

Nö.

Da war nichts, da ist nichts und da wird auch nichts mehr kommen.

In jeder anderen Stadt hätten Kulturhauptstadtmacher die Chance ergriffen, die sich ihnen durch die Besetzung bot: In den Dialog mit jungen Künstlern zu treten. Ihnen bei der Lösung ihrer Probleme zu helfen. Dem DGB klar zu machen, welche Möglichkeiten die  Besetzung bot: Die Wiederbelebung eines heruntergekommenen Quartiers durch junge Künstler. Aber allein das zu verstehen ist eine intellektuelle Leistung, zu der die  Kulturhauptstadtmacher Scheytt und Pleitgen anscheinend nicht in der Lage sind.

Gorny indes hat das sicher verstanden. Aber es ist ihm egal.

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12 Kommentare

  1. #2 | Abnick Grabotki sagt am 20. Juli 2010 um 20:12 Uhr

    Kann Freiraum2010 nicht ein wenig länger durchhalten oder hat man Freiraum2010 Kontopfändung angedroht? Ist doch keine Gefahr im Verzug.

  2. #3 | Klaus sagt am 20. Juli 2010 um 20:15 Uhr

    Schade, aber Respekt an die Besetzer, die freiwillig räumen und nicht mit Gewaltaktionen wie in Hamburg oder Berlin negativ auffallen.

  3. #4 | crusius sagt am 21. Juli 2010 um 00:59 Uhr

    Nachdem die Gentrifizierung der Schützenbahn erfolgreich abgewehrt worden ist, stellt sich die Frage, wohin nun mit dem Künstlerpack. Meine Antwort: Unna-Massen. Erprobtes Auffanglager für Randgruppen, als 2010-Kreativquartier nobilitiert, ganz zu schweigen von den Zuverdienstmöglichkeiten im ländlichen Raum. Der Erntehelfer ist ein Anlernberuf. Künstler in die Produktion!

  4. #5 | werner müller sagt am 21. Juli 2010 um 13:02 Uhr

    peinlich für den dgb. von der kulturhauptstadt gmbh war nix anderes zu erwarten. ich glaube aber mensch braucht etwas mehr durchhaltevermögen hier ein bisschen bewegung in das verschlafene ruhrgebiet zu bringen. ein bild, wo der dgb künstler/innen von der polizei raustragen lässt, hätte sicher noch mehr solidarität hervorgerufen und erklärungsnot beim dgb.

    den hinweis von klaus oben von wegen gewaltaten versteh ich daher überhaupt nicht. zwischen einer strassenschlacht und rausgehen bestehen ja noch ne ganze menge möglichkeiten zivilen ungehorsams. und wo hatte das hamburger gängeviertel gewalt angewendet?

  5. #6 | Jan sagt am 21. Juli 2010 um 21:16 Uhr

    Schon etwas dreist – gegen den Willen des DGB im Gebäude einmarschieren und sich wundern, warum man nicht freudestrahlend empfangen wird! Dass DGB/VTG nicht mit Kaffee und Schnittchen und Mietvertrag vorbeikommt, um eine Straftat nachträglich zu legalisieren.

  6. #7 | Wähler sagt am 22. Juli 2010 um 03:28 Uhr

    UND? haben sie die Hütte geleert?

    Gruss

  7. #8 | Essener Hausbesetzer: Gorny vermittelt | Ruhrbarone sagt am 27. Juli 2010 um 21:43 Uhr

    […] DGB-Haus in der Essener Innenstadt. Am Dienstag kamen sie der Räumung durch den DGB zuvor und verliessen das Gebäude wieder. Nun wird […]

  8. #9 | Hausbesetzer-Verhandlungen in Essen: Gorny hat versagt – DGB spielt Spekulant | Ruhrbarone sagt am 11. Oktober 2010 um 08:58 Uhr

    […] Im Juli besetzten Künstler der Initiative Freiraum in Essen das seit Jahren leerstehende alte DGB-Haus an der Schützenbahn. Der DGB brachte sie mit Druck und dem   Versprechen zu verhandeln dazu, das Haus zu räumen. […]

  9. #10 | Zwischennutzung: City-Immobilie in Essen | Ruhrbarone sagt am 20. Oktober 2010 um 18:31 Uhr

    […] sich hin gammelt. Und warum die DGB-Tochter gleich nach der Besetzung durch die Freiraum-Leute mit Räumung drohte.  Nur eines sollte man Matecki ersparen: Sich mit Dieter Gorny abgeben zu […]

  10. #11 | Jakobswege: Niederrhein & Ruhrgebiet sagt am 4. März 2011 um 20:50 Uhr

    1. Mai 2011 DGB Duisburg Neues Kommunalwahlrecht NRW gefordert…

    Mehr Demokratie im Ruhrgebiet und NRW soll das Thema der Maikundgebung 2011 in Duisburg werden. Der DGB wird am 1. Mai 2011 ein Neues Kommunalwahlrecht für NRW fordern, so eine Mitteilung von üblicher Weise gut informierten Maulwürfen an den Graswurzel…

  11. #12 | Neues Jahr – die alten Probleme: Wir suchen Räume zur Zwischennutzung | Ruhrbarone sagt am 23. März 2011 um 10:25 Uhr

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