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Neven Subotic beweist: Man kann sich auch ganz ohne Skandale in die Herzen der BVB-Fans spielen

Subotic musste Dortmund als Spieler den Rücken kehren – sein Herz blieb. Foto: Robin Patzwaldt

Auf Borussia Dortmund wartet am kommenden Bundesliga-Wochenende bereits das nächste emotionale Wiedersehenmit einem Ex-Spieler des Klubs. Nachdem der BVB in der ersten Runde des DFB-Pokals kürzlich auf den KFC Uerdingen mit dem stets in den Negativschlagzeilen stehenden Kevin Großkreutz in seinen Reihen traf, heißt der Gegner am kommenden Samstagabend diesmal Union Berlin, in dessen Diensten seit dieser Saison mit Neven Subotic ein weiterer Profi aktiv ist, der sein Herz in außergewöhnlichem Ausmaß an seinen früheren Arbeitgeber Borussia Dortmund gehängt hat.

Im Gegensatz zu Großkreutz, der immer wieder in Negativgeschichten rund um seine Person verwickelt ist, ist Subotic allerdings ein eher ruhiger und sehr bescheiden autretender Vertreter seiner Zunft, der sich ungeachtet dessen, beim BVB-Anhang ebenfalls bis heute selten großer Beliebtheit erfreuen darf.

Als Subotic im Sommer 2008 zusammen mit Trainer Jürgen Klopp den Weg aus Mainz ins Ruhrgebiet fand, da bildete er zusammen mit Mats Hummels den sogenannten ‚Kinderriegel‘. Die beiden Jungspunde waren ein entscheidender Bestandteil des damaligen Dortmunder Neuaufbaus unter Klopp, der in der Meisterschaft 2011, im Double 2012 und dem Erreichen des UEFA Champions League-Finales ein Jahr später seine glanzvollen Höhepunkte fand.

Legendär, da eigentlich aus heutiger Sicht ziemlich untypisch für Subotic, sind die emotionalen Bilder, die zeigen wie er in der Dortmunder Innenstadt auf der Motorhaube seines Autos stehend den Meister-Titel zusammen mit den ihn umringenden Fans feierte. Heutzutage sieht man ihn eher als einen nachdenklichen Profi, der viel über seine Rolle in der Welt und unterschiedliche gesellschaftliche Probleme nachzudenken scheint.

Subotic entwickelte sich nach seiner Ankunft in Dortmund zudem, ganz im Gegensatz zu diesen spektakulären Feierbildern aus 2011, sportlich still und leise zu einem Abwehrspieler von Weltklasse-Format, war zugleich jedoch rasch auch ein fester Bestandteil der Szene in Dortmund, die er mit seiner ‚Neven Subotic Stiftung‘, die sich für besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser in Afrika engagiert, bis heute bereichert.

Verletzungen bremsten den früheren Serbischen Nationalspieler irgendwann sportlich aus, führten dazu, dass er seinen Stammplatz im hochkarätig besetzten Dortmunder Kader irgendwann verlor, erst zum 1. FC Köln ausgeliehen wurde, dann fest nach Frankreich wechselte, bevor er in diesem Sommer bei Union Berlin eine neue sportliche Heimat in der Bundesliga fand.

Am Samstag trifft der inzwischen 30-jährige Subotic mit dem Berliner Kult-Verein Union auf seine große Fußball-Liebe, den BVB. Das sind wunderbare Randgeschichten, wie sie dem Profifußball in diesen Zeiten, wo viel über Geld und Egoismus diskutiert wird, einfach gut tun.

Dass man auch ganz ohne Skandale und Negativschlagzeilen im Herzen der Dortmunder Fans eine dermaßen große Rolle einnehmen kann, dafür ist Neven Subotic der lebende Beweis.

Es wird zweifelsohne ein ungewöhnlich emotionales Wiedersehen am Samstag in der ‚alten Försterei‘. Mit großen Sprüchen und übertriebener Selbstdarstellung muss man in diesem Fall allerdings nicht rechnen, was die Sache umso bemerkenswerter macht!

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3 Kommentare zu “Neven Subotic beweist: Man kann sich auch ganz ohne Skandale in die Herzen der BVB-Fans spielen

  • #1
    thomas weigle

    War es nicht so, Robin,dass die von Dir zu recht ausgedrückte Wertschätzung des Neven Subotic nicht unbedingt von den BVB-Vereinsgewaltigen am Schluss geteilt wurde? Ein Neven Subotic wäre auch als Ergänzungsspieler ein großes Plus, möchte ich meinen. Auch beim BVB. Wenn ich das recht erinnere, wäre er doch gerne in DO geblieben.

  • #2
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Er spielte sportlich halt keine Rolle mehr, Thomas. Menschlich wurde er sehr geschätzt, soweit ich das mitbekommen habe. Im Mannschaftskreis erschien er mir jedoch häufiger als eine Art Aussenseiter, stand beim Training häufig abseits, wirkte sehr nachdenklich und ernst. Aber das fundiert zu bewerten ist als Gelegenheitsbesucher beim Training natürlich schwer. Jedenfalls wirkte Subotic auf mich in den Medien gegen Ende seiner Zeit beim BVB häufig mitteilsamer und besser gelaunt als beim Training mit den Teamkameraden.

  • #3
    Klaus Lohmann

    Ich bin wahrlich kein Neven-"Kenner", aber wenn man sich nur mal seine Siftungsseiten und dort die Projekte und News über deren Arbeit anschaut und sieht, mit welcher Energie, Lebensfreude und Herzlichkeit Neven und seine Mitarbeiter in Äthiopien Brunnenprojekte mit den dortigen warmherzigen Menschen durchziehen und dafür hier professionelles Charity-Management betreiben, dann wird einem klar, dass Fußball zwar immer noch eine der Haupttriebfedern für sein Leben ist, aber wohl nur noch auf Platz 2 hinter der Stiftung.

    Und dann kann man auch nachvollziehen, warum er sich in diesem Affenzirkus Profifußball immer häufiger distanzierte und in manchen Interviews in den letzten Jahren richtig angewidert von einigen perversen Auswüchsen dieses Jobs und der ganzen Szene drumrum wirkte.

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