Alexandra Liedtke und Matthias Hartmann zu Gast bei der Verleihung des Nestroy-Theaterpreises 2010 im Burgtheater in Wien. Foto: Foto: Tsui Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Bochumer Schauspielhaus sucht einen neuen Intendanten. Könnte es einer der alten sein? Unser Gastautor Andreas Wilink ist Chefredakteur des Kulturmagazins K.West.
Ein Gespenst geht um in Bochum – kein Phantom der Oper, sondern ein Gespenst des Theaters. Es wurde bereits von einigen Personen gesichtet, als es das Rathaus betrat, darunter auch von einer naturgemäß unzuverlässigen Schauspieler-Existenz. Wir wissen nicht, ob es dem Kulturdezernenten den Kuss des Vergessens gegeben oder ihm rhetorisch gewieft, wie wir es kennen und fürchten, den Ausnahmezustand angedroht hat. Seither sieht und träumt der brave Mann Harald Schmidt, Otto Sander, Helge Schneider, Michael Maertens (heimlich auch Dörte Lyssewski) in wechselnden Kostümen. Träumt zudem davon, das städtische Theater im neobarocken Stil von Gottfried Semper umzubauen und die Königsallee in Wiener Ringstraße umzutaufen.
Corelli 2012 in Dortmund (links mit Kamera); Foto: Roland Geisheimer, attenzione photographers
In einer Presseerklärung des Parlamentarischen Kontrollgremiums zum Bericht des Sachverständigen Jerzy Montag wurde gerade bekannt gegeben, dass die Pressekonferenz abgesagt wird. Das Pressegespräch mit den Journalisten in Berlin soll durch die vorliegende Presseerklärung ersetzt werden. Ob diese Entscheidung den Eindruck erweckt, dass man für Transparenz und Öffentlichkeit im Fall von Corelli sorgen will, kann bezweifelt werden. Ob dieser Eindruck bestehen bleibt, wird vor allem davon abhängen, wie umfassend die in Aussicht gestellte öffentlich verfügbare Fassung des Corelli-Berichts sein wird.
Gerhard Langemeyer neben dem Gemälde von Andreas Achenbach, Nordisches Gebirge im Winter (1838) Foto: Anja Kador, Dortmund-Agentur
Seit letzter Woche können Besucher eine umfangreiche Sammlung von Gemälden, Graphiken und Skulpturen des 19. und frühen 20. Jahrhundert im Dortmunder U besichtigen. Die Werke stammen fast durchweg aus eigenem städtischem bzw. öffentlichem Besitz und von privaten Sammlern in Dortmund. Von unserem Gastautor Dieter Nellen.
Das alles wäre aber an sich nur eine routinemäßige Meldung, wenn sich damit nicht zwei weitergehende Nachrichten verknüpften: die der Rückkehr eines Kunsthistorikers und die der Rezeption einer Sammlungsidee aus der Vorkriegszeit.
Kuratiert wird die Ausstellung nämlich von dem früheren Dortmunder Kulturdezernenten und späteren Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer. Dieser knüpft damit an seine beruflichen und wissenschaftlichen Tätigkeiten aus jener Zeit an, als er (bis 1983) Direktor des Museum für Kunst und Kulturgeschichte in der Westfalenmetropole war.
V-Mann Corelli (mit Kappe) 2012 in Magdeburg; Foto: Roland Geisheimer; attenzione photographers
Gestern Nachmittag berichtete Sonderermittler Jerzy Montag bis in den Abend hinein dem Parlamentarischen Kontrollgremium über seine Erkenntnisse zum V-Mann Corelli. Im September 2014 hatte der Bundestag mehrheitlich im Fall des Top-Spitzels den Einsatz eines Sonderermittlers beschlossen. Der 300 Seiten starke Bericht liegt seit gestern vor und soll Transparenz schaffen. Das Interesse an Corelli, der in der Szene unter dem Spitznamen HJ Tommi bekannt war, ist berechtigterweise groß. 2012 fand man in den Archiven des Bundesverfassungsschutzes eine DVD mit der Aufschrift NSU – ein erster Hinweis auf das Mordtrio, den der V-Mann bereits 2005 an den Verfassungsschutz übergeben haben soll. In den beiden darauf folgenden Jahren ermordete der NSU noch vier weitere Opfer, darunter der Dortmunder Kioskbesitzer Mehmet Kubasik.
Der V-Mann, bürgerlich Thomas Richter, hätte zur Aufklärung der Hintergründe der NSU-Morde einiges beitragen können – davon sind viele überzeugt. Doch verstarb er am 7. April 2014 mit 39 Jahren. Der Todeszeitpunkt warf Fragen auf: Corelli erlag ausgerechnet wenige Tage vor seiner Vernehmung einem „diabetischen Schock“– ein natürlicher Tod, so das Ergebnis der Obduktion. Diesen Schluss lässt auch der Montag-Bericht zu.
Die weiteren Fakten sollen heute den Hauptstadtjournalisten in einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt werden. Werden sie nur mit Häppchen-Wahrheiten und leicht verdaulichen Schlagworten abgespeist, kann man davon ausgehen, dass das Interesse an Corelli nicht nachlassen wird. Dann würde der Fall Thomas Richter nicht ohne weiteres für immer zwischen zwei Aktendeckeln verschwinden. Auch wenn sich das einige vermutlich wünschen.
Lockere Kontakte oder gut funktionierendes Netzwerk?
Die Frage, ob Corelli vor oder während seiner 12-jährigen Arbeit für den Verfassungsschutz direkten oder zumindest indirekten Kontakt zu dem mörderischen Trio hatte, wurde in der gestrigen Sitzung nicht zufriedenstellend geklärt, war aus dem Umfeld des PKG zu hören. Der Interpretationsspielraum zwischen „lockerer Kontakt“ und Netzwerk ist groß und bietet weiter Raum für Spekulationen. Fest steht, das Corelli bis Mitte November 1993 im engeren Kreis der verbotenen „Nationalistischen Front (NF) tätig war. Mit 19 Jahren entschied der junge Thomas Richter, sich von der NF zu trennen („ich habe genug“) und bot an, Interna der rechtsradikalen Szene weiterzugeben. Er verriet, laut vertraulichen VS-Bericht, seine NF-Kollegen und berichtete der Polizei über die geheimen Lagerorte des rechtsradikalen Verlages „Klartext“. Danach tauchte er erst einmal ab „z.Zt. unbekannten Aufenthalts“, notiert der Verfassungsschutz. Es war der Beginn einer langjährigen Spitzel-Karriere – die Corelli bis September 2012 fortsetzte.
Corelli und der Weisse Wolff
Für Aufregung sorgte, dass 2012 zufällig eine DVD auftauchte, die Corelli bereits im Jahr 2006 an den Verfassungsschutz weitergegeben haben soll. Der Fund von 15000 Datensätzen wurde nicht ausgewertet – eine DVD war mit “NSDAP/NSU”beschriftet. Seit diesem Zufalls-Fund steht der V-Mann Corelli im Fokus.
Website Weisser Wolf mit Kommentar von HJ TOMMY, Screenshot Ulrike Märkel
Auch die Verbindung von Corelli zu dem Magazin Der Weisse Wolf bleibt interessant. Das rechte Magazin schrieb in dem Heft 1/2002, das auf dem Cover Hitler als Kind zeigt, den Satz: „Vielen Dank an den NSU, es hat Früchte getragen. Der Kampf geht weiter…“. Der V-Mann soll dem Weissen Wolf Webspace zur Verfügung gestellt haben. In der Kommentarzeile auf der Website des Magazins, die die Ausgabe mit dem NSU-Hinweis bewirbt, lobt Corelli seine Kollegen. Unter seinem Pseudonym HJTHOMMY heisst es: „Kamerad! Sehr gute Seite! Mit Nationalen Gruß.“
Pac-Man-Monster des Künstlers Invader am Guggenheim-Museum Bilbao Foto: Lobo Lizenz: CC BY 2.0
Computer: Retro-Gaming Party…Bo Alternativ Opel: Der ganz große Abriss beginnt im August…Der Westen urbEXPO: Die vergessene Welt…Coolibri Kultur: Bücher To Go in Bochum-Ehrenfeld…Coolibri Vortragsreihe: Designer und Kreative reden über Architektur…Ruhr Nachrichten VfL: Acht Mann werden am Sonntag verabschiedet…Reviersport
NRW: Krafts SPD steckt in der Glaubwürdigkeitskrise…Cicero NRW: Über eine Milliarde Euro für finanzschwache Städte…RP Online NRW: Rot-Grün versagt bei Brückensanierung…Welt NRW: Ab Juni 2,1 Prozent mehr Geld für Landesbeamte…RP Online Debatte: Deutschland braucht mehr Arbeitskräfte…FAZ Debatte: „Im grünen Schwulenbereich fanden Täter ein Refugium“…Welt Debatte: Die Macht und die Gewalt der Bilder...Jungle World Debatte: IS-Kämpfer erobern antike Stadt Palmyra…Spiegel Debatte: Gabriel – Pirouetten auf dünnem Eis…Post von Horn Ruhrgebiet: Forscher befürchtet Superstaus…Welt Ruhrgebiet: Kraftwerk macht Station im Pott…Bild Bochum: Retro-Gaming Party…Bo Alternativ Dortmund: Rauchverbot – Kult-Kneipe in der Innenstadt hat dichtgemacht…Der Westen Duisburg: Festivalsaison startet mit „Luft & Liebe“…Der Westen Essen: Stadt plant Alkoholverbot…Der Westen Essen: Klassik soll Jugendliche vom Handelshof vergraulen…Der Westen
Rauchverbot: Kult-Kneipe in der Innenstadt hat dichtgemacht…Der Westen Ausstellung: Nordstadt Blues…Nordstadtblogger Forschung: Der Baby-Brei von morgen ist gefroren…Bild Fußballmuseum: Exponate angekommen…Radio91.2 BVB: Bierdeckel gegen Rassismus…Der Westen BVB: Hummels sagt ManUnited ab…Bild BVB: „Darum können wir Dortmund schlagen“…Bild
Eine gute Nachricht für alle BVB-Fans pünktlich zum Feierabend noch von der Strobelallee: Borussia Dortmund kann langfristig auf Nachwuchstorhüter Hendrik Bonmann bauen. Der BVB einigte sich mit dem 21-jährigen gebürtigen Essener auf eine Vertragsverlängerung um weitere drei Jahre bis zum Sommer 2018.
„Dass der BVB weiter mit mir plant und das Vertrauen schenkt, macht mich unglaublich stolz. Ich werde alles daran setzen, diesem auch gerecht zu werden“, betont Hendrik Bonmann.
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.