Fast hätte man es angesichts der Negativberichterstattung über Fußballfans ja schon vergessen: In letzter Zeit konnte man, glücklicher Weise, ja auch schon häufiger kleinere Aktionen gegen Homophobie und für mehr Toleranz in den Stadien der Republik beobachten.
Der Hamburger Zweitligist FC St. Pauli hat am vergangenen Wochenende jedoch ganz eindeutig neue Maßstäbe in diese Richtung gesetzt und sich unzweifelhaft an die Spitze dieser Bewegung unter den Fans hierzulande gesetzt! Dafür gebührt ihm und zahlreichen seiner Fans Respekt und große Anerkennung.
Nun gibt es auch beeindruckendes, schönes Videomaterial davon im Netz zu bestaunen. Dieses bildet zudem einen schönen, positiven Kontrastpunkt zu der leidigen Pyro-Debatte die wir hier im Ruhrgebiet zuletzt geführt haben.
Daher möchte ich Euch dieses Positivbeispiel hier an dieser Stelle auch nicht vorenthalten.
Es gibt sie also doch noch, die toleranten, friedlichen, aber trotzdem begeisterten Fans im Lande!
In den letzten Wochen ist der Duisburg-Hamborner Stadtteil Neumühl in negative Schlagzeilen geraten, weil ein paar Neumühler Anwohner eine Veranstaltung der rechtspopulistischen Pro NRW beigewohnt, und zum Teil sogar deren menschenverachtenden Parolen Beifall gezollt haben. Von unserem Gastautor Helmut Junge.
Das ist ein neues Element in Westdeutschland und kam selbst für Kenner der Neumühler Szene unerwartet, wenn auch nicht völlig überraschend, weil es im Vorfeld zu dieser Pro NRW- Veranstaltung schon öffentliche Auseinandersetzungen darüber gab, ob das Gebäude des unbenutzten Barbarakrankenhauses für die Aufnahme von Flüchtlingen in Frage käme oder nicht.
Es gab darüber etliche Berichte in den Medien und Neumühl wurde in einem Atemzug mit Rheinhausen genannt, einem Duisburger Stadtteil mit einer komplett anderen politischen Entwicklung. Es läßt sich nicht klein reden oder beschönigen, dass die negativen Diskussionen und natürlich erst Recht die nachgebrüllten Parolen von Pro NRW eine häßliche Facette aufdeckt, die in Neumühl bisher nicht öffentlich zu sehen war. Nun sollte dem Beobachter aber auch klar sein, dass ein paar Schreihälse, die gezielt eine Versammlung besuchen, nicht repräsentativ für einen Stadtteil mit 17000 Einwohnern sind.
Auch drei Tage nach dem Revierderby spricht Fußballdeutschland noch immer über die Krawalle, die das Fußballfest des Ruhrgebietes am Wochenende in ein negatives Licht getaucht haben. Ärger mit Pyrotechnik gab es dabei aber längst nicht nur in Gelsenkirchen. Auch z.B. in Dresden und in Bochum zündelten überdrehte Gästefans.
Man sieht daran, es handelt sich keineswegs um ein Problem der Dortmunder Borussia, sondern es wird rasch deutlich, dass es eigentlich Anhänger (fast) aller Vereine zu betreffen scheint. Wobei das Augenmerk der Medien naturgemäß auf der von der Öffentlichkeit meistbeachteten Begegnung des Wochenendes lag und liegt. Und das war eben das Derby.
Nun scheinbar neu aufflammende Diskussionen über strengere Eingangskontrollen, härtere Strafen gegen ermittelte Täter usw. kursieren aktuell quer durch Medien und Internetforen.
Meiner Meinung nach wird das aber Alles nichts bringen, solange das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird, die wirkliche Ursache bekämpft wird.
Mit einem „Appell für Prostitution“ hat der Prostituierten-Verband Sexworker-Deutschland auf die Aktion der EMMA-Chefin Alice Schwarzer reagiert, in der das Verbot der Prostitution gefordert wird.
In dem Appell, dem im Gegensatz zu dem von Alice Schwarzer die prominenten Erstunterzeichner fehlen, fordert der Verband Sexworker-Deutschland:
„Prostitution ist keine Sklaverei. Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden.“
Im Appell-Text wird bestritten, das ein Verbot der Prostitution den Menschenhandel zurückgehen lassen würde:
Entgegen vieler Behauptungen ist das Prostitutionsgesetz nicht für den Menschenhandel in Deutschland verantwortlich. Wie aus dem Lagebericht
Der erste Herbststurm des Jahres ist überstanden. Besonders der Norden der Republik war diesmal davon betroffen. Auch am heutigen Morgen gibt es vielerorts noch diverse Störungen, vor allem auch im ÖPNV. Viele Pendler stellte das, und stellt es wohl teilweise noch immer, vor große Probleme.
Bei den Hamburger Verkehrsbetrieben sah‘ man die Angelegenheit offenbar überraschend locker, wie ein Twitter-Beitrag des HVV vom Abend zeigt…
Ob da aber jeder Betroffene so wirklich drüber lachen konnte, in Anbetracht eines, wo möglich, kilometerlangen Marsches in Richtung Wohnung darf wohl zumindest stark bezweifelt werden…
Nun ist Zeit für ein Resumee. Zunächst ein paar Zahlen.
(Danach ein, zwei Grafiken. Dazu vorab: nutzt sie gerne – verteilt sie.
Aber seid so nett, mich als Person und die Ruhrbarone stets als Quelle anzugeben – gerne so wie unter den Darstellungen jeweils zu finden.)
Alle 16 Bundesländer haben sich an unserer Serie beteiligt, einige antworteten umgehend und ausführlich, bei wenigen mussten wir hartnäckig nachfassen.
…in einem bemerkenswerten Interview in der Rheinischen Post haben Sie sich ausführlich zum Thema Pop-Kultur in Düsseldorf geäussert. Dabei ging es natürlich nicht nur um lustige Musikanten aus der diesem Blog natürlich am Herzen liegenden Stadt zwischen Duisburg und Köln, sondern auch darum, wie man der Popkultur der Landeshauptstadt auf die Beine helfen kann.
Besser wäre zusätzlich ein fester Anlaufspunkt, ein Zentrum, das viele dieser schon bestehenden Kräfte bündelt. Das könnte ein leerstehendes Bürohaus sein, in das man mehrere kleine Aufnahmestudios einbaut und verschiedene „Start-Ups“ mit Medien, Werbung und vielleicht sogar junger Mode. Dort könnten die schon bestehenden privaten Musikschulen, Veranstalterbüros oder Eventfirmen ebenso einziehen. Ich hätte auch schon einen Arbeits-Titel: Kulturzentrum für Popmusik und Popkultur. Wir brauchen einen Lobbyisten, der sich mehr um die Vernetzung der lokalen Kultur kümmert.
Nun, da können wir Ihnen helfen. Wir haben im Ruhrgebiet sowohl ein Zentrum als auch ein paar
Bernd Fesel, ECCE: Kann auch Düsseldorf!
Lobbyisten übrig, die wir gerne Düsseldorf zur Verfügung stellen würden: Wie wäre es, wenn das European Center for Creative Economy (ECCE) künftig in Düsseldorf an der Ertüchtigung der Popwirtschaft der Stadt arbeiten würde? Als Lobbyisten lege ich Ihnen Dieter Gorny und Bernd Fesel ans Herz, die Chefs von ECCE. Beide haben sich stets bemüht , den Anforderungen gerecht zu werden und haben die ihnen zugewiesenen Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. Auch haben sie ihre Aufgaben im eigenen und im Interesse des Ruhrgebiets gelöst. Ihr Erscheinen war stets einwandfrei und beide traten engagiert für die Belange ihrer Kollegen ein. Pünktlichkeit und Freundlichkeit waren nie zu bemängeln und natürlich hatten Gorny und Fesel in kritischen Situationen das Talent, Arbeiten zu delegieren. Beide trugen durch ihre fröhliche Art zu einem guten Betriebsklima bei. Ihre Mitarbeiter schätzten sie als umgängliche Führungskräfte.
Und da beide im Ruhrgebiet so segensreich wirkten, wollen wir sie nun dahin geben, wo sie hingehören: Nach Düsseldorf, unsere geachteten Landeshauptstadt, dem Schreibtisch des Ruhrgebiets.
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