Dritter Tag bei Bochum Total. Bislang hat sogar das Wetter mitgemacht. Marcus Gloria, der Macher des Festival, ist zufrieden. Als ich ihn gestern traf und fragte wie es läuft, strahlte er über das ganze Gesicht, breitete seine Arme aus und rief: „Gut. Sind doch alle wieder da.“
"Im System ist nichts eingetragen." - "Das kann nicht mein Problem sein."
Gestern hatte ich eine telefonische Auseinandersetzung mit meinem Mobilfunkanbieter o2. Trotz meines Status als „Premium-Kundin“ weigerte sich die Servicemitarbeiterin, meinen überteuerten und veralteten Tarif umzuwandeln in einen, der meinen gegenwärtigen Bedürfnissen viel besser entspricht und mich etwa 50€ pro Monat weniger kosten würde. Das heißt, sie hat sich nur so lange geweigert, bis ich ihr damit gedroht habe, über die Haltung der Firma zu bloggen. Da ich meinen Blog noch nie als Druckmittel benutzt habe, war ich höchst überrascht darüber, dass meinem Wunsch, welcher zunächst als unerfüllbar galt, plötzlich doch nachgekommen wurde. Meiner Meinung nach ist das für sich genommen ein Skandal: Was ist denn mit all Menschen, die nicht bloggen oder oder für die Presse arbeiten? Haben die nicht auch ein Recht auf faire Konditionen?
Im folgenden ein Gedächtnisprotokoll meines Gesprächs mit der o2 Kundenbetreuung (das neuerdings übrigens nicht mehr umsonst ist, sondern auch „Premium-Kunden“ 0,30€ pro Anruf kostet).
Ich: Guten Tag, mein Name ist Annina Luzie Schmid und ich möchte meinen viel zu teuren Vertrag, den ich gar nicht mehr nutze, in einen billigeren umwandeln. Ihr Kollege meinte, das ginge nach dem 27. Mai. Da jetzt Juli ist, dachte ich, ich rufe mal an.
o2-Frau: Ihre persönliche Kundenkennzahl und Ihr Geburtsdatum, bitte?
Somalia verhungert. Das Space Shuttle ist für immer gelandet. Die EU verkommt zum Paketpostamt und Schirmfachhandel. Russland und China sind – na? – gegen die Klima-Erklärung. Brigitte Heinischgewinnt, EHEC wird dingfest gemacht, Bürgerbeteiligung zur Farce (Update), und die WELT versteht die Welt nicht mehr.
Axel Bach, Markus Bechtold, Martin Munz Schöner schreiben über Lesben und Schwule
Okay, der Titel ist grenzwertig, dennoch bitte lesen; hilft, doofe Fehler zu vermeiden (*an die eigene Nase pack*).
Der Ruhr Reggae Sommer startet heute in Mülheim an der Ruhr. Auch wenn das Wetter das Sommergefühl noch nicht so recht aufkommen lässt, kann man sich dort eine satte Portion fröhlicher Beats abholen und zu fetten Basslines absteppen.
Schon gestern haben die Allersten das Gelände gestürmt und ihre Zelte aufgeschlagen. Jetzt sitzen sie auf ihren Campingstühlen, frühstücken und lassen sich das erste Bierchen schmecken. Es wird Fußball gespielt, Musik aufgelegt und für das erste Konzert vorgeglüht.
Die Ruhr Reggae Fans schätzen vor allem die familiäre Stimmung und die überschaubare Größe des Festivals. Weil sich die Musiker nur auf einer Bühne präsentieren, fällt das lästige Entscheiden weg, das man von anderen Festivals kennt. Die Bühne vereint einfach alle Besucher miteinander: erwartet werden über 10 000 Musikfreunde.
Auch die Örtlichkeit hat ihren Reiz. Zum Gelände zählen nämlich auch das Mülheimer Naturschwimmbad und die angeschlossene Beach-Area mit Meersand und Liegestühlen. Falls die Sonne uns also doch noch einen Besuch abstattet, kann man sich dort eine spontane Abkühlung holen.
Auch nach dem Ergebnis des Stresstests geht der Streit um Stuttgart 21 weiter. Zur Erinnerung: In Stuttgart soll kein Kernkraftwerk in der Innenstadt gebaut werden, geht es nicht um den Abriss ganze Stadtteile und die Vertreibung tausender Menschen, sondern um den Bau eines Bahnhofs. Ein eher profanes Vorhaben. Das sehen die Gegner anders. Sie sehen sich in einer Linie mit den großen Protestbewegungen unserer Zeit. Und so verkünden die Parkschützer stolz auf ihrer Internetseite, das beim Protestkonzert am kommenden Sonntag, auf dem der Blödelbarde Konstantin Wecker natürlich nicht fehlen darf, auch „Grußbotschaften aus Athen, Madrid, Kairo“ verlesen werden. Ob die, die ja grüßen wissen, wen sie grüßen, darf bezweifelt werden: Die Ägypter haben unter Lebensgefahr ein brutales Regime gestürzt. Es gab Todesopfer. Über den Bau eines neuen Bahnhofs hätten sich die meisten Menschen in Kairo wahrscheinlich gefreut. Und auch die Spanier, die von Massenarbeitslosigkeit betroffen sind und gegen die Korruption der politischen Klasse ihres Landes auf die Straße gehen oder die von Massenarmut bedrohten Griechen haben im Gegensatz zu den wohlsituierten schwäbischen „Wutbürgern“ durchaus nachvollziehbare Gründe für ihre Proteste. Ihnen allen geht es schlecht. Die Stuttgarter Wutbürger fühlen sich schlecht. Zu dem Thema ist heute auch ein sehr feiner Artikel auf Spiegel.de erschienen.
Bochum Total ist gestern erfolgreich und trocken gestartet. Der Donnerstag war wie immer vor allem ein Bochum-Tag. Heute geht es richtig los, wird es rappelvoll im Bermudadreieck. Und dafür gibt es gute Gründe. Das Programm zum Beispiel.