Qualifikation von Heilpraktikern: Hauptschulabschluss, ohne Vorstrafe und sittlich

Homöopathische Globuli und Dilutionen Foto: Wikidudeman Lizenz: Gemeinfrei

Für viele ist der Besuch bei einem Heilpraktiker sowas wie ein Besuch beim Arzt. Heilpraktiker gelten als alternative Mediziner. Dabei ist nicht nur ihre Ausbildung mit dem Studium der Medizin nicht zu vergleichen. Die meisten Heilpraktiker dürften von ihren Schulabschlüssen her nie eine Universität von innen sehen und noch unwahrscheinlicher ist es, dass sie je einen  Medizinstudienplatz bekommen, für den man nach wie vor ein hervorragendes Abitur braucht. Heilpraktiker zu werden ist eine vergleichsweise lässige Angelegenheit: Man braucht einen Hauptschulabschluss, muss das 25. Lebensjahr vollendet haben, sollte „gesundheitlich, geistig und sittlich“ fit sein und nicht vorbestraft. Diese Hürden sind nicht allzu hoch, für eine Lehrstelle als Bürokaufmann, Mechatroniker oder Polizeibeamter reichen sie nicht aus – um einen Beruf wie Heilpraktiker zu lernen, von dessen korrekter Ausführung das Leben von Patienten abhängen kann, schon. Das Portal Heilpraktiker-Ausbildung hat mal nachgefragt, welche  Schulabschlüsse Heilpraktiker haben:

Und so haben nur 27 Prozent aller Heilpraktiker Abitur oder Fachhochschulreife, 41 Prozent die Mittlere Reife und 32 Prozent einen Hauptschulabschluss.

Nicht nur die Heilpraktikerausbilung ist mit einem Medizinstudium nicht zu vergleichen, auch die allgemeine Qualifikation ist es nicht.

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7 Kommentare

  1. #1 | Manuela sagt am 22. Januar 2017 um 10:32 Uhr

    Ich sehe das mit dem Hauptschulabschluss nicht so dramatisch. Wenn ich mir anschaue, was so mancher studierte Mediziner für ein krauses Zeug macht und damit vielleicht nicht direkt Patienten umbringt, aber deren Wohlbefinden negativ beeinflusst, weil er das im Studium so gelernt hat und nicht bereit/fähig ist, den Menschen als Ganzes zu betrachten, kann ich die Berufung nicht am Schulabschluss festmachen.
    Wir sollten vielleicht wieder dazu übergehen, unseren Neigungen und Talenten entsprechend unser Tagwerk zu erlernen und verrichten, anstatt auf Zertifikate und Zeugnisse vertrauen, die über die menschliche Eignung einer Person gar nichts aussagen.

    Zum Thema Heilpraktiker nochmal: diese werden meines Wissens häufig geprüft, müssen sich wesentlich umfangreicher und häufiger weiterbilden als ein Schulmediziner. Die Leute sind also unter Umständen fortschrittlicher als manche studierte Ärzte. Ich habe leider am eigenen Leib miterleben müssen, wie ein anfangs sehr guter Arzt mit der Zeit in Standarddiagnosen verfiel, Befürchtungen oder Beschwerden abgetan hat als Unfug und einfach mal Medikationen auf Zuruf der Patienten verändert hat. Das liegt natürlich zu einem großen Teil daran, dass einfach für eine ganzheitliche Betrachtung die Zeit fehlte, kann aber dem Patienten auch nachhaltig schaden.

    Deshalb nochmal: der Beruf sollte Berufung sein und nicht stumpf nur nach Qualifikation ausgeübt werden.

  2. #2 | Stefan Laurin sagt am 22. Januar 2017 um 10:35 Uhr

    @Manuela: Eine Heilpraktikerausbildung ist immer weit unter dem Niveau eines Medizinstudiums. Neigung und Interesse ersetzen keine wissenschaftliche Ausbildung.

  3. #3 | Manuela sagt am 22. Januar 2017 um 10:45 Uhr

    @Stefan Laurin: natürlich ersetzen Neigung und Interesse keine wissenschaftliche Ausbildung, aber wenn ich entscheiden müsste, ob ich jemandem mit großem Interesse oder jemanden mit Abitur die medizinische Ausbildung ermöglichen möchte, würde ich sofort dem Interessierten den Vorzug geben.

  4. #4 | Stefan Laurin sagt am 22. Januar 2017 um 10:46 Uhr

    @Manuela: Es ist ihr Risiko und ihr Leben.

  5. #5 | Conny sagt am 22. Januar 2017 um 18:41 Uhr

    Ich kann soviel dazu sagen, dass das Examen der Heilpraktiker dem 1. Staatsexamen der Sculmediziner entspricht. Es werden sogar Fragen daraus verwendet. Die Heilpraktikerausbildung ist also durchaus keine Pillepalle-Ausbildung,wie es von Unwissenden oft behauptet wird.
    Ferner muss ich Manuela Recht geben, dass die Heilpraktiker auch in ihrem Praxisdasein viel strenger überwacht werden, als Schulmediziner.
    Zudem gibt es Ärzte, die ihre Patienten nicht mal anschauen, geschweige denn untersuchen. Da wird die Diagnose über den Schreibtisch gestellt. Eine schwerwiegende Fehldiagnose oder Fehlbehandlung hat für einen Arzt kaum bis keine Folgen, für einen Heilpraktiker hat der geringste Fehler dagegen bereits fatale Folgen.
    Was das Bildungsniveau eines Heilpraktikers angeht, so arbeiten Nichtakademiker oft im energetischen Bereich, d.h. sie werden mit schwerwiegenden Krankheiten gar nicht konfrontiert, weil das das Patientenklientel gar nicht hergibt. Ausserdem!!! Einen Notfall müssen alle Heilpraktiker erkennen!!! Und dann heisst es ohnehin die 112 zu verständigen. Ferner ist es gesetzlich geregelt,dass ein Heilpraktiker nur im Rahmen seiner Fähigkeiten und Kenntnisse arbeiten darf. Alles andere ist strafbar. Ein Arzt dagegen kann machen was er will. Er kann auch Krankheiten behandeln, von denen er keine Ahnung hat. So sind sogar alle Ärzte verpflichtet Notdienst zu machen. Da kann es schon vorkommen, dass ein Zahnarzt oder Gynäkologe einen Ileus, Herzinfarkt oder Lungenembolie erkennen und behandeln muss. Für einen Heilpraktiker heisst dies Behandlungsverbot!!!
    Also ehrlich gesagt wäre ich etwas vorsichtiger mit meinen Behauptungen, wenn ich von der Materie keine Ahnung habe.
    Zum Glück gibt es auch noch verantwortungsvolle Ärzte,die durchaus ihre Grenzen kennen und danach handeln, ja sogar mit Heilpraktiker zusammen arbeiten.

  6. #6 | Frau Richter sagt am 22. Januar 2017 um 21:29 Uhr

    Um sich "Heilpraktiker" nennen zu dürfen, bedarf es einer Prüfung, die man ohne eine intensive Ausbildung nicht absolvieren kann. Das sollten Sie vielleicht einmal recherchieren, bevor Sie einen solchen Artikel veröffentlichen.

  7. #7 | kE sagt am 24. Januar 2017 um 17:15 Uhr

    Irgendwie wurde ich an den Artikel erinnert.
    Welche Ausbildung ist denn erforderlich, wenn man an eine ca. 80 Mio Nation führen will?

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