13

Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp steht zum „Existenzrecht Palästinas“

Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp Foto: Edi Szekely/Ruhrtriennale 2018

Abgeordnete aller Fraktionen waren nach dem Auftritt von Ruhrtriennale-Intendantin Stefan Carp vor dem Kulturausschuss des NRW-Landtags entsetzt. Das erfuhr dieses Blog aus dem Kreis der Teilnehmer. Carp, so mehrere Abgeordnete übereinstimmend, hätte sich um Kopf und Kragen geredet. Angesprochen auf die Geschehnisse rund um die Band Young Fathers, die bekannte Unterstützer der antisemitischen BDS-Bewegung sind, sagte Carp, ihr einziger Fehler sei es gewesen, die Band auszuladen. Für die kommende Spielzeit 2019 kündigte Carp den Auftritt einer jüdischen Künstlerin aus Israel an, die Israel als faschistisches Regime bezeichnet. Ihre Ausführung beendete Carp mit dem Satz, sie stehe zum „Existenzrecht  Palästinas“. 

Noch in August soll  es eine Veranstaltung zum Themenkomplex Antisemitismus/Israel mit dem ehemaligen Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) geben.

Zur Zeit schrecken die Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen sowie die Landesregierung davor zurück, Carp rauswerfen, obwohl man sich wohl einig ist, dass die ehemalige Trotzkistin nicht weiter tragbar ist. Carps Rauswurf jetzt wenige Wochen vor der Eröffnung würde die Ruhrtriennale gefährden, so die Überlegung. Ein Ende der Carp-Zeit im Herbst brächte genug Zeit, eine personelle Lösung zu finden.

Ein irriger Gedanke. Alles ist besser als diese Frau auch nur einen Tag weiter zu beschäftigen. Carp plant offenbar, aus der Ruhrtriennale eine Antisemiten-Show zu machen.  Darauf kann es nur eine Antwort geben: Sicherheitsdienst rufen, Schreibtischschublade unter Zeugen ausräumen lassen und Carp zum Ausgang begleiten.

Mehr zu dem Thema bei den Ruhrbaronen:

Ruhrtriennale: Intendantin Carp hat dem BDS in Deutschland zum Durchbruch verholfen – und behält ihren Job

Ruhrtriennale: „Kulturterror absetzen ist keine Zensur“

Ruhrtriennale: Frankfurt zeigt, wie das BDS-Problem gelöst werden kann

Ruhrtriennale: „Der Fehler war, die Young Fathers überhaupt einzuladen“

Ruhrtriennale: Carp und wie wir die Welt sehen

Ruhrtriennale: Wie es jetzt weitergehen muss

Ruhrtriennale: Young Fathers lehnen Einladung ab

Ruhrtriennale: Terror-Sympathisanten bejubeln Stefanie Carps Entscheidung

Ein Herz für Israelhasser: Ruhrtriennale lädt Young Fathers erneut ein

Ruhrtriennale: Fünf Künstler folgen Brian Enos antisemitischem Boykottaufruf

Israelfeindliche Band darf nicht auf Festival spielen 

Ruhrtriennale: Konzert der Young Fathers findet nicht statt

Ruhrtriennale: Young Fathers sollen sich von BDS distanzieren

Young Fathers – BDS-Band stellt neues Album auf der Ruhrtriennale vor


Mehr zu dem Thema in anderen Medien:

New Music Express: Young Fathers reinvited to German festival after being dropped for supporting pro-Palestinian group

Rheinische Post: Pop und der Israel-Boykott: Roger Waters frohlockt

The Guardian: Ruhrtriennale festival wrong to expel Young Fathers over support for Palestinian rights

Neue Osnabrücker Zeitung: Punktsieg für Populisten: Skandal um Ruhrtriennale

Rheinische Post: Eingeladen, ausgeladen, eingeladen: Young Fathers kommen trotzdem nicht zur Ruhrtriennale

taz: Peinliches Rumeiern

Jüdische Allgemeine: BDS: »Vehikel einer antisemitischen Kampagne

Zeit: Ruhrtriennale: Der Boykott vom Boykott vom Boykott

Tagesspiegel: Ruhrtriennale lädt Young Fathers trotz Antisemitismus-Vorwürfen wieder ein

Kölner Stadtanzeiger: Ruhrtriennale: Streit wegen Boykottaufruf

Rheinische Post: Ärger um Festival: Ruhrtriennale lädt umstrittene Band Young Fathers aus und wieder ein

Westfälische Rundschau: Kulturministerin rüffelt Ruhrtriennale wegen Young Fathers

Jüdische Allgemeine: Ruhrtriennale: Band nach Antisemitismus-Streit wieder eingeladen

Rheinische Post: Kulturfestival im Ruhrgebiet: Boykott-Aufruf: Künstler sagen der Ruhrtriennale ab

Jüdische Allgemeine: »Ruhrtriennale« : Musiker folgen Brian Enos Boykottaufruf

Rolling Stone: Young Fathers: Israelkritische Band von NRW-Festival ausgeladen

Welt: Antisemitische BDS-Kampagne: Young Fathers von Ruhrtriennale ausgeladen

Neue Osnabrücker Zeitung: Morgenland Festival Osnabrück: Wird die Party zum Politikum

Spex: Wegen BDS-Support: Ruhrtriennale lädt Young Fathers aus – Spex Magazin

Jerusalem Post: Germans Music Festival demands Band Young Fathers Reject  BDS

Rheinische Post: Düsseldorf: Ärger um Konzert bei der Ruhrtriennale

RuhrBarone-Logo

13 Kommentare zu “Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp steht zum „Existenzrecht Palästinas“

  • #1
    Helmut Junge

    Zitat "Zur Zeit schrecken die Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Grünen sowie die Landesregierung davor zurück, Carp rauswerfen, obwohl man sich wohl einig ist, dass die ehemalige Trotzkistin nicht weiter tragbar ist. Carps Rauswurf jetzt wenige Wochen vor der Eröffnung würde die Ruhrtriennale gefährden, so die Überlegung. Ein Ende der Carp-Zeit im Herbst brächte genug Zeit, eine personelle Lösung zu finden."
    Wenn wir an die Medien denken, kommt mir dieser Gedanke etwas weltfremd vor. Aber so naiv sind Politiker nun mal.

  • #2
    Thomas Wessel

    Erst war es lt. Carp ein Fehler, die Band "überhaupt eingeladen zu haben". Dann liegt lt Carp der Fehler darin, sie ausgeladen zu haben. Erneut eingeladen hat Carp die BDS-Band, weil "international wesentliche Künstlerinnen" ihr mit Boykott gedroht hätten, sie sei da unter "enormem Druck" gesetzt worden. Jetzt sagt sie, sie habe die Boykott-Propaganda des BDS längst zum eigentlichen Thema der Ruhrtriennale erklärt.

    Unabhängig von jeder Politik, ob Carp nun vom BDS gekapert wurde oder von sonsteiner Kampagne: Diese Intendantin ist als Intendantin nicht zurechnungsfähig.

  • #3
    Gast

    Da denkt man, jetzt kann eigentlich nichts mehr kommen und dann… Ich bin fassungslos…
    Aber immerhin beginnt Stefanie Carp nun, Tacheles zu reden – oder zumindest das, was sie dafür hält. Nun erfahren wir scheibchenweise, woran wir bei ihr sind – wir und die Politik…
    Antisemitismus als Narrativ? Als Unterhaltung? Kultur abgetrennt von jeder Realität? Wir gießen das Öl aus dem Elfenbeinturm und werfen die Streichhölzer noch hinterher? Und danach vielleicht noch einen Prosecco zu dieser gefährlichen Operette? Was für ein Kulturverständnis…! Ist das nur der Geist von Stefanie Carp oder der der Triennale? Mehr als diese entsetzliche Tragödie hat die Triennale nicht zu bieten? Und das finanzieren wir alle?
    Wie konnte es so weit kommen? Für mich persönlich ist die Sache einfach: Ich gehe nicht mehr hin. Es ist mir zu dumm. Dann lieber Starlight Express – das ist zwar auch dumm aber nicht so brandgefährlich…

  • #4
    Arnold Voss

    Irgendwann fällt halt die Maske, hinter die vorher keiner schauen mochte oder konnte. Das alles erinnert mich stark an die letzte Echo Preisverleihung.

  • #5
    Klaus Lohmann

    "Carps Rauswurf jetzt wenige Wochen vor der Eröffnung würde die Ruhrtriennale gefährden".
    Aber die schon gedruckten Headlines und vor allem das Echo, was nun auf Carps komplettes öffentliches Wegglitschen einsetzen wird, sind lt. unseren Politniks beste Werbung für die Ruhrtriennale oder wie jetzt???? Wer hat denn da Schiss, dass mit einem Rauswurf von Carps auch sein Sesselchen fliegen wird?

  • #6
    ke

    Die letzten Monate haben doch eindeutig gezeigt, dass ewige Diskussionen Projekte massiv gefährden. Warten hilft nicht, es verschlimmert in diesem Fall die Situation.

    Ich kenne jetzt diese Veranstaltungsreihe, die mich vorher gar nicht interessiert hat, die ich vorher direkt ausgefiltert hatte. Vermutlich war das auch richtig, wenn ich mir diese Diskussionen durchlese.
    Was ist denn an dieser Veranstaltung so besonders? Das Revier hat ständig Veranstaltungen in allen Bereichen. Die so wichtigen Künstler kannte ich auch nicht.

    Wie viele Anhörungen, Arbeitskreise, Diskussionsrunden von irgendwelchen wichtigen Entscheidern, die nicht entscheiden, etc. sollen noch finanziert werden? Die kosten auch alle Geld.

  • #7
    Ines C.

    Gibt’s eigentlich auch Künstler, die Carp jetzt boykottieren?
    Auf boykottierendes Publikum hoffe ich jedenfalls.

  • #8
    Helmut Junge

    Wenn der öffntliche Druck hoch genug ist, werden vermutlich auch Künstler abspringen.
    Diese Veranstaltung steht nicht unter einem guten Stern.

  • #9
    Gerd

    "…Carp rauswerfen, obwohl man sich wohl einig ist, dass die ehemalige Trotzkistin nicht weiter tragbar ist."

    Super Idee eine linke Extremistin überhaupt in so eine Position zu berufen. Damit wäre auch geklärt, weswegen sie derart israelfeindlich ist.

  • #10
    nussknacker56

    Wäre Stefanie Carp in der AfD, ihr Hinauswurf wäre in sämtlichen Medien gefordert worden und hätte längst stattgefunden. Sie ist ein schrecklich passendes Beispiel dafür, dass Leute problemlos antisemitisch und opportunistisch sein können, solange sie nur irgendwie „links“ oder „antirassistisch“ sind. Das reicht als Qualifikation allemal aus – ja, ist sogar eine Empfehlung –, um von „kritisch-alternativen“ Kreisen in höchste Ämter gehievt zu werden und fortan gegen Konsequenzen weitgehend gefeit zu sein.

    Mit solchen Überzeugungstäter/innen gemeinsam gegen eine in großen Teilen völkische und rechte bis rechtsradikale AfD zu kämpfen, kommt mir vollkommen absurd vor. Was dem Gauland seine „deutschen Soldaten“, auf deren Leistungen er stolz ist, waren für Carp früher die ruckzuck zu Killern mutierten Mitglieder der RAF und sind heute die arabisch-paläst. Antisemiten – an deren Entschlossenheit, ihre Vernichtungsfantasien in die Tat umzusetzen, es nicht den geringsten Zweifel gibt. Ähnlich wie AfD-Kamerad Gauland äußert sie keine Kritik an diesen, sondern solidarisiert sich mit ihnen, wie es bei sehr vielen Linken üblich ist.

    Was in ihrem Kopf als ehemalige Trotzkistin vorgegangen ist, verrät Carp auch in einem durchgehend verständnisvollen Interview mit der taz: Auf die Frage „Die GIM hatte sich nachdrücklich vom bewaffneten Kampf distanziert?“ antwortet sie: „Ja. Das fand ich zu dem damaligen Zeitpunkt nicht richtig. Das hat letztlich die Leute, die RAF weiter isoliert und aus der politischen Diskussion geworfen und allgemein geschadet.“ In Verbindung mit den üblichen Schuldvorwürfen an Dritte, macht ein solches politisches, moralisches und intellektuelles Unvermögen auch aus Stalin, Pol Pot und Konsorten, nebst ihren Folterknechten, noch revolutionäre Subjekte, die es weiter einzubinden gilt.

    Es ist nicht erkennbar, dass sich bei Stefanie Carp diese Denkweise inzwischen geändert hat.

  • Pingback: Ruhrtriennale: Carp kurz vor dem Rauswurf? | Ruhrbarone

  • #12
  • Pingback: Ruhrtriennale: Carp bekennt sich zum Existenzrecht Israels | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.