18

Jetzt offiziell: Ministerpräsident Laschet boykottiert Ruhrtriennale

Armin Laschet Foto_ CDU Fraktion NRW

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) wird nach einem Bericht der WAZ weder  die Eröffnungsfeier noch ein Aufführung der Ruhrtriennale besuchen.  Bereits Anfang Juli hatten die Ruhrbarone darüber geschrieben, dass Laschet wahrscheinlich nicht zur Ruhrtriennale kommen wird. Ein bislang einmaliger Vorgang, zumal das Land an der Kultur Ruhr GmbH, welche die Ruhrtriennale veranstaltet beteiligt ist und das Festival mit 12 Millionen Euro jährlich unterstützt.

Als Grund für Laschets Absage schreibt die WAZ, „Laschet wolle mit seiner Absage auch ein Zeichen in der seit Wochen andauernden Antisemitismus-Debatte rund um die Ruhrtriennale setzen.“

Bereist in der vergangenen Woche hatte NRW-Kulturministerin  Isabel Pfeiffer-Poensgen (Parteilos) mitgeteilt, nicht zur Ruhrtriennale-Eröffnung zu kommen.

Die jüdische Aktivistin Malca Goldstein-Wolf, die für den 18. August um 14 Uhr, dem Tag, an dem auf der Ruhrtriennale eine Diskussionsrunde zum Thema BDS stattfindet, zu einer Demonstration gegen Antisemitismus an der Jahrhunderthalle aufruft, reicht Laschets Boykott nicht: „Irritierend, dass auch Laschet seiner Veranstaltung fernbleibt, anstatt die  Kündigung von Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp durchzusetzen…klare Kante zu zeigen, wäre die einzig richtige Entscheidung in der Causa Ruhrtriennale“

Mehr zu dem Thema auf den Ruhrbaronen:

Ruhrtriennale: Blast dieses Podium ab

Ruhrtriennale: „Die Debatte fokussiert sich in dem Thema Free Speech“

Ruhrtriennale: „Stefanie Carp hat´s vergeigt. Wir brauchen jemanden, der es kann.“
Ruhrtriennale: Proteste gegen Antisemitismus

Ruhrtriennale: Kommt Ministerpräsident Laschet nicht zur Eröffnung?

Ruhrtriennale: Carp bekennt sich zum Existenzrecht Israels

Update: Ruhrtriennale: Carp kurz vor dem Rauswurf?

Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp steht zum „Existenzrecht Palästinas“

Ruhrtriennale: Intendantin Carp hat dem BDS in Deutschland zum Durchbruch verholfen – und behält ihren Job

Ruhrtriennale: „Kulturterror absetzen ist keine Zensur“

Ruhrtriennale: Frankfurt zeigt, wie das BDS-Problem gelöst werden kann

Ruhrtriennale: „Der Fehler war, die Young Fathers überhaupt einzuladen“

Ruhrtriennale: Carp und wie wir die Welt sehen

Ruhrtriennale: Wie es jetzt weitergehen muss

Ruhrtriennale: Young Fathers lehnen Einladung ab

Ruhrtriennale: Terror-Sympathisanten bejubeln Stefanie Carps Entscheidung

Ein Herz für Israelhasser: Ruhrtriennale lädt Young Fathers erneut ein

Ruhrtriennale: Fünf Künstler folgen Brian Enos antisemitischem Boykottaufruf

Israelfeindliche Band darf nicht auf Festival spielen 

Ruhrtriennale: Konzert der Young Fathers findet nicht statt

Ruhrtriennale: Young Fathers sollen sich von BDS distanzieren

Young Fathers – BDS-Band stellt neues Album auf der Ruhrtriennale vor


Mehr zu dem Thema in anderen Medien:

WAZ: Armin Laschet sagt seine Teilnahme an der Ruhrtriennale ab

Deutschlandfunk: Vorwürfe gegen die Intendantin der RuhrTriennale: ein völliges Desaster

JNS: Confronting Germany’s mixed record on tackling BDS

Rheinische Post: Kommunikation mangelhaft

Rheinische Post: Ärger um Ruhrtriennale-Chefin

New Music Express: Young Fathers reinvited to German festival after being dropped for supporting pro-Palestinian group

Rheinische Post: Pop und der Israel-Boykott: Roger Waters frohlockt

The Guardian: Ruhrtriennale festival wrong to expel Young Fathers over support for Palestinian rights

Neue Osnabrücker Zeitung: Punktsieg für Populisten: Skandal um Ruhrtriennale

Rheinische Post: Eingeladen, ausgeladen, eingeladen: Young Fathers kommen trotzdem nicht zur Ruhrtriennale

taz: Peinliches Rumeiern

Jüdische Allgemeine: BDS: »Vehikel einer antisemitischen Kampagne

Zeit: Ruhrtriennale: Der Boykott vom Boykott vom Boykott

Tagesspiegel: Ruhrtriennale lädt Young Fathers trotz Antisemitismus-Vorwürfen wieder ein

Kölner Stadtanzeiger: Ruhrtriennale: Streit wegen Boykottaufruf

Rheinische Post: Ärger um Festival: Ruhrtriennale lädt umstrittene Band Young Fathers aus und wieder ein

Westfälische Rundschau: Kulturministerin rüffelt Ruhrtriennale wegen Young Fathers

Jüdische Allgemeine: Ruhrtriennale: Band nach Antisemitismus-Streit wieder eingeladen

Rheinische Post: Kulturfestival im Ruhrgebiet: Boykott-Aufruf: Künstler sagen der Ruhrtriennale ab

Jüdische Allgemeine: »Ruhrtriennale« : Musiker folgen Brian Enos Boykottaufruf

Rolling Stone: Young Fathers: Israelkritische Band von NRW-Festival ausgeladen

Welt: Antisemitische BDS-Kampagne: Young Fathers von Ruhrtriennale ausgeladen

Neue Osnabrücker Zeitung: Morgenland Festival Osnabrück: Wird die Party zum Politikum

Spex: Wegen BDS-Support: Ruhrtriennale lädt Young Fathers aus – Spex Magazin

Jerusalem Post: Germans Music Festival demands Band Young Fathers Reject  BDS

Rheinische Post: Düsseldorf: Ärger um Konzert bei der Ruhrtriennale

 

RuhrBarone-Logo

18 Kommentare zu “Jetzt offiziell: Ministerpräsident Laschet boykottiert Ruhrtriennale

  • #1
    Thomas Wessel

    Domino-Effekt: Welches Zeichen setzt, wer jetzt dennoch zur Eröffnung kommt?

  • #2
    Robert Müser

    Ganz schwaches Zeichen, man löst Probleme nicht durch Fernbleiben!

    Ich hätte da eher jetzt mal richtigen Klartext mit einem Statement auf der Ruhrtriennale erwartet – wahrscheinlich kann und will dieser Harmonie-Mensch diese Rolle nicht ausfüllen. Schade um die anderen Künstler bei der Ruhrtriennale deren künstlerisches Wirken nun überdeckt wird.

  • #3
    Sinje Malestijn

    Wenn man sich die lange Liste der Artikel anschaut, die von den Ruhrbaronen zu dem Thema geschrieben wurde, fragt man sich, ob das noch Journalismus ist oder schon Obsession.

    Oder Verfolgungswahn?

  • #4
    Helmut Junge

    Wer da hinkommt? Das wird vermutlich ein who is who der antisemitischen Szene in Deutschland sein. Und diejenigen, die das alles nicht mitgekriegt haben, werden sich wundern in welche Gesellschafft sie da geraten sind.
    Manch einer wird wohl früher gehen, denke ich. Denn der Hauptakzent liegt ja jetzt schon nicht auf dem Gebiet der Kultur, sondern seit Wochen auf dem Gebiet der Politik. Allerdings der fiesesten Art von Politik.Wenn free speech heißen soll, "das wird man ja wohl noch sagen dürfen." lautet die Antwort immer wieder "ja, aber ihr müßt dann auch hören, was andere Leute darüber denken, was ihr sagt."

  • #5
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Sinje Malestijn: Journalismus der an seinem Thema dran bleibt, ausführlich recherchiert und viele verschiedene Facetten des Themas betrachtet.

  • #6
    Michael M

    Kunst und Kultur sind nicht dazu da, dem Ministerpräsidenten Laschert oder der Kulturministerin zu gefallen.

    Insofern ist es vollkommen wurscht, wenn er da nicht hingeht. Soll er doch wegbleiben und sich selbst ein Armutszeugnis ausstellen.

    Wer glaubt, Kunst und Kultur oder auch Presse haben zu gefallen odwr opportun zu sein, lebt gedanklich noch "am Hofe" und nicht in einer modernen Demokratie.

    Kunst und Kultur sind sogar dazu verpflichtet, das Privileg der Kunstschaffenden zu Kritik zu nutzen

    Im übrigen ist es eine ziemliche Unverschämtheit von einigen Foristen hier, diejenigen zu verunglimpfen, die zur Eröffnung gehen.

    Wenn inzwischen sogar schon die israelische durchaus renommierte Haaretz der israelischen Regierung vorwirft, Apartheidspolitik zu betreiben, sollten diejenigen, die hier nichts anderes tun, als israelischer Regierungspolitik zu hofieren und zu huldigen, so langsam beginnen, sich selbst Fragen zu stellen.

  • #7
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Michael M: Ich möchte aber nicht, dass mit meinen Steuergeldern eine BDS-Veranstaltung finanziert wird. Mit ihrem Geld kann Frau Carp machen was sie will, mit meinem nicht.

  • #8
  • #9
    Helmut Junge

    MichaelM, wieso verunglimpfen?
    Ich habe einen meiner Ausbilder 1967-68 einen Nazi genannt, worauf der mich als Kommunisten bezeichnet hat, und gut war`s.
    Wer zu seiner Überzeugung steht, wird niemals verunglimpft, wenn ihn andere Personen nach seiner Überzeugung benennen.
    Ich habe in meinem Leben auch schon etliche Menschen kennengelernt, die lauthals bekundeten, daß sie Juden nicht mögen. Einige hatten nicht einmal einen einzigen Juden selber gesehen und gehörten dem politischen Grün-Linken Spektrum an. Sogar gute Freunde und Kollegen von mir waren dabei. Aber wenn ich sie dann als Antisemiten einstufen wollte, waren sie ganz irritiert. Nein Antisemiten wollten sie nicht sein.
    Da fühlten sie sich diffamiert. Ich rätsel darüber, warum Leute, die sich offen dazu bekennen, daß sie Juden nicht mögen, ein Problem mit der Einstufung als Antisemit haben. Genauso wenig verstehe ich ihren Satz "Im übrigen ist es eine ziemliche Unverschämtheit von einigen Foristen hier, diejenigen zu verunglimpfen, die zur Eröffnung gehen."
    Es werden doch auch etliche Leute dort sein, die die sich wundern werden, wer dort alles auftaucht. Die sind doch gar nicht gemeint.Gemeint sind nur diejenigen, die nicht wegen der Kunst sondern wegen der politischen Linie dorthin gehen und sich unter ohresgleichen wohl fühlen.

  • #10
    Arnold Voss

    @ Michae lM # 6

    Nein, Kunst hat nicht zu gefallen oder opportun zu sein. Wer aber Künstler einläd die ander Künstler ausladen, weil sie aus einem bestimmten Land kommen, verrät, genau wie diese Künstler selbst, dieses Prinzip. Das können Politiker und Politikerinnen aus Überzeugung machen. Wer aber als Künstler andere Kunst aus politischen Gründen boykottiert, ist keiner mehr. Und wer solche Künstler einläd will keine Kunst, sondern unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit politische Propagande machen.

  • #11
    Thomas Wessel

    "Michael M" ist ein Troll. Nervt auf FB als "Maria Distel". Dort wortgleich inkl. Tipp-, Schreib- und Denkfehler. Die FB-Seite von "Maria Distel" zeigt ein paar Schafe.

  • #12
    Stefan Laurin Beitragsautor

    @Thomas Wessel: Vielleicht sind die Schafsbilder ja Selfies 🙂

  • #13
    thomas weigle

    @ Stefan Laurin#7 Aber hallo!!!
    @ Helmut #9 Ich denke, man sollte dieser Veranstaltung fernbleiben, denn unpolitische Kunst gibt` selten. In diesem Falle eher nicht.

  • #14
    Norbert

    @ #3 Sinje Malestijn

    Journalismus sollte Haltung haben und diese sollte erkennbar sein und Stefan Laurin kann man nun vorwerfen, er hätte keine erkennbare Haltung. Manchmal teile ich sie, manchmal finde ich sie bedenkenswert und manchmal teile ich sie nicht. Wenn ich nur hören möchte, was ich meine, brauche ich keine Medien und keine Journalismus sondern nur ein Aufnahmegerät mit Abspielfunktion. Und Haltung meint was anderes als dieser Trend zu Personalisierung von Artikeln, in denen es darum geht, wie Journalisten was fanden und wie sie sich dabei gefühlt haben. Das ist nur die logische Fortsetzung davon, Recherche durch "Straßenumfragen" zu ersetzen und hat in den meisten Fällen keinen Informationsgehalt.

  • #15
    MichaelM

    @Laurin nicht schlecht, also sogar richtig, richtig, aber welches davon – ich sags Ihnen, ich bin das in der Mitte-trage aber zwischenzeitlich Bart😂

  • #16
    Gerd

    Denkt positiv. Es baut sich Druck auf. Jetzt sind wir schon im Stadium der Absagen von Politgrößen, die nächste oder übernächste Stufe ist die Entlassung von Frau Crap, err ich meine Carp. Vorausgesetzt der Druck steigt weiter.

  • #17
  • Pingback: Ruhrtriennale: Carp hält Aufregung um Festival für "ein bisschen übertrieben und unverhältnismäßig" | Ruhrbarone

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.