Russland führt Krieg, Dr. Rainer Rothfuß sortiert die Wörter. Der AfD-Bundestagsabgeordnete wirbt auf Facebook für einen Abend über Energie- und Geopolitik. In seiner Ankündigung eskaliert ein Konflikt, Europa droht der Absturz, und die AfD soll alles retten. Der russische Angreifer hat freundlicherweise keinen Auftritt.
Die AfD hat einen Saal. Zwei Anwohner sorgen dafür, dass sie auch Widerspruch bekommt. Rivkah Young und Peter Wildanger haben für Montag, den 26. Oktober 2026, eine friedliche Kundgebung in der Düsseldorfer Carlstadt angemeldet. Ihr Motto: „Carlstadt ist bunt. Nicht braun.“
Anlass ist ein Vortrag von Matthias Helferich (AfD) über „Kulturpolitik von rechts“ im Palais Wittgenstein.
2024: Das Heine Haus an der Bolkerstraße 53 in Düsseldorf: Im damaligen Hinterhaus wurde Heinrich Heine 1797 geboren. Heute ist hier ein Literaturhaus. (Foto: Peter Ansmann)
Die AfD möchte in Düsseldorf über Kultur sprechen. Die Galerien haben schon geantwortet: Vielen Dank, ohne uns. Für Montag, den 26. Oktober 2026, kündigt die Partei einen Kulturspaziergang und einen Vortrag mit Matthias Helferich an. Mehr als 50 Galerien aus Düsseldorf und Köln wenden sich gegen die politische Vereinnahmung der Kunst. Das Bildungsprogramm trägt also bereits Früchte: Man weiß jetzt ziemlich genau, wer mit wem nichts zu tun haben möchte.
Hans-Thomas Tillschneider möchte beim Gedenken an den Anschlag von Halle Respekt für sein Amt. In seinem eigenen Bericht nennt er den antisemitischen Terror einen „Amoklauf“ und spricht von einer „Gruppe fanatisierter Studenten“. Über die Menschenkette kann man streiten. Über diese Wortwahl muss man sprechen.
Die AfD will die finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine abbauen und keinen deutschen Beitrag zum Wiederaufbau leisten. Bevorzugten Zugriff auf ukrainische Rohstoffe hätte sie trotzdem gern.
Für ein angeblich hoffnungsloses Land scheint unter der Erde erstaunlich viel Brauchbares zu liegen.
Hape Kerkeling in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf (Archivfoto: Peter Ansmann)
Hape Kerkeling warnt im Thüringer Landtag vor der AfD. Die dortige Fraktion verzichtet auf Fragen. Der Berliner AfD-Politiker Julian Adrat wiederum hat nach eigenen Angaben Strafanzeige wegen Kerkelings Buchenwald-Vergleichs erstattet. Zwei Reaktionen aus derselben Partei: In Erfurt bleibt das Fragerecht ungenutzt, aus Berlin kommt eine Anzeige.
Die AfD-Bundestagsfraktion sorgt sich um eine mögliche Hysterie wegen Dürre. Dieselbe Fraktion fordert staatliche Dürrehilfe. MdB Ingo Hahn (AfD) ist bei beidem dabei. So viel geistige Beweglichkeit muss man erst einmal aufbringen.
Kirill Dmitrijew am 13. Mai 2025. Foto: Kremlin.ru / Wikimedia Commons, CC BY 4.0; Ausschnitt, mit KI ins Querformat erweitert.
Die AfD will Nord Stream wieder öffnen. Putins Sondergesandter Kirill Dmitrijew verspricht auf X schon einmal die gemeinsame Wiedereröffnung und lobt die Partei als Stimme des deutschen Volkes. Die Bundesregierung kommt in dieser Rollenverteilung nicht vor. Die europäischen Sanktionen allerdings schon – auch wenn sie im Post fehlen.
Die Bundesrepublik hat zwar eine Regierung, ein Auswärtiges Amt und Botschaften. Aber das ist offenbar nur diese komplett überschätzte Bürokratie der Altparteien: Im Weltmachtland der Alice Weidel reicht eine Erklärung, und schon erscheinen Washington und Moskau wie zwei Großmächte, die nervös auf den Rückruf aus der AfD-Zentrale warten.
Ein Mandat ist dabei eher hinderlich. Wer sich selbst zur letzten verlässlichen Ansprechpartnerin des Westens und des Ostens erklärt, muss schließlich keine Regierung bilden, keine Verträge verhandeln und vor allem niemanden fragen, ob sie überhaupt mit am Tisch sitzen darf.
Die Bundesregierung macht Russland für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. AfD-Abgeordneter Götz Frömming brachte auf X eine ukrainische Täuschungsoperation ins Spiel. Auch die AfD Hamm verlangt, dieses Szenario zu prüfen.
Konkrete Belege dafür nennen beide Beiträge nicht.
Für den Kreml ist das Propaganda frei Haus: Die AfD liefert den Nebel, die Ukraine bekommt den Verdacht.
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