Gen Z regelt: Die Jugend bringt die Wut. Die Kader bringen die Tagesordnung.

Demonstrierende mit Fahnen beim „Schülerprotest“ in Hamburg am 5. Dezember 2025.
„Schülerprotest“ in Hamburg am 5. Dezember 2025 (Foto: Peter Ansmann)

Die nächste Aktionswoche ist schon terminiert. Für die Aufarbeitung des ersten Protesttages genügt offenbar eine Instagram-Beschriftung. Der gemeinsame Bilanz-Post von genzregelt und Internationaler Jugend zählt die Teilnehmer auf der eigenen Seite und die Verantwortung für Eskalationen vor allem bei Medien und Polizei. So lässt sich eine Bewegung fortsetzen, ohne lange bei den unangenehmen Fragen stehen zu bleiben.

Der bundesweite Protesttag am 31. Oktober hat viele junge Menschen auf die Straße gebracht. Sie demonstrierten für Anliegen, über die sich vernünftig streiten lässt: Bildung, soziale Sicherheit, ihre Zukunft. Die pauschale Erzählung einer

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Dahabflex bei der Linksjugend Essen: Kritik stört die Party

Sommerfest-Plakat der Linksjugend Essen mit Dahabflex und Einladungstext
Die Linksjugend Essen kündigte ihr Sommerfest mit Dahabflex an. (Screenshot: Instagram)

Bei der Linksjugend, dem eigenständigen, von der Partei Die Linke anerkannten Jugendverband, darf es in Essen politisch gern krachen. Schwieriger wird es, wenn jemand nachfragt, warum. Unter der Einladung zu einem Konzert mit Dahabflex lässt sich besichtigen, wie aus Kritik an einem Künstler ein Vergehen gegen die gute Stimmung wird. Und wie eine Landessprecherin bei der PFLP noch eine offenbar vorzeigbare Vergangenheit entdeckt.

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Gen Z regelt: Die Revolution sucht ihre Verantwortlichen

Teilnehmer einer historischen Nachstellung des russischen Bürgerkriegs in Kruty, Ukraine, am 1. Februar 2008.
Nachstellung des russischen Bürgerkriegs von 1918 in Kruty (Ukraine), aufgenommen am 1. Februar 2008. Symbolbild zum großen historischen Vergleich. (Foto: Sergey Kamshylin / Shutterstock.com)

Die Linke mobilisiert für den 31. Oktober. Bei „Gen Z regelt“ steigen unterdessen Beteiligte aus: Der bisherige Sprecher bezweifelt den friedlichen Rahmen, Berliner Unterstützer fühlen sich mit der Verantwortung nicht wohl. Auf die Straße sollen möglichst viele. Wer dort wofür geradesteht, scheint die weniger zugkräftige Kampagne zu sein.

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Gen-Z-Proteste: Der Gucci-Laden als soziale Frage

Gucci und Bulgari am Berliner Kurfürstendamm, Archivaufnahme von 2016
Gucci am Berliner Kurfürstendamm, 2016. Symbolbild, keine Aufnahme der angekündigten Proteste. (Foto: Gerd Eichmann / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0)

Für bessere Schulen braucht es mehr Lehrer, sanierte Gebäude und Geld. Ein Gucci-Laden hilft da zunächst wenig. Im Instagram-Umfeld der für den 31. Oktober 2026 angekündigten Gen-Z-Proteste hat man trotzdem schon Verwendung für ihn: Seine mögliche Plünderung wird sprachlich zur Enteignung befördert. Während ein zentraler Telegram-Kanal Gewalt ausdrücklich ablehnt, werben andere Akteure für Solidarität ohne diese lästige Unterscheidung.

Im Ruhrgebiet lässt sich zeigen, wer mitmobilisiert.

Die Aufrufe zielen auf einen bundesweiten Protesttag, unter anderem in Berlin, Hamburg, München und Köln. Es geht um Bildung, Lebenshaltungskosten und Wehrpflicht. Was daraus am 31. Oktober 2026 tatsächlich wird, ist offen. Die veröffentlichten Botschaften lassen sich schon heute prüfen.

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Duisburg: Wenn Wissenschaft mit Israel zur „Komplizenschaft“ erklärt wird

Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg (Foto: Viola sonans, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons)

Students for Palestine Duisburg-Essen lädt zum offenen Treffen in Duisburg. Das Ziel steht bereits fest: Hochschulkooperationen mit Israel sollen beendet werden. Wer wissenschaftlichen Austausch pauschal zur Mitschuld erklärt, erspart sich die mühsame Prüfung dessen, was tatsächlich gemeinsam erforscht wird.

Am Sonntag, dem 11. Oktober 2026 will sich die Gruppe um 14.00 Uhr in der Koloniestraße 173 in Duisburg treffen. Der Instagram-Aufruf vom 4. Oktober 2026 wirbt um Mitstreiter für eine Kampagne gegen Kooperationen von Hochschulen in Duisburg und Essen mit israelischen Einrichtungen. Genannt werden die Tel Aviv University und das Technion in Haifa.

Als Kollaborationspartner des Instagram-Beitrags werden neben Students for Palestine UDE die Academic Boycott Now Campaign Germany, das Kufiya Netzwerk, KoKo – Kollektiv Koloniestraße e.V. und die Aktionsgruppe Palästina ( Duisburg: Am Jahrestag des Hamas-Massakers wird demonstriert – im Namen des „palästinensischen Widerstands“) aufgeführt.

Nach Darstellung der Gruppe tragen diese Institutionen zur Infrastruktur von „Besatzung, Apartheid und Genozid“ bei. Deutsche Wissenschaft normalisiere und finanziere durch die Zusammenarbeit das Geschehen im ehemaligen britischen Mandatsgebiet Palästina mit. Das ist der Vorwurf der Organisatoren. Der Aufruf liefert dafür keine Aufstellung konkreter Duisburger oder Essener Forschungsprojekte, ihrer Finanzierung und ihres behaupteten Beitrags zu Menschenrechtsverletzungen.

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Die Linke in Essen: Hitler wurde offenbar wegdiskutiert

Kampfpanzer Leopard II in Frontalansicht.
Kampfpanzer Leopard II. Symbolfoto, keine Aufnahme der EUDEX. (Foto: Peter Ansmann)

Wer in Essen eine Verteidigungsmesse veranstaltet, bekommt von der Linksfraktion im Essener Stadtrat erst einmal die Geschichte der NS-Rüstungsindustrie erklärt.

Krupp, Zwangsarbeit, Bombenkrieg. Alles gehört zur Geschichte dieser Stadt.

Nur beantwortet es noch nicht die Frage, wie sich eine angegriffene Demokratie heute verteidigen soll.

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Warum die Olympia-Bewerbung von NRW schon jetzt gescheitert wirkt

Start der Olympia-Kampagne Foto: Land NRW

Die aktuelle Berichterstattung im Vorfeld der bevorstehenden FIFA-Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada macht noch einmal ganz deutlich, warum sich NRW die Kosten für seine Bewerbung um Olympische Spielen in dieser Region eigentlich besser komplett gespart hätte. Wer in diesen Tagen noch ernsthaft glaubt, Nordrhein-Westfalen könne mit (s)einer vergleichsweise bodenständigen, nachhaltigen und finanziell zurückhaltenden Olympiabewerbung auf internationalem Parkett glänzen, der ignoriert ganz einfach die Realität des modernen Weltsports.

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NRW im Olympia-Rausch – und keiner weiß so genau, warum

Start der Olympia-Kampagne Foto: Land NRW

Man konnte sich in den letzten Wochen wirklich kaum retten: Überall dieses Dauerfeuer an guter Laune, Zukunftsvisionen und geschniegelt-glatten Imageclips. Olympia in NRW! Endlich wieder wer! Endlich Weltbühne! Der WDR im Dauer-PR-Modus, als hätte man den Zuschlag schon heimlich im Keller unterschrieben. Nur ein kleines Detail ging dabei irgendwie unter: Es ging erstmal bloß um die Frage, ob man sich überhaupt bewerben will. Kein Zuschlag. Kein Finale. Nicht mal eine Shortlist. Einfach nur: „Wollen wir mitspielen?“ – und NRW so: „JA!“, als hätte jemand Freibier versprochen.

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Ein Besuch in der Villa Hügel in Essen – zwischen Staunen und Beklemmung

Die Villa Hügel in Essen im Oktober 2025. Foto(s): Robin Patzwaldt

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in der Villa Hügel in Essen. Für jemanden, der seit Anfang der 1970er-Jahre im Ruhrgebiet lebt, wurde das höchste Zeit. Schließlich ist die Geschichte dieser Region untrennbar mit der Familie Krupp verbunden – und damit auch mit diesem Haus, das so viele Mythen, Machtfantasien und Widersprüche in sich trägt.

Ich wusste natürlich, wie die Villa aussieht. Aus Filmen, Fotos, Dokumentationen. Aber sie dann tatsächlich zu betreten, über diese makellos gepflegten Wege zu gehen, auf die weiten Rasenflächen zu blicken, das war etwas anderes. Es war – das klingt vielleicht pathetisch – fast wie ein kleiner Kulturschock.

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Ein Großer des Ruhrgebiets sagt leise Lebewohl – Zum Tod von Frank Mill

Frank Mill. Quelle: Wikipedia, Foto: Christophe95, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es gibt Fußballer, die durch ihre Tore unvergessen bleiben. Und dann gibt es solche, die sich durch ihre Persönlichkeit, ihre Bodenständigkeit und ihren unermüdlichen Einsatz in die Herzen der Menschen spielen – Frank Mill war beides. Am heutigen 5. August 2025 ist der frühere Nationalspieler und gebürtige Essener im Alter von 67 Jahren verstorben. Nach einem schweren Herzinfarkt Ende Mai hatte er wochenlang im künstlichen Koma gelegen. Nun ist der Kampf verloren – und mit ihm geht eine der prägenden Figuren des deutschen Fußballs der 80er- und frühen 90er-Jahre.

Geboren und aufgewachsen in Essen, war Frank Mill so etwas wie das personifizierte Ruhrgebietsgefühl auf dem Fußballplatz: schnörkellos, leidenschaftlich, nahbar. Seine Profikarriere begann bei Rot-Weiss Essen, wo er sich mit 74 Toren in 120 Spielen schnell einen Namen machte. Es folgten Stationen bei Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund, wo er mit dem Pokalsieg 1989 ein echtes Karriere-Highlight feiern konnte. Später ließ er seine Laufbahn beim damaligen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausklingen.

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