Eintritt frei? Nicht mehr im Kölner Dom – Die Kirche schafft sich weiter selbst ab

Kölner Dom Foto: Laurin

Die christlichen Kirchen in Deutschland befinden sich seit Jahren in einer tiefen Krise. Millionen Menschen haben ihnen den Rücken gekehrt, die Mitgliederzahlen sinken kontinuierlich, das Vertrauen in die Institution ist durch Skandale und Missmanagement schwer beschädigt.

Anstatt sich jedoch ernsthaft mit den Ursachen dieser Entwicklung auseinanderzusetzen, liefert die Kirche nun erneut Gründe, warum sich immer mehr Menschen von ihr entfremden. Das jüngste Beispiel kommt aus Köln: Ab dem 1. Juli sollen Touristen zwölf Euro Eintritt zahlen, um den Kölner Dom zu besichtigen.

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Fehlt uns inzwischen das Gespür für ein ‚menschliches Miteinander‘?

Der Dom in Köln. Foto: Robin Patzwaldt
Der Dom in Köln. Foto: Robin Patzwaldt

Ich persönlich habe mit der Katholischen Kirche seit meinem Kirchenaustritt vor 16 Jahren eigentlich nicht mehr viel zu schaffen. Doch am Montag stolperte ich bei der Lektüre der Morgenzeitung über einen Leserbrief eines hiesigen Pfarrers. Franz-Josef Durkowiak kritisiert darin das Verhalten vieler Zeitgenossen.

Der Kirchenvertreter monierte u.A.:

„…Da erlebe ich zunehmend, dass Männer beim Betreten der Kirche nicht ihren Hut ziehen. Menschen, die sicher sehr liebevoll die Gräber ihrer Verstorbenen pflegen, ignorieren ganz offensichtlich, wenn ein Beerdigungszug an ihnen vorbeizieht, bleiben nicht etwa für eine kurze Zeit respektvoll stehen, sondern strecken – immer wieder erlebt! – ihren Hintern dem vorbeiziehenden Sarg – und den Angehörigen des Verstorbenen – entgegen, um sich ihren Blumen zu widmen. Da raucht jemand – und das ist der Anlass für meinen Brief – am Samstag während(!) des Mahngedenkens am jüdischen Friedhof seine Zigarette.

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