Spahns eigentliches Problem ist nicht die Leihmutterschaft

Jens Spahn, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Jens Spahn ist über die Leihmutterschaft gestolpert. Gefallen ist er aber über etwas ganz anderes: seine Glaubwürdigkeit. Wer die aktuelle Debatte auf die Frage reduziert, ob der ehemalige Unionsfraktionschef gemeinsam mit seinem Mann mithilfe einer Leihmutter Vater geworden ist, greift viel zu kurz. Das ist lediglich der Auslöser seines politischen Absturzes – nicht dessen Ursache.

Spahn versucht derzeit, die Diskussion geschickt auf seine Familie zu lenken. Familie gehe jetzt vor, erklärt er. Das klingt emotional und soll Mitgefühl erzeugen. Tatsächlich ist es aber vor allem eines: ein Ablenkungsmanöver.

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Dieser Spahn ist unmöglich

Jens Spahn, CDU (Foto: Roland W. Waniek)

Es gab eine Zeit, da habe ich Jens Spahn häufiger gegen überzogene Kritik verteidigt. Das mag heute kaum noch jemand glauben, ist aber tatsächlich so. Während der Corona-Pandemie stand der damalige Gesundheitsminister unter einem Druck, den sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen konnten. Entscheidungen mussten innerhalb weniger Stunden getroffen werden, obwohl belastbare Erkenntnisse oft fehlten. Dass dabei Fehler passieren würden, war nahezu unvermeidlich.

Politisch lag Spahn zwar nie auf meiner Linie, trotzdem fand ich viele Angriffe auf ihn damals überzogen. Wer in einer historischen Ausnahmesituation Verantwortung übernimmt, verdient zumindest eine faire Bewertung. Doch diese Nachsicht hat Jens Spahn in den vergangenen Jahren gründlich verspielt. Heute fällt es selbst ehemaligen Verteidigern zunehmend schwer, ihm noch Vertrauen entgegenzubringen.

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