
Ein Mitglied der britischen Punkband „The Restarts“ trug bei einem Konzert ein Trikot einer „palästinensischen“ Fußballmannschaft, das den Spielernamen „October“ und die Nummer 7 aufgedruckt hatte – eine Anspielung auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel am siebten Oktober 2023. Der Musiker ist außerdem Teil einer in den USA und in Großbritannien verbotenen Gruppierung und saß in der Vergangenheit wegen Aktionen gegen einen israelischen Rüstungskonzern auf der Anklagebank.
Die Band „The Restarts“ wurde 1995 in London gegründet. Ihren Musikstil beschreibt die Band selbst als Thrash Punk mit Elementen von Ska und Old-School-Punk. Laut eigenen Aussagen tourt die Band seit über zwei Jahrzehnten durch die besetzten Häuser Europas und Nordamerikas.
„The Restarts“ veröffentlichen seit 1996 regelmäßig Tonträger. Auf dem 2019 erschienenen Album „Uprising“ ist ein gleichnamiger Song enthalten, in dem es um den Nahostkonflikt geht.
Der Text greift gängige antiisraelische Narrative auf: Israel wird darin als „Apartheidstaat“ bezeichnet, die Nakba thematisiert und behauptet, unbewaffnete Zivilisten würden grundlos von israelischen Scharfschützen getötet. Zudem wird Israel vorgeworfen, fremdes Land zu besetzen.
Im Song ruft die Band dazu auf, dem jüdischen Staat mit Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen zu begegnen – den Kernforderungen der antizionistischen „BDS“-Bewegung.
Der Song enthält den Slogan „from the Jordan river, to the Mediterranean, […] till Palestine is free“, der als Forderung zur Auslöschung Israels verstanden werden kann und vom Bundesinnenministerium und einigen Bundesländern als Parole im Kontext von Hamas-Aktivitäten teilweise als Kennzeichen einer verbotenen terroristischen Organisation (§ 86a StGB) gewertet wird.
Die politischen Aktivitäten der Bandmitglieder beschränken sich nicht nur auf den musikalischen Bereich. Seit 2003 spielt Robin Refalu Gitarre bei „The Restarts“. Refalu ist nicht nur bei „Palestine Action“ aktiv, sondern gehörte auch zu den sogenannten „Elbit Eight“. Dabei handelt es sich um acht Personen, die wegen Protestaktionen gegen den israelischen Rüstungskonzern „Elbit Systems“ strafrechtlich verfolgt wurden.
Verhandelt wurde über die Anklagepunkte Sachbeschädigung, Einbruch mit der Absicht, Sachbeschädigung zu begehen, Besitz von Gegenständen mit der Absicht, Sachbeschädigung zu verursachen, Androhung von Sachbeschädigung sowie der Anstiftung bzw. Ermutigung anderer zur Sachbeschädigung. Das Ziel der Aktivisten war nach eigener Darstellung, Elbits britische Produktion zu unterbrechen bzw. das Unternehmen aus Großbritannien zu verdrängen.
Das Gericht sprach im Laufe der Verhandlung im Dezember 2023 einige Mitglieder der „Elbit Eight“ in manchen Anklagepunkten frei. Nachdem die Jury bei 23 Anklagepunkten zu keinem Urteil gekommen war, beantragte die Staatsanwaltschaft im Januar 2024 einen neuen Prozess. Auch gegen Robin Refalu wurde dabei erneut Anklage erhoben. Es geht um zwei Vorwürfe des Einbruchs und einen der Sachbeschädigung. Refalu wurde damit in einigen Anklagepunkten freigesprochen; hinsichtlich der verbliebenen Vorwürfe kam es zu keinem Schuldspruch. Das Verfahren ist insoweit nicht abgeschlossen.
Am 5. Juli 2025 wurde „Palestine Action“ in Großbritannien nach dem „Terrorism Act 2000“ als terroristische Organisation verboten. Am 26. August 2026 stufte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump „Palestine Action“ als sogenannte „Specially Designated Global Terrorist Organization“ ein.
Am 8. August 2026 spielten „The Restarts“ auf dem „Rebellion“ Festival in Blackpool, wo sie regelmäßig zu Gast sind. Auf einem Video, das die Band auf ihren Instagramkanal hochgeladen hat, trägt Refalu ein Trikot der chilenischen Fußballmannschaft „Club Deportivo Palestino“.
Der Verein wurde in den 1920er Jahren von „palästinensischen“ Einwanderern gegründet und dient bis heute als wichtiges Symbol für die „palästinensische Sache“ in Chile, wo sich die größte „palästinensische“ Gemeinde außerhalb der arabischen Welt befindet.
Im Laufe des Videos dreht er sich um und präsentiert, was auf der Rückseite des Trikots steht – „October 7“.
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Das spielt auf den antisemitischen Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 an, bei dem mehr als 1.200 Menschen getötet und rund 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt wurden. Der 7. Oktober 2023 war damit das tödlichste Massaker an Juden seit dem Holocaust. Außerdem zeigt die Vorderseite die Abbildung eines bewaffneten und vermummten Terroristen.
Am vergangenen Samstag, dem 15. August 2026, spielten „The Restarts“ auf dem „Boomtown Festival“, wo unter anderem auch „Madness“, „Vengaboys“ oder die für ihren Antizionismus bekannten „Kneecap“ auftraten.
Es existieren Bilder von Robin Refalu, auf denen er mit einem „Palästinensertuch“ vermummt auf der Bühne steht und erneut das „Palästina“-Trikot trägt. Das gesamte Bühnenbild ist mit allerlei Polit-Kitsch angefüllt. So steht auf seiner Gitarrenbox anstelle des Markennamens „Intifada“. Im Hintergrund hängt eine „Palästina“-Flagge, auf der „Shut Elbit Down“ gesprüht wurde.
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Es ist erschreckend, wie selbstverständlich Antisemiten ihre Verbundenheit mit Terrorgruppen wie der Hamas öffentlich zur Schau stellen können und dass es keinen Protest dagegen gibt.
Das „Rebellion“ Festival ist das weltweit größte unabhängige Punk- und Alternative-Musikfestival. Dass es angesichts der nicht zu übersehenden antisemitischen Statements keinen öffentlich wahrnehmbaren Protest gab, zeigt, wie weit das Ressentiment bereits in die Subkultur eingesickert ist.
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