Berliner Linke: Der Nachwuchs liefert die Gründe, mit ihr nicht zu regieren

Rote Fahnen der Linken bei einer Kundgebung in Berlin
Rote Fahnen, feste Loyalitäten. (Symbolbild, Foto: DIE LINKE, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons; Ausschnitt, Ruhrbarone-Archiv)

Die Berliner Linke will regieren. Ihr Nachwuchs liefert derweil die Argumente dagegen. Aus Neukölln kommt die Absage an eine Koalition mit SPD und Grünen. Der Berliner Jugendverband beklagt deren „Schikanen“, die Polizei bekommt die Parole „Kinderschläger raus aus Berlin!“ zu hören. Für die Presse lautet die Antwort: „Fickt eure Hetze!“ Solidarität gibt es ebenfalls. Sie gilt Ibrahim Ibrahim und dem Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee. Die Verteilung der Sympathien ist jedenfalls übersichtlicher als die Aussicht auf eine verlässliche Regierung.

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Die Linke in Berlin-Neukölln plant den Koalitionsbruch. Die Koalition fehlt noch.

Das Rote Rathaus in Berlin mit Uhrturm und Berliner Flagge.
Das Rote Rathaus: Einziehen möchte die Parteispitze. Die Bedingungen schreiben andere mit. (Archivfoto: Peter Ansmann)

Um 10 Uhr beginnt an diesem Samstag, dem 31. Oktober 2026, in Berlin der Parteitag der Linken. Noch eine halbe Stunde (bei Veröffentlichung dieses Beitrags) bis zur nächsten Übung im geschlossenen Auftreten. Die Linke in Neukölln hat vorsorglich schon aufgeschrieben, unter welchen Bedingungen die noch gar nicht gebildete Koalition wieder beendet werden soll.

Die Berliner Linksjugend möchte derweil den vorgesehenen Mitgliederentscheid über einen Koalitionsvertrag durch eine Parteitagsabstimmung ersetzen.

Für einen Vormittag, an dem Regierungsfähigkeit vorgeführt werden soll, ist das ein ordentliches Programm.

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Die Linke Berlin: „Gewählt für Palästina. Verraten für den Senat.“

Bildmontage: Rotes Rathaus in Berlin neben einem „Welcome to Palestine – Welcome to Bethlehem“-Schild in Bethlehem.
Der Regierungsauftrag liegt in Berlin. Die außenpolitischen Aufnahmeprüfungen veranstalten die eigenen Palästina-AGs. (Montage aus Archivfotos Rotes Rathaus / Bethlehem: Peter Ansmann)

Die Linke will Berlin regieren. SPD und Grüne dürfen sich dafür verachten lassen.

Unter dem Motto „Gewählt für Palästina. Verraten für den Senat.“ mobilisieren die Berliner Palästina-LAG und die Palästina-Bundes-AG der Linken weiter gegen den Regierungskurs der eigenen Partei. Dabei diskreditieren sie die potenziellen Koalitionspartner. Die Linksjugend Berlin erklärt linke Regierungspolitik gleich für unmöglich.

Praktisch: Die Partei kann sich eine Opposition sparen. Sie bringt ihre eigene mit. Man kann diese Warnhinweise natürlich überlesen. Kleingedruckt sind sie jedoch nicht.

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Berlin: Die Linke will ins Rathaus. Ihr Nachwuchs an den Aktenvernichter.

Geöffneter Aktenvernichter mit Schneidwerk – Symbolbild
Aktenvernichter, Symbolbild. (Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons))

Die Linke hat in Berlin nicht nur fragwürdige Landesarbeitsgemeinschaften. Auch ihr Jugendverband fällt durch ein verdächtig selektives Verhältnis zum Rechtsstaat auf. Akten lesen kostet Zeit. Die Berliner Linksjugend hätte da einen Vorschlag zur Entlastung der Justiz:  Alle Anzeigen gegen die Palästinabewegung sollen fallen gelassen werden.

Praktisch. Man müsste sich nicht mehr mit dem lästigen Unterschied zwischen einem unbegründeten Vorwurf und einer nachweisbaren Straftat beschäftigen. Die politische Zuordnung würde reichen.

Und die Polizei kann bei der Gelegenheit gleich mit weg.

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Berlins revolutionäre Jugend: Die Verhältnisse überwinden. An der Subtraktion scheitern.

Graf Zahl vor einer bunten Schlosskulisse mit Zahlen
Ein Fall für die Tscheka: Graf Zahl fehlt als Aristokraten das proletarische Klassenbewusstsein. Dass er rechnen kann, macht ihn zusätzlich verdächtig. (Symbolbild, Foto: VIAVAL TOURS / Shutterstock.com)

Die Linksjugend Berlin, die Jugendorganisation der SED-Nachfolgepartei Die Linke in Berlin, will den Kapitalismus überwinden. Eine kleine Subtraktion erweist sich vorerst als hartnäckiger. In ihrem Solidaritätsbeschluss zu den Protesten in Frankreich lässt sie die Zahl der Menschen unter der Armutsgrenze seit Macrons Amtsantritt von 1,2 auf 9,8 Millionen steigen.

Eine dramatische Entwicklung. Allerdings vor allem beim Umgang mit Zahlen.

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Berlin: Die Folterkammer heißt jetzt Koalitionsausschuss

Historische Folterinstrumente in der Folterkammer des Alten Rathauses in Regensburg.
Historische Folterkammer, Symbolbild, mutmaßlich kein Berliner Verhandlungsraum. (Foto: Hajotthu / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Linke, SPD und Grüne haben sich auf ein Sondierungspapier geeinigt. Das ist die gute Nachricht für alle, die ins Rote Rathaus wollen. Die schlechte Nachricht lautet: Nun müssen sie ihren eigenen Leuten erklären, was sie da vereinbart haben.

Bei Antisemitismus, Wohnungen und Geld dürfte die Begeisterung recht unterschiedlich ausfallen.

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Die Linke gewinnt Berlin: Regieren würde jetzt nur die Haltung versauen

Breiter Ausschnitt aus dem Instagram-Ergebnispost der Linken Neukölln: drei gewonnene Wahlkreise und vier Abgeordnete im Abgeordnetenhaus.
Der Neuköllner Bezirksverband der Berliner Linkspartei feiert drei Direktmandate und vier Abgeordnete. (Screenshot, Ausschnitt: Instagram / dielinke.neukoelln, 21. September 2026)

Die Linke hat Berlin gewonnen. Teile ihres politischen Nachwuchses feiern das Ergebnis mit einer bemerkenswerten Forderung: Opposition.

Andere nehmen den eigenen Fraktionsvorsitzenden ins Visier. Und in Neukölln wird der Wahlerfolg bereits als Sieg über „Hetze“ präsentiert. Vier Beobachtungen vom Wahlabend und dem Tag danach.

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