Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen
Die „Techniker Krankenkasse“ (TK) will ab 1. Januar 2012 die Kosten für homöopathische, pflanzenheilkundliche und anthroposophische Medikamente erstatten. Gastautor Martin Ballaschk kommentiert die Entscheidung.
Prof. Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, forderte im Sommer 2010: „Man sollte den [Kranken-] Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen“. Sein Argument: „Viele Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft. Deshalb adeln die Krankenkassen mit ihrem Vorgehen die Homöopathie.“ Patienten wird durch die Kostenübernahme eine Wirksamkeit vorgetäuscht, wo keine ist: Die Homöopathie ist längst als pseudowissenschaftliches Konzept entlarvt, von dem sich nichtsdestotrotz eine milliardenschwere Industrie ernährt.
Nun hat die Techniker Krankenkasse entschieden, ab dem 1. Januar 2012 „die Kosten für nicht verschreibungspflichtige, aber apothekenpflichtige Arzneimittel der Homöopathie, der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und der Anthroposophie“ zu übernehmen.
Können Homöopathika und anthroposophische Heilmittel überhaupt als „Medikament“ bezeichnet werden, wie es die Techniker Krankenkasse tut? Die Homöopathie versucht sich seit 200 Jahren vergeblich an einem Wirksamkeitsnachweis, und die Anthroposophie hat sich ein gescheiterter Philosoph namens Rudolf Steiner ausgedacht.
Rudolf Steiner (1861–1925) war ein populärer Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer, dessen „Anthroposophie“ so gut wie keinen Lebensbereich unberührt lässt. Seine Heilslehre, die in Anthroposophenkreisen auch irreführend als „Geisteswissenschaft“ bezeichnet wird, gründet sich praktisch vollständig auf den hellseherischen Eingebungen Steiners. Neben bio-dynamischem Gemüse, Heileurythmie und Waldorfschulen haben wir ihm so auch eine anthroposophische „Medizin“ zu verdanken. Das typische anthroposophische Heilmittel ist oft homöopathischen oder pflanzenheilkundlichen Charakters und wird mit einem überdeutlichen Hinweis auf das „Sanfte“ – da „Natürliche“ und „Ganzheitliche“ – vermarktet. Während Homöopathika überwiegend bei Bagatell-Erkrankungen eingesetzt werden, ist bis heute eine anthroposophische Krebstherapie mit Mistelextrakten etabliert, deren Nutzen bestenfalls ungewiss ist.
Wer noch nicht die bizarren Vorstellungen der anthroposophischen Medizinwelt kennt, sollte einen Blick in Rudolf Steiners umfangreichen schriftlichen Nachlass werfen, in dem man Aussagen findet, die von einem zutiefst menschenverachtenden Weltbild zeugen. Krankheit und Schmerz werden von Steiner und linientreuen Anthroposophen als etwas Gutes verstanden: Sie formen den Menschen, machen ihn menschlicher und seien unverzichtbarer Bestandteil seiner Entwicklung. Diese sei besonders im Kindesalter wichtig, damit Körper und Seele später gut zusammenpassen, fassen es die anthroposophischen Mediziner Michaela Glöckler und Wolfgang Göbel in ihrem Buch „Kindersprechstunde“ (Urachhaus, 2006) zusammen:
„Im Unterschied zum Menschen ist es dem Tier nicht möglich, durch Leid und Schmerz Erfahrungen zu sammeln, die sein Lebens bereichern und ihm eine neue Entwicklungsrichtung weisen können. [...] Der Mensch hingegen kann immer „noch menschlicher“ werden und sich zeitlebens weiterentwickeln. Dabei sind ihm Schmerz und Tod weckende Begleiter. [...] Insbesondere in der Kindheit geht es darum, wie sich das seelisch-geistige Wesen des Kindes in seinem Körper „inkarniert“ und sich darin „zu Hause“ fühlen lernt.“ (Seite 173)
Die Ursache von Krankheit soll man in Vergehen in früheren Leben suchen, schließlich würde nach dem Tod das Schicksal für ein neu reinkarniertes Erdenleben bestimmt. Krankheit reinige das Karma und man wäre ganz allein daran schuld, wenn man krank wird oder als Behinderter eine „Trottelinkarnation“ ist.
In der Konsequenz werden auch Impfungen von vielen Anthroposophen abgelehnt, man will den Sprösslingen ja keine wichtige entwicklungsfördernde Krankheit vorenthalten. Waldorfschulen und -Kindergärten sind daher bekannt als Brutstätten für die immer wieder aufflammenden Masernepidemien in Deutschland, die Durchimpfungsraten liegen hier weit unter dem Durchschnitt. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können schwerste Komplikationen – bis hin zum Tode – nach sich ziehen.
Das alles begründet sich auf Eingebungen des selbst ernannten Hellsehers Rudolf Steiner, der behauptete, in der „Akasha-Chronik“, einem „Geistigen Weltengedächtnis“ und im „Äther“lesen zu können. Mit Steiners Hellsichtigkeit war es allerdings nicht weit her, wie der Philosophieprofessor Sven Ove Hansson anhand einiger Beispiele belegen konnte. So prophezeite Steiner, dass das von ihm heiß geliebte Quecksilber bald eine Renaissance als Heilmittel bevorstehe:
„Und in bezug auf diese Wirkung des Quecksilbers bei syphilitischen Erkrankungen muß man ja auch erwähnen, daß in der neueren Zeit vieles an die Stelle von Quecksilber gesetzt worden ist. Die berühmten neueren Mittel, die an die Stelle gesetzt worden sind, sind aber durchaus erkannt, auch heute schon, in ihrer nicht ganz einwandfreien Wirksamkeit, und sehr bald wird die Medizin auch auf diesem Gebiete wiederum zu den Quecksilberkuren zurückgegangen sein.“ (GA 348, Dornach 1928)
Die Wiederkehr der Quecksilberkuren blieb bekanntermaßen aus.
So viel zur anthroposophischen „Medizin“. Zurück zur Techniker Krankenkasse: Vor welchem gesetzlichen Hintergrund fiel deren Entscheidung? Im Rahmen des sogenannten „Binnenkonsenses“ werden anthroposophische Heilmittel, wie auch Homöopathika, als „besondere Therapieeinrichtung“ anerkannt und müssen damit keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen, sondern lediglich registriert werden. Die Hersteller entscheiden de facto über die Wirksamkeit, ganz im Sinne eines Wissenschaftspluralismus, und im Widerspruch zu den Ansprüchen einer solidarisch finanzierten Krankenbehandlung, die sich grundsätzlich nur auf einen fassbaren Wirksamkeitsnachweis stützen kann.
Warum übernimmt die Techniker Krankenkasse die Kosten für so einen ausgemachten Unsinn? Handelt es sich um eine reine Werbeaktion? Nach Karl Lauterbachs Forderung, die Homöopathie abzuschaffen, stiegen sowohl Krankenkassen, als auch Pharmakonzerne auf die Barrikaden. Man sah sich plötzlich im Wettbewerb bedroht, und wies darauf hin, dass „Zehntausende mit der Homöopathie gute Erfahrungen gemacht haben“. Die Techniker Krankenkasse bekannte damals unumwunden: „Rund ein Fünftel unserer Beitragszahler verdienen so viel, dass sie zu einer privaten Kasse wechseln könnten. Wenn wir diese Gruppe im System der gesetzlichen Krankenversicherung halten wollen, müssen wir dafür auch etwas bieten.“
In Zeiten der gesetzlich festgelegten Regelsätze sind diese Angebote also ein willkommenes Mittel der Kassen, ihre Patienten zu halten oder von anderen gesetzlichen Kassen abzuwerben. So scheint es auch die Techniker Krankenkasse mit dem Hokuspokus nicht ganz ernst zu meinen, denn pro Versichertem ist der Erstattungs-Höchstbetrag auf 100 Euro im Kalenderjahr begrenzt. Allerdings werden die alternativmedizinischen Leistungen nicht mehr, wie bisher, durch den eigens erhobenen Zusatzbeitrag gedeckt, sondern als Satzungsleistung von allen Versicherten getragen. Während vorher jeder Einzelne für sich entscheiden konnte, Pseudomedizin zu nutzen und zu finanzieren, wird dies nun auf die Gesamtheit der Versicherten abgewälzt.
Zum Autor: Martin Ballaschk ist Biologe und studierte an der Universität Potsdam. Derzeit arbeitet er an seiner Dissertation an der Freien Universität Berlin und am Leibniz-Institut für molekulare Pharmakologie. Martin Ballaschks Blog „Detritus“ befindet sich bei den SciLogs – den Wissenschaftsblogs des Spektrum-Verlags.
Ruhrbarone zu Anthroposophie, Pseudowissenschaft und Waldorfpädagogik – eine Auswahl:
Waldorfschule: Physik vom Hellseher – Dr. Detlef Hardorp erklärt Rudolf Steiner zum eigentlichen Entdecker der Quantenphysik, von Dr. Tobias Maier
Waldorfschule: Prof. Peter Loebell verkauft Rudolf Steiners Jahrsiebte – über den esoterischen Ursprung der „Jahrsiebte“ und das falsche Etikett „Wissenschaft“
Waldiwissenschaft: Lorenzo Ravagli an der Privatuniversität Witten/Herdecke – über die Umdeutung von Rudolf Steiners Rassismus in Humanismus
Waldorfschule: Vorsicht Steiner – Interview mit Andreas Lichte
Waldorfschule: „Man kann nicht nur ein »bisschen« Waldorf sein“, Interview mit Prof. Dr. Stefan T. Hopmann, Bildungswissenschaftler an der Universität Wien






#51 | Frau Rose sagt am 20. Dezember 2011 um 01:04
@Herr Lichte: Ich sehe es genauso wie Influex: Ärzte, die nicht ihre Meinung vertreten, gelten per se als Lügner. Sie und andere, die mit Anthroposophie nichts anfangen können, können hingegen Vermutungen mit “soll empfohlen haben” etc. agieren, während sie und Herr B. den anderen mangelnde Beweise vorwerfen.
So macht diskutieren keinen Spass.
Klinke mich hier nun auch aus – ist mir zu einseitig.
#52 | heilewelt sagt am 20. Dezember 2011 um 02:49
Ich hoffe alle die es angekündigt haben verlassen tatsächlich die TK. Meiner Meinung nach eine der besten KK. Aber dagegensein und reden ist leicht. Sich in der Tiefe mit den Dingen auseinanderzusetzen etwas anderes. Statt sich polemisch abzureagieren und intolerant daherzuschreiben. Aber Sie haben ja heere Absichten. Sie wollen die Guten vor den Dummen beschützen. #Schulmedizinismus #Mechanik #Besserwisserei
#53 | Herr Gründgen sagt am 20. Dezember 2011 um 08:33
Schön, dass sich hier arrogante und intolerante Besserwisser zu Wort melden können. Waldorfschulen abschaffen, anthroposophische Arztpraxen schließen, das Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke verstaatlichen, Homöopathie verbieten??? Nur weil es nicht in das wissenschaftliche Bild eines internetaffinen Biologen passt? Was noch? Religionen verbieten? In dem Bereich gibt’s auch jede Menge absurde Zitate.
#54 | Stefan Laurin sagt am 20. Dezember 2011 um 08:37
@Herr Gründgen: Sie haben diese “Uni” in Witten vergessen…
#55 | Andreas Lichte sagt am 20. Dezember 2011 um 09:17
@ Herr Gründgen #53
Sie schreiben: “In dem Bereich gibt’s auch jede Menge absurde Zitate” und haben dabei das sonst bei Anthroposophen übliche “aus dem Zusammenhang gerissene Zitate” vergessen.
Es ist aber nichts aus dem Zusammenhang gerissen. Ich würde hier gerne das Gesamtwerk Rudolf Steiners präsentieren, damit der Wahnsinn Steiners wirklich deutlich wird.
“Der Mensch steht der Außenwelt gegenüber. Das Geistig-Seelische strebt danach, ihn fortwährend aufzusaugen. Daher blättern wir außen fortwährend ab, schuppen ab. Und wenn der Geist nicht stark genug ist, müssen wir uns Stücke, wie zum Beispiel die Fingernägel, abschneiden, weil der Geist sie, von außen kommend, saugend zerstören will.”
Rudolf Steiner, “Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik”
… und hier der Zusammenhang, der gesamte Vortrag: http://fvn-rs.net/index.php?option=com_content&view=article&id=2874:dreizehnter-vortrag&catid=183:ga-293-allgemeine-menschenkunde&Itemid=14
#56 | Herr Gründgen sagt am 20. Dezember 2011 um 09:40
@ Stefan Laurin #53
Stimmt, die Uni Witten-Herdecke fehlt in der Aufzählung!
Ein Riesenskandal müßte es nach der Denkweise des Gastautors auch sein, dass diese Scharlatan-Medizin für Kinder und Jugendliche von den Krankenversicherungen übernommen wird. Da lässt sich bestimmt ein toller Artikel raus machen.
@ Andreas Lichte #54
Nein, ich behaupte nicht, das die Zitate aus dem Zusammenhang gerissen sind. Ich bin auch kein Anthro. Was sollen die Unterstellungen? Das lässt tief blicken!
Auch ich verabschiede mich an dieser Stelle aus dieser Diskussion und wünsche … ähhh … feiern Naturwissenschafter überhaupt Weihnachten?
#57 | Stefan Laurin sagt am 20. Dezember 2011 um 09:45
@Herr Gründgen: Kinder und Jugendliche sollten vor obskuren Sekten geschützt werden. Erwachsene können jeden Unfug machen den sie wollen – es ist ihre Entscheidung und zur Freiheit gehört auch die Freiheit dumm zu sein. Allerdings sollte diese Dummheit nicht von der Allgemeinheit bezahlt werden. Wer Globuli nehmen will, kann das natürlich tun. Nur ich will es nicht bezahlen müssen.
#58 | Andreas Lichte sagt am 20. Dezember 2011 um 09:53
@ Herr Gründgen #56
“Ein Riesenskandal müßte es nach der Denkweise des Gastautors auch sein, dass diese Scharlatan-Medizin für Kinder und Jugendliche von den Krankenversicherungen übernommen wird.”
Als was würden Sie es bezeichnen, wenn anthroposophische “Ärzte” aus religiösen Gründen:
– Patienten eine wirksame Therapie vorenthalten
– durch die Ablehnung der Masernimpfung den Tod von Menschen in Kauf nehmen
#59 | Peter Krautbachler sagt am 20. Dezember 2011 um 11:17
@Herr Gründgen #53
Apropos Unterstellung. Bisher hat niemand hier gefordert, Homöopathie (oder andere Quatschmedizin) zu verbieten. Es ging immer nur um die Kosteübernahme. Sehen Sie den Unterschied?
#60 | Struppi sagt am 20. Dezember 2011 um 12:01
Sehr bezeichnent, dass hier ständig von Verboten und Unterstellungen gesprochen wird, aber auf Nachfragen keine einzige Antwort mit Fakten oder Argumenten kam. Stattdessen “Tschüß ich verabschide mich aus der Diskussion” – was für einer Diskussion?
Hat hier jemand ein Verbot der Homöopathie gefordert oder allgemein Alternative Heilmethoden verteufelt?
Es geht darum, eine Methode, für die es keinen substantiellen Wirkungsnachweis gibt, nicht von einer KK adeln zu lassen. Daneben gibt es aber durchaus alternative Methoden deren Wirkung bekannt ist und die auch bezahlt werden sollen.
Natürlich gibt es Kräuter, die wirksam sind, viele Stoffe in der Medizin die wir kennen, stammen aus Pflanzen. Aber in Homöopathischen Mittel ist kein Wirkstoff, sondern es wird ein mehr oder weniger starkes Gift solange verdünnt, bis es nicht mehr Nachweisbar ist (z.T. sogar so stark, dass nicht mal mehr rechnerisch ein Atom in einer Dosis sein kann). Das besonders Absurde daran, es soll die Art wie man es schüttelt sein, die die Wirkung hervor ruft. Das ist unglaublicher HokusPokus. Da ist jeder Voodoo Zauber realistischer.
Aber wen dies nicht abschreckt, soll sich die Mittelchen kaufen können. Nur darf hierfür nicht die Allgemeinheit bezahlen.
#61 | Martin B. sagt am 20. Dezember 2011 um 13:18
Meine Güte, bisher kam gar kein Argument für die Kostenübernahme von anthroposophischer Medizin. Niemand versucht auch nur, mir die positiven Seiten aufzuzeigen, die ich vielleicht vergessen habe. Entweder geht es gegen „die Schulmedizin“ – die ich hier überhaupt nicht vertrete – oder meine Person.
***
Also, auf welcher Basis sollten die KK solche Leistungen übernehmen dürfen? Wie ich oben schrieb, muss das auf einen „kleinsten gemeinsamen Nenner“ – das wissenschaftlich fassbare, nach dem bestmöglichen verfügbaren Standard – zurückgehen, alles was darüber hinaus geht, sollte man meiner Meinung nach der Solidargemeinschaft nicht aufbürden.
Die TK vertritt vermutlich eine ähnliche Position, nutzt aber die verfügbaren Freiheiten, um sich gegenüber der Konkurrenz zu profilieren. Das darf sie, und ich darf das kritisieren.
@Frau Rose #51
Das ist ein Vorwurf, dem man ja entgegentreten kann, finden Sie nicht? Beruht eine Diskussion nicht auf einem Austausch von Argumenten?
@Heilewelt #52
Ja, da haben Sie Recht, das Meckern fällt mir in der Tat leichter, als das Loben.
Was die Auseinandersetzung mit Steiner in der Tiefe angeht, kann man dabei leicht den Verstand verlieren – der Mann war kein Freund der klaren Worte und leicht fassbaren Konzepte. Steiner medizin-theoretischer Überbau ist esoterisch, und ist eben nicht mit dem heutigen wissenschaftlichen Stand vereinbar. Das soll nicht heißen, dass einige pflanzenheilkundlichen Mittel nicht auch wirksam wären – nur ist das dann nicht auf Steiners intuitive Herleitungen rückführbar.
Der letzte Satz von Ihnen ist eine ziemlich gemeine Unterstellung, und auch, dass ich für die „Schulmedizin“ eine Lanze brechen würde, entbehrt jeder Grundlage. Und was haben Sie gegen Mechanik?
@Herr Gründgen #53
Beleidigungen und Unterstellungen. Nichts von dem, was Sie dort oben unterstellen, habe ich irgendwo gesagt, das haben Sie sich alles herbeifantasiert.
Warum denn nicht? Haben Sie ein Problem mit den Naturwissenschaften, über das Sie vielleicht reden möchten?
#62 | Peter Krautbachler sagt am 20. Dezember 2011 um 13:51
@MartinB #61
Doch, ich finde Gründe für die Übernahme: Sanft, Ganzheitlich, Billig, Individuell, ohne Chemie, Gute Erfahrung, Altes Wissen. Und ich mag Elfen.
Das Muster ist jedoch vorhersehbar, sobald alternativmedizinische Methoden kritisiert werden. Dann ein ganzer Blumenstrauß von “Argumenten” herausgeholt. Gerade sind ja, die unnötigen Rücken-OPs sehr beliebt. Mir hat aber noch keiner erklären können, wie Übertherapie in der Medizin mit der Wirksamkeit von Misteln zusammenhängt. Dazu bedürfte es wohl auch eines Steiners.
#63 | die Blumenelfe sagt am 20. Dezember 2011 um 14:52
@ Peter Krautbachler #62
“Und ich mag Elfen.”
Dann _MUSST_ du das lesen (in voller Länge und im Original):
“Ohne Elementarwesen läuft nichts!
[...] Es gibt heute an jedem Ort nicht nur Erdwesen, Wasserwesen, Feuerwesen und Luftwesen, sondern überall noch eine fünfte Art: die Christus-Elementarwesen. In der Wohnung von Susanne wird man von einem solchen gleich im Flur empfangen. Diese Christuselementarwesen setzen vor Ort das um, was Rudolf Steiner die »Erscheinung des Christus in der Ätherwelt« genannt hat. Doch ich habe keinen Platz, um mehr darüber zu schreiben, oder darüber, wie unser Seelenleben und Karma aus Elementarwesen gebildet wird oder wie es den Wesen in technischen Geräten geht oder wie wir dem Körperelementarwesen bei der Heilung helfen können. Deshalb kann ich nur ermuntern, sich weiter mit diesem Thema zu beschäftigen. An jeder Ecke des Lebens arbeiten Elementarwesen mit. Ohne sie läuft nichts!
Zum Autor: Thomas Mayer bietet zusammen mit Agnes Hardorp Seminare und Schulungen in anthroposophischer Meditation an.”
http://www.erziehungskunst.de/artikel/geist-der-natur/ohne-elementarwesen-laeuft-nichts/
#64 | Stefan Laurin sagt am 20. Dezember 2011 um 14:54
@Blumenelfe: Ich mag den Weihnachtsmann viel lieber als Elfen. Der bringt Geschenke!
#65 | die Blumenelfe sagt am 20. Dezember 2011 um 15:09
@ Stefan Laurin
bist du schon über 18?
wer als Erwachsener noch an den Weihnachtsmann glaubt, bringt die besten Voraussetzungen für die Anthroposophie mit!
#66 | Stefan Laurin sagt am 20. Dezember 2011 um 15:11
@die Blumenelfe: Die glauben ja nur an Elfen, die sind blöd
#67 | Peter Krautbachler sagt am 20. Dezember 2011 um 16:06
@Blumenelfe #62
Wenn jemand seine Seite schon mit Kindergesichtern “schmückt” wird mir immer ganz anders.
Faune sind sehr kommunikationsfreudig, deshalb haben so viele Menschen eine enge Beziehung zu Bäumen. Über dem Faun stehen leitende regionale Baumwesen und über diesen thront Pan, der König der Naturwesen, der von kleinen Elementarwesen wie ein beschützender und gütiger Gott verehrt wird. In ihrem Inneren fühlen sich die Naturwesen von den Engelshierarchien erfüllt, die in der Naturwissenschaft abstrakt »Naturgesetze« genannt werden
Also, ich habe meine Katze gefragt und die meinte, Faune seien sehr verschwiegen und hätten auch nicht die geringste Lust, sich mit Menschen zu unterhalten. Außerdem meinte sie, das sei auch so in den Engelshierarchien vorgesehen, die Anthroposophen seien aber bei Bäumen und Blumen als sehr aufdringlich bekannt.
#68 | Jens König sagt am 21. Dezember 2011 um 03:50
“Das Bundesversicherungsamt als zuständige Aufsichtsbehörde hat die Satzungsregelung der TK genehmigt!”
aus:
http://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/arzneimittel/alternative-arzneimittel/405182
Damit haben sie das Feigenblatt, hinter dem sich die Verantwortlichen der TK verstecken können. Meiner Meinung nach ist die neue Satzungsregelung mit Veruntreuung gleichzusetzen. Aber kein Gericht wird das so sehen, wenn das BVA zugestimmt hat. Mist.
Ich werde definitiv dieser Krankenkasse den Rücken kehren. Bin dankbar für Tips, zu welcher man wechseln könnte. Verdammt, ausgerechnet die Techniker (sic!) Krankenkasse.
Und dann werde ich demnächst Wundermittelchen verkaufen. Möchte jemand ein Amulett gegen Krankheiten? Basiert auf uralter Heilkunst, schon im Mittelalter haben Amulette vielen Menschen geholfen. Sogar gegen die Pest!
#69 | kranke krankenkassen sagt am 21. Dezember 2011 um 10:16
bei den scienceblogs geht es auch um kranke krankenkassen:
“Kann mir jemand eine esoterikfreie Krankenkasse empfehlen?”
http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2011/12/kann-mir-jemand-eine-esoterikfreie-krankenkasse-empfehlen.php
dort kam dieser vorschlag:
“Beschwert euch beim Bundesversicherungsamt!
http://www.bundesversicherungsamt.de/cln_115/nn_1046648/DE/Service/Kontakt/kontakt__node.html?__nnn=true
Das ist die oberste Aufsichtsbehörde für die kranken Kassen.
Geht per Mail, aber ihr müsst eure Postanschrift mitteilen, sonst gibt es keine Antwort.”
#70 | Sven sagt am 21. Dezember 2011 um 11:28
So, wie oben erwähnt, hatte ich der TKK geschrieben und heute einen Anruf einer Mitarbeiterin bekommen. Ich fasse die Highlights zusammen:
- Die TKK würde natürlich nur Medikamente bezahlen, die apothekenpflichtig seinen und deren Wirksamkeit nachgewiesen sei.
- Dies würde auf homöopathische und anthroposophische Medikamente zutreffen
Meinen Einwand, es gebe keine Studie, welche die Wirksamkeit nachweise wurde damit beantwortet, dann würden diese Medikamente gar nicht zugelassen und daher könne das nicht stimmen.
Wir sind überein gekommen, dass sie nun in der Hauptverwaltung nachfragt und mir die Quellen solcher Wirksamkeitsstudien zusendet.
Anmerkung 1: Das Gespräch drehte sich mehrfach im immer den gleichen Argumenten im Kreis. Ich habe ihre Antworten daher ziemlich genau wiedergeben können.
Anmerkung 2: Ich bin entsetzt. So einen nachweisbaren Unfug als Antwort zu bekommen, habe ich nicht erwartet. Meine Gesprächspartnerin hat noch einige andere Dinge behauptet, die ich an dieser Stelle erst gar nicht wiedergebe – würde mir eh’ keiner glauben.
#71 | Jens König sagt am 21. Dezember 2011 um 20:47
Was mich mal interessieren würde:
Was sind “nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel der Homöopathie, Phytotherapie und Anthroposophie” (http://www.tk.de/tk/leistungen-a-z/arzneimittel/alternative-arzneimittel/405182)
Wenn es Arzneimittel sind, benötigen sie dann nicht eine Arzneimittelzulassung?
Dabei ist doch der Nachweis der Wirksamkeit zu führen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fertigarzneimittel
Wie kann es dann Arzneimittel der erwähnten Art geben?
#72 | Martin B. sagt am 21. Dezember 2011 um 21:30
@Jens König #71
Das wird durch den sogenannten „Binnenkonsens“ möglich, sogenannte „besondere Therapierichtungen“ wie Homöopathie und Anthroposophische Medikamente bekommen gewissermaßen eine Extrawurst.
Nähere Informationen gibt es hier beim BfArM und in der Wikipedia, in der letzeren findet man zusammengefasst:
Das kann man wohlwollend als Zugeständnis an bestimmte Bevölkerungsgruppen verstehen – es ist klar, dass wir nicht in einer Wissenschaftsdiktatur, sondern in einer Demokratie leben.
#73 | Stefan Laurin sagt am 21. Dezember 2011 um 21:34
@Martin B.: Weißt Du zufällig welche Politiker für diesen Schwachsinn verantwortlich waren?
#74 | Martin B. sagt am 21. Dezember 2011 um 21:47
@Stefan Laurin #73
Puh, das ist lange her: Die Wikipedia verweist auf dieses Dokument von 1976. Damals wurde ja erst das Arzneimittelgesetz, wie wir es heute kennen, aus der Taufe gehoben. Vorher gab’s Contergan-Skandal, etc pp.
#75 | "Binnenkonsens" sagt am 21. Dezember 2011 um 22:41
@ Stefan Laurin
wer war’s? weiß ich gerade auch nicht. Hier nur noch der Esowatch-Eintrag zum “Binnenkonsens”, der etwas klarer sagt als wikipedia, was Sache ist:
http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Binnenkonsens
Binnenkonsens
Unter Binnenkonsens versteht man in Deutschland bezüglich homöopatischer, phytotherapeutischer und anthroposophischer Mittel die seltsame Tatsache, dass die Hersteller dieser Mittel selber über die Wirksamkeit entscheiden dürfen und keinerlei wissenschaftlich belegten Nachweis zur Wirksamkeit erbringen müssen.
Die per Definition im deutschen Arzneimittelrecht einbezogenen Methoden, die von der evidenzbasierten Medizin abgelehnt werden, werden “Besondere Therapierichtungen” genannt. Es genügt ein Eintrag im Register der zuständigen Bundesbehörde [1]. Um dem eklatanten Widerspruch einer rational basierten Beurteilung von Medikamenten zu umgehen, wird dort euphemistisch von “Wissenschaftspluralismus” geredet.
#76 | Dank Steiner-Waldorf-Verdummung: jährlich Tote und tausende Kranke durch Masern! « Ratgeber-News-Blog sagt am 22. Dezember 2011 um 00:53
[...] Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen Teilen Sie dies mit:Twitter [...]
#77 | HeileWelt sagt am 22. Dezember 2011 um 02:47
Leute, was geht hier bei Euch ab. Die TK ist eine der besten Kassen Deutschlands mit einer zufriedenen Versichertengemeinschaft. Wem das Angebot nicht gefällt kann zu einer anderen Kasse wechseln, bei der er sich alternativlos chemisch behandeln lassen kann. Die Fähigkeit sich kritisch mit dem Leistungsangebot und allem was dazu gehört auseinanderzusetzen, solltet Ihr jedem Bürger zugestehen. Also fahrt Eure Zähne wieder ein und entspannt Euch. Besinnliche Feiertage!
#78 | Jens König sagt am 22. Dezember 2011 um 03:35
Haha, Wissenschaftspluralismus.
In der Ecke findet sich auch der Kreationismus.
Wird Zeit, dass Spaghetti (mit Flieschbällchen) als Arznei in Apotheken verkaufen.
#79 | Stefan Laurin sagt am 22. Dezember 2011 um 07:29
@HeileWelt: Wir machen genau das – wir setzen uns mit dem Leistungsangebot kritisch auseinander. Und damit, das alle TK-Versicherten künftig Hokuspokus mitfinanzieren sollen.
#80 | "Masernepidemie auf Steiners Geburtstagsparty" sagt am 22. Dezember 2011 um 09:55
“Waldorfschulen: Masernepidemie auf Steiners Geburtstagsparty
Von David Fahnert
Jedes Jahr Tote und Tausende Kranke: Das Ziel der WHO, die Masern bis Ende 2010 auszurotten, misslang. [1] Während in den USA die Anzahl der Erkrankten kaum die Tausendermarke erreicht, infizieren sich in Deutschland jährlich Tausende und es werden sogar Impfwarnungen vor der Einreise in den deutschsprachigen Raum veröffentlicht. [2] Was ist schief gelaufen?
[...] Impfmüdigkeit ist aktuell ein wichtiges Thema. In diesem Zusammenhang fallen vor allem auch die Waldorfschulen auf, denn dort werden besonders häufig Masernfälle beobachtet. [4]
[...] Krankheit als Segen, Leid als Freiheit… und, letztlich dann wohl der leidvolle Tod als größtes Glück? Was als privates Konzept schon von sehr fragwürdiger Natur ist, ist als erzieherisch kollektivistischer Gedanke gegenüber Kindern schlicht gefährlich. In diesem Lichte soll nun stand exemplarisch ein Fall in Essen aus dem letzten Jahr vorgestellt werden – der Ort des Geschehens: eine Waldorfschule: Bei einer Waldorfschülerin wurden Masern festgestellt, was das Gesundheitsamt, unter dem Gesichtspunkt der chronischen Impfmüdigkeit, dazu veranlasste eine Kontrolle an jener Schule durchzuführen. Dabei stellte man fest, dass 41 Prozent ungeimpft (an staatlichen Schulen sind über 80 Prozent geimpft) und 71 Schüler/Kinder erkrankt waren. Von diesen 71 wurden 45 in Arztpraxen behandelt, welche generell nicht gegen Masern impfen. Von diesen Arztpraxen ging, laut Behördenaussagen, genauso wie von den impfkritischen Eltern, wenig Kooperationsbereitschaft aus; sei es die Bereitschaft zum Impfen oder die Bereitstellung von Probenmaterial, welches dazu dient, den Krankheitslauf nach zu verfolgen, um somit die Epidemien zumindest eindämmen zu können. Trotz des geringen Probenmaterials konnte eine hohe Übereinstimmung mit einem Virenstamm festgestellt werden, welcher an einer anderen Berliner Waldorfschule im selben Jahr grassierte. So scheint die deutsche Waldorf-Community ihre ganz eigene Rolle bei der Ausbreitung von Masernepidemien zu spielen [...]”
http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001037
#81 | Anton Kowalski sagt am 22. Dezember 2011 um 10:43
Herr Ballaschk, lassen Sie mal ihre Kirche im Dorf!
“Voraussetzung für die Erstattung ist, dass ein Arzt ein entsprechendes Privatrezept oder grünes Rezept ausstellt.”, so die TK, bei der ich seit Jahrzehnten Mitglied bin – und bleiben werde.
#82 | 2x Weihnachten feiern! sagt am 22. Dezember 2011 um 11:09
@ Anton Kowalski
“Kirche im Dorf!” bei der Anthro-Sekte ist natürlich ganz große Kunst!
statt die Krankenkasse zu wechseln, könntest du ja auch zur Anthroposophie übertreten. Hat ne Menge Vorteile, nur einer: 2x Weihnachten feiern!
http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/ein_jesus_aus_nazareth_und_einer_aus_bethlehem_1.9107643.html
Ein Jesus aus Nazareth und einer aus Bethlehem
Glauben
So, wie er die Naturwissenschaften «geisteswissenschaftlich» erweitern und korrigieren wollte, verfuhr Rudolf Steiner auch mit der Theologie. Die Bibel hat er als historisches Dokument zwar zur Kenntnis genommen, ihre Bedeutung aber relativiert. Wirkliche Erkenntnis sei immer übersinnlich: «Das müssen wir uns immer wiederum vor die Seele stellen, dass wir nicht aus Urkunden schöpfen, sondern dass wir schöpfen aus der geistigen Forschung selbst», sagt er. Oder: «Meine Erkenntnisse des Geistigen, dessen bin ich mir voll bewusst, sind Ergebnisse eigenen Schauens». Steiner formuliert offen einen hellseherischen Anspruch, eine Quelle des Wissens, die nur Initiierten wie ihm offensteht und die ihn zu ganz neuen Erkenntnissen über Jesus führt.
Laut Steiner gab es nicht nur einen Jesus, sondern zwei, die beide um die Zeitenwende geboren wurden – einer in Bethlehem, der andere in Nazareth. Die Eltern hiessen in beiden Fällen Maria und Joseph. Der eine Jesus war eine Reinkarnation des alt-iranischen Religionsstifters Zarathustra, der andere stand mit Buddha in Verbindung. Mit 12 Jahren verliess die «Ichheit» des Zarathustra-Jesus seinen Körper und drang in den anderen Jesus ein. Dieses Wissen will Steiner dem geistigen Weltgedächtnis, der Akasha-Chronik, entnommen haben. Er formuliert ein 5. Evangelium, das die vier biblischen ergänzt, sie in ihrer Bedeutung laut Steiner aber übertrifft, weil er als Hellseher unmittelbare Erkenntnis beansprucht. Die biblischen Evangelien stammten zwar auch aus der Akasha-Chronik, seien durch fehlerhafte Abschriften aber verfälscht worden. (hir.)
#83 | Anton Kowalski sagt am 22. Dezember 2011 um 12:07
Steiner hin, Steiner her. Der interessiert mich nicht, wenn ich zum Arzt gehe.
Mit dem Jesus war es vielleicht eh ganz anders
Ein Italiener, Carotta geheißen, behauptet allen Ernstes das Caesar der historische Jesus war! Und dass sich das Christentum aus dem Kult des vergöttlichten Caesar entwickelte. Ein Carotta interessiert mich aber genau so wenig wie ein Steiner. Wenn ich Medikamente bekomme, interessiert mich, ob sie wirken. Und da habe ich mit pflanzlichen und homöpathischen Mitteln halt gute Erfahrungen gemacht. Sind aber sicherlich kein Allheilmittel. Kenne aber auch keinen Arzt oder Heilpraktiker, der das behauptet.
#84 | Andreas Lichte sagt am 22. Dezember 2011 um 12:30
@ Anton Kowalski
“Sind aber sicherlich kein Allheilmittel”.
Wogegen helfen sie Ihnen denn, die “homö[o]pathischen Mittel”? Falls Sie die Homöopathie gegen “Interesse” nehmen, muss ich Ihnen allerdings grossen Erfolg attestieren (es sei denn, Ihnen war auch schon vorher alles egal):
“Der interessiert mich nicht …”, “interessiert mich aber genau so wenig …”
#85 | Tim sagt am 22. Dezember 2011 um 13:07
kann man eigentlich Strafanzeige gegen Anthroposophische Ärzte erstatten, die nicht impfen, Kinder umbringen?
#86 | Anton Kowalski sagt am 22. Dezember 2011 um 13:15
@ Andreas Lichte “Wogegen helfen sie Ihnen denn, die “homö[o]pathischen Mittel”?” – Zur Komplementärmedizin gibt`s doch jede Menge Fachliteratur… Wenn`s denn wirklich interessiert
#87 | Stefan Laurin sagt am 22. Dezember 2011 um 13:22
@Anton Kowalski: Mich würden ja wissenschaftliche Studien interessieren und keine “Fachbücher” von Buchstabentänzern
#88 | Anton Kowalski sagt am 22. Dezember 2011 um 13:47
@ Stefan: Werde Deine Anfragen nach Studien an einen Freund weiterleiten. Der ist studierter Schulmediziner und homöopathischer Arzt. Ich kann Dich nur auf Fachliteratur von renommierten Wissenschaftsverlagen verweisen, z.B. Urban & Fischer, jetzt Elsevier. Nach meiner persönlichen Einschätzung lässt sich Homöopathie – aber auch TCM, Akupunktur, Phytotherapie, etc. – nicht immer mit einfachen Kausalitäten und Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen erklären oder gar “beweisen”. Da ist viel “black box” und Erfahrungswissen dabei. Und Quantenphysik wohl auch. Da ich schon weiß, was jetzt kommt
: einen Placebo-Effekt hat, da hat`s auch wissenschaftliche Studien zu gegeben
, jedes gute Arzt-Patienten-Gespräch auch. Wird leider nur sehr schlecht honoriert… Schöne Feiertage noch!
#89 | Stefan Laurin sagt am 22. Dezember 2011 um 13:51
@Anton Kowalski: Es geht um die Wissenschaftlichkeit der Studien
#90 | Andreas Lichte sagt am 22. Dezember 2011 um 15:01
@ Anton Kowalski
Weihnachten … hier noch ein Geschenk für Ihren Freund, der “studierter Schulmediziner und homöopathischer Arzt” ist:
“Du musst wissen, Handlesen, Horoskop, Feng Sushi, das sind heute weit verbreitete Krankheiten, wo man aufpassen muss, dass man sich nichts holt. Da wird viel eingeschleppt durch den Sioux-Tourismus, wo sie extra nach Amerika fliegen, damit sie den Indianern auf den Geist gehen, weil eine Ärztin macht im zweiten Bildungsweg Handlesen, oder ein Bankdirektor ist einfach froh, wenn er weiß, meine Frau ist beim Voodoo gut aufgehoben.”
Wolf Haas, “Das ewige Leben”
#91 | Peter Krautbachler sagt am 22. Dezember 2011 um 19:04
@Anton Kowalski #88
Ich kann Dich nur auf Fachliteratur von renommierten Wissenschaftsverlagen verweisen, z.B. Urban & Fischer, jetzt Elsevier.
Elsevier veröffentlichte sowohl die Shang-Studie, die 2005 die Gleichwertigkeit von Homöopathie und Placebo feststellte als auch den von der Carstens-Stiftung vorgebrachten “Gegenbeweis” ein paar Jahre später. Ulrich Berger berichtet darüber:
http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/12/neue-evidenz.php
Dass es einfach darum geht, Geld zu verdienen und der Kram sich gut verkauft ist vermutlich zu profan.
#92 | Martin B. sagt am 23. Dezember 2011 um 11:11
@Anton Kowalski, Peter Krautbacher:
Elsevier ist so ein riesiges Monstrum von Verlag, das hat so ziemlich das ganze Spektrum an Journals im Portfolio: 1800 Journale und 2200 Bücher jährlich werden durch die Gruppe veröffentlicht. Da bleibt einiges an Spielraum.
#93 | "schaue beim RKI nach ..." sagt am 27. Dezember 2011 um 10:06
„[...] Unter den Mitarbeitern meiner Frau (Ärztin im öffentlichen Dienst) kursiert der böse Spruch: „Wenn Du eine Waldorf-Schule suchst, schaue beim RKI nach; im epidemiologischen Bulletin.“ [...]“
Quelle: http://blog.esowatch.com/?p=6073#comment-16513, Kommentar zu:
„Techniker Krankenkasse lässt Versicherte für anthroposophische Pseudomedizin bezahlen“, http://blog.esowatch.com/?p=6073
#94 | esowatch sagt am 27. Dezember 2011 um 14:25
Vielleicht bezahlt die TK auch bald ein paar Psyscho Stunden bei Scientology?
Habe bei der TK mal Tel. nachgefragt und mir wurde mitgeteilt, es gäbe positive wissenschafliche Studien zur Hömöopathie. Die Mitarbeiter haben wohl keine Ahnung, oder wurden bewusst manipuliert?
#95 | Stefan Laurin sagt am 27. Dezember 2011 um 18:08
@esowatch: Die Studien würde ich gerne mal sehen
#96 | Sven sagt am 27. Dezember 2011 um 19:29
@esowatch: Das wurde mir telefonisch auch gesagt. Auch wurde versprochen, mir eine Quelle zu nennen. Statt dessen bekam ich per Mail folgenden Textbaustein:
die TK erstattet in der vom Bundesversicherungsamt genehmigten Satzungsleistung ab dem 01.01.2012 nicht rezeptpflichtige Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie, welche ausschließlich in Apotheken verkauft werden dürfen (sog. Apothekenpflicht). Das Rezept, welches die TK zur Erstattung des Kaufpreises benötigt, muss von einem Arzt ausgestellt worden sein.
Die Präparate, welche die TK allen Versicherten ab dem 01.01.2012 zugänglich macht waren bis zum Jahr 2003 auch für Erwachsene verordnungsfähig und sind auch heute noch für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erstattungsfähig. Diese Präparate haben somit einen festen und gerechtfertigten Platz in der Versorgung, ansonsten würde ein kompletter Ausschluss aus dem Leistungskatalog der GKV stattgefunden.
Der letzte Satz ist für eine Krankenkasse nur peinlich.
Im Telefonat wusste die Dame auch nicht, dass das Zeug nicht zugelassen,
sondern nur für den Apothekenverkauf registriert wird. Ihr Argument war,
wenn es eine Apothekenzulassung hat, muss es auch wirksam sein…
#97 | Andreas Lichte sagt am 28. Dezember 2011 um 10:52
@ Influex #42
Sie schreiben: “Die Bildunterschrift erweckt den Eindruck, dass Rudolf Steiner in wikipedia als “Scharlatan und größenwahnsinniger Sektenführer” bezeichnet würde. Ist das beabsichtigt? Ich konnte nach kurzer Durchsicht des entsprechenden wikipedia-Artikels ein derartiges Zitat jedenfalls nicht finden.”
Ich schon. Selbst die anthroposophischen Bearbeiter des wikipedia-Artikels konnten nicht verhindern, dass Rudolf Steiner als Scharlatan auftaucht, Zitat wikipedia:
–
“(…) Besonders seit 1919 erschien Steiner in zeitgenössischen Zeitungsberichten oft als eine Art Scharlatan oder Blender.
Einen besonders hämischen Kommentar zu einem Vortrag Steiners schrieb Kurt Tucholsky in der linksliberalen Wochenschrift “Weltbühne”:
„Rudolf Steiner, der Jesus Christus des kleinen Mannes, ist in Paris gewesen und hat einen Vortrag gehalten. […] Ich habe so etwas von einem unüberzeugten Menschen überhaupt noch nicht gesehen. Die ganze Dauer des Vortrages hindurch ging mir das nicht aus dem Kopf: Aber der glaubt sich ja kein Wort von dem, was er da spricht! (Und da tut er auch recht daran.) […] Wenns mulmig wurde, rettete sich Steiner in diese unendlichen Kopula, über die schon Schopenhauer so wettern konnte: das Fühlen, das Denken, das Wollen – das ‚Seelisch-Geistige‘, das Sein. Je größer der Begriff, desto kleiner bekanntlich sein Inhalt – und er hantierte mit Riesenbegriffen. Man sagt, Herr Steiner sei Autodidakt. Als man dem sehr witzigen Professor Bonhoeffer in Berlin das einmal von einem Kollegen berichtete, sagte er: ‚Dann hat er einen sehr schlechten Lehrer gehabt -!‘ Und der Dreigegliederte redete und redete. Und [der bekannte Journalist Jules] Sauerwein übersetzte und übersetzte. Aber es half ihnen nichts. Dieses wolkige Zeug ist nun gar nichts für die raisonablen Franzosen. […] Die Zuhörer schliefen reihenweise ein; dass sie nicht an Langeweile zugrunde gingen, lag wohl an den wohltätigen Folgen weißer Magie. Immer wenn übersetzt wurde, dachte ich über diesen Menschen nach. Was für eine Zeit -! Ein Kerl etwa wie ein armer Schauspieler […], Alles aus zweiter Hand, ärmlich, schlecht stilisiert … Und das hat Anhänger -! […] Der Redner eilte zum Schluss und schwoll mächtig an. Wenns auf der Operettenbühne laut wird, weiß man: Das Finale naht. Auch hier nahte es mit gar mächtigem Getön und einer falsch psalmodierenden Predigerstimme, die keinen Komödianten lehren konnte. Man war versucht zu rufen: Danke – ich kaufe nichts.“ (…)”
–
Kurt Tucholsky, “Rudolf Steiner in Paris”, vollständiger Text hier: http://www.textlog.de/tucholsky-rudolf-steiner.html
#98 | Andreas Lichte sagt am 28. Dezember 2011 um 12:10
Reaktion auf Martin Ballaschk’ Artikel:
“Techniker-Krankenkasse unterstützt Parawissenschaft!
Die TKK erstattet ab dem 1.1.2012 Behandlungskosten bei homöopathischen Ärzten. Während ich das auf Esowatch [selber Artikel wie oben] las, entwarf ich in Gedanken bereits die Protestschrift an meine Krankenkasse: (…)”
weiter: http://frankinformiert.wordpress.com/2011/12/27/techniker-krankenkasse-unterstutzt-parawissenschaft/
#99 | Anonymous sagt am 28. Dezember 2011 um 12:34
Wenn man den Scharlatan mit L. Ron Hubbard vergleicht, so fällt auf, dass die Scientology Organisation in den USA ebenfalls relativ aktzeptiert wird, so wie Steiner in Deutschland. Dabei wird gerne behauptet, der Prophet gelte im eigenen Lande nichts. Scharlatane dagegen also doch.
#100 | FMH sagt am 28. Dezember 2011 um 21:20
@#88 Anton Kowalski
Elsevier ist mir als Zahnmedizinstudent schon lange negativ aufgefallen. Auf der einen Seite kürzt man Fachbücher in Neuauflagen ein, auf der anderen Seite werden Pamphlete für solche gefährliche Scharlatanerie wie “Störfeld Zahn” herausgegeben – und das zu gepfefferten Preisen.