
Angesichts einer möglichen Übernahme des Essener Chemiekonzerns Evonik durch BASF fordert die RuhrSPD verbindliche Garantien für Arbeitsplätze, Standorte und Investitionen. Auch die Landesregierung und die RAG-Stiftung sollen sich für den Erhalt der industriellen Arbeitsplätze einsetzen.
Der Spezialchemiekonzern Evonik befindet sich bereits in einem umfassenden Umbau. Zwischen 2027 und 2029 sollen weltweit rund 3.200 Stellen wegfallen, davon etwa 2.150 in Deutschland. Eine mögliche Übernahme durch BASF könnte den Druck auf die Beschäftigten weiter erhöhen, befürchtet die RuhrSPD.
Für das Ruhrgebiet steht viel auf dem Spiel. Allein im Chemiepark Marl arbeiten rund 10.000 Menschen bei verschiedenen Unternehmen. Auch Gelsenkirchen ist über Zulieferbetriebe und industrielle Dienstleistungen eng mit der Chemieindustrie verbunden.
„Das Ruhrgebiet hat über Jahrzehnte wirtschaftlichen Strukturwandel getragen. Unsere Beschäftigten dürfen nicht erneut die Rechnung für unternehmerische Entscheidungen bezahlen“, erklärt Nicole Schmidt, Vorsitzende der SPD Gelsenkirchen. Wer über Milliardenangebote und Synergieeffekte spreche, müsse zuerst die Sicherheit der Arbeitsplätze gewährleisten.
Die RuhrSPD verlangt von BASF Beschäftigungsgarantien über das Jahr 2032 hinaus, den Ausschluss übernahmebedingter Stellenstreichungen und den dauerhaften Erhalt der Produktionsstandorte sowie des Evonik-Unternehmenssitzes in Essen. Hinzu kommen Forderungen nach Investitionen in Forschung, klimafreundliche Produktion und Ausbildung sowie nach einer umfassenden Beteiligung von Betriebsräten und der Gewerkschaft IG BCE.
„Die Zukunft von Evonik ist eine industriepolitische Frage von nationaler Bedeutung“, sagt der RuhrSPD-Vorsitzende Martin Murrack. „Ohne rechtlich belastbare Beschäftigungs- und Standortgarantien kann es keine politische Unterstützung der RuhrSPD geben.“
Auch die nordrhein-westfälische Landesregierung und die RAG-Stiftung als größte Evonik-Aktionärin müssten nach Ansicht der RuhrSPD ihren Einfluss nutzen, um gemeinsam mit den Gewerkschaften verbindliche Vereinbarungen zur Sicherung der Arbeitsplätze durchzusetzen.
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