Vor einigen Tagen veröffentlichte Barone-Autor Sebastian Weiermann einen Bericht über die Kölner Demonstration „Es gibt kein Menschenrecht auf Israelkritik“. Sebastian stellte seinen Text unter den Titel „Köln: Für Israel und gegen den Islam?„. Darin sagte er den pro Israel-Demonstranten eine inhaltliche Nähe zu Rechtspopulisten, und indirekt auch eine Mitschuld am Hass auf Israel nach. Vor allem kritisierte er dabei die Entscheidung direkt vor einer Milli Görüs-Moschee zu protestieren. Heute folgt eine Erwiderung von Paul Mentz. Mentz ist Soziologe und publiziert im Arbeitskreis Rote Ruhr Uni. Er ist unter anderem Herausgeber von „Theorie als Kritik“.
Probono Magazin Folge 10
Ab jetzt zeigen wir jede Woche das Probono-Magazin. Probono ist die TV-Produktionsgesellschaft von Friedrich Küppersbusch.
Aus vollem Herzen Feministin

Vor kurzem ist auf unserem Blog der Artikel „Keine Widerrede“ von Saskia Albarus erschienen. Die Autorin setzt sich darin kritisch mit dem Feminismus auseinander. Gestern erschien bereits eine Antwort darauf. Das neue feministische Blogger*innenkollektiv der Seite „Feminismus im Pott“ hat nun eine weitere Erwiderung verfasst, die wir an dieser Stelle dokumentieren.
Warum stoßen sich so viele Menschen an dem Begriff Feminismus? Warum kann die bloße Erwähnung direkt zu empörten, abwehrenden Reaktionen führen? Wer fühlt sich angegriffen und aus welchem Grund? Die immer noch ablehnenden und oft auch aggressiven Reaktionen halten mir vor Augen, wie wichtig feministische Inhalte auch heute in dieser vermeintlich fortschrittlichen Gesellschaft sind. Denn wie schrecklich sind die Kommentare, die Anita Sarkeesian über sich ergehen lassen muss, weil sie vorhandene Rollenmodelle in Videospielen genau unter die Lupe nimmt und kritisiert, die ein einfältiges und sexistisches Bild von Frauen konstruieren und vermitteln! Warum lebe ich in einer Kultur (‚rape culture‘), die Frauen vermittelt eine Ware zu sein, die zu schützen gilt so gut es geht, was bedeutet, dass sie Nachts nicht allein, wenn doch nur mit Pfefferspray bewaffnet und in keinem Fall im Minirock unterwegs sein dürfen!
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Feministin zu sein und sich auch so zu nennen, tut nicht weh. Ich habe auch
Zwischennutzung: Wohnen mit eingeschränkten Rechten

Anfang des Jahres bezog die Polizei in Dortmund-Hörde ihre neue Wache direkt am Phoenixsee. Für die nun leerstehenden Räume in der Alten Benninghofer Straße gibt es bisher kein erkennbares Folgenutzungskonzept. Inzwischen haben ein paar junge Menschen im Auftrag des niederländischen Unternehmens Camelot die Räume bezogen und wohnen dort als Hauswächter für einen sehr geringen Kostenbeitrag. Ein auf den ersten Blick lohnendes Geschäft für alle Beteiligten. Doch als Hauswächter gibt man viele Rechte auf. Von unserem Gastautor Mirko Kussin
In einem Schloss wohnen, in einer alten Klinik oder einer leerstehenden Fabrik. Das klingt nach einem schönen Traum für Individualisten. Camelot verkauft diesen Traum: als Wohnraumanbieter, an vornehmlich junge Menschen, die „anders“ wohnen möchten.
Wirtschaftlichkeit
Zwischennutzung ist das Zauberwort. Um langfristigen Leerstand und die daraus folgenden Probleme wie Vandalismus und Verfall der Bausubstanz zu vermeiden, nutzen immer mehr Immobilieneigentümer den Service von Vermarktungsprofis wie Camelot. Sie sorgen dafür, dass die Objekte bewohnt und somit bewacht und gepflegt werden. Insbesondere den angespannten
Uber: „Die Veränderungen im Taximarkt werden nicht mehr aufzuhalten sein“

Ich bin kein Uber-Fan, sondern will einen freien Markt mit klaren Regeln für alle! Unser Gastautor Moritz Körner ist Vorsitzender der Jungen Liberalen in NRW:
Monopole aufzubrechen ist eine urliberale Forderung. Wer für mehr Wettbewerb und die Liberalisierung eines Wirtschaftsbereiches eintritt, bekommt üblicherweise die Kritik derjenigen ab, die es sich bisher gemütlich in ihrem staatlich geschützten Wirtschaftsbereich eingerichtet haben.
Vor allem deswegen haben die Taxifahrer heftig demonstriert, als das amerikanische Unternehmen Uber auf den deutschen Markt gedrungen ist. Der Taximarkt hat sich seit Jahren, wenn nicht sogar seit Jahrzehnten jedoch überhaupt nicht verändert. Von Innovation keine Spur! Gleichzeitig gibt es jedoch massive technologische Fortschritte, die das Umfeld in dem individualisierte Personenbeförderung heute operiert, umwälzen.
Das Personenbeförderungsgesetz verlangt zum Beispiel genaue Ortskenntnis von Taxifahrern, was in Zeiten von Navigationsgeräten oder Smartphone-Apps völlig gestrig wirkt. Zumindest bei meinen letzten Taxifahrten wurden von den Fahrern überwiegend Navigationsgeräte benutzt.
Max Herre im Sommergarten der Messe Berlin
Gestern war es also wieder soweit: Max Herre & Kahedi Radio Orchestra gab zusammen mit Joy Denalane, Afrob, Megaloh, Grace und weiteren musikalischen Freunden und Wegbegleitern im Sommergarten der Messe Berlin ein grosses Stelldichein. Grosses Tennis! Am Sonntag ist er übrigens auch in Dortmund zu bestaunen.
Max Herre, Sonntag, 7. September, 20.00 Uhr, Westfalenpark, Dortmund
Von Detroit lernen
Am 16. September stellt die Initiative Recht auf Stadt Ruhr im Nordpol in Dortmund mit einer Mischung aus Diskussion und Party ihr Manifest „Von Detroit lernen“ auf einet Mischung aus Diskussionsveranstaltung und Release-Party vor. Mit dem freundlichen Einverständnis von Recht auf Stadt Ruhr stellen wir den Ruhrbarone-Lesern den Text vor.
Detroit gilt als der Inbegriff der postindustriellen Stadt. Der Rückzug der großen Industrien hat diese Stadt massiv verändert. Auch im Ruhrgebiet begann der Strukturwandel in den 60er Jahren. Doch der Prozess der Deindustrialisierung hat hier sein Ende noch nicht erreicht. Die sozialen Tragödien und der Verfall des Ruhrgebiets werden hinter dem Wortgeklingel „Metropole Ruhr“ oder „Region im Wandel“ versteckt. Wir möchten ihnen hingegen tatsächlich ins Auge sehen: der Armut, der sozialen Segregation, der Abwanderung, dem Leerstand und der Langeweile. Wir
„Israel ist der Jude unter den Staaten“

Das „Bündnis gegen Israelkritik“ engagiert sich gegen Antisemitismus. Unser Gastautor Benedikt Johannes hat mit Markus Reissdorf, dem Sprecher des Bündnisses, gesprochen.
Warum habt ihr euer Bündnis „Bündnis gegen Israelkritik“ genannt? Wollt ihr Israelkritik verbieten?
Reissdorf: Nein, wir wollen nichts verbieten. Doch sind wir, wie der Name unseres Bündnisses schon sagt, gegen Israelkritik. Dieser Reaktion begegnen wir jedoch ziemlich häufig, ebenso wie der Floskel `Man wird doch Israel noch kritisieren dürfen`. Anders als diejenigen, die so fragen, glauben machen wollen, ist Israelkritik in Deutschland aber ein Massensport und keine unterdrückte Meinung. Schon das eingeschliffene Wort der Israelkritik, für das es keine Entsprechung für andere Länder gibt, macht deutlich, dass es sich um eine Worthülse handelt. Es gibt keine Spanienkritik oder Frankreichkritik. Es geht den Israelkritikern um eine zeitgemäße Formulierung ihres antisemitischen Ressentiments. Konkret bezogen auf die Ereignisse der letzten Wochen ist Israelkritik das Ticket, das jeder Antisemit lösen kann, ohne von der Staatsräson, die den offenen Antisemitismus ja verbietet, in die Schranken gewiesen zu werden. Die sogenannten Differenzierungen, die zwischen Judenhass und Israelkritik unterscheiden wollen, wurden von den Antisemiten verstanden, und an ihre Demonstranten durchgereicht: Sagt nicht „Juden“, sondern sagt „Zionisten“.
Ist also jede Kritik an Israel antisemitisch?
Unter den gegebenen Voraussetzungen ist jede Israelkritik
Islamischer Staat: Joseph Conrad, Marlon Brando und die Pick-Up-Kohorten

Die Propaganda von IS/ ISIS besteht in dem Versprechen, Gewalt zu entgrenzen, soll man deren Bilder zeigen oder nicht? Genauer: Soll man sie zeigen, damit wir sie lesen lernen, oder nicht zeigen, weil wir sie lesen können. Ein Versuch von unserem Gastautor Thomas Wessel.
„Ein junger Mann posiert vor einem Zaun mit spitzen Elementen, wie er hierzulande in gutbürgerlichen Gegenden als Zierde und Grenzmarkierung vor gepflegten Vorgärten gut vorstellbar wäre. Auf den Zaunspitzen in jenem Foto aber stecken abgeschlagene Köpfe.“
So beschreibt Caroline Ulh auf welt.de ein Foto, mit dem sich der ISIS beim WDR vorgestellt hat, „Hart aber fair“ hat es am Dienstag als Einstieg genutzt. Uhl meint, man hätte „kaum hässlicher zeigen können, um wen es geht“ – ist das so? Das Motiv, wenn man es so nennen will, hat eine europäische Geschichte:
„… einundzwanzig Köpfe wurden nach Stanley Falls gebracht, wo Kapitän Rom sie als Einfriedung eines Blumenbeetes vor seinem Haus eines hohen Offiziers aufstellte.“
So 1897 Edward James Glave, britischer Geschäftsmann im Kongo, wo Leopold II., belgischer König aus deutschem Haus, zwischen 1885 und 1908 ein auch für damalige Verhältnisse äußerst
„Wo sollen wir denn hin? Schon wieder wissen wir nicht wohin?“

Am vergangenen Sonntag hielt Gabriel Goldberg auf einer Demonstration gegen Antisemitismus in Köln eine sehr persönliche Rede, die wir hier wiedergeben.
Verehrte Anwesende,
vielen Dank, dass Sie so zahlreich zu dieser Veranstaltung erschienen sind.
Und vielen Dank an das Bündnis gegen Antisemitismus Köln, eine Organisation die erst kürzlich gegründet wurde, eine Organisation, bestehend aus jungen, idealistischen Menschen, die beschlossen haben, ihr Schicksal selbst in die Hände zu nehmen.
Ich wurde gebeten, einen Redebeitrag über die Befindlichkeit eines Juden in Deutschland, im Sommer 2014 zu halten. Ich möchte anmerken, dass ich nicht für alle deutschen Juden sprechen kann, ich spreche für mich.
