Auftakt zum Ende der Naziherrschaft

Schukow Foto: Z. Szumowski Lizenz: Gemeinfrei


Am Montag, dem 16. April 1945 begann die 1. Weissrussische Front unter dem Schlächter seiner Soldaten, Schukow, aus dem Oderbrückenkopf unterhalb der Seelower Höhen die Schlussoffensive des Krieges. Von unserem Gastautor Manfred Barnekow.

Noch einmal wird sich ein grauenvolles Gemetzel entwickeln. Der größte Artilleriebeschuss der Weltgeschichte bleibt wirkungslos, weil die Deutschen ihre Stellungen in genau dieser Erwartung nach hinten verlegt hatten, als die Rotarmisten vorgingen, gerieten sie ins Feuer und hatten furchtbare Verluste. Zehntausende russische Soldaten werden den Sieg vor Augen fallen, drei Tage halten sich die Deutschen, drei Tage fällt dem sowjetischen Oberbefehlshaber nichts anderes ein, als immer neue Soldaten zu opfern, um die Deutschen zu erschöpfen.

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Am Beispiel der Frankfurter Rundschau: Der ewige Antijudaismus


„Der ewige Netanjahu“ titelte die Frankfurter Rundschau, nachdem der amtierende israelische Ministerpräsident, Benjamin Netanjahu, zum 5. Mal wiedergewählt wurde. Dass die Schlagzeile an den antisemitischen Propagandafilm „Der Ewige Jude“ aus der Zeit des Nationalsozialismus erinnern könnte, der Juden als gefährliche „Untermenschen“ darstellte, kam der Redaktion beim Veröffentlichen des Artikels nicht in den Sinn. Von unserem Gastautor Ahmad A. Omeirate.

Auf Twitter und Facebook löste die Meldung sowohl in Deutschland als auch in Israel kontroverse Debatten aus. Die Chefredaktion entschuldigte sich noch am selben Tag für die

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Europawahl: Russlands Interessen und hybride Kriegsführung

Vladimir Putin Foto: Kreml Lizenz: CC BY 4.0

Am 12. April berichtete Michael Thumann in der Kolumne «Fünf vor Acht» zur Europawahl, über die angebliche Kritik einer russischen Politikerin und «Journalistin», Veronika Kraschennikowa, dass der Kreml Rechtspopulisten, wie die AfD in Deutschland, und Linksnationalisten, wie die «Podemos» in Spanien, in Europa unterstützt. Für mich ist diese Kritik einer «Journalistin», die für «Rossija Sewodgna», also die russischsprachige Version von «Russia Today» arbeitet, im besten Fall heuchlerisch und hat mehr mit Krokodilstränen, als mit effektiver und wahrhaftiger Kritik, gemein. Von unsererGastautorin Anastasia Iosseliani.

Gerade jetzt, wo die russische Wirtschaft, angetrieben durch die allumfassende Korruption in Russland und amerikanische und europäische Sanktionen, sich in einer Abwärtsspirale befindet, öffnet Frau Kraschennikowa den Mund, um daran zu erinnern, dass sich Russland immer weiter von Europa im Besonderen, von zivilisierten Staaten im Allgemeinen, isoliert.

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Das Programm für das 48. Moers Festival steht


Mit den soghaften und schweißtreibend-coltraneartigen Stücken des New Yorker Quartetts „Scatter The Atoms That Remain“ um den kanadischen Schlagzeuger Franklin Kiermyer will das Festivalteam gleich zur Eröffnung des alljährlichen Pfingstspektakels in Moers ein starkes Ausrufezeichen setzen, dann startet der musikalische Trip in unbekanntes Land. Daß das einstige „New Jazz Festival“ aber längst kein originäres Jazz-Festival mehr ist, zählt inzwischen zum Allgemeinwissen unter Musikfans und sei hiermit zum letzten Mal erwähnt. Was die Bands und Solokünstlerinnen und -künstler des diesjährigen Programms genreübergreifend eint, ist die Lust am Nicht-Normalen, Experimentellen, Grenzüberschreitenden. Von unserem Gastautor Matthias Heße.

Große Namen sind natürlich dabei, der Saxophonist Joshua Redman etwa, Colin Stetson oder das legendäre Sun Ra Arkestra. Sun Ra war bekanntlich einst vom Saturn zum Planeten Erde emigriert, und so scheint es nur sinnfällig, daß der künstlerische Leiter Tim Isfort und sein Team die Presse zur Programmvorstellung in die örtliche Filiale des gleichnamigen Elektrohändlers lädt, wünscht man sich dort doch vielleicht ein kleines Guerilla-Konzert der legendären Freejazz-Formation, die nach dem Tod ihres Namensgebers von dem kongenialen Flötisten Marshall

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Kommen Babys mit Betriebssystem auf die Welt?

Charles Darwin auf einem Aquarell von George Richmond (1809–1896) aus dem Jahr 1840 (Ausschnitt) Lizenz: Gemeinfrei

Warum unsere Evolution angeblich am Hals endet. Von unserem Gastautor **@***********us.com“ data-hovercard-owner-id=“23″>Matthias Kraus.

„Der Ursprung der Arten durch natürliche Selektion oder die Erhaltung bevorzugter Rassen im Überlebenskampf“, so der gruselige Originaltitel von Darwins Evolutionstheorie, erschien 1859. Das war ein historisch äußerst ungünstiger Moment. Die neue These wurde flugs zur Steilvorlage für die europäischen Kolonialstaaten. Bevorzugte Rassen im Überlebenskampf? Damit konnten nur sie selbst gemeint sein, fanden die Europäer auf Expansionstrip. Die arme Biologie verlieh den angezettelten Gräueln in den Kolonien eine schöne Rechtfertigung — Unterjochung als natürliche Ordnung der Dinge, jetzt auch wissenschaftlich erwiesen. Kurze Zeit später diente die Evolutionstheorie, von Medizinern pervertiert zur „Rassenhygiene“, den Nationalsozialisten als Inspiration für die „sozialdarwinistischen“ Nürnberger Rassegesetze und rassistisch motivierten Völkermord.

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Wolfgang Pohrt: Die Tophits der 70er, 80er und 90er und das Beste von heute!


Am Donnerstag, den 11. April, lädt die Redaktion antideutsch.org in die Räume des Zerzausten GrießKrams zu einem Abend in memoriam Wolfgang Pohrts. Klaus Bittermann, der Verleger Pohrts, wird den Abend mit einem kleinen Vortrag über das Schaffen Pohrts beginnen. Anschließend werden ein paar Schreiberlinge, die sich in pohrtscher Tradition wähnen, jeweils einen Text aus dem vielfältigen Werke Wolfgang Pohrts lesen und vorstellen. Wir haben Klaus Bittermann vorab einige Fragen zu Wolfgang Pohrt gestellt.

Herr Bittermann, würden sie es als ironischen Erfolg von Wolfgang Pohrt bezeichnen, dass am Ende einer jahrzehntelang Kritik an der Linken, sich nach seinem Tod kaum jemand an ihn erinnert?

Als Kritiker der Linken macht man sich nun mal keine Freunde. Das hat Pohrt gewusst und in Kauf genommen, dass er nicht gerade große Beliebtheitswerte hatte, im Gegenteil, er hat es bewusst in Kauf genommen, weil er davon ausging, dass sich Erkenntnis nur im Streit, im Dissenz finden lässt und nicht in reiner Affirmation. Dass er überhaupt einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde, liegt an der historischen Konstellation, die Pohrt Anfang der 80er Jahre vorfand, als die Friedensbewegung sich auf dem Gipfel ihres Erfolgs befand und deshalb auch Kritiker Erfolg hatten durch den vehementen Widerstand, auf den sie stießen.

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Falsch Verbunden – Fünf Thesen zum deutschen Datenstau

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Exportweltmeister und Wirtschaftsmacht, aber trotzdem Digitalverlierer. Dass Deutschland so schlecht verbunden ist, hat viele Gründe. Hier sind fünf davon, gesammelt von unserem Gastautor Fred Cyrus Roeder, Ökonom und Geschäftsführer des Consumer Choice Centers.

Deutschland, die digitale Wüste in der Datenverkehr nur im Schneckentempo vorankommt: Aktuell gehört dieses Bild zu jeder guten politischen Diskussion. Dafür, dass sämtliche Politiker die Digitalisierung zur Chefsache machen wollen, sieht es verdammt düster aus. Der phänomenal schlechte Netz- und Breitbandausbau in Deutschland kennzeichnet sich durch fünf wesentlichen Punkte.

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Oberhausen: Wie kann man seinen Kopf verlieren?


Viele Besucher waren der Einladung der Freunde der Archäologie im Raum Oberhausen (FARO e.V.) zur Einweihung des neuen Vereinsraum gefolgt. In zäher Kleinarbeit und mit viel Fantasie haben die Vereinsmitglieder nicht nur ihren Raum. sondern bereits die Eingangshalle und einen Teil des Schulhofs umgestaltet. Draußen. Von unserem Gastautor Helmut Junge.

vor dem Eingang suchten Kinder spielend mit Metallsonden im angeschütteten Sand nach vergrabenen Gegenständen. Die Freude am Suchen und Finden muss wohl in der Natur der

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Nordkorea, mon amour – Laibachs progressiver Klammerblues


Eine sehr griffige Anekdote aus der Frühzeit des mit Laibach eng verknüpften Kollektivs NSK (Neue Slowenische Kunst) ist die einstige Teilnahme beim traditionellen Jugendkunstwettbewerb im Rahmen von Titos Geburtstagszeremonien: Mit einem Gemälde eines athletischen Fackelträgers mit Standarte, auf der ein Emblem der jugoslawischen Flagge und eine Friedenstaube abgebildet waren, wurden sie zum Sieger gekürt. Kurz darauf wurde erkannt, dass das Bild die Überarbeitung eines Werks des Nazikünstlers Richard Klein war. Die jugoslawischen Farben überdeckten ein Hakenkreuz und wo die Friedenstaube abgebildet war, sieht man im Original einen anderen Vogel… 

Ein Gastbeitrag von Julian Gerhard

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