Das Weiße Haus als Kät-Toon


Immer wieder Donald Trump. Zuletzt brach den Vietnam-Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim ohne Ergebnisse ab. In den USA sieht sich der US-Präsident Anschuldigungen seines Ex-Anwalts Michael Cohen ausgesetzt. Die Russland-Ermittlungen von US-Sonderermittler Robert Müller, die ebenfalls in seine Richtung schießen, sollen Medienberichten zufolge kurz vor dem Abschluss stehen. Die Demokraten im US-Repräsentantenhaus haben eine umfangreiche Untersuchung zum US-Präsidenten eingeleitet. Auch das dürfte Trump in diesen Wochen noch unter Druck setzen. Dieses große Durcheinander probiert dieser Kät-Toon zusammenzufassen.

Gegen die kulturelle Wende

Kenan Malik Foto: LA2 Lizenz: CC BY-SA 3.0


Die Frage „Wer sind wir?“ hat „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“ verdrängt. Aber Auseinandersetzungen über kulturelle Identität können den Streit um politische Alternativen nicht ersetzen. Von unserem Gastautor Kenan Malik

In diesem Beitrag werden das multikulturelle und das eng mit ihm verwandte interkulturelle Denken kritisiert. Der ihnen zugrundeliegende Kulturalismus unterfüttert die spalterische Identitätspolitik von heute. Ausgangspunkt dieser Überlegungen ist das Scheitern des Multikulturalismus. Ihn zu kritisieren ist mittlerweile gang und gebe. Allerdings sind viele der aufgeworfenen Kritikpunkte ihrerseits so fragwürdig und problematisch wie jener Multikulturalismus selbst. Und das sagt jemand, der diesen seit über 20 Jahren kritisiert – schon lange bevor es Mode wurde.

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Am Aschermittwoch ist alles vorbei – Die Diskussion über Identitäten jedoch nicht

Venezianischer Karneval in den Alsterarkaden, Hamburg Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

Tatsächlich ist es für Anhänger identitärer Doktrinen fast unmöglich, sich zu verkleiden. Um in die Karnevalsdisco eingelassen zu werden, forderte das Gladbecker Jugendheim, in dem ich 1986 als Zivi diente, eine Verkleidung. Ersatzweise durfte man sich eine rote Nase anmalen lassen, aber selbst das war den türkischen männlichen Jugendlichen eine so starke Zumutung, dass sie sofort zum Klo liefen, um sich die Farbe abzuwischen. Weibliche türkische Jugendliche gab es in diesem Jugendheim nicht. Von unserem Gastautor Guido Schlösser.

Mittlerweile hat sich dieser identitäre Diskurs in der deutschen Mainstreamgesellschaft etabliert, was aber nicht an den Türken liegt. Es ist auch kein spezifisch deutsches Phänomen. Der „Zwarte Piet“ ist kein Deutscher, und „cultural appropriation“ kein deutscher Begriff.

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Das AKP-Regime dürstet es nach weiteren Geiseln

AKP-Zentrale in Ankara Foto: Nub Cake Lizenz: CC BY 3.0

Bei einer Kundgebung in Ankara hat Süleyman Soylu, der Innenminister des AKP-Regimes, das zugegeben, was sowieso kaum zu leugnen war: Dass nämlich das AKP-Regime und seine Spitzel ausserhalb der Türkei Erdogan-Kritiker ausspioniert haben, um diese dann festnehmen zu können, sobald sie türkischen Boden betreten. Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani.

Dieses neuerliche Dürsten nach Geiseln des AKP-Regimes ist aus zwei Gründen gefährlich:

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Marx21: “Mit den Islamisten manchmal, mit dem Staat niemals” 

Trotzki (4. v. l.) zusammen mit Stalin (3. v. r.) als einer der Sargträger bei der Beerdigung von Felix Dserschinski Foto: Unbekannt Lizenz: Gemeinfrei


“Bevor der Putsch losging, ist er gescheitert, aber alles hat einen Segen, jetzt können wir ein wenig Dreck säubern”. 
Mit diesem Facebookpost löste die Berliner Bloggerin Betül Ulusoy kurz nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei 2016 einiges an Unruhe aus, ihr drohte ein Ausschluss aus der Jungen Union. Es war nicht das erste Mal, dass sie eindeutige Sympathien mit dem islamistischen Regime der Türkei äußerte, sie machte Wahlkampf für eine Gegnerin der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern und zieht ihn selbst in Frage, fand 2014 die Atmosphäre auf Erdogan-Wahlkampfveranstaltungen “unbeschreiblich” . Von unserem Gastautor Jan Schiffer.

Nur ein Jahr nach ihrem “unbeschreiblichen” Selfie vom AKP-Wahlkampf findet sie sich auf dem Podium eines Kongresses, auf dem man eigentlich keine AKP-Anhängerinnen erwarten sollte: Sie spricht auf dem vom trotzkistischen Netzwerk marx21 veranstalteten Marx-Is-Muss-

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Anonymous Germany: Warum Artikel 13 unsere Freiheit im Internet bedroht

Eine gesunde Urheberrechtsreform, angepasst an das aktuelle, digitale und fortschreitende Zeitalter, von der jeder profitiert, ist wünschenswert. Wir von AnonNewsDE würden niemals irgendwelchen Künstlern finanziellen Profit madig machen wollen.

Damit jeder davon profitiert und schwammige Texte (Artikel 13) keine Zensur bzw. Uploadfilter mit sich bringen, ist unsere Politik gefragt. Es ist eigentlich nicht schwierig, die Interessen und Wünsche von Bürgern, Künstlern und Konzernen zu vertreten. Anstatt ständig die Interessen großer Konzerne und der Lobby(s) zu vertreten, kann man sich auch mit jungen Leuten wie auch Künstlern an einem Tisch setzen und eine gesunde  Urheberrechtsreform formen. Eine kurze Erläuterung von AnonNewsDE – nein, natürlich nicht vom ganzen Kollektiv.

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Gegen jeden Antisemitismus – auch im Mensch Meier


Im folgenden dokumentieren wir einen Brief des Aktionsbündnis gegen jeden Antisemitismus in den Räumen der K9, der eine für den 23.02 geplante Veranstaltung im Mensch Meier thematisiert. Der Brief war bereits vor einer Woche ans Mensch Meier gesendet worden. Das Kollektiv bat – da sie sich gerade in einem Prozess befänden – um ein wenig Geduld. Auf Nachfrage erhielten das Aktionsbündnis schließlich am 21.02. eine Antwort ohne Bezug auf unsere Kritik und den Verweis auf das Statement des Arab* Undergrounddas ebenfalls jedwede geäußerte Kritik ignoriert.

Hallo MenschMeierKollektiv,

auf eurer Website verweist ihr auf die Reclaim Your Club-Fibel als Leitfaden für eine emanzipatorische Clubkultur und macht es euch dadurch zur Aufgabe auch die gesellschaftlichen Verhältnisse und diskriminierenden Verhaltensweisen innerhalb linker Freiräume zu benennen um ihnen entgegenwirken zu können. (1) Dennoch stellt ihr eure Räume zum wiederholten Male einer antisemitischen Agitation zur Verfügung. Wir möchten euch deshalb auf euer Versäumnis den Antisemitismus „innerhalb unserer Freiräume“ (2) zu benennen und sich ihm entgegen zu stellen hinweisen. Auch wenn derartige Veranstaltungen öffentlich debattiert werden müssen, schreiben wir diesen Brief vorerst nur für euch, weil wir die Hoffnung auf eine späte Einsicht haben.

Für den 23.02.2019 laden La6izi & Arab*Underground in eure Räume zu DJ-Sets, Livemusik, Performances, einer Ausstellung und einer Filmvorführung ein. Gezeigt werden soll die boiler room Dokumentation Palestine Underground (3) – mit Jazar Crew (aus Haifa) und Sama (aus Ramallah) legen auch gleich zwei der Hauptprotagonist*innen dieser Doku auf. Die bereits bei der Lektüre des ursprünglichen Ankündigungstextes, in dem Haifa zu einer Stadt im „State of Palestine“ erklärt wird, erkennbare antisemitische Gesinnung, bestätigt sich durch den Film oder das Onlineverhalten der angesprochenen DJ*anes noch einmal.

Im Film werden unwidersprochen historisch falsche Tatsachen verbreitet– mit der Absicht Israel zu dämonisieren und zu delegitimieren. So behauptet Muqata’a, ein Hip Hop-Produzent aus Ramallah, dort „Palestinians co-existed before Israel was created. Palestinian Jews, Palestinian Muslims, Palestinian Christians were all living together here“ (4) . Antisemitische Pogrome – wie 1929 in Hebron – oder die Zusammenarbeit des Mufti von Jerusalem mit den deutschen

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„Gott sei Dank haben wir beide uns gehabt …“

Dirk von Lowtzow Foto: Achim Raschka (talk) Lizenz: CC BY-SA 3.0


Ruhrbarone-Gastautor Mathias Meis über das Buch „Aus dem Dachsbau“ von Tocotronic-Frontmann Dirk von Lowtzows.

Die Sterne waren von jeher die tanzbarsten, Blumfeld immer die klügsten und Tocotronic sowieso die coolsten Absolventen des Elitelyzeums Hamburger Schule. Frank Spilker veröffentlichte 2013 seinen Großstadt-Roman Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen, in welchem er lakonisch die Geschichte vom Niedergang des Thomas Troppelmann erzählt. Zwei Jahre später veröffentlichte Jochen Distelmeyer Otis, ein Berlin-Roman über den erdachten Grübler Tristan Funke. Zu Tocotronicerschienen bislang Thees Uhlmanns Tocotronic-Tourtagebücher Wir könnten Freunde werden sowie die von der Band beauftragte und vom

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