BDS, der Terror und das iranische Regime: Eine Ermittlung in eigener Sache

Umgezogen: Staatsanwaltschaft Bochum 2021 | Foto thw

Im Oktober bin ich symbolisch erschossen worden vor meiner Kirche, der Christuskirche Bochum. Im November wurden Brandanschläge verübt auf die Synagogen in Bochum, Essen sowie, dort nur geplant, in Dortmund. Im Dezember gab es die ersten Berichte, hinter den Brandanschlägen stecke der iranische Geheimdienst. Dass der in Deutschland agiert, ist seit Jahren bekannt. Ebenso, dass er ein besonderes Interesse an „(pro-)jüdischen und (pro-)israelischen Einrichtungen“ hegt. Sagt die Bundesregierung. Die Bochumer Staatsanwaltschaft weigert sich, in diese Richtung zu ermitteln, ihre Begründung ist trostlos. Hier eine Geschichte über BDS, Boston und Bochum. Und darüber, was das mit den iranischen „Revolutionswächtern“ zu tun haben dürfte. Und warum dies Iraner, die gegen das Terror-Regime protestieren, so gar nicht wundert.

Geschehen ist dies: Am 19. Oktober vergangenen Jahres verlies ich gegen 22 Uhr mein Büro, es liegt unmittelbar neben der Christuskirche Bochum, und ging, ein milder Herbstabend, über den angrenzenden Platz Richtung Rathaus, als mir eine Person entgegen kam, die, kurz bevor auf gleicher Höhe, einen Ausfallschritt macht zu mir hin, den Arm vorgestreckt, die Hand zur Pistole geformt, den Zeigefinger zentimeternah auf meinen Bauch richtet und, lautmalerisch gekonnt, den Sound von drei Schüssen imitiert. Die Person: ein Mann vielleicht Mitte 30, arabischer Phänotyp, gepflegte Erscheinung, kurzgeschnittenes Haar, getrimmter Bart, durchaus bürgerlich gekleidet und etwas kleiner als ich, sie geht weiter, dreht sich um, sagt etwas in einer fremden Sprache und lacht.

Surreale Begegnung. Bedrohlich deshalb, weil sie sich mit nichts verknüpfen lässt, was man aus dem urbanen Alltag kennt. Weniger vergrübelt die Einschätzung meiner Frau: „Das galt Dir.“ Am nächsten Tag zwei konzentrierte Kripo-Beamte, auch sie hielten es für denkbar, dass die Drohgeste mir gegolten haben könnte bzw. der Christuskirche, der wohl größten Kulturkirche in Deutschland, deren Programm ich verantworte. Und natürlich hatte ich die Beamten darauf hingewiesen, dass diese Kirche ein Ort politischer Kultur sei, deren Positionen öffentlichen Zu- und Widerspruch finden. Es gibt bundesweit nicht viele Veranstalter, die sich weithin erkennbar gegen BDS stellen und dessen Ziel, Israel zu eliminieren, aber eine Morddrohung?

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Huggy J. Borghardt im youtube-Roulette

Huggy J. Borghardt gehört im Ruhrgebiet zu den beliebtesten Musikern | Foto: PR

Huggy J. Borghardt gehört zu den wohl besten Blues’n’Boogie-Pianisten der Gegenwart. Seit 1984 ist er mit seiner Kunst in unzähligen Clubs und Bars im In- und Ausland unterwegs. Gelobt wird der „Klavier-Altmeister” (Visions) für seine brillante Technik und Fingerfertigkeit – sowie insbesondere sein Blues-Feeling und die Fähigkeit, den berühmten Funken überspringen zu lassen. Sein legendäres Live-Album erschien im Mai 2014 (via L+R Records) und ist anlässlich seines offiziell 1000.Gigs im Juni 2012 im Dortmunder subrosa aufgenommen worden. Klar, dass Huggy nicht fehlen darf, wenn nun das subrosa am kommenden Freitag (30. Juni, ab 19 Uhr) seinen 30. Geburtstag zelebriert. Denn die beliebte Hafenschänke hat sehr viel zum kulturellen Leben des Ruhrgebiets beigetragen. Neben Huggy gehören unter anderem noch Elvis Pummel und The Green Journey zum musikalischen Celebration-Programm im subrosa. Was sonst noch wichtig ist, erklärt Huggy im youtube-Roulette.  

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Der Ruhrpilot

Herbert Reul, CDU (Foto: Roland W. Waniek)
Herbert Reul, CDU (Foto: Roland W. Waniek)


Ruhrgebiet:
Clan-Krieg – Was nun, Herr Minister Reul?…WAZ
NRW: Räumung vom Hambacher Forst 2018 war rechtens…WAZ
NRW: Im Bauch der Queen(€)…FAZ
Ukraine: „Deutschland, danke für die unveränderte Stärke“…Welt
Ukraine: NATO-Chef Stoltenberg warnt vor einem Scheinfrieden…FAZ
Ukraine: Kiew und Moskau lehnen Friedensplan der afrikanischen Delegation ab…NZZ
Ukraine: Seuchen im Flutgebiet befürchtet…Zeit
Ukraine:Wir haben hier ein Riesenschlamassel“…Spiegel
Ukraine: Kein Wort über die Explosionen…taz
Ukraine: „Dieser Krieg richtet sich gegen den Westen“(€)…Welt
Ukraine: Ukrainischer Offizier versetzt hohen Erwartungen klaren Dämpfer…NTV
Debatte: Eine Demonstration grüner Zerrissenheit(€)…Welt
Debatte: Die Grünen spielen Kompromiss(€)…FAZ
Debatte: Macht hoch die Tür, die Tor’ macht weit(€)…Cicero
Debatte: Der Aufstand bleibt aus…taz
Debatte: An diesem Tag entlädt sich die Skepsis(€)…Spiegel
Debatte: Grüne suchen Mut und Zuspruch…NTV
Debatte: Die grüne Konsensmaschine…Zeit
Debatte: Der grüne Albtraum(€)…Cicero
Debatte: Internes Papier zeigt, dass den NGOs die Argumente ausgehen(€)…Welt
Debatte: Die tapferen Verteidiger des Vaterlands sind die Avantgarde(€)…NZZ
Debatte: Revolution als internationales Franchise-Konzept(€)…Welt
Debatte: Reallöhne kürzen, ohne dass es auffällt…FAZ
Debatte: Die Neue Rechte und der Bundestag…Jungle World
Debatte: Wieler sieht Gesundheitswesen bei Digitalisierung „ganz weit hinten“…Zeit
Debatte: Die Macht der Kunden im „woken“ Kapitalismus(€)…FAZ
Ruhrgebiet: Komplette Clan-Eskalation nach Kinder-Streit…Bild
Ruhrgebiet: Polizeipräsidentin zeigt sich schockiert nach Massenschlägerei(€)…RN
Dortmund: Über 1000 Menschen gedenken Massaker von Srebrenica(€)…RN
Bochum: Paluma im Bermuda wird zur Hitzeschlacht(€)…WAZ
Bochum: Ruhr-Badestelle ist eröffnet(€)…WAZ
Duisburg: Fans feiern Edwin Rosen beim Traumzeit-Festival(€)…WAZ
Essen: Syrer gegen Libanesen – so eskalierte die Massenschlägerei(€)…WAZ
Essen: Polizei sucht Fotos und Videos von Clan-Massenschlägerei…WAZ

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Nordpol: Wir müssen leider draußen bleiben

Unsere Gastautorin Anna Schott vor dem Nordpol in Dortmund – sie kommt nicht rein… Foto: Mona Dierkes Lizenz: Copyright

In immer mehr sogenannten linken Läden werden vermehrt Frauen ausgeschlossen. Erst kürzlich passierte das in Dortmund in meinem Bekanntenkreis. Einer jungen Frau wurde der Zutritt in die linke Kneipe „Nordpol“ verwehrt. Es hieß, von Seiten des Awareness Teams, dass die junge Frau einen transfeindlichen Verein gegründet habe – und dass einige Anwesenden sich in ihrer Gegenwart „unwohl“ fühlen würden. Weitere Informationen, welcher Verein das sein soll oder warum sich diese Personen unwohl fühlen bekam sie nicht.  Von unserer Gastautorin Anna Schott.

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Angekündigter Bellingham-Abgang in Dortmund: So wird der BVB zu ‚Vizekusen 2.0‘!

DFB-Pokal und Meisterschale sind seltene Gäste in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Via Ad-hoc-Mitteilung hat der BVB am Mittwoch den bevorstehenden Wechsel von Jude Bellingham zu Real Madrid bestätigt. Fällig wird offenbar eine Ablösesumme von 103 Millionen Euro, die sich durch vereinbarte Bonuszahlungen noch um bis zu 30 Millionen erhöhen können soll. Die Borussen werden jetzt vielfach für das vermeintlich ‚gute Geschäft‘ gefeiert.

Dabei wird vielfach übersehen, dass es gerade diese finanziell lukrativen Abgänge sind, die den BVB seit Jahren immer wieder entscheidend zurückwerfen, was das Sportliche betrifft.

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Bundestrainer Flick tut BVB-Profi Süle mit der Nichtberücksichtigung für die DFB-Elf einen Gefallen

Niklas Süle. Foto: BVB

Abwehrspieler Niklas Süle von Borussia Dortmund wurde von Bundestrainer Hansi Flick nicht für die anstehenden Länderspiele der DFB-Auswahl gegen die Ukraine (Mo., 18 Uhr), Polen (16.6., 20:45 Uhr) und Kolumbien (20.6., 20:45 Uhr) nominiert.

Verbunden hat der Coach dies mit deutlichen Worten der Kritik in Richtung Süle, mit dessen Einstellung sich Flick nicht einverstanden zeigte. „Ich finde, er lässt noch einiges liegen. Ich will, dass er von seiner Einstellung, von seiner Mentalität einen Schritt nach vorne macht“, sagte Flick im Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ über den 27-Jährigen.

Doch seien wir mal ehrlich. Süle kann eigentlich froh sein, dass ihn der Bundestrainer diesmal außen vor lässt.

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Gündogan womöglich zurück zum BVB – Noch eine aufgewärmte Liebe in Dortmund?

Ex-BVB-Profi Ilkay Gündogan steht einmal wieder in der Diskussion. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Dass der BVB aktuell ein Kaderproblem hat, wurde spätestens beim dramatischen Saisonfinale 2022/23 für jedermann ersichtlich, als es die Dortmunder im letzten Saisonspiel gegen den FSV Mainz 05 nicht über ein 2:2 hinaus schafften und den von vielen schon sicher geglaubten Meistertitel dadurch noch auf dramatische Art und Weise verspielten.

Es waren einfach nicht genug erfahrene Spieler auf dem Platz, die mit dieser Drucksituation zurechtkamen. Die Schwarzgelben wirkten gegen Mainz, und nicht nur hier (Stuttgart, Schalke, Bochum etc.), extrem verunsichert und insgesamt zu wenig selbstbewusst um die erste Meisterschaft nach 2012 erfolgreich ins Ziel zu bringen.

Die Strategie ständig  neue, vielfach extrem junge Kicker mit viel Talent ins Ruhrgebiets zu lotsen, um sie hier etwas reifen zu lassen und, wenn möglich, mit ihnen einen finanziellen Gewinn zu machen, erwies sich einmal mehr als unzureichend um den FC Bayern München (selbst in einer für ihn so ungewöhnlich schwachen Spielzeit) am Ende hinter sich lassen zu können.

Dortmund stand danach unter Schock. Nach einigen Tagen der Trauer und Besinnung, könnte nun ein Sinneswandel in den Köpfen der Verantwortlichen stattgefunden haben. Gerüchten zur Folge, soll ein früheres Aushängeschild des BVB vor eine Rückkehr nach Dortmund stehen.

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Bodo im Juni: Alexander Estis, Sylvia Wagner und Wölfe im Naturmuseum

In der Juniausgabe des Straßenmagazins spricht Dortmunds Stadtschreiber Alexander Estis über die Kraft kurzer Prosa, Sylvia Wagner über den Kampf deutscher Heimkinder für Gerechtigkeit, Guy Dermosessian über seinen Raum für Bochums außereuropäische und diasporische Community und Graffiti-Pionier Mason über seine Bilder auf S-Bahnen und in Galerien.

Der neue Dortmunder Stadtschreiber Alexander Estis wurde 1986 in eine jüdische Künstlerfamilie in Moskau geboren, kam mit zehn Jahren nach Hamburg, studierte später dort und lebt heute in der Schweiz. Er ist ein Meister der kurzen Form ‑ und damit praktisch ein Unikat im Literaturbetrieb.

Als früheres Heimkind erkämpft Sylvia Wagner sich ihren Platz in der Gesellschaft. Als Pharmazeutin weist sie systematische Medikamentenstudien in deutschen Kinderheimen bis in die 1970er Jahre nach. Mit dem faktenbasierten Roman „heimgesperrt“ verbindet sie ihre Arbeit mit den Emotionen der Betroffenen.

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‚Dieses selbstverschuldete Scheitern des BVB in der Meisterschaft werde ich wohl nie wirklich überwinden können!‘

Ein glücklicher BVB-Fan, Weihnachten 1980. Foto: privat

Inzwischen sind vier Tage seit der verpassten Meisterschaft des BVB am Ende der Saison 2022/23 vergangen. Wirklich besser geht es mir bei dem Gedanken an das Geschehen vom vergangenen Samstag aber noch immer nicht.

Nachdem die Borussia es verpasst hatte den FSV Mainz 05 in der heimischen Arena zu besiegen, am Ende nur 2:2 spielte, während der FC Bayern München zeitgleich gegen den 1. FC Köln auswärts mit 2:1 gewann und dadurch seine elfte (!!!) Meisterschaft in direkter Folge einfuhr, ist mir der Spaß am Fußball weitestgehend vergangen. Und ich fürchte, das wird auch erst einmal so bleiben.

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Rainald Grebe kommt nach Dortmund ins Junkyard

Rainald Grebe kommt nach Dortmund ins Junkyard | Foto: Peter Hesse

Am 4. Juni gastiert der deutsche Liedermacher, Kabarettist, Autor und Regisseur Rainald Grebemit seiner DIE BAND im Junkyard Open Air. Der gebürtige Kölner hat in seinem Soloprogramm zuletzt davon Reden gemacht, trotz einer schweren Krankheit nicht nur ein, sondern gleich neue Bühnenprogramme vorzustellen.

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