Bad Religion, Mittwoch, 22. Mai, 20.00 Uhr, Ringlokschuppen, Bielefeld
Bad Religion, Mittwoch, 22. Mai, 20.00 Uhr, Ringlokschuppen, Bielefeld

Räumpanzer, eine Hundertschaft in Uniform und Zivil auf dem Party-Gelände – dafür, das auf dem Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern eigentlich noch nie etwas passiert ist, plant die Polizei ein arg großes Aufgebot. Die Zeit beschreibt ein regelrechtes Bürgerkriegsszenario, entworfen von dem Polizeipräsidenten Hoffmann-Ritterbusch. Dabei ist Hoffmann-Ritterbusch nicht der allmächtige Herr des Verfahrens. Die Polizei untersteht, wie in anderen Bundesländern auch, dem Innenministerium. Der InnenministerMecklenburg-Vorpommerns heißt Lorenz Caffier und ist in der CDU. Er könnte Hoffmann-Ritterbusch stoppen. Und wenn er es nicht tut, könnte die Ministerpräsidentin des Landes eingreifen und die Posse beenden. Ihr Name ist Manuela Schwesig, sie ist in der SPD und gilt manchen als Hoffnungsträgerin. Im Moment tut sie als Ministerpräsidentin allerdings nur eins: Sie trägt die Einsatzplanung von Hoffmann-Ritterbusch mit und lässt die Dinge laufen. Schwesig täte gut daran, sich an eine andere SPD-Hoffnungsträgerin zu erinnern: Ihr Name war Hannelore Kraft. Einer der Hauptgründe, warum sie 2017 ihr Amt verlor und nun im Sportausschuss des Landtags ein Dasein als Hinterbänklerin fristet, war die Unfähigkeit ihres Innenministers Ralf Jäger, den sie so gewähren ließ wie Schwesig Caffier. Am Ende ist die Ministerpräsidentin für die Politik des Landes und seiner Behörden verantwortlich. Schwesig wäre nicht die erste Hoffnungsträgerin der SPD, die untergeht.

Eine sterile Häuserschlucht. Glasfronten, Firmenlogos, Überwachungskameras an den Wänden. Ein leerer Platz mit hässlichen Stahlskulpturen. An der Wand ein Schild:
„Zu Ihrer Verunsicherung wird dieser Platz videoüberwacht.“
This Patch of Sky, Dienstag, 21. Mai, 20.00 Uhr, Druckluft, Oberhausen

Unser Gastautor Björn Casapietra ist Tenor und Schauspieler. Die Hähme, mit der Madonna nach ihrem gestrigen Auftritt beim European Song Contest überzogen wird, kann er als professioneller Musiker nicht nachvollziehen.
Madonna hat keine „Töne vergeigt“. Ihre Stütze hat versagt. Ihre Stütze war schwach. Es ist so unglaublich schwer mit zwei Liedern zu überzeugen. Viel schwerer, als ein ganzes Konzert zu singen. Bei einem Konzert kannst du warm werden, dich an die Akustik gewöhnen, Lied für Lied dich steigern. Wenn du nur zwei Lieder hast ist das Millionen mal schwerer als ein ganzes Konzert. Sie hat das gesamte erste Lied „Flat“ gesungen. Das heisst, die Töne waren im Grunde alle einen Hauch zu tief. Das hat nichts mit dem Singen zu tun sondern nur mit der Stütze. Und wenn die müde ist, wenn der Körper müde ist, dann funktioniert er nicht von null auf 100. Dann braucht er Zeit um langsam in Gang zu kommen. Ähnlich, wie ein kalter Motor. Hinzukommt, dass das in zunehmendem Alter nicht leichter wird.

Bochum im Jahr 1989, „Die Kassierer“ gab es erst knapp 4 Jahre und das dortige soziokulturelle Zentrum Bahnhof Langendreer wirkte noch etwas zu groß für die Band. Deswegen entwickelte man zusammen mit anderen Bochumer Kulturschaffenden das Manni-Weller-Show-Konzept. Ein Befreundeter Jurist, Alexander Behrendt wurde zu Manni Weller, Deutschlands einzigem
Dermot Kennedy, Montag, 20. Mai, 20.00 Uhr, Palladium, Köln

Es gibt nur wenige Bands, deren Leader so charismatisch sind, dass die Band nach dessen Tod einfach weiter existiert. Die Big Bands von Duke Ellington oder Charles Mingus sind Beispiele. Und natürlich das Sun Ra Arkestra. Die Legende, fast schon so etwas wie eine Religionsgemeinschaft zu sein, ist sicher auch ein Image-Trick gewesen. Aber angeblich haben die Mitglieder des Arkestras zeitweise wirklich wie in einer Kommune gelebt. Nach Sun Ras Tod führte zunächst John Gilmore die Band weiter. 1995 ging der Fackelstab weiter an Marshall Allen.
Dieser Vorreiter des Avantgarde-Saxofons und langjährige Mitreisende auf dem interstellaren Raumschiff wird in wenigen Tagen 95.

Erstaunlicherweise schreibt und spielt er immer noch, macht Platten und ist drogenabhängig. Und – gerade 40 geworden – noch am Leben.
Der letzte Provokateur des Rock’n’Roll, Peter Doherty ist zurück und performte heute Abend live mit seiner neuen Band The Puta Madres in der Kantine in Köln.
Dort stellte er, mit (Ex) Freundin Katia DeVida am Keyboard und Gitarrist Jack Jones, sein neues, Ende April erschienenes, selbstbetiteltes Album vor. Während seine Huskys über das Dach der Kantine streiften.