Etwas Abwechslung muss scheinbar auch für Demonstranten hin und wieder mal sein. Statt sich immer wieder nur gegen Umweltverschmutzung und gegen die Politik der aktuellen Machthaber zu positionieren, wollten rund 500 Jugendliche in Recklinghausen heute offenbar einmal für etwas Belebung bei den etablierten #FridaysforFuture-Demos sorgen und lieber mit einer positiven Forderung an die Öffentlichkeit gehen.
Laut ‚Recklinghäuser Zeitung‘ gingen diese nämlich heute FÜR den Klimawandel auf die Straßen!
Es bleibt zunächst abzuwarten, ob dies wohl auch in den kommenden Wochen wieder das Thema der Wahl bei den Jugendlichen in der Kreisstadt im nördlichen Ruhrgebiet sein wird, oder ob man sich am Ende nicht doch lieber wieder für ein Engagement in die Gegenrichtung entscheiden wird. 😉
Martin Schulz war heute in Bochum um für die Europawahl zu werben. Das interessierte so gut wie niemanden.
Waffeln
“Auf eine Waffel mit Martin Schulz” heißt die Veranstaltung? Auf eine Waffel? Waffeln, das muss man wissen, sind in Bochum traditionell CDU-Naschwerk. An CDU-Wahlkampfständen gab es Waffeln von einem gewissen “Gerd”. Die SPD war die Wurst-Partei. Bei ihr gab es Bratwurst, keinen bourgeoisen Süßkram. AlsSchulz kam, stand zwar schon der zentrale Parteiwaffelwagen aus Frankfurt, aber Waffeln gab es noch nicht. Selbst dieses Versprechen hat die SPD gebrochen. In Markus Feldenkirchens “Die Schulz-Story“, dem Poträt des 2017-Bundestagswahlkampfes, aß Schulz Currywurst. Immer. In jedem Hotel. In jeder Ratsstätte. Schulz war die Currywurst unter den Kandidaten. Etwas fettig, nicht wirklich scharf, aber von einer sympathischen Beliebigkeit. Natürlich traute ihm jeder zu, das Land ordentlich zu verwalten, aber den Verwalterjob hatte schon Merkel. Warum ohne Not wechseln?
Bijan Djir-Sarai, Außenpolitischer Sprecher der FDP im Bundestag; Foto: Bijan Djir-Sarai
Bijan Djir-Sarai wurde 1976 in Teheran/Iran geboren. Im Jahre 1987 kam Bijan Djir-Sarai, ohne Kenntnisse der deutschen Sprache, in die Obhut seines Onkels in Grevenbroich.
Der Vater hatte früher in Deutschland studiert und wollte seinem Sohn eine bessere Lebensperspektive, als die, die er im Iran hätte, bieten. Bijan Djir-Sarai besuchte das Gymnasium und engagierte sich später in der FDP.
2009 gelang ihm der Einzug in den deutschen Bundestag. Eines seiner Schwerpunktthemen ist die Menschrechtslage im Mittleren und Nahen Osten. 2016 gelang ihn, nachdem die FDP in der vorherigen Legislaturperiode den Einzug in den Bundestag nicht geschafft hatte, erneut der Einzug ins deutsche Parlament.
Bijan Djir-Sarai ist Außenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Vorsitzender der NRW-Landesgruppe.
In der Reihe Zehn Fragen an (Bisher haben wie Antworten von Volker Beck und Martin Sonneborn erhalten.), haben die Ruhrbarone einige Fragen zu BDS, zum Nahen Osten und zur ziemlich traurigen Rolle der SPD in der Nahostpolitik, an Bijan Djir-Sarai gestellt.
NRW: Landtag stimmt für jährlichen Demokratiebericht…ntv NRW: Laschet will Kohle-Staatsvertrag …Handelsblatt NRW: eSport-Vereine nicht gemeinnützig…Gameswirtschaft NRW: Kraftwerke gehen nicht vor 2022 vom Netz…General-Anzeiger Debatte: Die CDU-Reaktion auf YouTuber Rezo ist ein Armutszeugnis(€)…Welt Debatte: Jeder Like ein Armutszeugnis…FAZ Debatte: Fucking viele Belege…Cicero Debatte: Das Rezo-Video im Faktencheck…FAZ Debatte: „Was da abläuft, ist schon eine Frechheit“…Welt Debatte: Die Politisierung von Identität…Novo Debatte: Wer ist schuld? Natürlich der Jude!…Jungle World Ruhrgebiet: Gartenschaugesellschaft soll in Essen ihren Sitz haben(€)…NRZ Ruhrgebiet: Ruhrbahn-Krise – Oberbürgermeister wollen sich treffen(€)…WAZ Bochum: Koalition streitet um Klimanotstand(€)…WAZ Bochum: Protest gegen Nazikundgebung…Bo Alternativ Bochum: Geschäftsführer widersetzt sich dem türkischen Staat(€)…WAZ Dortmund: Designierte Schauspielintendantin im Interview…Nachtkritik
Dortmund: Fehler in Google-Maps-Navigation sorgen für Irrfahren(€)…RN Duisburg: „Chinesischer IT-Riese Huawei ist für Duisburg ein Risiko“(€)…WAZ Duisburg: Innenstadt als Teststrecke(€)…RP Online Duisburg: Fest der Jüdischen Gemeinde würdigt israelische Musik…WAZ Essen: Stadt zahlt horrenden Schadenersatz(€)…WAZ Essen: Nicht alle Geduldeten ergreifen ihre Chance…WAZ
Da lachen die Nazis noch – jetzt müssen die Plakate auch in Bochum runter
Die Stadt Bochum hat heute die NPD aufgefordert, alle Wahlwerbeplakate mit dem Wahlwerbeslogan „Stoppt die Invasion: Migration tötet!“ zu entfernen. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte entschieden, dass die Plakate die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden. Inhalt und Gestaltung der Plakate erfüllen den Straftatbestand der Volksverhetzung. Sollten die Plakate nicht bis Freitagmorgen, 7 Uhr, abgehängt sein, wird die Stadt sie kostenpflichtig entfernen.
Scheint aktuell nicht so gut zu laufen mit dem Buchverkauf von Die große Heuchelei. Zumindest scheint der Pensionär und ehrenamtliche Kämpfer, der rastlos für den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt im Einsatz ist, nicht ganz ausgelastet zu sein.
Die Kraftwerksbaustelle ‚Datteln 4‘ im Frühsommer 2011. Foto Robin Patzwaldt
Um die Zukunft des noch immer nicht im Betrieb befindlichen Kohlekraftwerks ‚Datteln 4‘ steht es spätestens seit dem geplanten Kohleausstieg nicht gut. Nun könnte jedoch zusätzlich eine vertragliche ‚Kleinigkeit‘ dem seit Jahren umstrittenen Kohlemeiler im Kreis Recklinghausen zum Verhängnis werden.
Die Dattelner Grünen fordern nämlich in einem aktuellen Antrag im Stadtrat, dass dem Bauherren eine mögliche Fristverlängerung für die Fertigstellung des Kraftwerks verweigert wird und damit gleichzeitig den Bebauungsplan für Datteln 4 aufzuheben.
Bei seiner Sitzung am 3. Juli 2019 soll sich der örtliche Stadtrat mit der Thematik befassen. Was ist der Hintergrund?
Im städtebaulichen Vertrag zwischen Uniper und Stadt Datteln gibt es einen Passus, in dem sich Uniper grundsätzlich verpflichtet hat, das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ spätestens 30 Monate nach Erteilung der letzten für den Betrieb erforderlichen Zulassungsentscheidung fertigzustellen und in Betrieb zu nehmen.
Soweit, so simpel. Das Problem ist, dass das nicht klappen wird.
Für die Sozialdemokraten ist die Europawahl eine Katastrophe mit Ansage. Ein wesentlicher Grund: Die Analyse der Wahlschlappe von 2017 war völlig falsch.
Sie mühen sich, aber es ist vergebens: Die beiden SPD-Spitzenkandidaten Katarina Barley, und Udo Bullmann mögen viele Wahlkampfauftritte absolvieren, aber sie treffen den Nerv der möglichen SPD-Wähler nicht. Wie sich die europäische Politik auf die Arbeitsplätze in der Automobilindustrie auswirken wird, ist kein Thema. Wie es in Essen-Altenessen oder Duisburg-Marxloh aussehen wird, wenn weitere Balkanstaaten in die Union aufgenommen werden und Menschen aus diesen Staaten zuwandern oder welche Folgen der
Bochum hat sich gegen die BDS-Kampagne gestellt. Im Juni soll trotzdem die Gruppe Dead can Dance in einer Halle der Stadt auftreten, die den BDS aktiv unterstützt. Unser Gastautor Thomas Wessel ist Pfarrer der Christuskirche Bochum.
Der Rat der Stadt Bochum hat – ohne Aufhebens darum zu machen – der BDS-Kampagne alle Türen gewiesen: „Nein zu Antisemitismus“ ist der Ratsbeschluss betitelt, getragen wird er von allen Mitgliedern aller Fraktionen mit Ausnahme der beiden NDP-Nazis: „Der Rat der Stadt Bochum verurteilt jegliche Form von antisemitischem und antiisraelischem Denken und Handeln, insbesondere auch das Wirken der Boycott-, Divestment- und Sanctions-Bewegung
Volker Beck (Bündnis90/Die Grünen): Die Ruhrbarone hatten da mal zehn Fragen; Foto: Thomas Vogt [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
Volker Beck (Bündnis90/Die Grünen) gehörte von 1994 bis 2017, als Abgeordneter für Bündnis90/Die Grünen, dem deutschen Bundestag an. Von 2014, bis zu seinem Ausscheiden aus dem Bundestag, war er Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe.
Menschenrechte sind das Thema, zu dem er sich, auch nach seinem Parlamentsexit, regelmäßig äußert. Das Verhältnis Deutschland-Israel ist eine Herzensangelegenheit für ihn: Was nicht zu übersehen ist, selbst wenn man Nachrichten zur diesem Komplex nur sporadisch verfolgt.
Die Ruhrbarone wollten, in der Reihe Zehn Fragen an, ein paar Informationen zu aktuellen Themen haben: Mit Volker Beck hatten wir einen kompetenten Experten als Antwortgeber. Über Antisemitismus, die neonazistische Splitterpartei „Die Rechte“, eine falsche Iranpolitik und die traurige Rolle von Heiko Maas (SPD) in der UNO.
Ruhrbarone: Der Bundesinnenminister hat unlängst neue Zahlen zum Thema Innere Sicherheit vorgelegt. Bei antisemitischen Straftaten wird hier eine signifikante Steigerung verzeichnet. Bei 90% der Taten gibt es einen rechtsextremen Hintergrund. Wie kann der Staat hier reagieren?
Volker Beck: Die Antwort auf antisemitische Straftaten muss Repression, Aufklärung und klare Haltung sein. Dass die Taten überwiegend rechts zu verorten sind, ist vermutlich korrekt. Das ergibt sich auch aus der Statistik über die ermittelten Täter und den hierbei festgestellten Nationalitäten. Allerdings sind die vom Bundesinnenministerium veröffentlichten 89,1 % sicher zu hoch gegriffen.
Jede antisemitische Propaganda von nicht-bekannten Tätern wird als rechts eingeordnet. Das ist nicht mehr sachgerecht: Denn auch Islamisten und Palästinenser verwenden inzwischen z.B. Hakenkreuze für ihre antiisraelische Propaganda.