Recklinghausen: Die ‚Gute Stube‘ des Ruhrgebiets? Eher die Vorhölle!

100 Meter neben dem ‚Palais Vest‘ in Recklinghausen. Foto(s): Robin Patzwaldt

Als Waltroper habe ich schon Zeit meines Lebens immer wieder Kontakt zu ‚unserer‘ Kreisstadt Recklinghausen gehabt. Obwohl meine Familie von Anfang an deutlich mehr in Richtung meiner Geburtsstadt Dortmund orientiert war, gehörten regelmäßige Besuche in Recklinghausen in meinem Leben lange Jahre stets mit dazu.

Montag, 13 Uhr, und nichts los in Recklinghausen.

In meiner Kindheit hat mein Vater dort gearbeitet, mein Kieferorthopäde war dort niedergelassen. Später bin ich dann als junger Erwachsener mindestens einmal in der Woche selber zum Einkaufen dorthin gefahren.

Wenn Recklinghausen doch auch nie so viel zu bieten hatte wie Dortmund, wurde es als nette Alternative von uns doch immer auch gerne besucht. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre ließ das allerdings schrittweise nach. Recklinghausen vergammelte, Leerstand machte sich breit.

Sehr kritisch sah ich daher vor einigen Jahren auch den Versuch mit dem Neubau des Shoppingcenters ‚Palais Vest‘ die alte Innenstadt wieder zu beleben.

Inzwischen war ich seit der Eröffnung des neuen Konsumtempels direkt gegenüber des historischen Rathauses nicht mehr in der Innenstadt von Recklinghausen. Zu deprimierend erschien mir der Zustand der dortigen Altstadt inzwischen. Und das ‚Palais Vest‘ entpuppte sich schon bei seiner Eröffnung 2014 als gesichtslose Mall ohne große Highlights. Wenn ich so etwas besuchen will, dann wähle ich die größeren Alternativen in Dortmund, Essen oder Oberhausen. Recklinghausen war mir zuletzt keinen Besuch mehr wert.

Am vergangenen Wochenende kam mir dann ein Werbeprospekt der Stadt Recklinghausen in die Hände, das unter dem Motto ‚Altstadt Recklinghausen – Die Gute Stube des Ruhrgebiets‘ im Hochglanzstil zum Shoppen nach Recklinghausen einladen will. Da es zudem mit der charmanten Inga Strothmüller vom Hansa Theater Dortmund als Kopf der Kampagne wirbt, war ihm meine Aufmerksamkeit sicher.

Und da ich in dieser Woche ohnehin einmal komplett frei habe, habe ich die Gelegenheit am heutigen Montagvormittag gleich einmal ergriffen, mir ein paar frische Eindrücke vom Geschehen in der Recklinghäuser Altstadt besorgt.

Weiterlesen

Fusion Festival – In Mecklenburg-Vorpommern geht gerade eine weitere SPD-Hoffnungsträgerin unter

Manuela Schwesig Foto: Olaf Kosinsky Lizenz: CC BY-SA 3.0 de

Räumpanzer, eine Hundertschaft in Uniform und Zivil auf dem Party-Gelände – dafür, das auf dem Fusion-Festival in Mecklenburg-Vorpommern eigentlich noch nie etwas passiert ist, plant die Polizei ein arg großes Aufgebot. Die Zeit beschreibt ein regelrechtes Bürgerkriegsszenario, entworfen von dem Polizeipräsidenten Hoffmann-Ritterbusch. Dabei ist Hoffmann-Ritterbusch nicht der allmächtige Herr des Verfahrens. Die Polizei untersteht, wie in anderen Bundesländern auch, dem Innenministerium. Der InnenministerMecklenburg-Vorpommerns heißt  Lorenz Caffier und ist in der CDU. Er könnte Hoffmann-Ritterbusch stoppen. Und wenn er es nicht tut, könnte die Ministerpräsidentin des Landes eingreifen und die Posse beenden. Ihr Name ist  Manuela Schwesig, sie ist in der SPD und gilt manchen als Hoffnungsträgerin. Im Moment tut sie als Ministerpräsidentin allerdings nur eins: Sie trägt die  Einsatzplanung von Hoffmann-Ritterbusch mit und lässt die Dinge laufen. Schwesig täte gut daran, sich an eine andere SPD-Hoffnungsträgerin zu erinnern: Ihr Name war Hannelore Kraft. Einer der Hauptgründe, warum sie 2017  ihr Amt verlor und nun im Sportausschuss des Landtags ein Dasein als Hinterbänklerin fristet, war die Unfähigkeit ihres Innenministers Ralf Jäger, den sie so gewähren ließ wie Schwesig Caffier. Am Ende ist die Ministerpräsidentin für die Politik des Landes und seiner Behörden verantwortlich. Schwesig wäre nicht die erste Hoffnungsträgerin der SPD, die untergeht.

Zum Zwecke der Täuschung: AfD, FPÖ, HC Strache – und sehr viel Irrsinn @ Social Media

HC Strache: Gutgelaunt und kettenrauchend auf Ibiza; Screenshot: SPIEGEL / Süddeutsche Zeitung
HC Strache: Gutgelaunt auf Ibiza; Foto: Screenshot SPIEGEL

Ein launiges Sommervideo aus Ibiza machte in den letzten Tagen die Runde im Netz.

Veröffentlicht wurde das Video, am vergangenen Freitag, von SPIEGEL und Süddeutsche Zeitung. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschnitt eines, den Redaktionen anonym zugespielten, Videos in XXL-Spielfilmlänge.

Die Protagonisten in dem spektakulären Trailer (Blockbuster am Freitag!):

Heinz-Chrisian „HC“ Strache, Führer der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und bis zum 18.05.2019 Vizekanzler in Österreich, sowie Johannes Gudenus, bis zum 18.05.2019 Abgeordneter der Rechtspopulisten im Wiener Gemeinderat und Klubobmann des Rathausklubs der FPÖ.

Auf Twitter und Facebook, ist das Video und die Folgen, seit der Veröffentlichung das Topthema. Auch die Piefkes, die Deutschen, twittern fleißig mit: Allen voran, Anhänger der AfD.

Es sind Beiträge, mit einem hohem Anteil an Wahnsinn und/oder Verschwörungstheorien, die nur einem Ziel dienen: Dem Zwecke der Täuschung.

Um von den Machenschaften der Rechtspopulisten abzulenken.

Die Ruhrbarone haben sich am Wochenende mal kurz (Haha!) auf Facebook und Twitter umgeschaut.

Weiterlesen
Werbung


Der Ruhrpilot

Lutz Lienenkämper: Foto: Finanzministerium NRW Lizenz: Copyright


NRW:
 1,7 Milliarden weniger in der Kasse…Mindener Tageblatt
NRW: Haushalt – Stunde der Wahrheit…RP Online
NRW: Landesregierung investiert zu wenig in die Bildung…WR
NRW: Jugendämter gehen 566 Missbrauchs-Verdachtsfällen nach…NW
Debatte: Die SPD hat Liebhaber, die auf bessere Zeiten warten…Welt
Debatte: Barley – Im Netz unten durch, sonst kaum beachtet…FAZ
Debatte: „Die Mehrheit ist proeuropäisch“…Jungle World
Debatte: Die oberflächliche EU-Begeisterung der Politik…NZZ
Debatte: 
Wenn Gesinnungsethik die sachliche Aufklärung verhindert…Welt
Debatte: Populismus – Kein Zurück zum Status quo ante(€)…FAZ
Debatte: Tschick, Trace und Track…Novo
Ruhrgebiet: Christian Lüdtke ersetzt Kohle mit Ideen(€)…Handelsblatt
Ruhrgebiet: Innovation City bringt Erfahrungen in Berliner Projekt ein…WP
Bochum: Finsterer Blick in den Irak begeistert Theaterfans(€)…WAZ
Dortmund: Gewalt, Mobbing, Klimawandel – Hör auf zu jammern(€)…RN
Duisburg: AKK hält flammenden Appell auf Europa(€)…RP Online
Duisburg: Investor ist weiter an „The Curve“ interessiert(€)…WAZ
Essen: Älteste Tankstelle Deutschlands schließt Ende Mai(€)…WAZ 
Essen: Ruhrbahn will Tausende Autofahrer zum Umsteigen bewegen(€)…WAZ

Antifaschistische Wunschträume

Eigene Kollage. Einzelbildnachweise unter dem Artikel.

Glaubt irgendjemand wirklich, das ja nicht zufällig aufgenommene Strache-Video wäre die einzige Instanz, in der von einem Rechtspopulisten Teile der heimischen Meinungsinfrastruktur einer ausländischen Macht angeboten wurden?

Nicht wirklich, oder?

Glaubt irgendjemand wirklich, dass so etwas nur in Österreich möglich ist, und eine Weidel, ein Meuthen, ein Johnson, ein Orban, Salvini, Bolzonaro oder Trump aus ethischen oder gar patriotischen Überlegungen heraus dankend ablehnen würden?

Und nachdem wir jetzt alle gelacht haben: Glaubt irgendjemand, dass nicht schon längst durch derartig getätigte Deals Strukturen geschaffen bzw. durch Unterwanderung korrumpiert worden sind, mit deren Hilfe die weitere faschistische Übernahme von Regierungsgewalt in Europa und der Welt wesentlich leichter geworden ist? Und vielleicht schon kaum noch verhinderbar?

Das Lachen ist verstummt?

Weiterlesen

Für Strache, Meuthen und Le Pen sind ihre „Heimatländer“ Beutegesellschaften

Heinz-Christian Strache (FPÖ) Foto: Gregor Tatschl Lizenz: CC BY-SA 2.0

Gestern kursierte ein Witz auf den sozialen Netzwerken, in dem viel Wahres steckt:

Österreichs ehemalige Bundesminister für öffentlichen Dienst und Sport und FPÖ-Vorsitzender Heinz-Christian Strache zeigte in dem Video, das  Rechtspopulisten bereit sind, ihre Lander an fremde Mächte zu verscherbeln – das ihm eine Falle gestellt wurde, spielt dabei keine Rolle. Auch die AfD lässt sich mit „Ausländer finanzieren Demagogen“ übersetzen – die Kontakte nach Russland oder in die Schweiz sind eng, die Partei stolpert von Finanzskandal zu Finanzskandal. Mit Nationalismus oder Patriotismus hat das alles nichts zu tun. Wie arabischen

Weiterlesen

Diaspora-Iraner, das nichtbeachtete Rückgrat des Henkerregimes

Kurz vor der letzten Plenarsitzung – Die Außenminister und die EU-Außenbeauftragte bei den Gesprächen zum iranischen Atomprogramm in Wien. Foto: AA/Photothek/Imo Lizenz: Copyright


Von unserer Gastautorin Anastasia Iosseliani

Geehrte Leser!

Man möge mir verzeihen, dass ich schon wieder über das leidige Thema «Iran» schreibe, aber derzeit ist dieses Thema ein Fass ohne Boden. Auch Dank Journalisten im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die sich wie Lobbyisten für das Mullahregime benehmen, zum Beispiel Natalie Amiri. Darum beleuchte ich in diesem Beitrag, wie gewisse Diaspora-Iraner, durch Gleichgültigkeit und Apologetik, das Henkerregime in Teheran am Leben erhalten.

Weiterlesen
Werbung


Der Ruhrpilot

Clan-Quartier: Brüderstrasse in Bochum


NRW:
 Jenseits von Schweigekultur und Migranten-Bashing…Welt
NRW: „Wir werden keinen Urwald bekommen“…Westfalen-Blatt
Debatte: Eine Strategie, wie sie der russische Geheimdienst perfektionierte…Welt
Debatte: Erdbeben, das die Politik weit über Österreichs Grenzen erschüttert(€)…NZZ
Debatte: Österreichische Abgründe(€)…FAZ
Debatte: Und jetzt das Volk…Jungle World
Debatte: Plötzlich sind der AfD ihre eigenen Beschlüsse peinlich…Welt
Debatte: „Deutschland kann nicht die Welt retten“…FAZ
Debatte: Protestwählen lohnt sich!…Spiegel
Ruhrgebiet: Shisha-Bars erneut im Visier der Polizei…Bild
Bochum: Das Bermudadreieck soll richtig bunt werden(€)…WAZ
Bochum: Global Player Brock Kehrtechnik kehrt zurück(€)…WAZ
Dortmund: Bis zu 2000 Leih-E-Scooter könnten bald unterwegs sein(€)…RB
Dortmund: Die Retro Gaming Days…Nordstadtblogger
Duisburg: Mehr Öffentlichkeit schafft mehr Klarheit(€)…WAZ
Duisburg: Traumzeit-Festival – 40 Bands in drei Tagen(€)…WAZ
Essen: Museum Folkwang zeigt „Bühnenwelten“ im Bauhausjahr(€)…WAZ
Essen: Verleiher wollen bald Elektro-Tretroller anbieten(€)…WAZ

Dokumentation: Bundestag stellt sich gegen BDS

Der Bundestag in Berlin. Foto: Robin Patzwaldt

Gestern hat der Bundestag fraktionsübergreifend und mit großer Mehrheit in einer Resolution die BDS-Kampagne verurteilt,  deren Ziel die Vernichtung Israels durch wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Boykott ist. Das Parlament setzte damit ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus. Anbei die von CDU, SPD, FDP und Grünen getragene Resolution:

Der BDS-Bewegung entschlossen entgegentreten – Antisemitismus bekämpfen

I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Der Deutsche Bundestag bekennt sich unabänderlich zu seinem Versprechen, Antisemitismus in allen seinen Formen zu verurteilen und zu bekämpfen, und bekräftigt ausdrücklich den beschlossenen Antrag der Fraktionen der CDU/CSU,
SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Antisemitismus entschlossen bekämpfen“ vom 17. Januar 2018.

Weiterlesen

Vom Kreuz mit dem Kreuz bei der Europawahl 2019

Protest gene die AfD in Waltrop: Maybrit Killner (Münster) und Andreas Kemna aus Recklinghausen; Foto: Peter Ansmann

Es ist Samstag. Dass heißt, hier im Blog sind wir mit unseren Stammlesern mal wieder weitestgehend unter uns. Eine prima Gelegenheit also, um uns hier in vergleichsweise kleiner Runde einmal über die am kommenden Sonntag (26. Mai) anstehende Europawahl zu unterhalten.

Da ich am nächsten Wochenende nicht in NRW sein werde, habe ich schon Briefwahl gemacht. Mich braucht also niemand mehr zu überzeugen, was in diesen Tagen wohl die beste Wahl ist. Meine Stimme ist schon in der Urne. Wen ich gewählt habe? Nun, das verrate ich euch hier gerne. Nicht allerdings ohne dabei zu erwähnen, dass es mir mit meinen jetzt schon fast 48 Jahren noch nie so schwer gefallen ist mich zu entscheiden.

Weiterlesen