Ein neuer Sammelband bietet überzeugende Texte für „Katastrophenleugner“ und solche, die es werden wollen. Von unserem Gastautor Alexander Horn
Panik ist keine gute geistige Verfassung, wenn es darum geht, Probleme zu lösen. Dennoch fordert Greta Thunberg als Stimme des aktuellen politischen Mainstreams genau das ein. In Anbetracht des Klimas sollten wir in „Panik geraten“ und „Angst spüren“, damit wir endlich handeln. So ist im letzten Jahr eine verbale Aufrüstung in der Klimadebatte entstanden. Es ist
Freispruch! Anwalt Joachim Nikolaus Steinhöfel und Henryk M. Broder, sichtbar gutgelaunt, vor dem Amtsgericht Duisburg; Foto: Peter Ansmann
Duisburg am 13. Juli 2020: Es herrscht sommerliches Wetter.
Die Einwohner der schönen Ruhrmetropole und die zahlreichen Touristen, die ihren Urlaub in Duisburg verbringen, flanieren über die Königsstraße.
Wenige Meter von Duisburgs prachtvollen Boulevard entfernt ist auch was los: Henryk M. Broder und sein Anwalt Joachim Steinhöfel sind vor Ort. Nicht als Touristen – wie man annehmen könnte – sondern als Prozessteilnehmer.
Ruhrbarone: Das Infektionsgeschehen, das vom Schlachtbetrieb Tönnies ausging, bewegt noch immer. Warum müssen wir immer noch aufmerksam die Situation im Land beobachten?
Memmeler: Weil alles, was im Zusammenhang mit diesem unglaublichen Zwischenfall, der tausende von Menschen betroffen hat, ein Paradebeispiel für Behördenversagen, verstörende Landespolitik und Lobbyistenmacht von Großkonzernen ist. Das hätte uns beinahe in eine unglaubliche, eventuell landesweite Krise gesteuert. Die täglichen Meldungen belegen, dass alle Missstände bei Tönnies im Vorfeld bekannt waren und vorhandene rechtliche Mittel nicht angewendet wurden, um den inzwischen größtenteils bekannten Schaden abzuwenden. Nun nutzt der menschenverachtende Großschlachter das bestehende Infektionsschutzgesetz, um Landesgelder als Lohnersatz für seine Mitarbeitenden und Subunternehmer zu erhalten, da der Betrieb, wie im Gesetz beschrieben, geschlossen wurde, um Coronaschutzmaßnahmen umzusetzen. Es beschreibt pointiert, wie sicher sich ein aus Sicht der Bevölkerung harter Unternehmer fühlen kann, wenn sein Unternehmen bereits groß genug geworden ist, um durch die Landesregierung als systemrelevant eingestuft zu werden.
Der Reihe nach. Nach Informationen, die von Monitor in dieser Woche veröffentlicht wurden
Bernd Harder Foto: Gesine Born Lizenz: CC BY-SA 4.0
Corona hat auch das Geschäft der Scharlatane verändert. Konferenzen via Zoom und angebliche Heilmittel über den Online-Shop sind zurzeit Alltag. Und auch diejenigen, welche die Existenz des Virus wie aller Viren leugnen, haben Weg gefunden mit ihm Geld zu verdienen. Bernd Harder ist Chefredakteur der Zeitschrift Sekptiker und langjähriges ehemaliges Vorstandsmitglied der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)
Seit einem halben Jahr ist Corona das alles bestimmende Thema. Wie hat die Szene der Pseudomediziner und Quacksalber auf die Pandemie reagiert?
Bernd Harder: Zwei Homöopathenverbände waren zu Beginn von der Pandemie sehr beeindruckt und haben ihren Mitgliedern empfohlen, sich an die Vorgaben des Robert-Koch-Institutes zu halten. Aber es dauerte nicht lange, bis diese Empfehlungen wieder relativiert
Gesellschaftsfeindlich und egoistisch: Corona Rebellen; Screenshot Facebook
Durch Feinfühligkeit, Intelligenz oder soziales Verhalten ist die Facebook-Gruppe der Corona-Rebellen bisher noch nie besonders aufgefallen: Dort werden auch gerne mal antisemitische Inhalte und täglich irgendwelche AfD-News geteilt.
Ansonsten fällt die Gruppe vor allen durch Verbreitung von allerlei Falschinformation und Hasskommentare gegen die Bundesregierung auf.
Seit gestern läuft über diese Gruppe ein Shitstorm gegen ein Video auf der YouTube-Plattform der Brandstätter-Gruppe, die das beliebte Kinderspielzeug der Marke Playmobil produziert.
3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions Bild: CDC/ Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM – This media comes from the Centers for Disease Control and Prevention’s Public Health Image Library (PHIL), with identification number #23312 Lizenz: Gemeinfrei
Inzwischen schreiben wir bekanntlich den Monat Juli. Seit Mitte März leidet Deutschland schon unter der Corona-Pandemie. Viele persönliche und wirtschaftliche Einschränkungen sind für uns alle mit der COVID-19-Bedrohung verbunden. Und doch muss nach fast vier Monaten Ausnahmezustand festgehalten werden: Wir machen das ganz gut. Zumindest deutlich besser als viele andere Länder auf der Welt.
Das ist schön zu sehen. Es gibt eine erkennbare Belohnung für unsere Disziplin und unsere Anstrengungen. Vor diesem Hintergrund erscheint es unerklärlich, warum einige Zeitgenossen so große Probleme zu haben scheinen sich auch weiterhin, bis entsprechende Medikamente und Impfstoffe gefunden wurden, zu bescheiden. Der dadurch zu erkennende Egoismus einiger ist schlicht unerträglich!
Ruhrbarone: Die Zahl der Neuinfektionen im Kreis Gütersloh liegen nur noch knapp über dem kritischen Wert. Ostwestfalen scheint sich wieder zu normalisieren. Was meinen Sie, wird wieder alles gut in OWL?
Magnus Memmeler: Mit Stand 02. Juli meldet der Kreis Gütersloh 485 aktive Infektionsfälle. Ich finde, dass diese Zahl keinen Anlass zum Jubeln bietet, auch wenn der Landrat im Kreis Gütersloh das ganz anders bewertet. Die Situation im Kreis Gütersloh, der Umgang mit Tönnies und behördliches Handeln geben für viele Beobachter ausreichend Anlass zu kritischen
Der Reporter, Fotograf und Filmemacher Martin Zinggl wirft in seiner „Gebrauchsanweisung für Lissabon“ ungewöhnliche Schlaglichter auf die die im Wandel begriffene Metropole und singt ihr das Hohelied des Fado. Ein Minnelied an die Stadt am Tejo in 36 zärtlichen Strophen.
Eine Gebrauchsanweisung ist als Sachtext eine Sammlung von Informationen für Benutzer zum sicheren und bestimmungsgemäßen Umgang mit einem Produkt. Im besten Fall ist sie sinnstiftend, logisch im Aufbau und zielführend. Bereits 1978 kam Watzlawicks
Der Rheinpark: Schön wie das Alpenpanorama, nur ohne Berge; Foto: Peter Ansmann
Aus touristischer Sicht ist Duisburg leider nicht besonders im Schwange. Was natürlich verwundert. Aber in Zeiten von Corona ist Urlaub in Deutschland wieder beliebt: Da lohnt sich ein Blick nach Duisburg.
Für einen Tagesausflug lohnt sich die malerische Regattabahn und das Ausflugsziel, das ich hier heute vorstelle, allemal. Und auch für Touristen aus dem Rest der Welt bietet sich Duisburg an, wenn es um den ausgedehnten Sommerurlaub geht: Schließlich ist man von hier aus – egal ob mit dem öffentlichen Personennahverkehr, dem PKW oder dem Fahrrad – ganz schnell in Bochum oder in Düsseldorf.
Der Ruhrbarone-Ausflugstipp: Der wunderschöne Rheinpark in Duisburg-Hochfeld.
Eine statistische Zahl hat in den vergangenen Tagen zu vielen Diskussionen geführt: die 60 Prozent Nutzer, die die Corona-Warn-App angeblich benötigt, damit sie zur Eindämmung der Pandemie wirksam beitragen kann. Diese Zahl stammt aus einer Simulations-Studie von Forschern der Universität Oxford, die mögliche Entwicklungen der Pandemie mit einem