
Eine Kunstausstellung zum „Tag des offenen Denkmals“ in der Burg Vondern in Oberhausen. Von unserem Gastautor Text Helmut Junge.
Ich habe mit dem Archäologieverein FARO.e.V. jahrelang einen Informationsstand am letzten erhalten Teilstück der Landwehr des Herzogs von Kleve am jeweiligen „Tag des offenen Denkmals“ aufgebaut und betreut. Es kamen auch immer einige Besucher, obwohl das Gelände von der Weissensteinstraße in Oberhausen nur über einen Acker zu erreichen war. Im vergangenen Jahr bekam ich von Vereinsmitgliedern die Mitteilung, daß der längliche Hügel verschwunden war. Einfach weg.
Vielleicht hat jemand gerade ein paar100 m³ Mutterboden gebraucht, oder es hat andere Gründe. Niemand weiß warum.
Solche Reste aus dem Mittelalter sind nicht zu ersetzen. Ich hab dann die Suchmaschine gefragt, wie viele solcher Verluste gibt es überhaupt? Gemini von Google sagt:
Allein in den Jahren 2024 und 2025 sind in Deutschland mindestens 1.077 Baudenkmale unwiederbringlich verloren gegangen. Fast jeden Tag der Verlust eines Denkmals, Jeden Tag verschwindet in Deutschland mehr als ein historischer Ort.
Das schlägt einem, der Interesse an Archäologie hat, glatt vor den Kopf.
Mir kommt das fast so vor, wie in Michael Endes unendlicher Geschichte, wo das „Nichts“ die Welt der Phantasie Stück für Stück vernichtet. Nur ist es hier kein Land der Phantasie, sondern unsere Vergangenheit.
Warum verlieren wir unsere Denkmäler?
Meist sind es wirtschaftliche Gründe, manchmal lassen die Besitzer sie auch absichtlich verfallen, weil sie dann wegen Einsturzgefahr abgerissen werden müssen. Behörden sind mit der Kontrolle oft überfordert, weil es an Personal oder Durchsetzungskraft fehlt.
Ich hab mich sehr über den Verlust des vielleicht 800 Jahre alten Erdwerks, der viele Kriege, sogar die Bombardierungen im zweiten Weltkrieg überdauert hat, geärgert. Daraus entstand die Idee, mit Künstlern und Künstlerinnen eine Aktion zu starten, die die Bevölkerung auf dieses Problem aufmerksam machen sollte. Deshalb hatte ich nach Künstlern und Künstlerinnen gesucht, die bereit waren, ihre eigenen künstlerischen Pläne mal hintan zu stellen, um sich diesem schwierigen Thema zu widmen.
Jetzt sind wir eine stolze Gruppe von 7 bildenden Künstler- und Künstlerinnen
Helga Budde-Engelke aus Essen,
Georg Overkamp aus Bottrop,
Viola Schledorn aus Dinslaken,
Jörg Rosendal aus Oberhausen,
Monika Topp aus Oberhausen,
Bettina Merkel aus Krefeld
Helmut Junge aus Duisburg.
und die Musikerin Martina Lichter aus Oberhausen mit traditionellen Liedern, die zum Denkmalschutz passen
Ein städte- aber auch genreübergreifendes Gespann oder Netzwerk, aber alle Beteiligten haben einen starkem persönlichen Bezug zu Oberhausen
Unsere Ausstellung fragt radikal: Wer passt eigentlich auf unsere Geschichte auf, wenn wir gerade nicht hinsehen? Der Fall der Klever Landwehr zeigt: Wir können uns auf Gesetze und Behörden nicht alleine verlassen. Wenn wir nicht aufpassen, wird das Ruhrgebiet bald eine Region ohne Gedächtnis sein – eine reine, seelenlose Logistik Infrastruktur zwischen Rhein und Ruhr. Das Kulturbüro Oberhausen hat unser Projekt gefördert, der Förderverein der Burg Vondern, vertreten durch seine beiden Vorsitzenden Walter Paßgang und Dr. Matthias Böck, gaben uns die Räumlichkeiten und wir sind Teil des Programms der Burg für diesen „Tag des offenen Denkmals“ am 13. September 2026. Und die Burg Vondern ist, weil sie ja selbst ein Denkmal ist, und ebenso zum Gebiet des Herzogs von Kleve gehörte, wie die verloren gegangene Landwehr, eine gute Adresse für unsere Ausstellung. Mit dem Pferd konnte der Ritter, Freiherr oder später vielleicht auch Baron genannt, von der Burg locker in 10 Minuten zur damaligen Landwehr reiten. Und vielleicht war er auch für Kontrollen in diesem Bereich zuständig. Ich würde mir wünschen, wenn viele Leser der Ruhrbarone die Zeit fänden, unsere Ausstellung zu besuchen.
Die Kunstausstellung „Denk`mal!“
beginnt am 13. 9..26 um 13Uhr 30 mit der Eröffnungsrede des Kulturdezernenten und Kämmerers der Stadt Oberhausen
Apostolos Tsalastras und endet am selben Tag Abends.
Wir belegen sowohl das Herrenhaus, als auch den Gewölbekeller.
Im Gewölbekeller ist eine Ausstellung innerhalb unserer Ausstellung unserer Mitkünstlerin Helga Budde- Engelke zu sehen. Vielleicht hängen dort zusätzlich auch noch von mir 2 Bilder. Die Hauptausstellung ist aber oben im Herrenhaus.
Burg Vondern (Arminstr. 65, Oberhausen) zu sehen.
Der Eintritt ist frei.“
Im Verlauf der Vernissage wird der Förderverein der Burg zwei Burgführungen durchführen.
Der Zeitrahmen hängt mit einem Konzert in der Remise zusammen, das um 13 Uhr beendet ist.

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