Ein klassischer Fehlstart

Die Bundesliga ist gestartet. Am Freitag spielte Bayern gegen Hamburg. Vor dem Anpfiff wurde eine kurze Eröffnungszeremonie mit Fackeltänzerinnen und Feuerwerk abgehalten. Paul Pots gab seine schlanke Version von "nessun dorma". Und die übertragende ARD legte mal wieder einen klassischen Fehlstart hin.

 

Der Reihe nach: Paul Pots ist Gewinner einer britischen Talentshow, so ählich wie DSDS in nice. In England ist Pots seither ein Superstar mit Aufsteigermärchen: Ein Handyverkäufer aus Wales mit schiefen Zähnen wird zum Opernsänger mit gerichteten Zähnen. Und zur Werbe-Ikone der deutschen Telekom. Die hat nämlich einen Werbefilm über die Geschichte produziert, lässt Pots seit Wochen aufs deutsche Publikum los. Ergebnis: Paul Pots erste LP ist ein Verkaufsrenner. Motto des Werbeclips: "Erleben, was verbindet".

Um gute Verbindungen, genau darum geht es seit einigen Prozesstagen auch in Frankfurt im Prozess gegen Jürgen Emig. Vorgeworfen wird dem Ex-Sportchef des Hessischen Rundfunks, dass er gegen Geldzahlungen an die Agentur seiner Frau Liveübertragungen im öffentlichen Fernsehen arrangierte. Tanzverbände, Veranstalter von Stadtjubiläen oder Radrennen sollen mit dem einstigen Tour-de-France-Reporter solche Gegengeschäfte eingegangen sein. Natürlich hatte Emig auch mit den engen Geschäftsbeziehungen zwischen Telekom und ARD zu tun. klick "Das Erste" war bekanntlich jahrelang Co-Sponsor des Radsportstalls Team Telekom und Männer wie Emig am Mikrophon machten gleichzeitig kräftig Werbung für die cofinanzierten Pedaleure und den einstigen Staatskonzern. Heraus kam dabei das Gegenteil von Journalismus. Und jetzt schauen wir noch einmal auf das Aufmacherbild…

Paul Pots, einem Telekom-Werbeträger, hat die ARD am Freitag Abend mal wieder die ganz große Bühne bereitet. Damit es auch jeder merkt, stand auf dem weißen Gestell für den Tenor groß und fett "Das Erste". Dahinter leuchtete die passende Bandenwerbung auf: "Erleben, was verbindet". Wenig später spielten die Bayern auf, natürlich in Telekom-Wäsche. Immerhin wird Dr. Jürgen Emig diesen Ligaauftakt gerne gesehen haben. In diesem neuen Fall von Schleichwerbung und Interessenverquickung ist er garantiert unschuldig. Vor drei Jahren wurde ihm fristlos gekündigt.

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5 Kommentare

  1. #1 | Jens sagt am 16. August 2008 um 20:59 Uhr

    Hinweis: Das T-Home-Wapperl trägt inzwischen jeder Bundesligist.

  2. #2 | Lothar daselbst sagt am 17. August 2008 um 21:36 Uhr

    Und, liebe Ruhrbarone…???…
    Wen interessiert denn das, irgendein Bundesligastart fern des Potts, dazu noch mit einer Bonner Firma mit Telefonitis und einem singenden Waliser?
    Bleibt beim Thema! Büdde! Sonst nenn´ ich Euch zur Strafe „Isarbarone“. Und das ist doch schon der Uli (Ihr wisst schon, der mit dem in den Belgrader Nachthimmel vergeigten EM-Elfer…)!

  3. #3 | Stefan Laurin sagt am 17. August 2008 um 21:51 Uhr

    @Lothar: Wir berichten eben auch aus den kleinen Vororten des Reviers…

  4. #4 | Lothar daselbst sagt am 17. August 2008 um 22:07 Uhr

    Ach so. Und ich dachte schon, Dir hat ´et die Germeringer Fackelläuferin angetan!

  5. #5 | Dennis sagt am 18. August 2008 um 09:25 Uhr

    Die müssen halt was machen, sieht ja nicht mehr ganz so gut aus mit den Festnetzsparte 🙂

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