Gelsenkirchener OB belegt Comedian Bielendorfer mit Auftrittsverbot

Bastian Bielendorfer hat ein Auftrittsverbot für Gelsenkirchen bekommen | Foto: Only Good People

Bastian Bielendorfer ist einer der populärsten Comedians des Ruhrgebiets und kritisierte kürzlich in einem Podcast, wie abgestürzt und abgewrackt seine Heimatstadt  Gelsenkirchen inzwischen ist. Das hat die die Oberbürgermeisterin Karin Welge (SPD) so entzürnt, dass sie den Komiker mit einem Auftrittverbot belegt hat. 

Bielendorfer ist ein waschechter Ruhrpott-Junge. Er besuchte in Gelsenkirchen das Grillo-Gymnasium. Nach dem Abitur studierte er zunächst Germanistik und Psychologie an der Technischen Universität Dortmund, wechselte 2007 an die Universität Osnabrück und schloss dort ein Psychologie-Studium mit Diplom ab. Er ist verheiratet und lebt heute in Köln.

Seit 2019 podcastet Bielendorfer zusammen mit Özcan Cosar unter dem Titel ›Bratwurst und Baklava‹ für den WDR-Jugensender 1Live – und dieser Podcast gehört zu den reichweitenstärksten und beliebtesten Formaten. Der Gelsenkirchener äußerte sich an anderer Stelle im BrostCast, einem Podcast vom Berliner Journalisten Hajo Schumacher, besorgt über seine Heimatstadt: „Wenn man ein paar Tage hier verbringt, fragt man sich: Auf was soll man denn hier stolz sein? Auf das desaströse Stadtbild? Auf die extrem hohe Arbeitslosigkeit? Auf das Aufkeimen der Rechten?“

Bielendorfer bemängelt gegenüber Schumacher das Verschlafen der Politik in den letzten 30 Jahren – und das man dringend einen Neustart brauche. Darauf kam nun eine Rückantwort. Denn bei einer Veranstaltung des Gelsenkirchener Heimatvereines ließ die Gelsenkirchener Oberbürgermeisterin Karin Welge (SPD) nun ein beleidigtes Echo verlauten. Sie möchte nicht, dass Bielendorfer nochmal in nächster Zeit in Gelsenkirchen auftritt. Kritik, in diesem Fall sogar berechtigte, wird in Gelsenkirchen gleich mit einem Auftrittsverbot geahndet. Was die Oberbürgermeisterin sich da geleistet hat, beschreitet ein lächerliches Niveau – und ist an Kleinkariertheit kaum zu unterbieten.

Die Stadt Gelsenkirchen wurde erst im April auf den letzten Platz beim bundesweiten Städte-Ranking katapultiert. Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung verdienen die Menschen hier deutschlandweit am allerwenigsten. Rund 260.000 Einwohner wohnen in der Stadt am Rhein-Herne-Kanal, es gibt fünf Stadtbezirke und 18 Stadtteile, insgesamt gesehen ist Heimatstadt des FC Schalke 04 die elftgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen. Die Stadt braucht unbedingt wirtschaftliche und soziokulturelle Impulse – und eine politische Führung, die weiß, wie man das anpackt. Für gekränkte Eitelkeit sollte im Ruhrgebiet eigentlich kein Platz sein.

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18 Kommentare

  1. #1 | Psychologe sagt am 24. September 2022 um 11:37 Uhr

    Das liest sich jetzt erst mal wie Fake-News. Inwiefern ist der Wunsch der OB ein Auftrittsverbot? Der Artikel sollte das bei einer solchen Behauptung auch so weit belegen, dass man nicht danach googeln muss.

  2. #2 | Schalker Kreisel sagt am 24. September 2022 um 12:22 Uhr

    #401 – nuff said!

  3. #3 | M. Rein sagt am 24. September 2022 um 13:36 Uhr

    Kommunalpolitisches Versagen ist nicht nur Gelsenkirchener Tradition:
    Auch Bochum geht/ ging in der letzten Decade ziemlich „ den Bach runter“ , auch wenn die Propagandamaschine, die von der oft dilettantisch agierenden städtischen Führungsriege regelmässig intoniert wird, anderes behauptet. Es fehlt an kontinuierlichen, logischen sowie gleichzeitig auch realistischen Entwicklungskonzepten, an Kompetenz u am Willen: Millionen Euronen sollen in Vorzeigeprojekte , die wohl eher dem „ Nachruhm“ einzelner Galleonsfiguren garantieren sollen, investiert, derweil es an der Basis sowie in öffentlichen Bereichen bröselt, bröckelt , rostet. Zuweilen riechts auch strenger in nicht wenigen Ecken: Danke, Herr OB, dass gerade Sie sich qualifiziert/ berufen fühlen, uns zu regieren!
    Nicht wenige wohnen daher schon woanders! So machts auch der Herr bielendorfer, gebürtig aus Gelsenkirchen, der längst in anderen Regionen zuhause ist…. Nicht traurig sein, Herr Birkenbieler, den Verantwortichen mal den Spiegel vorzuhalten, ist durchaus wichtig, und deren beleidigte Reaktion entlarvend! So muss dat

  4. #4 | Sandra Kreisler sagt am 24. September 2022 um 17:35 Uhr

    Georg Kreisler sang vor Urzeiten ein Schmählied, als Gelsenkirchen noch Kohlestadt war. Auftrittsverbot. Vor locker mal 60 Jahren war das. Wie traurig für die Gelsenkirchener (und wie erheiternd für alle, die weit weg sind), dass sich bis heute nichts geändert hat… https://www.youtube.com/watch?v=F3XGBJnUMIY

  5. #5 | Susanne Scheidle sagt am 24. September 2022 um 20:04 Uhr

    Ach… wir haben noch eine Bürgermeisterin in Gelsenkirchen? Gut zu hören!
    Angesichts des dröhnenden Schweigens aus dem Rathaus zu Problemen der Stadt (und das sind nicht wenige!) hatte ich mich schon gefragt, was Frau Welge wohl hauptberuflich macht…

  6. #6 | Satt sagt am 24. September 2022 um 20:14 Uhr

    Hat sich doch längst als etwas frisiert von der WAZ entpuppt. Warum man das trotzdem nochmal hier raushaut…?

  7. #7 | Roland Mitschke sagt am 24. September 2022 um 23:56 Uhr

    Frau Welge (SPD) hat ein schwieriges Amt angetreten. Dem langjährigen Vorgänger als OB, Frank Baranowski (SPD) war es immer wieder gelungen mit den schlechtesten Strukturdaten beste Wahlergebnisse zu erzielen. Fünf Jahre (1999 – 2004) mit Oliver Wittke haben nicht gereicht, das Ruder umzuschmeißen.
    Die Stadt braucht einen Ruck und zwar nachhaltig.

  8. #8 | Detlev Wysocki sagt am 25. September 2022 um 09:17 Uhr

    Die einzigen zwei Städte im Ruhrgebiet die sich gemacht haben sind Essen und Duisburg. Witziger Weise Duisburg sogar trotz und mit einem skandalträchtigen OB .
    Selbst mein schönes Mülheim geht immer mehr den Bach runter. Hier haben sukzessiv die OB’s die Stadt kaputt gewirtschaftet um sich selber Denkmäler zu setzen und sich in Posten hinein gesetzt um auch noch nach ihren desaströzen Amtszeiten finanziell davon zu profitieren.

  9. #9 | Ger sagt am 25. September 2022 um 16:13 Uhr

    wohne seit 30 Jahren in Gelsenkirchen. ..und diese Stadt tut mir unfassbar leid. …

  10. #10 | Bine sagt am 25. September 2022 um 16:25 Uhr

    Zensur!!!Erst Laila jetzt Bielendorfer…Die meisten Städte im Pott taugen nix mehr!Wir sind bereits seit 1996 aus Duisburg weg,den Kindern zuliebe!War das Beste was wir machen konnten.

  11. #11 | Rolf Hübner sagt am 25. September 2022 um 18:03 Uhr

    Also, wir sind aus Berlin gerne nach Wanne-Eickej gezogen und fühlen uns nach wie vor wohl hier. Vielleicht hat Herne ein wenig mehr Glück mit seinen Oberbürgermeistern und Stadträten?

  12. #12 | Thomas Fügner sagt am 25. September 2022 um 20:47 Uhr

    Was winselt ihr denn hier rum?
    Arme Leute werden seit 140 Jahren SPD. Und sie sind immer noch arm.
    Sie sind nicht nur arm, sie sind auch noch besonders dumm: in allen Rankings der INSM der letzten Jahre schneiden die SPD geführten länger in den Pisa Vergleichsstudien am unteren Ende ab. Die Dummheit und Armut der jeweiligen Bundesländer hat einen Namen: SPD.
    Ich hab für die Konsequenzen nur Häme und Schadenfreude übrig. Ihr habt es gewählt: ihr habt es gewollt, ihr habt es euch verdient.

  13. #13 | Patrick sagt am 25. September 2022 um 21:22 Uhr

    Da kommt wohl eine nicht mit der Wahrheit zu Recht. Und anstatt mal zu handeln und Gelsenkirchen aufzupeppeln, was allerdings nur mit alles südlich von Scholven gelegene Stadtteile abreißen und neu aufbauen gelingen würde, verbietet man lieber jemanden den Mund. Und das grandoseste ist, dass Bielendorfer sogar dort wohnt.

  14. #14 | Uhlenbrock sagt am 25. September 2022 um 21:27 Uhr

    so eine Bürgermeisterin haben wir nicht verdienen

  15. #15 | Nicole Krycki sagt am 25. September 2022 um 21:55 Uhr

    Okay, Herr Bielendorfer ist ein Ar… gesicht, darüber müssen wir nicht diskutieren. Ich war zu seiner Zeit auch auf dem Grillo Gymnasium und es war ganz bestimmt nicht so blöd, wie er es beschrieben hat.
    Aber mit dem „Auftrittsverbot “ gibt man ihm ja auch noch eine Öffentlichkeit, die er nicht verdient hat. Man sollte es ganz einfach machen: Gebt ihm die Emscher-Lippe-Halle oder am besten direkt die Schalker Arena – und dann geht einfach keiner hin! Und der gute Mann bleibt auf den Kosten sitzen. Fettich!

  16. #16 | MichaL sagt am 25. September 2022 um 22:19 Uhr

    Es geht nicht um ein Auftrittsverbot in Gelsenkirchen, allenfalls beim städtischen Dienstleister Emschertainment.
    In Gladbeck handhabt man das so:
    „Kommunikationschefin Christiane Schmidt: „Wir können uns den Äußerungen von Ludger K. nicht anschließen und verstehen die Irritation. Sicherlich sind sie von der Kunst- und Meinungsfreiheit gedeckt, aber auf einer städtischen Bühne möchten wir ihnen keinen Raum bieten.““
    https://www.waz.de/staedte/gladbeck/stadt-gladbeck-erteilt-auftritt-von-ludger-k-eine-absage-id236506647.html

    Shitstorm in Gladbeck? Fehlanzeige, weil es eine ganz normale Reaktion ist.

    Warum ein Shitstorm in Gelsenkirchen? Weil es nicht gegen einen Corona-Leugner geht?

    Übrigens: Seit wann ist Bielendorfer denn „einer der populärsten Comedians des Ruhrgebiets“? Da gibt es aber etliche andere…

  17. #17 | HerrdainerSinne sagt am 26. September 2022 um 15:50 Uhr

    Die Stadt brauche „soziokulturelle Impulse“ meint der Autor des Artikels.
    Ich denke genau davon hat der Großteil unserer Städte seit 2015 dramatisch zuviel bekommen !

  18. #18 | Mutant77 sagt am 27. September 2022 um 09:04 Uhr

    Das ist doch das was aktuell überall gefordert wird. Unliebsame Stimmen sollen nicht mehr an die Öffentlichkeit kommen. Vielleicht war die Frau ein Schritt zu früh und hätte auf Gesetze aus dem demokratischen Brüssel warten sollen. Aber Auftrittsverbote sind auch jetzt schon allgegenwärtig und da sollte man vielleicht mal genauer hinschauen, was „rechts“ ist.

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