Staatskünstler wollen mehr Antisemitismus wagen

Auch PACT-Intendat Stefan Hilterhaus will wieder mit Antisemiten plaudern können Foto: Spyrosdrakopoulos Lizenz: CC BY-SA 4.0

Zahlreiche Intendanten, unter anderem von PACT-Zollverein, der Berliner Festspiele und Deutschen Theaters Berlin wollen den BDS-Beschluss des Bundestages kippen. 
Sie wollen mit Antisemiten in staatlich finanzierten Räumen diskutieren und dafür mit Steuergeldern bezahlt werden.

Die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ hat sich heute mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt und will, dass der Bundestagsbeschluss, der verhindert, dass Organisationen, welche die antisemitische BDS-Initiative unterstützen, deren Ziel die Vernichtung Israels ist, gekippt wird.


Antisemitische Gruppen und Personen, die sich für die Zerstörung Israels einsetzen, sollen wieder öffentlich bezahlt werden dürfen und in von Steuerzahlern finanzierten Einrichtungen auftreten können.

Und natürlich geht es beim Kuscheln mit Antisemiten um den Kampf gegen – Tusch – Antisemitismus:

„Der gemeinsame Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus und jede Form von gewaltbereitem religiösem Fundamentalismus steht im Zentrum unserer Initiative.“

Weitere Gründe, die von den Unterzeichnern genannt werden, zu denen als einziger Vertreter aus dem Ruhrgebiet mit Stefan Hilterhaus der Intendant von PACT Zollverein in Essen gehört, es handelt sich wohl um eine Art „Tanztheater“, sind ebenfalls von intellektueller Schlichtheit: „Es ist unproduktiv und für eine demokratische Öffentlichkeit abträglich, wenn wichtige lokale und internationale Stimmen aus dem kritischen Dialog ausgegrenzt werden sollen, wie im Falle der Debatte um Achille Mbembe zu beobachten war. Die historische Verantwortung Deutschlands darf nicht dazu führen, andere historische Erfahrungen von Gewalt und Unterdrückung moralisch oder politisch pauschal zu delegitimieren. Konfrontation und Auseinandersetzung damit müssen gerade in öffentlich geförderten Kultur- und Diskursräumen möglich sein.“

Natürlich ist das ohne Probleme möglich: Es gibt keinerlei inhaltliche Begrenzungen, wenn es zum Beispiel darum geht, über Rassismus, Kolonialismus oder Sklaverei zu diskutieren. Nur bitte, wenn alle Bürger dafür zahlen müssen, sollte auf der Bühne niemand stehen, dessen größter Wunsch es ist, Israel zu vernichten und alle Juden ins Meer zu treiben oder zu erschlagen. Außerhalb des staatlich finanzierten Bereichs ist selbst das möglich. Die Meinungsfreiheit geht weit in Deutschland, aber das bedeutet nicht, dass jede Meinung auch noch von den Bürger finanziert werden muss.

„Weltoffenheit“, heißt es in dem Aufruf weiter, „wie wir sie verstehen, setzt eine politische Ästhetik der Differenz voraus, die Anderssein als demokratische Qualität versteht und Kunst und Bildung als Räume, in denen es darum geht, Ambivalenzen zu ertragen und abweichende Positionen zuzulassen. Dazu gehört es auch, einer Vielstimmigkeit Freiräume zu garantieren, die die eigene privilegierte Position als implizite Norm kritisch zur Disposition stellt.“ Nun möchte man fragen, warum denn „Anderssein“, unabhängig von allen Inhalten und jedem Verhalten irgendeine Qualität sein soll. Ist Neonazi, mehrfach wegen Kindesmissbrauch vorbestraft zu sein oder Schwule auf der Straße zu jagen eine Qualität? Es ist schon etwas erschütternd, wie eine Gruppe, die sich selbst stolz als „Repräsentantinnen und Repräsentanten öffentlicher Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen“ bezeichnet, unbeholfen und offenbar ohne viel nachzudenken mit der Sprache umgehen. Aber das ist nicht einmal der elendste Punkt dieses Pamphlets: Die „eigene privilegierte Position als implizite Norm kritisch zur Disposition“ zu stellen, ist generell keine schlechte Idee. Wer aber in einem Bereich tätig ist in dem man vollkommen abhängig von Steuergeldern ist, könnte sich schon einmal fragen, durch wie seine eigene privilegierte Position denn zu rechtfertigen ist. Es geht ja bei dem Thema Antisemitismus nicht um Privilegien, sondern einfach nur ums Überleben von Juden. Aber das interessiert die Staatskünstler nicht. Sie wollen wieder mitspielen können im internationalen Zirkus der Shoarelativierer, die ganzen hippen Antisemiten an ihre Häuser holen und sich in der Popularität sonnen, die sie in ihren Nischen genießen, die kaum größer sind als die derjenigen die sich als schwerstwichtige Künstler präsentieren. Wer sind denn die Menschen, mit denen unbedingt in staatlichen Räumen diskutiert werden muss? Einer wird sich Michael Rothberg  sein, dessen Buch “ Multidirektionale Erinnerung: Holocaustgedenken im Zeitalter der Dekolonisierung“ im Januar auf deutsch erscheint und eine von Antisemiten von rechts bis links herbeigesehnte Debatte über die Relativierung der Shoah einleiten wird. Da wollen die Intendanten dabei sein. Natürlich auf der Seite der Antisemiten. Man ist ja ein guter, deutscher Staatskünstler und hat eine Tradition zu wahren.

Antisemitismus, Eitelkeit, Ignoranz und Dummheit sprechen aus dem Papier.

 

 

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16 Kommentare

  1. #1 | Achim sagt am 10. Dezember 2020 um 21:33 Uhr

    Google zum Gruseln:

    "Er ist ein Macher, ein Netzwerker, ein Strippenzieher, seit 16 Jahren unangefochtener Leiter"

    Ein unangefochtener FÜHRER?

    Da tun mir die anderen auf dem Zollvereingelände
    arbeitenden Einrichtungen leid, die NEBEN dem Typ auf dem Gelände arbeiten.
    Wer möchte schon Tür an Tür mit Hamas und Fatah
    arbeiten?

    Achim

  2. #2 | nussknacker56 sagt am 10. Dezember 2020 um 21:36 Uhr

    Rassisten tarnen sich als „Antirassisten“, Faschisten nennen sich „antifaschistisch“ und linke Antisemiten hausieren halt mit der Marke „kritisch + weltoffen“. Warum auch nicht? Die nicht unbegründete Aussicht auf Erfolg gibt ihnen Recht.

    Die „Initiative GG 5.3“ könnte sich zudem als weiteren geeigneten Kandidaten für ein Mitspracherecht bei den Jusos ins Gespräch bringen. Die sind ganz erpicht auf solche kritischen Partner.

  3. #3 | Wolfram Obermanns sagt am 10. Dezember 2020 um 23:09 Uhr

    Man darf dabei nicht vergessen, diese Figuren leben in sie tragende antisemitischen Soziotopen.
    Aber immerhin, eine wissenschaftliche Studie zum latenten Antisemitismus bei Intendanten kann man sich jetzt sparen. Da ist die Suche bei der Polizei im Vergleich doch viel mühsamer.

  4. #4 | Bernd sagt am 11. Dezember 2020 um 20:57 Uhr

    …ein entspanntes Wochenende euch allen

    https://www.youtube.com/watch?v=_lABRa5fF9c

    & natürlich liebe Grüße

  5. #5 | Abraham Melzer sagt am 12. Dezember 2020 um 15:25 Uhr

    Stefan Laurin und die Kommentatoren sind vielleicht keine Antisemiten, aber eins sind sie sicher: dumm, ignorant, eitel und anmaßend. Der Beitrag ist nicht nur "intellektuell schlicht" sondern auch falsch und absurd. Wessen größter Wunsch ist es, Israel zu vernichten und alle Juden ins Meer zu treiben oder zu erschlagen? Vielleicht der Wunsch der abertausenden von Israelis und Juden überall auf der Welt, die den Beschluss des Bundestages kritisierten? Wollen die widerlichen Ruhrbarone bestimmen, wessen Meinung gehört werden darf?

  6. #6 | Björn Luley sagt am 12. Dezember 2020 um 17:14 Uhr

    Liebe "Ruhrbarone",

    Eure Ignoranz ist grenzenlos! Mir scheint, Ihr seid Eurer Droge "Antisemitismus" derartig verfallen, dass Ihr gar nicht mehr merkt, wie abhängig Ihr seid.
    Macht mal einen freiwilligen Entzug.

  7. #7 | Stefan Laurin sagt am 12. Dezember 2020 um 17:36 Uhr

    @Björn Luley: Ach, wenn wir uns ändern sinken wir noch auf ihr Niveau und müssen von Staatsknete leben. Wir lassen das mal lieber.

  8. #8 | Stefan Laurin sagt am 12. Dezember 2020 um 17:37 Uhr

    @Abraham Melzer: Kollege Broder hat alles zu ihnen geschrieben, was zu schreiben war.

  9. #9 | nussknacker56 sagt am 12. Dezember 2020 um 20:34 Uhr

    Abraham Melzer und Björn Luley, wer die beiden Kameraden kennt, weiß, dass es bei ihnen nichts mehr gibt, was noch ansprechbar wäre.

  10. #10 | Frederic sagt am 5. Januar 2021 um 13:08 Uhr

    Der folgende Absatz hat sich ein wenig in seinen Nebensätzen verheddert:
    "Die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ hat sich heute mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt und will, dass der Bundestagsbeschluss, der verhindert, dass Organisationen, welche die antisemitische BDS-Initiative unterstützen, deren Ziel die Vernichtung Israels ist, gekippt wird."

  11. #11 | Frederic sagt am 5. Januar 2021 um 13:09 Uhr

    Der folgende Absatz hat sich ein wenig in seinen Nebensätzen verheddert:
    "Die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“ hat sich heute mit einer Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt und will, dass der Bundestagsbeschluss, der verhindert, dass Organisationen, welche die antisemitische BDS-Initiative unterstützen, deren Ziel die Vernichtung Israels ist, gekippt wird."

  12. #12 | Björn Luley sagt am 22. Januar 2021 um 22:20 Uhr

    Ignoranz und Dummheit sprechen aus dem Artikel von Herrn Laurin, nichts sonst.

  13. #13 | „Initiative Weltoffenheit“: Hat das was mit Antisemitismus zu tun? - Christuskirche Bochum | Kirche der Kulturen sagt am 14. Februar 2021 um 09:30 Uhr

    […] Dezember hat die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“  –  ein Bündnis von 32 staatsfinanzierten Kultureinrichtungen, zusammen eine […]

  14. #14 | „Initiative Weltoffenheit“: Hat das was mit Antisemitismus zu tun? | Ruhrbarone sagt am 14. Februar 2021 um 09:40 Uhr

    […] Dezember hat die „Initiative GG 5.3 Weltoffenheit“  –  ein Bündnis von 32 staatsfinanzierten Kultureinrichtungen, zusammen eine Milliarde […]

  15. #15 | Die Kulturpolitik der Ampel lässt beim BDS die Sektkorken knallen | Ruhrbarone sagt am 27. Dezember 2021 um 14:59 Uhr

    […] Staatskünstler wollen mehr Antisemitismus wagen […]

  16. #16 | Documenta 15: In der Reisscheune mehr Antisemitismus wagen | Ruhrbarone sagt am 9. Januar 2022 um 11:39 Uhr

    […] beiden Aufrufen siehe: Alex Feuerherd, Weltoffen für Antisemitismus, in: Mena-Watch 16.12.2020; Stefan Laurin, Staatskünstler wollen mehr Antisemitismus wagen, in: Ruhrbarone, 10. Dezember 2020; ders., Initiative GG 5.3 Weltoffenheit: Die geheuchelte Sorge um die “Marginalisierten”, in: […]

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