S04 und BVB an diesem Wochenende mit ungeahnten Parallelen. Archiv-Foto: Michael Kamps
Borussia Dortmund und den FC Schalke 04 trennen aktuell Welten. Während der BVB mit Trainer Edin Terzic das Duell um die Deutsche Meisterschaft im Mai auf dramatische Art und Weise verlor, konnte S04 mit Thomas Reis auf der Bank seine schwache Vorrunde 2022/23 in den letzten Saisonspielen nicht mehr ausreichend kompensieren und stieg letztendlich zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Jahren in die 2. Liga ab.
Trotz der daraus resultierenden völlig unterschiedlichen sportlichen und wirtschaftlichen Gegenwart, verband die beiden Rivalen an diesem Wochenende mal wieder einiges. Und auch die kurzfristige Aussicht ist durchaus mit Parallelen ausgestattet.
Es war bisher ein komplizierter Sommer für Borussia Dortmund! Nach der auf geschichtsträchtige Art und Weise verspielten Meisterschaft im Mai, wanderte mit Jude Bellingham der wohl erfolgsversprechende junge Spieleraus dem Kader in Richtung Real Madrid ab. Mit Raphaël Guerreiroverließ ein weiterer etablierter und beliebter Spieler seit Saisonende den Klub. Diesen zog es ablösefrei ausgerechnet zum größten nationalen Konkurrenten Bayern München.
Die bisherigen Neuzugänge Marcel Sabitzer, Felix Nmecha und Ramy Bensebaini fielen eher in die Kategorie ‚Lückenfüller‘, sollten allesamt die prominenten Abgänge zu kompensieren helfen. Währenddessen verstärkten sich die Bayern auf dem Transfermarkt aktiv und deutlich. Harry Kane war da nur der prominenteste Zugang, der zuletzt die Schlagzeilen bestimmte.
Klar war, will der BVB auch in der gerade angelaufenen Spielzeit mit den Münchenern mithalten, musste mach menschlichem Ermessen noch etwas auf dem Transfermarkt nachgelegt werden. Das ist nun am Donnerstag, zumindest in einem ersten Schritt, geschehen.
Dunkelheit am Stadion des BVB in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt
Am Samstag musste ich unfreiwillig an den alten Roland-Kaiser-Song „Ich glaub es geht schon wieder los“ aus dem Jahre 1988 denken, als der BVB beim VfL Bochum am Ende nicht über ein enttäuschendes 1:1-Unentschieden hinauskam.
Die neue Saison ist kaum am zweiten Spieltag angekommen, und schon stolperten die Schwarzgelben im ‚kleinen Revierderby‘ an der Castroper Straße, ließen in der Endabrechnung womöglich noch wichtige Punkte liegen. Klar, in Bochum hat die Borussia in der Liga auch in der Vorsaison nur 1:1 gespielt, insofern war schon vor dem Spiel klar, dass ein Sieg kein Selbstläufer werden würde.
Das Remis an sich hat mich also nicht überrascht. Und doch zeigten die ersten beiden Begegnungen
Trainer Thomas Tuchel bei seiner Vorstellung in Dortmund 2015. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt
Wer an eine ruhige Spielpause in der Fußball-Bundesliga geglaubt hatte, der sah sich bisher getäuscht. Der FC Bayern München füllte das hinter uns liegende spielfreie Wochenende in der Liga mühelos ganz alleine. Durch die verkündete Trennung von Trainer Julian Nagelsmann und die Neuverpflichtung von Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel als dessen Nachfolger, bestimmte der Rekordmeister die Schlagzeilen und sorgte bundesweit für lebhafte Diskussionen.
Ein Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor dem Champions League Viertelfinale gegen AS Monaco sendet am 11. April 2017 Schockwellen ins Stadion des BVB, durch das Land, nach ganz Europa. Während die Polizei in alle Richtungen ermittelt, muss die Mannschaft schon am nächsten Tag zu einem umstrittenen Wiederholungsspiel antreten. Es sind dramatische Stunden und traumatische Momente, an die sich im Sky Original Dokumentarfilm „Der Anschlag – Angriff auf den BVB“ Dortmund-Spieler, der Vereinspräsident und andere Beteiligte erinnern.
Auch der gefühlt längste Sommer seit Jahrzehnten geht irgendwann einmal zu Ende. Die Tage werden kürzer, man hat wieder mehr Zeit für ein paar gemütliche Stunden auf der heimischen Couch. Der nun anstehende Herbst ist traditionell die Jahreszeit zahlreicher Buchneuerscheinungen.
Nach zwei relativ mageren Corona-Jahren, ist der Kalender in diesem Jahr diesbezüglich wieder prall gefüllt mit interessanten Titeln. Die ersten beiden aus dem Sportbereich sind mir in dieser Woche auch schon ins Haus geflattert. Und wie könnte es unmittelbar vor dem Revierderby und der danach anstehenden zweiwöchigen Pause in der Fußball-Bundesliga passender sein, handelt es sich dabei um zwei aktuelle Chroniken der Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04, der beiden großen Ruhrgebietsvertreter in dieser Sportart.
Die Stimmung beim VfL Bochum war nach der heutigen Trainer-Entlassung schon mal besser | Foto: Peter Hesse
Union Berlin und der SC Freiburg führen die Tabelle an, der FC Bayern „nur“ auf Platz 3, der BVB auf Platz 5. Was nach dem sechsten Spieltag ein bisschen nach 1. April klingt ist tatsächlich zur Realität geworden. Außerdem ist Thomas Tuchel bei Chelsea rausgeflogen und Max Kruse bekommt eine deutliche medienwirksame Abmahnung. Ja, ist denn schon die fünfte Jahreszeit angebrochen? Thommy Junga und Peter Hesse probieren ein paar Ereignisse klar zu stellen – und orakeln, wer neuer Trainer in Bochum werden könnte. Bitte nur niemand aus der Bruno Labbadia- oder Jürgen Klinsmann-Schublade…
Robert Lewandowski. Quelle: Wikipedia, Foto: Sven Mandel, Lizenz: CC BY-SA 4.0
BVB-Fans mussten sich im Laufe der vergangenen Jahre ja schon schmerzhaft daran gewöhnen, dass immer mehr Spieler ihren Lieblingsverein offenbar lediglich als eine Art Sprungbrett benutzten. Die Liste der Profikicker, die sich aus Dortmund gegen den Willen des Vereins und bei laufenden Verträgen vorzeitig wegbewegten ist lang.
Ousmane Dembele, Pierre-Emerick Aubameyang, Christian Pulisic, Jadon Sancho etc. …. Sie alle hatten irgendwann keine große Lust mehr auf den Klub und drängten auf einen Wechsel, obwohl der Verein grundsätzlich noch gerne mit ihnen weiter zusammengearbeitet hätte und eigentlich auch das Recht dazu hatte, da diese Kicker allesamt noch laufende Verträge in Dortmund hatten.
Sie alle schafften es jedoch, sich frühzeitig aus dem Ruhrgebiet zu Vereinen im Ausland zu verabschieden. Das lief mal mehr und mal weniger zufriedenstellend für beide Seiten ab. Am Ende musste stets Geld den Abschiedsschmerz lindern. Im Kern blieb bei den Schwarzgelben aber in allen Fällen das ungute Gefühl zurück, dass die Spieler bei diesem Poker den deutlich längeren Hebel in der Hand hatten.
Selbst der Abgang von Erling Haaland in diesem Jahr, bei dem der Spieler lediglich eine vereinbarte Vertragsklausel für seinen Wechsel nutzte, hinterließ im Ruhrgebiet die bittere Erkenntnis, dass die große Liebe zum Verein Seitens des Spieler wohl nicht da war, die Borussia von Spielerseite aus bei nüchterner Betrachtung nur dazu genutzt wurde um aus dessen Sicht die nächste Karriere/Finanz-Ebene zu erklimmen.
Jetzt aber scheinen sich diese extremen Auswüchse des modernen Profifußballs sogar auf den Rekordmeister, den FC Bayern München, ausgedehnt zu haben, was den Klub von der Isar aktuell in eine dort bisher ungewohnte Defensive in Personalfragen drängt.
DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt
Noch ist sie offiziell gar nicht zu Ende gespielt, folgt am anstehenden Pfingstwochenende doch noch der 34. und letzte Spieltag und anschließend noch die beiden Relegationsspiele, doch kann ein kurzes Fazit der Saison 2020/21 in der 1. Fußball-Bundesliga schon jetzt guten Gewissens gezogen werden. Und das fällt nicht gut aus. Von welchem Standpunkt aus man die Dinge auch betrachtet.
Heute Abend steigt in München das DFL-Supercup-Spiel zwischen dem gastgebenden FC Bayern München und Borussia Dortmund. Auf dem Papier eine spannende Angelegenheit, doch ‚super‘ ist am Supercup leider schon lange nichts mehr.
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