
Solche Geschichten nehmen Fußballfans immer mehr die Freude am modernen Profifußball. Besonders an der Spitze. Der Fall Said El Mala zeigt wieder, wie verrückt das Transfergeschäft heute ist.

Solche Geschichten nehmen Fußballfans immer mehr die Freude am modernen Profifußball. Besonders an der Spitze. Der Fall Said El Mala zeigt wieder, wie verrückt das Transfergeschäft heute ist.

„Kein Klub wird so kritisch gesehen wie wir“, beklagt BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer laut transfermarkt.de. Wirklich? Dass Borussia Dortmund im eigenen Umfeld besonders kritisch beäugt wird, dürfte stimmen. Dass die Verantwortlichen daraus offenbar ein besonderes Problem ableiten, ist allerdings bemerkenswert. Vielleicht sollten sie sich lieber fragen, warum das so ist.

Als Borussia Dortmund im Sommer 2024 Niclas Füllkrug nach England ziehen ließ, war ich als langjähriger BVB-Fan ziemlich entsetzt. Ausgerechnet Fülle! Einen der wenigen Spieler im Kader, mit denen ich mich noch uneingeschränkt identifizieren konnte, für eine attraktive Ablösesumme abzugeben, hielt ich schon damals für einen Fehler. Nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich.
Nach Mats Hummels und Marco Reus verschwand damit eine weitere Persönlichkeit aus Dortmund. Einer, der kein Blatt vor den Mund nahm, nicht auf den Mund gefallen war und auf dem Platz für seine Mannschaft arbeitete. Füllkrug war keiner, der sich erst in den sozialen Medien als großer Typ inszenieren musste. Er war einer. Und genau solche Spieler fehlten mir beim BVB schon damals zunehmend.

Die Bayern haben am Freitag zum Auftakt der Bundesliga-Saison 2026/27 den VfB Stuttgart mit 5:1 aus der Münchner Arena geschossen. Dass der Rekordmeister damit gleich wieder ein kräftiges Signal an die Konkurrenz sendet? Geschenkt. Dass Frank Buschmann und Florian Schmidt-Sommerfeld bei Sky anschließend bemüht waren, aus der ziemlich einseitigen Angelegenheit ein großes „Flutlichtfreitag“-Spektakel zu machen? Ebenfalls geschenkt.
Viel interessanter war eine Szene unmittelbar vor dem Anpfiff.

Am 1. Oktober berichten Ayelet und Rona Epstein im BORUSSEUM über den Terrorangriff der Hamas auf den Kibbuz Kfar Aza.
Netta Epstein, Ayelets 21-jähriger Sohn und Ronas Bruder, wurde bei dem Massaker ermordet. Der Abend eröffnet eine Dortmunder Veranstaltungsreihe zum dritten Jahrestag des 7. Oktober 2023.
Netta Epstein lebte im Kibbuz Kfar Aza nahe der Grenze zum Gazastreifen. Er war Fußballfan – und Anhänger von Borussia Dortmund.
Am 7. Oktober 2023 überfielen Terroristen der Hamas und weiterer islamistischer Gruppen den Süden Israels. Mehr als 1.200 Menschen wurden ermordet, über 250 als Geiseln verschleppt. Allein aus Nettas Familie wurden fünf Menschen getötet.

Am Samstagabend ist es wieder so weit: Im Dortmunder Westfalenstadion treffen der BVB und der FC Bayern München im DFB-Supercup aufeinander. Gut 80.000 Zuschauer werden dabei sein. Ausverkauft, laut und vermutlich ziemlich emotional.
Über den sportlichen Wert dieser Veranstaltung kann man sich trefflich streiten. Ist es tatsächlich der erste Titel der neuen Saison? Oder doch eher das letzte ernsthafte Testspiel vor dem Bundesliga-Start? Vermutlich liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo dazwischen.
Mich beschäftigt diesmal allerdings etwas ganz anderes. Denn Facebook erinnerte mich in dieser Woche daran, dass ich vor genau fünf Jahren schon einmal beim Supercup in Dortmund gewesen bin. Und plötzlich waren sie wieder da: Erinnerungen an einen Fußballabend, der sich heute fast surreal anfühlt.

Borussia Dortmund steht einmal mehr an einem strategischen Wendepunkt. Mit Ole Book übernimmt ein neuer Sportdirektor Verantwortung in einer Phase, in der der Klub seinen sportlichen Kompass über Jahre hinweg zunehmend aus den Augen verloren hat.
Einst war der BVB unter Jürgen Klopp und später auch unter Thomas Tuchel der ernsthafteste Herausforderer des FC Bayern, ein Klub mit klarer sportlicher Vision, mutigem Fußball und echter Titelambition. Heute wirkt Dortmund deutlich stärker wie ein Ausbildungsverein mit angeschlossener Champions-League-Hoffnung als wie ein echter Meisterschaftskandidat.
Die vergangenen Jahre mit den Kaderplanern Michael Zorc und Sebastian Kehl waren

Marcel Schmelzer war einst eines der Gesichter einer goldenen Ära bei Borussia Dortmund. Als bodenständiger Linksverteidiger aus den eigenen Reihen verkörperte er genau das, was viele Fans an ihrem BVB so schätzten: Identifikation, Loyalität und Verlässlichkeit. Unter Jürgen Klopp gehörte Schmelzer zu jener Mannschaft, die 2011 und 2012 deutsche Meisterschaften gewann und Borussia Dortmund national wieder in die Spitze führte.
Damals schien vieles darauf hinzudeuten, dass Schmelzer langfristig zu einer prägenden Vereinsfigur werden könnte. Er war Stammspieler, Nationalspieler und später sogar Mannschaftskapitän. Die Voraussetzungen, um sich dauerhaft einen Platz unter den ganz Großen der Vereinsgeschichte zu sichern, waren ohne Zweifel vorhanden.
Doch bereits in diesen frühen Jahren zeigte sich auch, dass Schmelzer

Borussia Dortmund hat seinen Fans in den vergangenen Monaten einiges zugemutet. Wer es mit dem BVB hält, der musste in dieser Saison oft starke Nerven beweisen. Zu häufig blieb die Mannschaft in der Bundesliga hinter den eigenen Ansprüchen zurück, zu ernüchternd verliefen die Auftritte im DFB-Pokal und in der UEFA Champions League, zu laut wurden die Diskussionen um die sportliche Führungsetage rund um Sebastian Kehl und Lars Ricken.
Vieles wirkte festgefahren, einiges unerquicklich, manches sogar besorgniserregend. Die Leichtigkeit, die diesen Klub so oft ausgezeichnet hat, schien zwischen Ergebnisdruck, Personalfragen und sportlicher Stagnation ein Stück weit verloren gegangen zu sein.

Niklas Süles letzter großer Abend im Westfalenstadion ist bei näherer Betrachtung weit mehr als nur der Abschied eines lange Zeit von den Fans eher wenig geschätzten Innenverteidigers von Borussia Dortmund.
Wenn der BVB heute im letzten Heimspiel der Saison 2025/26 zum Duell gegen Eintracht Frankfurt aufläuft, endet an diesem Standort damit zugleich die insgesamt durchaus bemerkenswerte Karriere eines Spielers, der in vielerlei Hinsicht nie so recht den Weg in die Herzen der meisten Fans der Dortmunder fand und am Karriereende dennoch einen würdigen Abschied vor der Südtribüne verdient hat.