Warum der traurige Abgang von Nico Schulz ein Weckruf für den BVB sein sollte

Nico Schulz (links) bei seiner Ankunft in Dortmund. Archiv-Foto: BVB

Aktuellen Medienberichten zufolge hat der BVB heute den Vertrag mit Verteidiger Nico Schulz gegen Zahlung einer Abfindung in Millionenhöhe aufgelöst. Damit endet bei den Schwarzgelben ein trauriges Kapitel, man könnte auch Missverständnis sagen, das im Rückblick noch einmal ein ziemlich schlechtes Licht auf die umstrittene Personalpolitik unter dem früheren Sportdirektor Michael Zorc wirft.

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Warum der FC Schalke 04 selbst mir als Dortmunder in diesen Tagen mehr Spaß macht als der BVB

Gute Stimmung auf Schalke. Archiv-Foto: Michael Kamps

War das wieder ein Spektakel am Freitag? Der FC Schalke 04 gewann seinen Auswärtstauftritt am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim FSV Mainz 05 durch ein Tor tief in der Nachspielzeit mit 3:2. Der Lohn: Die Gelsenkirchener Profi-Kicker kletterten zumindest kurzzeitig auf Rang 14 in der Tabelle und dürfen drei Runden vor Schluss weiter vom Klassenerhalt träumen.

Klar, die Darbietungen der Schalker sind nicht immer hochklassig, doch gefallen sie mir, das gebe ich hier an dieser Stelle gerne öffentlich zu, aktuell besser als die ‚meines‘ BVB, der in der Tabelle auf Rang zwei liegt, sich zumindest auf dem Papier, noch immer einen knappen Kampf mit dem FC Bayern München um die Deutsche Meisterschaft im Jahre 2023 liefert. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

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Der BVB ist noch nicht der Gewinner, aber Thomas Tuchel jetzt schon der Verlierer der Saison

Thomas Tuchel, hier noch als Dortmund-Coach. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Der Jubel in Dortmund war am Samstag gleich doppelt groß. Zunächst verlor der FC Bayern München in der Fußball-Bundesliga auswärts gegen Mainz mit 1:3, was dem BVB die in seinem Heimspiel die unerwartete Chance zur Tabellenführung ermöglichte, und dann setzte sich die Borussia am Abend im Westfalenstadion tatsächlich gegen Eintracht Frankfurt mit 4:0 durch und eroberte dadurch am 29. Spieltag Platz eins zurück, den man bei der 2:4-Pleite in München vor wenigen Wochen bei Tuchels-Bayern-Premiere verloren hatte. Damit ist die Chance auf eine Meisterschaft der Schwarzgelben, trotz einer bisher insgesamt durchwachsenen Saison, so groß wie seit Jahren schon nicht mehr.

Doch während in Dortmund längst noch nicht feststeht, ob der BVB am Ende der Saison 2022/23 tatsächlich etwas zu feiern haben wird, oder ob nicht schon am kommenden Wochenende auswärts beim VfL Bochum der nächste Rückschlag folgt, steht der große Verlierer der Spielzeit jetzt schon fest: Es wird Thomas Tuchel sein!

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Der BVB ist schon seit Jahren nicht da, wenn die Bayern straucheln

BVB-Boss Hans-Joachim ‚Aki‘ Watzke. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Als BVB-Boss Hans-Joachim Watzke einst erklärte, die Borussia zum zweiten Leuchtturm im Deutschen Fußball nach Bayern München machen zu wollen, da gab er an, dass die Dortmunder da sein wollen, wenn der Rekord- und Serienmeister auf dem Weg zum nächsten Titel ausnahmsweise straucheln sollte.

In diesem Jahr ist das ohne Zweifel wieder einmal der Fall. Die Gelegenheit am Ende der Spielzeit vor den Münchenern stehen zu können, war schon seit Jahren nicht mehr so groß. Doch das Problem ist: Der BVB macht sich in dieser Phase viel zu häufig selber zur Lachnummer der Liga.

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Beim BVB droht ein Trauerspiel. Mal wieder.

Mats Hummels. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

In einem aktuellen Werbespott auf dem Pay-TV-Anbieter Sky wird BVB-Spieler Mats Hummels im Vorfeld der Begegnung von Borussia Dortmund gegen Union Berlin mit den Worten zitiert „Wir sind bereit! Du auch?“.

Doch nach den jüngsten beiden Pleiten der Schwarzgelben gegen den FC Bayern München (2:4) und im DFB-Pokal gegen RB Leipzig (0:2), müssen einem als BVB-Anhänger an dieser Aussage erhebliche Zweifel kommen.

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„Der Anschlag – Angriff auf den BVB“

Ein Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vor dem Champions League Viertelfinale gegen AS Monaco sendet am 11. April 2017 Schockwellen ins Stadion des BVB, durch das Land, nach ganz Europa. Während die Polizei in alle Richtungen ermittelt, muss die Mannschaft schon am nächsten Tag zu einem umstrittenen Wiederholungsspiel antreten. Es sind dramatische Stunden und traumatische Momente, an die sich im Sky Original Dokumentarfilm „Der Anschlag – Angriff auf den BVB“ Dortmund-Spieler, der Vereinspräsident und andere Beteiligte erinnern.

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Die Lage der Liga steht Kopf

Die Stimmung beim VfL Bochum war nach der heutigen Trainer-Entlassung schon mal besser | Foto: Peter Hesse

Union Berlin und der SC Freiburg führen die Tabelle an, der FC Bayern „nur“ auf Platz 3, der BVB auf Platz 5. Was nach dem sechsten Spieltag ein bisschen nach 1. April klingt ist tatsächlich zur Realität geworden. Außerdem ist Thomas Tuchel bei Chelsea rausgeflogen und Max Kruse bekommt eine deutliche medienwirksame Abmahnung. Ja, ist denn schon die fünfte Jahreszeit angebrochen? Thommy Junga und Peter Hesse probieren ein paar Ereignisse klar zu stellen – und orakeln, wer neuer Trainer in Bochum werden könnte. Bitte nur niemand aus der Bruno Labbadia- oder Jürgen Klinsmann-Schublade…

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No Haaland, no Party: Übergroße Abhängigkeit vom Top-Stürmer bedroht Saisonziele des BVB

Erling Haaland. Foto: BVB

Natürlich kann man auch als selbsternannte Spitzenmannschaft bei Borussia Mönchengladbach ein Bundesligaspiel verlieren. Und selbstverständlich ist eine 0:1-Pleite, bei der man zudem über eine Halbzeit lang in Unterzahl agieren musste, und trotzdem in der Nachspielzeit noch die große Chance zum Ausgleich hatte, keine Schande. Und doch sollte man im Lager des BVB den ärgerlichen Rückschlag vom Samstag nicht allzu schnell verdrängen.

Die Niederlage beim Ex-Verein von BVB-Coach Marco Rose offenbarte nämlich einmal mehr die vorhandene deutlich zu hohe Abhängigkeit der Schwarzgelben von Top-Stürmer Erling Haaland. Da muss sich in Zukunft viel ändern, wenn der Klub dauerhaft ein Anwärter auf einen der oberen Ränge in der Tabelle bleiben will.

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Erling Haaland zeichnet beim BVB nicht nur für Tore, sondern auch für Mentalität verantwortlich

Erling Haaland bei seiner Vorstellung in Dortmund. Archiv-Foto: BVB

Beim späten 3:2-Sieg des BVB gegen die TSG Hoffenheim war Erling Haaland einmal wieder der große Held der Dortmunder. In der Nachspielzeit sicherte der Norweger den Heimerfolg der Schwarzgelben. Es war das vielumjubelte Ende eines hochklassigen und umkämpften Spiels.

Für die Borussia war es nach dem 5:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt zum Saisonauftakt bereits der zweite Sieg im heimischen Westfalenstadion. Damit verdrängten die Dortmunder erfolgreich die aufkommende Unruhe, die im Umfeld nach den Rückschlägen im DFB-Supercup (1:3) und in Freiburg (1:2) aufzukommen drohte. Mit sechs Punkten aus drei Liga-Begegnungen liegt der BVB aktuell im Soll. Es war bisher ein ordentlicher, wenn auch kein wirklich guter Saisonauftakt der Westfalen.

In der nach diesem Wochenende starteten zweiwöchigen Unterbrechung des Spielbetriebs in der Bundesliga gibt es im Lager des DFB-Pokalsiegers trotzdem viel zu tun und zu bedenken. Einer diese auf längere Sicht durchaus sorgenbereitenden Ansätze ist dabei der große Trumpf vom Freitag: Die gleich auf mehreren Ebenen bedrohliche Abhängigkeit vom Siegtorschützen Haaland.

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Traurige Corona-Bilanz: 81.158- Ein ganzes Westfalenstadion voller Toter

Das Stadion in Dortmund. Foto: Robin Patzwaldt

Laut der offiziellen Zahlen des RKI betrug die Anzahl der an oder mit Corona verstorbenen Personen am gestrigen 23. April exakt 81.158. Seit vielen Wochen und Monaten wird darüber diskutiert, ob die Pandemie denn wirklich so harte Maßnahmen erforderlich macht, wie wir sie alle gemeinsam seit dem vergangenen Frühjahr in unterschiedlichen Intensitätsstufen durchlaufen müssen.

Gerade in diesen Stunden ärgern sich viele über die abermaligen Verschärfungen der Bundesregierung. Auch ich mag diese Einschränkungen nicht, selbst wenn ich in der glücklichen Lage bin als Single, ohne Kinder, mit Garten und seit jeher einem Homeoffice-Job davon nicht in dem Maße betroffen zu sein, wie manch ein anderer unserer Leser hier.

Und doch klingelte mir in Anbetracht der Zahl 81.158 das Ohr. Denn diese Zahl, sie bedeutet mir etwas.

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