Bayer 04 Leverkusen führt eine Trainerdiskussion zur Unzeit

In Bremen musste Bayer 04 Leverkusen einen Rückschlag verkraften. Foto: Robin Patzwaldt

Die Bundesliga-Saison 2025/26 hat gerade erst begonnen, doch in Leverkusen wabert schon wieder ein altbekanntes Gespenst durch die Arena: die Trainerdiskussion.

Nach dem 1:2 gegen die TSG Hoffenheim in der heimischen Arena am vergangenen Wochenende und dem bitteren 3:3-Unentschieden (nach 3:1 Führung) in Überzahl bei Werder Bremen an diesem Samstag, führen einige im Umfeld der Rheinländer allen Ernstes bereits eine leidenschaftliche Debatte rund um den erst in diesem Sommer verpflichteten Trainer Erik ten Hag.

Erste Medien und Fan-Foren stellen sogar schon jetzt die große Grundsatzfrage: Sitzt hier der richtige Mann auf der Bank? Ehrlich gesagt: Diese Debatte ist nicht nur verfrüht, sie ist absurd.

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Revierderby light? – Warum Schalke gegen Bochum auch richtig Spaß gemacht hat

Großer Rahmen auf Schalke für das ‚kleine Revierderby‘ am Samstag. Foto(s): Michael Kamps

Normalerweise fällt beim Stichwort „Revierderby“ reflexartig der Name Borussia Dortmund. Schwarz-Gelb gegen Königsblau, das war jahrzehntelang das große Ding im Ruhrgebiet, elektrisierend wie kaum ein anderes Spiel in Deutschland.

Doch aktuell spielt der BVB Champions League und ganz oben in der Bundesliga – und Schalke? Schalke versucht sich gerade wieder in der 2. Liga neu zu sortieren. Klingt nach Langeweile? Mitnichten!

Wie das Topspiel der 2. Liga am Samstagabend Millionen von Fußballfans im Lande wieder einmal gezeigt hat, taugt das kleine Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und dem VfL Bochum für einen durchaus vergleichbaren Nervenkitzel, den man sonst nur vom ganz großen Klassiker kennt.

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Flutlicht-Freitag bei Sky: ‚Schmiso‘ zügelt ‚Buschi‘ – Premiere mit Überraschungseffekt

Die Fußball-Bundesliga ist zurück. Foto: Robin Patzwaldt

Im Vorfeld des gestrigen Auftakts in die Bundesliga-Saison 2025/26 war ich wirklich gespannt. Nein, nicht so sehr auf die Partie des FC Bayern München gegen RB Leipzig in der Allianz Arena, die der Rekordmeister noch deutlicher als erwartet mit 6:0 (3:0) für sich entscheiden konnte. Meine Neugier galt in erster Linie der Premiere des sogenannten „Flutlicht-Freitags“ bei Sky. Der Abo-Sender hat sich die Rechte an den Freitagsspielen, die zuletzt bei DAZN liefen, ab dieser Saison nämlich wieder zurückgesichert.

Im Rahmen dieser neu eingeführten Marke setzt Sky erstmals auf Moderatorenteams. Neben Hansi Küpper und dessen Sohn Cornelius („Corni“) sind dies auch der umstrittene Frank „Buschi“ Buschmann und Florian „Schmiso“ Schmidt-Sommerfeld. Genau dieses Duo durfte am Freitag den Saisonauftakt übernehmen – mit überraschend gutem Ergebnis, wie ich feststellen konnte.

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Der abgesagte Wahlkampf – und die verpasste Chance des BVB

Hans-Joachim Watzke. Archiv-Foto: BVB

Das kommt überraschend! Nun doch kein Wahlkampf, keine inhaltliche Kontroverse auf offener Bühne, kein Ringen um den richtigen Weg – Borussia Dortmund bekommt doch keinen offenen Wettbewerb um das Präsidentenamt.

Amtsinhaber Reinhold Lunow hat am Freitag seinen Verzicht erklärt. Damit bleibt die spannendste Frage der letzten Monate unbeantwortet: Wie viel Demokratie und innerer Streit ist beim BVB eigentlich noch gewollt?

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Bundesliga 2025/26: Neustart der Endlosschleife?

DFB-Pokal und Meisterschale. Foto: Robin Patzwaldt

Am Freitag beginnt wieder die Fußball-Bundesliga. Jubel! Fahnen! Hymnen! Und am Ende – aller Wahrscheinlichkeit nach – wieder eine Meisterschale in München. Wer etwas anderes erwartet, glaubt vermutlich auch noch an das Christkind oder den Videobeweis.

Der FC Bayern geht mit dem Selbstverständnis in diese Saison, das Ding sowieso nach Hause zu holen. Ob der Trainer zur Mannschaft passt? Egal. Ob die Neuzugänge einschlagen? Nicht so wichtig. In dieser Liga reicht es im Normalfall ja, wenn der Rekordmeister halbwegs wach bleibt. Alle paar Wochen stolpert man zwar über ein 1:2 in Augsburg, doch spätestens im April ist der Vorsprung wieder zweistellig. Spannung sieht anders aus.

Die Verfolger?

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Ein Großer des Ruhrgebiets sagt leise Lebewohl – Zum Tod von Frank Mill

Frank Mill. Quelle: Wikipedia, Foto: Christophe95, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es gibt Fußballer, die durch ihre Tore unvergessen bleiben. Und dann gibt es solche, die sich durch ihre Persönlichkeit, ihre Bodenständigkeit und ihren unermüdlichen Einsatz in die Herzen der Menschen spielen – Frank Mill war beides. Am heutigen 5. August 2025 ist der frühere Nationalspieler und gebürtige Essener im Alter von 67 Jahren verstorben. Nach einem schweren Herzinfarkt Ende Mai hatte er wochenlang im künstlichen Koma gelegen. Nun ist der Kampf verloren – und mit ihm geht eine der prägenden Figuren des deutschen Fußballs der 80er- und frühen 90er-Jahre.

Geboren und aufgewachsen in Essen, war Frank Mill so etwas wie das personifizierte Ruhrgebietsgefühl auf dem Fußballplatz: schnörkellos, leidenschaftlich, nahbar. Seine Profikarriere begann bei Rot-Weiss Essen, wo er sich mit 74 Toren in 120 Spielen schnell einen Namen machte. Es folgten Stationen bei Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund, wo er mit dem Pokalsieg 1989 ein echtes Karriere-Highlight feiern konnte. Später ließ er seine Laufbahn beim damaligen Zweitligisten Fortuna Düsseldorf ausklingen.

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Ganz schön eigenartig, die Selbsteinschätzung des FC Bayern München

An der Geschäftsstelle des FC Bayern München. Foto: Robin Patzwaldt

Der FC Bayern München dominiert seit Jahren – um nicht zu sagen: seit Jahrzehnten – das nationale Fußballgeschehen. Diese Überlegenheit hat im Laufe der Zeit offenbar zu einer überraschenden Selbsteinschätzung, um nicht zu sagen: Überheblichkeit geführt.

So kommen die Münchener in diesen Tagen offenbar nur noch sehr schwer damit klar, wenn sie einmal nicht alles bekommen, was sie wollen. Das gilt bei Titeln – aber offenkundig inzwischen auch bei Spielern.

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Der VfL Bochum steht in Liga 2 vor einer Saison im Schatten des FC Schalke 04

Archiv-Foto: VfL Bochum 1848

Am morgigen Freitag startet die Saison 2025/26 in der 2. Fußball-Bundesliga. Zum ersten Mal seit Jahren sind mit dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 wieder zwei Vereine aus dem Ruhrgebiet im Fußballunterhaus vertreten. Für den neutralen Fußballfan ist das grundsätzlich eine gute Nachricht – macht es die Liga doch noch attraktiver, als sie es in den vergangenen Jahren ohnehin schon war.

Doch insbesondere dem VfL droht in Liga zwei eine undankbare Rolle. Nicht nur, dass sich das Team von der Castroper Straße mit dem Abstieg abfinden muss, den Trainer Dieter Hecking im Mai nicht verhindern konnte – dem sich im Neuaufbau befindlichen Kader droht zudem eine Spielzeit im Schatten des königsblauen Nachbarn aus Gelsenkirchen. Und das trotz sportlich deutlich besserer Aussichten und einer freundlicher wirkenden Perspektive im Vergleich zu den Schalkern.

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Rückkehr mit Perspektive: Warum Jadon Sancho dem BVB guttun könnte

Jadon Sancho. Archiv-Foto: BVB

Borussia Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren als Sprungbrett für einige der vielversprechendsten Talente Europas etabliert. Spieler wie Ousmane Dembélé, Jude Bellingham, Christian Pulisic, Jadon Sancho oder Erling Haaland kamen jung, entwickelten sich rasant – und verließen den Verein häufig, bevor sie zu echten Führungsspielern reifen konnten. Die Bilanz: gute Transfererlöse, aber ein Kader, dem es immer wieder an Persönlichkeit, Konstanz und echter Siegermentalität fehlte.

Das Resultat war eine Mannschaft, die in der Bundesliga häufig hinterherlief und in Europa zwar für Aufsehen sorgte, aber den ganz großen Sprung ebenfalls verpasste. Die individuelle Klasse war oft da – aber eben nicht die Reife und die Mentalität, um konstant auf höchstem Niveau zu bestehen. In Dortmund entstand so ein schleichender Umbruch ohne echte Achse, ohne Köpfe, die ein Team tragen.

Umso interessanter ist nun die Aussicht

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Stillstand statt Aufbruch – Borussia Dortmund droht den Sommer der Chancen zu vertrödeln

Vorstellung von BVB-Trainer Niko Kovac (2.v.r.) in Dortmund im Februar. Foto: Robin Patzwaldt

Es sollte ein Sommer des Umbruchs in Dortmund werden. Ein Neuanfang. Nach einer Saison voller Widersprüche, in der der BVB zwar dank eines starken Endspurt erneut die Champions-League-Qualifikation klar machte, aber gleichzeitig in der Bundesliga über weite Strecken enttäuschte, war die Marschroute eigentlich klar: Die Mannschaft muss neu strukturiert, mit frischer Qualität und neuer Mentalität aufgeladen werden.

Doch Stand Ende Juli wirkt die vielbeschworene Erneuerung eher wie eine leere Worthülse. Denn von einem Umbruch ist bislang kaum etwas zu sehen. Im Gegenteil: Der BVB droht, eine einmalige Gelegenheit zu verspielen.

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