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Und plötzlich beginnt eine Schlammschlacht um den Bürgermeisterposten in Waltrop

Amtsinhaberin Nicole Moenikes von der CDU Waltrop. Foto: Robin Patzwaldt

So kann das gehen. Eigentlich hielt ich das Thema ja schon für abgehakt. Nachdem klar wurde, dass SPD-Bürgermeisterkandidat Marcel Mittelbach mit rund 1.500 Stimmen Vorsprung auf Amtsinhaberin Nicole Moenikes (CDU) in die Stichwahl am kommenden Sonntag gehen würde, schien der Drops gelutscht.

Zu träge lief der bisherige Wahlkampf in der Hebewerksstadt um hier ernsthaft noch an eine Wende glauben zu können. Zumal die seit Jahren vor sich hin dümpelndeWaltroper Zeitung‘ sich in Wahlkampfzeiten ruhig wie nie zeigte, aus dem üblichen Trott der Veröffentlichungen von Nichtigkeiten und Pressemeldungen selbst im Wahlkampf zum ersten Mal nicht mehr wirklich herauszufinden schien.

Doch nun stellt sich die Lage in Waltrop (Kreis Recklinghausen) urplötzlich noch einmal ganz anders dar. Zwar sucht man inhaltliche, politische Diskussionen noch immer weitestgehend vergeblich, doch befindet sich der geneigte Beobachter urplötzlich inmitten einer Schlammschlacht. Grund genug das Thema auch hier im Blog noch einmal kurz aufzunehmen.

Herausforderer Marcel Mittelbach von der SPD Waltrop. Foto: Robin Patzwaldt

Dass mit Marcel Mittelbach zum zweiten Mal innerhalb von sechs Jahren ein ‚Protestkandidat‘ die Mehrheit bei der Bürgermeisterkandidatenstichwahl erringen könnte, obwohl die Stadt Waltrop, als eine der am höchsten verschuldeten Städte in NRW (pro Kopf) kaum noch politischen Spielraum für nicht fördertopffinanzierte Projekte hat, löste in der 30.000-Einwohner Stadt ungewohnte politische Emotionen aus.

Die einen feierten schon, als würde jetzt Waltrops Rettung nahen, die anderen empfanden das Wahlergebnis vom 13. September als unfaire Abrechnung der Wähler, sahen auf ihrer Seite kaum Fehler und zeigten sich dementsprechend mit dem klaren Rückstand der Amtsinhaberin vom Bürger nicht richtig bewertet.

Es folgten recht kindische Spielereien beider Seiten. Die einen plakatierten offenbar an der Grenze des vorher vereinbarten Limits, die anderen (oder zumindest offenkundige Sympathisanten) reagierten mit Provokationen, klebten Stichwahl-Werbung ihres Kandidaten, auf viele frische Plakate der Bürgermeisterin.

Nicht gerade das Niveau, das man sich als Wähler wünscht. Beide Parteien erklärten bzw. distanzierten sich offiziell von diesen Geschehnissen. So geriet die Sache in Schwung.

In den vergangenen Tagen erreichten mich im Netz von beiden Parteien Hinweise, dass die jeweils andere Seite sich doch völlig unfair verhalte, eine regelrechte ‚Schlammschlacht‘ um den Chefsessel im Rathaus begonnen habe.

Als ‚normaler‘ Wähler bekam man davon naturgemäß wenig mit, ‚gefällt‘ die örtliche CDU auf Facebook beispielsweise aktuell gerade einmal 289 Personen. Auf Seiten der SPD sind es heute genau 751.

Bedenkt man, dass beide Ortverbände alleine schon über mehrere hundert Mitglieder verfügen, nicht gerade die Basis für einen erfolgversprechenden Wahlkampf. In den sozialen Medien unterhalten sich die Parteien in Waltrop wohl in erster Linie noch immer mit sich selbst.

Will man an größere Kreise der Bevölkerung kommen, ist der einzig erfolgversprechende Weg hier noch immer die gedruckte Lokalzeitung. Die Waltroper Zeitung wird daher traditionell als Transporteur politischer Meinungen genutzt.

Schon im Jahre 2014 war dies der Fall. Damals warfen SPD und Grüne dem damaligen Lokalchef Bernd Overwien mehrfach öffentlich vor, Stimmung zu Gunsten von CDU-Herausforderin Nicole Moenikes zu betreiben.

Sechs Jahre später läuft es umgekehrt. Die personell ausgedünnte Lokalzeitung soll sich diesmal nach Meinung einiger überwiegend für SPD-Herausforderer Mittelbach eingesetzt haben. Und das, obwohl in diesem Wahlkampf insgesamt deutlich weniger über Lokalpolitik zu lesen war als in den vergangenen Fällen.

Wie sehr inzwischen offenbar an der Lokalzeitung herumgezerrt, um Einfluss gerungen wird, das zeigten am heutigen Mittwoch gleich mehrere Berichte in deren Printausgabe.

Da wird zum Beispiel aktuell seitens der Lokalredaktion davon berichtet, dass versucht worden sei einen Leserbrief eines vermeintlich ‚neutralen Bürgers‘, der von SPD-Verantwortlichen ‚beraten‘ worden sein soll, im Blatt unterzubringen. Die Zeitung schreibt allerdings davon, dass der Versuch der örtlichen SPD rechtzeitig enttarnt worden sei, der Leserbrief daher nicht zu Veröffentlichung kam. Unschöne Entwicklungen!

Ein ähnlicher Fall war bereits 2014 aufgetreten. Auch damals schon hatte ein führendes SPD-Mitglied versucht die Zeitung gezielt mit Leserbriefen zur Stimmungsmache für die eigene Kandidatin zu nutzen. Diese distanzierte sich damals prompt von diesen Spielchen.

Auch diesmal sah sich Marcel Mittelbach, ähnlich wie SPD-Kandidatin Anne Heck-Guthe damals, gezwungen eine Beteiligung/Mitwisserschaft direkt in aller Klarheit zu dementieren. Der Imageschaden dürfte trotzdem da sein. Als Bürger kann man über solche Dinge nur frustriert den Kopf schütteln.

Ebenfalls erschüttert es einen, wenn auf der folgenden Seite der Lokalzeitung dann der ehemalige Lokalchef der Waltroper Zeitung, Pit Schneider, die Chance erhält einen Leserbrief zu veröffentlichen, in dem er den SPD-Kandidaten über den grünen Klee lobt, von einer Chance für die Stadt und einem anstehenden Generationswechsel schreibt, wenige Zeilen später zudem noch mit der örtlichen CDU abrechnet.

In den vergangenen sechs Jahren hätte ich mir hier deutlich mehr politische Debatten gewünscht. Da war sowohl von den Lokalpolitikern als auch von der Lokalzeitung kaum etwas zu vernehmen. Das ist es auch aktuell nicht, was die Themen betrifft. Um Inhalte geht es hier nämlich gar nicht mehr.

Stattdessen bricht gerade in den finalen Tagen vor der Stichwahl eine noch nicht gesehene Schlammschlacht auf Provinzniveau aus. Wer da zuvor noch nicht genug von Lokalpolitik hatte, bei dem dürfte es bald soweit sein. Echt zum Abgewöhnen….

 

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11 Kommentare zu “Und plötzlich beginnt eine Schlammschlacht um den Bürgermeisterposten in Waltrop

  • #1
    Walter Stach

    Robin,
    eine noch nie gesehene Schlammschlacht?

    "Zu meiner Zeit" gab es in Waltroper Kommunalwahlkämpfe, die wegen ihrer persönlichen Verunglimpfungen hätten als Schlammschlachten bezeichnet werden können.
    Was sich heute in der Waltroper Zeitung lesen läßt, ist für mich seitens aller Beteiligten
    Wahlkampfgetöse, mehr nicht.

    Ich hoffe, daß dieses Getöse dazu beiträgt, daß die Wahlbeteiligung sich bei der sog. Stichwahl am 27. "in Nähe der 5o % Marke" und nicht deutlich darunter bewegen wird.

    Ich bin mir sicher, daß dieses heutige Getöse in der WZ auf die Wahlentscheidung keinen Einfluß haben wird.

    Bezüglich der inhaltlichen Anmerkungen durch Pit Schneider in seinem Leserbrief in der heutigen WZ stimme ich ihm zu, wenn er daraufhin weist, daß es Marcel Middelbach als 3o jährigem SPD-Kandidaten offensichtlich im ersten Wahlgang mit Erfolg gegen die amtierenden BM-Moenekes gelungen ist, Wählerinnen/Wählern von sich -und von seiner "jungen Garde- davon zu überzeugen, daß es mit ihm -und seiner "jungen Garde"- eine Chance geben kann, die Politik in Waltrop personell, prozessual und inhaltlich weitgehend von den Fesseln des "Traditionellen/der Traditionalisten (mich eingeschlossen)" parteiübergreifend zu befreien.

    Dafür spricht auch eine nicht nur von mir wahrgenommen Begeisterung speziell sehr vieler junger Menschen in Waltrop für Middelbach -sh. auch ihr Engagement bei Facebook . Die Waltroper Grünen sehen das vermutlich ähnlich und deshalb die Wahl von Middelbach empfohlen.

    Robin,
    ich als "alter SPD-Sack" hatte von Marcel Middelbach -und seiner jungen Garde- einen wesentlich aggressiveren Wahlkampf -inhaltlich und personell- erwartet. Das Ergebnis im 1. Wahlgang für Middelbach -und im Schlepptau seines Erfolges auch für die örtlichen SPD- hat bewiesen, daß er mit seiner Art der Wahlkampfführung richtig gelegen hat. Und das ist gut so; nicht nur bezogen auf den jetzigen Wahlkampf, sondern auch bezogen auf die zukünftige Politikgestaltung durch ihn in Waltrop. Hoffentlich als BM der Stadt. Wenn nicht, dann zumindest weiterhin als Parteivorsitzender der SPD und als Mitglied des Stadtrate.

    Ich bin mir nicht absolut sicher, daß M. auch am kommenden Sonntag die Mehrheit der Wählerstimmen gewinnen wird. Über das mögliche Votum der FDP-WählerInnen und über das der WählerInnen des WA will ich nicht spekulieren. Derzeit spricht jedenfalls alles für und nichts gegen einen Wahlgewinner Middelbach; auch das heutige Wahlkampfgetöse in der Waltroper dürfte daran nichts ändern.

    Über Waltrop hinaus:
    In der radikale Verjüngung der Spitze der örtlichen SPD und in deren Folge im erzielten Wahlergebnis für den Rat -SPD überraschend vor der CDU- sowie im Ergebnis des ersten Durchganges der BM -SPD-Mann Middelbach deutlich vor der amtierenden CDU-BM Mönekes-könnte "meine" SPD in anderen Ortsverbänden, ja sogar in ihren "übergeordnete Gliederungen" ein Signal erkennen, über personell und inhaltlich "radikal Neues" nachzudenken, um nicht im "immer Weiter so" ihren Niedergang zu befördern.

    (Middelbach -der Kühnen von Waltrop??-)

    Robin,
    im übrigen , so scheint mir, haben wir in in Waltrop im Vergleich zu den umliegenden Städten -Lünen, Datteln, Castrop-Rauxel -und Dortmund- aufgrund der von mir wahrgenommen allgemeinen Zufriedenheit der großen Mehrheit der Menschen mit ihrem Leben, ihren Lebensumständen in Waltrop keinen Grund, dieserhalb katastrophale Zustände befürchten zu müssen je nachdem wie die BM Wahl ausgeht.

    Insofern lasse ich -weiterhin -nicht trotz, sondern gerade wegen des heutigen Wahlkampfgetöses in der WZ – " die politische Kirche im Dorf", denn da gehört sie hin und daran wird sich fundamental "so oder so" nichts je nach Ausgang der BM-Wahl ändern.

    Von dieser meiner politischen Grundausstellung bezogen auf "die Waltroper Lage" im allgemeinen und konkret bezogen auf den laufenden BM-Wahlkampf zu trennen ist die Selbstverständlichkeit -jedenfalls für mich- weiterhin in meiner Partei, der örtlichen SPD und in der hiesigen Bürgerschaft darüber engagiert zu streiten, wie denn und mit wem denn am besten die jetzige Lebenssituation in Waltrop für die große Mehrheit der Bürger erhalten werden oder gar weiter verbessert werden kann -z.B .angesichts bevorstehender gewaltiger gesamt-gesellschaftlicher Veränderungen -Arbeit zu Hause, KI-Entwicklung, demographischer Wandel , Klimakatastrophe und deren Folgen .

  • #2
    Walter Stach

    Befangenheit…..
    Robin,
    ergänzend zu meinem Beitrag -1-;
    Dass ich nicht unbefangen, nicht neutral bin im Zweikampf Mittelbach / Moenikes will ich ausdrücklich betonen.

    Für mich als einem an Lebensjahren und Partei-Mitgliedschaft altem Sozialdemokraten könnte n es zunächst als selbstverständlich gelten, den in jeder Hinsicht jüngeren Sozialdemokraten Mittelbach in seiner Bewerbung um das Bürgermeisteramt in unserer gemeinsamen Heimatstadt Waltrop zu unterstützen.

    Eine solche Unterstützung des sozialdemokratischen Bewerbers um das BM-Amt durch mich resultiert jedoch primär aus der Annahme meinerseits -und aus der daraus resultierenden Hoffnung- , daß dieser mit seinen 3o Jahren für das BM-Amt außergewöhnlich junge Bewerber Mittelbach mir in besonderer Weise prädestiniert zu sein, "den Mief aus den Talaren" zu entfernen -in der kommunalen Politik, in der kommunalen Administration,, im Miteinander von BM/Rat/Administration und Bürgerschaft, kurzum aus alldem, wovon eine effektive, effiziente und bürgernahe Arbeit in und für eine Kommune abhängt. .

    Es geht meinerseits also nicht primär um eine Ablehnung der Wiederwahl der amtierenden BM aufgrund von Kritiken an ihrer Amtsführung in den letzten rd. 6 Jahren.
    Es geht mir vielmehr aufgrund eines Abwägungsprozesses letztendlich um ein wohlbedachtes und wie andeutungsweise begründetes Ja zur Bewerbung Mittelbach;, und das in vollem und selbstverständlichen Respekt vor gegenteiligen Meinungen und Entscheidungen anderer BürgerInnen.

  • #3
    Heinz Werner Krumnack

    Ich verstehe das Getöse nicht. Die Moenikes hat do viel versprochen…. Und was ist passiert, außer die Vetternwirtschaft. Das ordnungsamt lässt zu wünschen übrig. Der kleine Bürger kann sich beschweren, aber nichts passiert. Es könnte mehr Geld eingenommen werden. Die Hund ohne Leine. Oder wegwerfen von Müll. Aber da traut sich keiner ran. Die Mitarbeiter sind zu feige die Leute anzusprechen. Wenn ich sehe wie die feinen Leute ihre Hunde auf dem Kinderspielplatz laufen lassen könnte ich kotzen. Aberdas ist denen auch egal.

  • #4
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    @Heinz Werner Krumnack: Ich teile Ihre Einschätzung, dass wenig passiert ist in den vergangenen Jahren. Von den Wahlversprechen aus 2014 ist fast nichts übriggeblieben. Das ist traurig. Zumal ich in den Gesprächen mit Frau Moenikes immer den Eindruck hatte, dass sie viel guten Willen mitgebracht hat. Offenbar hat das aber nicht gereicht. Und das ist aus meiner Sicht eben auch das Problem im aktuellen Wahlkampf. Es wird sich nichts ändern, egal wer gewinnt. Und das spielt leider keine große Rolle in den aktuellen Streitigkeiten. Da geht es scheinbar nur noch darum wer am Ende den finanziell lukrativen Chefsessel im Rathaus berkleiden darf. Politische Inhalte, Diskussionen über zukünftige Ausrichtungen etc. suche ich in Waltrop seit langem weitestgehend vergeblich. Da geht es nur um Postengeschacher. Enttäuschend. Auf ganz vielen Ebenen.

  • #5
    Berthold Grabe

    Es gibt einfach zu wenig solide Informationen auf denen man seine Wahlentscheidungen gründen könnte. Ich kenne die Waltroper Verhältnisse nicht, aber das in einer verbrauchten und inhaltlich leeren SPD viel junge Leute schnell zu Spitzenpostionen gelangen ist nicht per se eine Vorteil.
    Auch hier steht nichts zur Erfahrung und Qualifiaktion der Kandidaten wie übrigens vielfach in anderen Kommunen auch.
    Da stehen dann nicht selten eingefahrenen CDU Position illusorische SPD Motivation gegenüber, weil wieder einmal eine hochmotivierte, aber naive Jugend von Gestaltung träumt, die das knebelnde System der Kommunalfinanzierung wahrscheinlich gar nicht durchschauen, und deshalb Gefahr laufen alles schlimmer zu machen.
    Wahlentscheidungen wurden durch die Strategie der Polarisierung seit den 80zigern zunehmend emotionalisiert und entsachlicht.
    Es stellt sich die Frage, bei den hier geschilderten Ereignissen, ob wir überhaupt noch fähig sind bzw. die Parteien einen inhaltlich sachlichen Wahlkampf zu führen. Ich denke nicht, womit das ganze einem russisch Roulette gleicht.
    Die Wähler sind mittlerweile auf den Zufall angewiesen, was die Kanditaten angeht.
    Denn das Gewäsch über Ziele, Moral und Wünsche bleibt inhaltsleer, wenn nicht klar ist, ob das überhaupt realistisch umsetzbar ist in einem kleinteiligen und komplizierten Korsett der Gestaltungsmöglichkeiten, die viel Verwaltungsfachwissen erfordern um überhaupt auch nur einen kleinen Kiesel zu bewegen.

  • #6
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Erinnert irgendwie an den Wilden Westen, was hier abgeht:

    https://www.24vest.de/waltrop/waltrop-langendorf-chef-entweder-moenikes-oder-projekt-wird-beerdigt-90053186.html

  • #7
    Walter Stach

    Robin,
    "wie im Wilden-Westen"? Ich finde, damit verharmlost Du leider das Geschehen!

    Es geht hier um einen Erpressungsversucht des Unternehmenschefs von Langendorf nicht nur gegenüber seinen Mitarbeitern, sondern gegenüber allen Bürgern/Wählern in Waltrop.
    Ich gehe davon aus, daß die überwältigende Mehrheit der Bürger/Wähler in Waltrop diesen Erpressungsversuch am Sonntag in der Wahlkabine mit dem Gegenteil dessen beantworten wird was der Erpresser -und das Objekt dieses Versuches ?- sich davon erhoffen.

    Wenn ich das Geschehen ironisch zurückhaltend kommentiere, dann als sensationelles Eigentor, denn ein solches wurde heute geschossen.

    Wenn ich das Geschehen per Klartext und der Sache gerecht werdend kommentiere, dann als ein den Grundsätzen eines demokratischen Gemeinwesen, den Regeln demokratischer Auseinandersetzungen, nicht nur, aber eben auch in Wahlkämpfen zutiefst verletzendes Geschehen.

    Mich erinnert der Erpresserbrief des Langendorf-Chefs an das Gebaren von "unternehmerischen Größen" in Wahlkämpfen in Deutschland vor allem in den 186oer bis 192oer Jahren, aber auch in der sog. Nachkriegszeit 1945 bis in die 196oer Jahre -und darüber hinaus?-, immer dann, wenn es ihnen darum ging, Mehrheiten der sog. Linksparteien -SPD und KPD- zu verhindern .

    Ich erinnere mich zudem an vergleichbare "Erpressungsversuche" der kath. Geistlichkeit bis Ende der 196o er Jahre -oder darüber hinaus ?- gegenüber "uns Kirchgängern", wenn in der Sonntagsmesse jedem " mit Tod und Teufel " gedroht wurde, der nicht eine christliche Partei
    wählen würde.

    Unfaßbar ,jedenfalls für mich-, daß ich Gleiches heutzutage erleben muß.

    Robin,
    mit der Begrifflichkeit " Wildwest-Methoden" verniedlichst Du diesen für mich "eigentlich" undenkbaren und unfaßbaren politischen Erpressungsversuch des Chefs des Unternehmens Langendorf gegenüber seinen Mitarbeitern, ja gegenüber der gesamten Bürgerschaft in Waltrop.

  • #8
    Robin Patzwaldt Beitragsautor

    Mir fehlen da inzwischen auch echt die Worte, Walter! Ich gebe dir Recht, das dürfte sich als Eigentor erweisen und der SPD helfen die Stichwahl zu gewinnen. Der große Verlierer wird Waltrop sein. Was ist das alles peinlich….

  • #9
    Walter Stach

    Robin,
    ja, ich stimme Dir zu.
    Und wenn man, das wissen wir Beide als Fußball-Fans, letztendlich durch ein Eigentor gewinnt, trübt das die Siegesfreude -zumindest ein wenig.

    Warten wir ab, wie es letztendlich ausgeht.

    Ich befürchte, daß unabhängig von Sieg oder Niederlage, für wen auch immer, das sog. politische Klima in Waltrop dauerhaft Schaden nehmen könnte. Hoffentlich siegt nach dem 27. die Vernunft. An politischen Vernünftigen mangelt es erwiesenermaßen auch in Waltrop nicht -parteiübergreifend!

  • Pingback: Waltrops neuer Bürgermeister Marcel Mittelbach: Was kann ein König ohne Reich schon bewirken? | Ruhrbarone

  • #11
    Dieter Steffan

    Herr Patzwald, Sie sollten wissen, was und worüber Sie schreiben.
    Bin ich, damals nur noch einfaches SPD Mitglied, mit 2014 gemeint, dann lassen Sie sich bitte von Ihren Brieffreunden Stach und Overwien den wahren Sachverhalt schildern.
    Das war ein Briefwechsel ausschließlich zwischen mir und Herrn Stach.
    Von ihm bin ich in einem Telefongespräch aufgefordert worden, zu schreiben, was wir beide in der Situation tun würden. Genau das habe ich getan. Durch meine damals noch unfertigen Internetkenntnisse ist der Text auch bei der WZ gelandet.Beide Email Adressen beginnen mit wa….! Im übrigen ist das auch Herrn Stach zu Zeiten eines Pit Schneider passiert. Ohne Rücksprache hat Herr Overwien das brutal für Moenikes ausgenutzt. Wie schon 2014, hat mich auch jetzt Herr Stach "im Regen stehen" lassen!!! Er ist nach eigener Aussage, von Herrn Overwien massiv aufgefordert worden, keine Gegendarstellung in der WZ zu bringen. Auch heute geht er, bei all seinem Mitteilungsbedürfnis, mit keiner Silbe auf den Wahrheitsgehalt Ihrer Aussagen ein. Das habe ich ihm nie verziehen. Wie richtig lag ich doch, mit meiner damaligen Entscheidung, jeglichen Kontakt mit ihm sofort zu beenden.
    Über Herrn Overwien in diesem Zusammenhang ein Wort zu verlieren,verbietet mir mein Charakter.

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