
Die nicht enden wollende Hetze gegen Israel in vielen Medien, immer offenere antisemitische Propaganda und Tausende Demonstrationen von Hamas-Anhängern haben dazu geführt, dass der Grund für den Konflikt im Nahen Osten fast in Vergessenheit geraten ist: der von der palästinensischen Bevölkerung weitgehend unterstützte Angriff der Hamas und anderer Terrororganisationen auf Israel am 7. Oktober 2023.
Noch während Terroristen der Hamas und ihrer Verbündeten dabei waren, 1.200 Menschen in Israel zu ermorden und Hunderte zu verschleppen, und dabei von palästinensischen „Zivilisten“ bejubelt wurden, die zum Teil Kibbuze plünderten und die Leichen ermordeter Teilnehmer des Nova-Festivals fledderten, setzte auf den Straßen Deutschlands wie überall im Westen eine Täter-Opfer-Umkehr ein: Ein Mob aus Arabern, anderen Muslimen und postkolonialistischen Linken begann, den Kampf der israelischen Armee gegen den Terror und ihre Bemühungen, die Geiseln zu befreien, als Genozid zu denunzieren. Die größte und offenste Welle des Antisemitismus seit dem Ende der Nazi-Zeit nahm ihren Anfang und ist bis heute nicht gebrochen.
Umso wichtiger ist die Artikelserie der in Berlin lebenden Schriftstellerin Adi Kaslasy-Way, deren erster Teil nun im Cicero erschienen ist. Kaslasy-Way hat sieben Gespräche mit Menschen geführt, die die palästinensischen Verbrechen des 7. Oktober erlebt haben. Zu ihren Gesprächspartnern gehören Yaniv Yaakov, dessen zwei Neffen nach Gaza verschleppt wurden und die Geiselhaft überlebten, sowie Maayan Kaplun, deren Vater im Kibbuz Be’eri ermordet wurde. Polizeidirektor Shimon Portal lieferte sich in Sderot Schusswechsel mit Terroristen und befreite seine Tochter aus einem belagerten Kibbuz. Der Singer-Songwriter Micha Biton harrte mit seiner Familie 14 Stunden lang im Schutzraum aus. Ayelet Buyums Mann und weitere Familienmitglieder wurden ermordet, während sie mit ihrem Sohn im Schutzraum Zuflucht suchte. Ihr Sohn hielt die Tür von innen zu. Der Polizeibeamte Sharon Abergil, ein Cousin von Adi, half nach dem Massaker bei der Identifizierung Hunderter Leichen.
Der Auftakt der Reihe ist ein Gespräch mit Anita Conforty, die das Massaker auf dem Nova-Festival am 7. Oktober nur knapp überlebte. Ihr gelang es gerade noch, vom Festivalgelände zu fliehen. Confortys Freundin Sharona, deren 40. Geburtstag sie auf dem Nova-Festival feiern wollten, gelang dies nicht. Fast zwei Wochen suchten sie vergebens nach Sharona: „Nach zwölf Tagen erfuhren wir, dass ihre Leiche – oder das, was von ihr übrig war – gefunden worden war. Sie und andere waren in einem Krankenwagen verbrannt, der später als ‚Krankenwagen des Todes‘ bekannt wurde. Achtzehn Menschen, die versucht hatten, sich vor den Terroristen zu verstecken, sind darin verbrannt. Hamas-Terroristen hatten das Fahrzeug mit einer Panzerabwehrrakete beschossen.“
Die Festivalbesucher hätten versucht, sich überall zu verstecken, wo es nur ging: „In Chemietoiletten, Müllcontainern und in den großen Kühlschränken für die Getränke. Die Terroristen suchten überall; keiner der Versteckten hat überlebt.“
Das Nova-Festival sei ein Ort der Freiheit und der Liebe gewesen. „Sie haben uns aus reinem Hass angegriffen, sie glaubten, sie hätten eine Rechtfertigung dafür, Zivilisten gezielt zu ermorden. Das war ein Angriff auf die Menschlichkeit, der überall geschehen kann. Und er geschieht bereits.“
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Etwas mehr Präzision in der Sprache hilft vielleicht auch in der Diskussion: Dieser Terrorangriff ist der Grund für den immer noch andauernden Angriff der israelischen Armee auf die Strukturen der Hamas im Gazastreifen. Wesentlich für das Ergebnis ist dabei auch die Tatsache, dass die Hamas aus zivilen Strukturen heraus operiert. ….
Wenn wir uns wirklich mit dem Konflikt im nahen Osten beschäftigen wollten, müssten wir erheblich weiter zurückgehen: Die ersten bewaffneten Konflikte zwischen Arabern und Juden im damaligen Palästina gab es bereits in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.