
Die Nachricht hat mir heute Vormittag tatsächlich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert: Trainer Niko Kovac bleibt Borussia Dortmund bis 2029 erhalten. Das ist für mich mehr als eine gewöhnliche Vertragsverlängerung. Es ist ein Signal, dass der BVB auf einer seiner wichtigsten Positionen endlich wieder auf Kontinuität statt auf das nächste Experiment setzt.
Eine Persönlichkeit, die dem BVB guttut
Seit dem unfreiwilligen Abschied von Thomas Tuchel im Sommer 2017 habe ich mich mit den meisten Dortmunder Trainern mehr oder weniger schwergetan. Mal fehlte mir die Ausstrahlung, mal die Überzeugung, dass der jeweilige Mann an der Seitenlinie dieser besonderen Aufgabe tatsächlich gewachsen war. Mit Kovac ist das anders. Der Kroate wirkt wie jemand, der weiß, was er tut, und sich von den Dortmunder Erwartungen nicht verrückt machen lässt.
Das klingt selbstverständlich, war es in den vergangenen Jahren aber keineswegs. Gerade bei einem Klub, bei dem Anspruch und Wirklichkeit regelmäßig auseinanderdriften, ist diese Souveränität Gold wert.
Nicht immer schön, aber wieder erfolgreich
Natürlich ist der Fußball unter Kovac nicht immer ein reines Vergnügen. Wer sich an die besten Zeiten unter Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel erinnert, vermisst bisweilen die spielerische Wucht, die Begeisterung und den Eindruck, dass hier eine Mannschaft tatsächlich etwas Besonderes auf den Platz bringen kann.
Doch bevor man wieder von großen Titeln und Angriffen auf die Bayern träumt, muss die Grundlage stimmen. Und genau daran arbeitet Kovac. Er hat eine zwischenzeitlich verunsicherte Mannschaft stabilisiert, den BVB zurück in die Champions League geführt und in der vergangenen Saison auf Platz zwei gebracht. Ein Punkteschnitt von 2,15 in der Bundesliga spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Das ist keine schlechte Bilanz für einen Trainer, dessen Verpflichtung Anfang 2025 nicht überall für Begeisterungsstürme gesorgt hatte.
Endlich weniger Unruhe
Was mir dabei besonders gefällt, ist die Ruhe, die Kovac ausstrahlt. Dortmund braucht nicht ständig die nächste große Inszenierung und auch keinen Trainer, der sich im Umfeld des Vereins erst einmal selbst beweisen muss. Die Borussia benötigt jemanden, der klare Vorstellungen vermittelt, die Mannschaft weiterentwickelt und sich von den üblichen Dortmunder Stimmungsschwankungen nicht aus der Bahn werfen lässt.
Dass die Verantwortlichen nun bis 2029 mit ihm planen, ist deshalb konsequent. Es wirkt, als hätten Sportführung und Trainer endlich eine gemeinsame Vorstellung davon, wohin die Reise gehen soll. Nach den vielen personellen und sportlichen Fragezeichen der vergangenen Jahre ist das durchaus eine erfreuliche Entwicklung.
Da geht hoffentlich noch mehr
Damit ist der BVB allerdings noch lange nicht wieder dort, wo ich ihn gerne sehen würde. Die Dortmunder Ambitionen der Klopp- und Tuchel-Jahre sind für mich weiterhin der Maßstab. Zweiter zu werden, ist ordentlich. Aber auf Dauer sollte es in Dortmund um mehr gehen als darum, sich irgendwie hinter dem FC Bayern einzurichten.
Kovac traue ich zu, die Mannschaft diesem Anspruch Schritt für Schritt näherzubringen. Die Grundlagen scheinen gelegt, die Vertragsverlängerung schafft Planungssicherheit. Jetzt müssen weitere Entwicklungsschritte folgen.
Ich freue mich jedenfalls auf die Zukunft des BVB unter Niko Kovac. Und das sage ich als langjähriger Fan, der in den vergangenen Jahren nicht allzu häufig Anlass dazu hatte, sich auf die nächste Dortmunder Trainer-Ära wirklich zu freuen. Diesmal ist das anders. Hoffentlich bleibt es so.
Einloggen, um Themen zu beobachten. Einloggen