Von unserem Gastzeichner Ralf Odermann
„Die Menschen geben um jeden Preis für die Liebe auf“
Ein Chinesisch-Deutsches Literaturquiz von unserer Gastautorin Xinying
Xinying hat ein Gedicht gelesen. Unten ihre Inhaltsangabe der Legende, die im Gedicht erzählt wird. Wie heisst das Gedicht?
Das Gedicht bezieht sich auf eine alte Geschichte, deren Inhalt so traurig ist:
„…“ ist die schönste Jungfrau, die eine Tochter vom „…“ ist.
„…“ wird gezwungen, durch ihr schönes Gesicht und ihr wundersames Lied den Schiffer anzuziehen.
Und der Schiffer verliebt sich in „…“
„…“ ist so schön, dass der Schiffer nicht auf die Gefahr aufpasst.
Schließlich stösst das Schiff an die Riffe, und alles sinkt.
Auch „…“ springt schliesslich in den „…“, um sich von dem Zaubertrick zu befreien.
Die Menschen geben um jeden Preis für die Liebe auf.
Das historische Foto
Am 24. Juli 2010, dem Tag der Loveparade, erhält Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland eine Minute nach halb fünf eine SMS auf sein Smartphone. Der erste Bürger der Stadt hält sein Handy in der Hand, sein Blick ist kritisch auf das Display gerichtet. Die SMS macht offenbar eine schnelle Entscheidung notwendig. Eine Geschichte zum historischen Foto aus dem 2. Print-Ding der Ruhrbarone. (Das ganze Print Ding mit langen, sauteuren Stories kann hier bestellt werden. klack)
von Thomas Meiser
Auf dem Foto steht neben Oberbürgermeister Sauerland der Spaßmacher Oliver Pocher, er will in diesem Augenblick ein funky Kurzinterview mit dem Politiker machen. Auf der anderen Seite von Pocher steht Kulturhauptstadt-Popdirektor Dieter Gorny – auch der soll reden. Die Nummer soll über BILD Online laufen. Hier wird ein Videostream des Medienpartners BILD abgespielt. Die drei stehen oben auf einer Brücke über dem Party-Gelände auf dem alten Güterbahnhof gegenüber der Hauptbühne. Ein Pulk von Knipsern will genau hier und jetzt das Bild vom Tage machen: Strahlende Sonne, Love and Peace. Im Vordergrund die Promis, im Mittelgrund die ravende Masse, im Hintergrund die Loveparade-Bühne, schön bunt illuminiert. DJane Monika Kruse spielt ihr Set.
Eine oder zwei Minuten zuvor hatte Sauerlands persönlicher Referent Josip Sosic seinem Chef etwas ins Ohr geflüstert. Danach hatte sich der Adlatus sofort wieder aus dem Focus gedrängt. Ist etwas passiert?
Dieter Gorny sagte später, Sauerland sei per SMS aufgefordert worden, irgendwo anzurufen. Irgendwas sei passiert. Mehr wisse er auch nicht.
Ähnlich äußert sich Sauerland selber. Es sei eine unbestimmte SMS gewesen, die er da bekommen habe. Man habe ihn gebeten, sich zu melden. Da es sehr laut gewesen sei, habe er den Rückruf um ein paar Minuten nach hinten verschoben.
Bernd Dix, ein Kollege, der beim WDR schafft, stand schräg hinter Sauerland. Gerade nicht im Bild. Er konnte die SMS lesen, sagt er. Die wenigen Worte seien ihm im Gedächtnis geblieben: „Sofort im Krisenstab anrufen“, habe dort gestanden.
Sauerland muss sich entscheiden.
Ein belangloses Interview mit dem Online-Boulevard durchziehen, und tun, was eine Meute Knipser von ihm erwartet?
Oder jetzt sofort auf die drängende SMS auf seinem Smartphone reagieren?
Beraten kann sich Sauerland zu diesem Zeitpunkt mit Niemanden. Seine Mitarbeiter sind zu weit weg. Selbst auf Armlänge kann man kaum jemand ohne technische Hilfsmittel verstehen. Es groovt, es kracht, es ist außer Kontrolle. Und Sauerland muss sich entscheiden. Er ist Oberbürgermeister. Er ist im Amt. Er ist der Chef. Am Pressecounter liegen den Mädels vom Dienst so eine Art Steckbriefe vor, die Fotos mit Namen darunter fordern Spezialbetreuung für Prominente. Darunter das Bild von Sauerland.
In der Ankündigung zum Pocher-Interview auf der Pressebrücke vor der Bühne stand: „17.30 Uhr. Statements zum Tag und offizielle Verkündung der Besucherzahlen.“
Auf dem Foto kurz vor dem angekündigten Statement kann man fast erkennen, wie es in Sauerland arbeitet. Wie seine Entscheidung reift.
Krisenstab oder Kamera? Jetzt sofort losgehen und zurückrufen, oder eine gute Viertelstunde vertändeln, mit der Bekanntgabe von gefälschten Besucherzahlen? Es ist ein Symbol für den Umgang mit Verantwortung, wie der Duisburger Oberbürgermeister sie versteht.
Sauerland gibt Pocher ein Signal. Er hat sich entschieden.
Dann redet der Oberbürgermeister in das Mikrofon.
Für den Livestream von BILD-Online von der Brücke über der Katastrophe herab. Was er sagt, ist längst vergessen.
Ein paar Stunden später wird Sauerland den Opfern der Loveparade vorwerfen, sie wären aus Leichtsinnigkeit in den Tod gestürzt, weil sie über Absperrungen hinweg geklettert seien.
Kulturhauptstadt-Popdirektor Dieter Gorny wird sich kurz nach dem Pocher-Interview aus allem raushalten, was mit der Loveparade zu tun hat. Zwar wird er später noch einmal im Backstage-Bereich einer desaströsen Sauerland-Pressekonferenz hocken, als dort überlegt wird, ob Gorny als Vertreter der Kulturhauptstadt gemeinsam mit Sauerland auf das Podium soll, um für die Katastrophe gerade zu stehen. Aber Gorny wird nicht gehen. In den kommenden Wochen wird er fragen, was die Kulturhauptstadt schon mit der Loveparade zu tun gehabt habe?
Sein auf dem Bild dokumentierter Auftritt ist Gornys letzter Gig als Repräsentant der Loveparade im Ruhrgebiet.
Der Popdirektor macht heute in Kreativwirtschaft.
Nach dem Pocher-Interview damals verließen Sauerland und Gorny die Presse-Brücke nach rechts.
Im Promizelt ging die Party der VIPs übrigens stundenlang weiter, als wäre nichts gewesen. Das Pilsbier wurde für lau aus Plastikbechern gesoffen.
Die Handys schwiegen ansonsten. Das Netz war zusammengebrochen.
Pocher ist danach nie wieder in Sachen Loveparade aufgefallen.
Terror in der Nachbarschaft – Brandanschlag auf die Moschee in Berlin-Wilmersdorf

Der siebte Brandanschlag auf Berliner Moscheen innerhalb weniger Monate lässt die Ermittler ratlos zurück. Von Andreas Lichte.
Yasir Aziz, 27, geboren in Pakistan, studiert in Schweden. Vor einem Monat kommt er nach Berlin, um in Ruhe an seinen Masterabschlüssen in Marketing und in Weltpolitik – Spezialisierung in Menschenrechten – zu arbeiten. Am Samstag, 8. Januar 2011, um 1:45 Uhr nachts, ist es mit Ruhe und Menschenrechten vorbei, Aziz sagt:
„Ich arbeitete gerade am Computer, als ich lautes Knallen hörte. Zuerst dachte ich: »vielleicht die Sicherungen, ein Kurzschluss«, aber dann schaute ich aus dem Fenster und sah das Feuer vor der Tür.“
„Die Tür“ ist die Tür zum Wohnhaus des Imam, direkt neben der Moschee. Dort ist Aziz für 2 Monate zu Gast.
Aziz ruft die Polizei, und versucht selber das Feuer zu löschen. Die Polizei-Streife, die schon nach 3 Minuten da ist, kann mit ihrem Feuerlöscher den Brand der Haustür erfolgreich bekämpfen.
Aziz sagt: „Ich war geschockt.“ Was wäre passiert, wenn er geschlafen hätte, und die Polizei nicht so schnell am Einsatzort gewesen wäre? Aziz: „Wenn es erst einmal brennt, dann gibt es für das Feuer keine Grenzen mehr. Von der Tür hätte das Feuer leicht auf die Holzfenster darüber übergreifen können …“
Und auch die Kriminalpolizei nimmt den Anschlag ernst, untersucht 5 Stunden lang den Tatort, obwohl der Brandsatz dilettantisch aus Gaskartuschen, Spiritusflaschen und Silvesterböllern gebastelt war. Der Hintergrund, die Berliner Morgenpost schreibt:
„Schon von Juni bis Dezember 2010 hatte die Polizei in Berlin insgesamt sechs Brandanschläge auf islamische Einrichtungen registriert. Im Juni, zweimal im August und im November war die Sehitlik-Moschee am Columbiadamm Ziel gewesen. Weitere Anschläge wurden im November auf die Neuköllner Al-Nur Moschee und im Dezember auf ein islamisches Kulturzentrum in Tempelhof verübt.“
Also sagt ein Polizeisprecher zum Fall der Wilmersdorfer Moschee: „Ob ein Zusammenhang mit Brandanschlägen oder versuchten Brandanschlägen auf Moscheen in der Vergangenheit besteht, wird derzeit geprüft.“
Ich wohne in Sichtweite der Ahmadiyya-Moschee, der unter Denkmalschutz stehenden, ältesten Moschee Deutschlands in Berlin-Wilmersdorf. Ich liebe ihre Architektur: Ein UFO in der biederen Villen- und Reihenhausbebauung.
Im Winter letzten Jahres kam ich abends nach Hause, der Feuerwehr-Grosseinsatz war nicht zu übersehen, die Strasse war gesperrt. Mein erster Gedanke: „Die Moschee!“ Nein, damals war es nur ein Wohnhaus in ihrer Nähe. Aber was ist da los, dass ich jederzeit mit einem Anschlag rechnete?
Und das war noch bevor „Deutschland schafft sich ab“ des geistigen Brandstifters Thilo Sarrazin das ganze Land in Hysterie versetzte.
Das eigene Fremde – Anspruch und Wirklichkeit der Kulturhauptstadt Ruhr 2010
In ein Meer von Fahnen und plakativen Optimus getaucht, ein ganzes Jahr und noch viel mehr, bestimmte das dauerleuchtende Event bis Advent die Kulturhauptstadt auf Ruhr. Für die mediale Aufmerksamkeit hatten Marketing- und PR-Agenturen die Haut der Träume zugeschnitten und der Ruhrmetropole ein buntes, pauschalisertes bisweilen niveauvolles Unterhaltungsprogramm verpaßt: Mitmachspiele ohne Grenzen, sonntags geöffnete Realzeitmuseen, Kunstachterbahnen,…, kurz, die standartisierte Einkleidung kultureller Identität, maßgeschneiderte Kulturhauptstadt -Trachten und Betrachtungen. Von unserem Gastautor Herbert Schero
Zwanghaft bemüht, dem eigenen Bewahrungswillen und Gestaltungsinstinkt gerecht zu werden, es zudem noch möglichst allen recht zu machen: Wetten, dass? – schickten die Kulturhauptstadtmacher den tradierten Themenvorrat des Ruhrgebietes, Denk- Ideal- Kult- und Heimatfiguren, internationale Stars und provinzielle Utopien ins Rennen. Zeitgleich wurde die gemeinhin hochgelobte soziale Integrationskraft des Wettbewerbes unterwandert: Propheten im eigenen Land, kritscher Eigensinn, Kunst- und Problemfiguren erhielten Startverbot. Und die Würde des Fragens, Kulturpolitik also, hatte fragwürdigen Zielen und Verblendungs- zusammenhängen dienlich zu sein. Die Rede ist von der Politik der Ekstase und ihren katastrophalen Fehlentscheidungen, von Seilschaften, ihrem Geltungsdrang, Karrieredenken und Wirtschaftsbeschaffungsmaßnahmen auf allen Ebenen. Kleiner Mann – grosse Ruhr 2010 GmbH: Was ist geblieben vom Anspruch: “…kulturelle Leuchttürme, Höhepunkte mit internationaler Strahlkraft zu schaffen, die die Kulturhauptstadt Europas 2010 weithin sichtbar machen.”? Wo und wie wurde der Möglichkeits- und Wirklichkeitssinn der vier Themenschwerpunkten: “…neue Formen der Urbanität, kreatives Milieu, integrierte Migrantenkultur und schließlich ein kreativ-ökonomisches Modell für Europa zu schaffen.” eingelöst?
Blick zurück, ohne Zorn. Die Leistungsschau der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 (GmbH) stellte von Beginn an medienwirksame Großevents in den Fokus der Öffentlichkeit, ihre Guinness-Politik der Rekorde die Aufwertung des Wirtschafts- u. Freizeitortes: “RUHR 2010 hat die Vision, aus der regionalen Gemeinschaft von 53 Städten eine Metropole neuen Stils zu bilden.”
“Wir malochen für das Ruhrgebiet” hatte BILD das Engagement des Ruhr 2010 Direktoriums gelobt, das sofort kurz nach der Hauptpressekonferenz loslegte und sich ungeniert mit fremden Federn, mit der ehrenamtlichen Arbeit unzähliger Kultur- und Heimatvereine, mit den alltäglichen Kulturveranstaltungen des Ruhrgebietes schmückte. Wo die Hütte brannte, das hob die WAZ täglich hervor. Ihr Satellit, NRW-TV, strahlte die zu Local Hero-Wochen umbenannten Kulturhauptstadt-Wochenmarktangebote zu besten Sendezeiten in die digital empfangenden Haushalte: Illuminationen von Du zu Du, Lyrik von Nachtwächtern und Müllmännern, soziale Skulpturen und ihreTränen des Eros. Die Montagsandacht der Steuerzahler und die Solidaritätsparty der Banker&Sponsoren in den maroden Kommunen der Ruhr-Verbundenheit wurden live von Televisonsampeln übertragen. Das ZDF-Kulturprogramm strahlte Aspekte der Traumzeit- und Schnittkultur aus: 66 (+ -) türkische Modells in Brautkleidern ohne Kopftuch; made in Marxloh, Geisterfahrer&Geistreiche gingen auf Sendung. Das philosophisch-phallokratische Quartett vor dem Kiosk Dortmunder U diskutierte über das Paarungsverhalten der Kohlenpöttler, Revierhasen und Schützenkönige.
Jeden Monat neu aufgelegt, strotzten dickleibige Veranstaltungsprogramme der Ruhr 2010-GmbH vor Anglizismen, suggerierten Wirgefühle und versprachen eine nie dagewesene Alchemie der Gefühle: Metaxa & metexis am Abend mit Goldrand, feurige Stahlabstiche und die Twilight – Kunstlichtshow im Hafen der Kulturhauptstadt. Feierabende, an denen die Goldene Sieben in Spielhallen aufleuchtete, der Mariacron-Stern über dem Tresen. Und so ging tatsächlich jeden Tag für die Liebhaber der Television in der Börse der quadratische Horizont auf. Es fiel das angekündigte, das entscheidende Tor und die Freunde der Kulturhauptstadt &Fußballweltmeisterschaft, vereinten sich. Kulturen&Nationen. In der Arena der Geschichte wurde The day of songs zelebriert! Alles gab es per se und für lau noch oben drauf: Manzonis eisgekühlter Mittelstürmer, Klarer mit Speck aus dem Hieronymus Bosch-Kühlschrank Garten der Lüste. Und Poetische Nächte auf der Halde, da kam nämlich der Steiger und erzählte Grubenmärchen gegen den Kohldampf. Vom Gläsernen Hut mit Mercedesstern obendrauf, von der Brücke der Solidarität und so.
Night&day lief die Kulturmaschine Ruhr 2010 GmbH auf Hochtouren. Respekt. Himmelstürmende Lichtprojektionen auf alten Rathausmauern und Feuermusiker am Werk, illuminierten den Flug des Feuervogels. Ja, es hat ihn gegeben, den Himmel aus glühendem Stahl, sie, die Götterdämmerung, in der Gebläsehalle. Ja, der von Herrn Krupp-Beitz gesponserte Neubau des Museum Folkwang steht seit langem, wie `ne Eins, in Essen. Der im Volksmund genannte “Schukasten”, der Dachaufbau für das Museum Küppersmühle in Duisburg, Kosten mit Nachbesserung 20 – 40 Millionen, ist in der Mache I. Ebenso das Zwei-drei-Straßen- Projekt von Jochen Gerz. Idee&Realisierung muten wie das Haus ohne Hüter an, wie so viele der medial aufgeblasenen Ruhr 2010-Kunstprojekte. Ob die von Gerz für 2011 angekündigte Print-Dokumentation des Wohn- u. Interaktionsprojektes, ihr Wirklichkeitsversprechen einlösen wird? Schon in den Siebzigern, “einst vor Jahren, zur Zeit der Allerseelenstürme” hatte Aktionskünstler HA Schult anläßlich seiner TOUR-de-RUHR eine gleichgeartete Livingroom-Kunstmitmach-Idee artbissiger und weniger artig im Kohlenpott realisert. Ja, damals kochte Max von de Grün Literatur im Pott und Ruhrkomiker lösten immer noch Smokealarm aus.
Kulturhauptstadtschlagzeilen und Aufsehen erregte der Auftritt der Duisburger Symphoniker, die in leerstehenden Wohnungen sogenannter “Stadtteile mit sozial-kulturellem Erneuerungsbedarf” ohne Kohle so überzeugend musizierten, dass die Zuhörer glaubten, die Auflösung der hochsubventionierten Symphoniker stünde bevor; zumindest die Streichung der Streicher.
Der drastische Kulturabbau im Namen der Kultur, das Streichkonzert der Einsparungen mit Zensureffekt, war schon 2009 über die Bühne gegangen. Den schätzungsweise 50.000 im Ruhrgebiet lebenden Kreativen der Freien Kulturszene verweigerte die Ruhr 2010 GmbH die Teilhabe an der Kulturhauptstadt, das Mitsprache- und Selbstvertretungsrecht. Schon im Jahr 2007 waren zweitausend Kreative blauäugig der Aufforderung der Ruhr 2010 GmbH gefolgt und hatten Projektideen zur Kulturhauptstadt eingereicht, nicht ahnend, dass alle Fördermittel längst verplant waren und pro forma nur zwei Dutzend kleinere Projekte einen Kulturcent erhalten würden. Im Herbst 2009 folgte dann der finale Schachzug der NRW-Regierung. -2-
Ministerpräsident Rüttgers bewilligte den Ruhrkommunen – einen Euro pro Einwohner – zweckgebundene Kulturhauptstadtmittel, die nur für Projekte der Ruhr 2010-GmbH verwendet werden durften. Grub so der Kultturszene Ruhr auch noch auf kommunaler Förderebene das Wasser ab. Besonders junge, kritische und ungewöhnliche Kulturansätze mit partizipativem Anspruch, hohen Risiken und großen Chancen stehen – im Gegensatz zur institutionellen, etablierten Kultur – im Ruhrgebiet oft ohne jede Chance auf öffentliche oder private Unterstützung da. Warum das so ist, versuchte im Kulturhauptstadtjahr die Ruhr Universität mit einer soziologischen Erkundung der solidaritätsmüden Kunst- und Kulturszene Ruhr herauszufinden. Das Thema wirft viele Fragen auf: Wie kann die sogenannte “Freie” Kulturszene überhaupt in einer Gesellschaft existieren, deren kulturspezifische Erziehung nach Auschwitz den Terrror der Selbstverwirklichung predigt? In der nicht das feuilletonistische Zeitalter des Glasperlenspieles den Geist der Utopie durchtönt, vielmehr der Homo Sociologicus und seine erlernte Hilflosigkeit dem entfremdeten Sehnsuchtsbild des Homo Ludens begegnet, der sich in der Moderne zu tode spielt! Gibt es dort die vorbildliche Freiheit der Andersdenkenden? Die neuen wilden Jünger von Egon Fridell, Manés Sperber, André Malraux, Hilmer Hoffmann, Peter Weiss: die Traditionen des ästhetischen Widerstandes, den Aufruhr in den Museen der Imagination? Wo also finden wir die pantagruelischen Freigeister, die Traumzeiten- und Grenzgänger, die ihre Wunden zeigen, nicht die Lügen der Malerei und in ihren kreativen “Labyrs” (Labyr:Laboratorium&Labyrinth. Begriffsschöpfung des Bochumer Künstler Andre Thomkins; Erschaffer der Knopfeier & Palindrome: DOGMA IAM GOD) Utopiate backen, dabei den Baudelaire singen: “Es ist weniger anstrengend zu arbeiten, als sich zu amüsieren.”?
Engagierte Kulturschaffende, die das Wahrlügen (L.Aragon) lesen und sich den Strategien “ästhetischer Doppelmoral” (S.Sontag), ) verweigern, werden ausgegrenzt. So erhielt die 1. Ruhr Biennale zeitgenössischer Kunst, deren Themenschwerpunkt Aqua Futurbana – Zukunft des Wassers und der Lebensräume – nach vierjähriger Vorbereitungszeit Werke&Konzepte von 57 Künstlern aus 12 Nationen, Kunst im Aussenraum, Filme,Videos, Atract etc. und Künstler des Ruhrgebietes ausstellte, keine öffentlichen Fördermittel. Nach 2 1/2 Jahren Bedenkzeit kam von der Ruhr 2010 Gmbh eine Kooperationsabsage. Derweil der Rat der Stadt Duisburg die jährlichen Fördermittel (120.000,- EUR) für die Projkete der Freien Kulturszene strich. Die zunächst von der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum erteilte Aufstellungsgenehmigung für die Ruhr Biennale – Skulpturen “Wasserhahn” und TV-Sessel im Kantpark, wiederrief Direktor Raimund Stecker zwei Tage vor dem geplanten Aufbau. Begründung: Er bevorzuge statt temporärer Kunstwerke mehr Spaziergänger im Park.
Parteiübergreifend machen die Kulturverwalter immer drastischer deutlich: selbstreferenzielle Kultur, die von der Differenz zur Politik lebt, ist unerwünscht. “Die Banalität betritt die Bühne”(Jeff Kons). Statt sinnstiftender Denkmodelle dominieren Nullikonen – Ruhr-Edelstahlwürfel & Marmorkugeln – öffentliche Plätze; der Nullgrad der Textlichkeit durchtönt digitale News-Schaufenster. Vorbei an warenästhetischen Botschaften durchfahren Menschen auf Rolltreppen die begehbaren Filme urbaner Architektur. Auf heißen Stühlen und geliftet Kunstinstallation für Autobahnfahrer. Die durften an einem restgrünen Rasenstreifen der Ruhrautobahn an eine Hundertschaft leerer, nur mit deutschen Städtenamen bedruckter Liegestühle, vorbeirasen, anläßlich der Kunst am Bau – Auschreibung Paradoxien des Öffentlichen. So also sieht sie aus, die institutionalisierte Kulturbewußtheit auf der Flucht vor sich selbst also, macht sie deutlich, wer die kulturphlegmatischen Permanentszenen des rasenden Stillstandes, die angesagten Mythen des Alltags und die sinnentleerten Symbole ihrer Geltungs- und Wirkungsformen zu verantworten hat.
Das Kulturhauptstadtjahr ist ausgeklungen. Was ist aus den Kulturverbindlichkeiten der Twins- und Melez-Veranstaltungen geworden; was klingt noch nach vom Impetus der tausend Chöre, vom Sprach- und Heimfindungsvermögen kultureller und integrativer Identität? Was wird aus den unter Berücksichtigung des Kunstmarktranking eingekauften, millionenschweren Kunstinseln?, jenen Atollen auf dem Essen-Baldeneyer See, die nur von denen bestaunt werden konnten, die ein Boot, Helikopter, Fernglas oder Feuilleton zur Hand hatten. Das A40 Stilleben aneinandergereihter Flohmärkte und Miniaturbühnen hat es ins weltweite Guinessbuch der Rekorde geschafft. Eins ist sicher: die Liebhaber des Glückauf – Pils-Gesanges werden sich an die gelben Schachtzeichen-Ballons zur Pflege des Traditionbewußtseins, an Zechen,Thyssenbarone, Dahlbuschbomben und Unglücke erinnern. Das Trauma der Loveparade -Tragödie und der sie begleitende Mangel an ziviler und politischer Courage, die schmerzhafte Kultur nie gekannter Verantwortungslosigkeit und sozialer Amnesie wird auf unbestimmte Zeit im kollektiven Gedächtnis nachwirken.
P.S. “Dem Bürger fällt vom spitzen Kopf der Hut. In den Lüften hallt es, wie Geschrei, Dachdecker fallen von den Dächern und fallen entzwei.” ( J.van Hoddis)
Ein Drittel des auf 70-150 Millionen Euro geschätzten Ruhr 2010-Budget haben Berater& Werbeplattformen verschlungen. In einem kritischen Artikel der WAZ (Okt. 2010) ist nachzulesen, dass allein die Dieter Gorny Internetplattform artlab Fördermittel in Millionenhöhe erhalten hat (überdies auch für das Jahr 2011). Ironie der Geschichte. Der Medienbunker Hamborn produziert für ARTLAB Beiträge, u.a. eine filmische Dokumentation zur 1. Ruhr Biennale, die bis dato nicht ins Netz gespeist, vermutlich zensiert wurde. Ein weiteres Drittel der Kulturhauptstadtmittel schüttet die GmbH an ihr Personal, darunter Herrn Gorny, gerne eben zusätzlich für die Projekte ihrer Juroren & Direktoren aus. Im Falle des Architekten Prof. Karl-Heinz Petzinka, zuständig für den Bereich Bildende Kunst, bleibt unklar, ob der von ihm mit Kulturhauptstadtmitteln geförderte mehrstöckige Ausbau des denkmalgeschützten Zechengebäudes in Gelsenkirchen, das noch einen Marcus Lüpertz-Herkules auf´s Dach bekommt, als “Wirtschaftsbeschaffungsmaßnahme”, Zweckentfremdung von Fördergeldern oder “normaler Vorgang im Bereich kultureller Befugnishoheit” einzuordnen sein wird. Das im Bau befindliche Vorhaben wird, so pfeifen es die Spatzen von den Dächern, von des Architekten eigener Baufirma realisiert und vermutlich mit Mitteln aus dem kleinsten, dem Etat für Kultur- Kunstprojekte u. Sonderausgaben, finanziert.
H.Schero, Kurator der 1. Ruhr Biennale, Vorsitzender des AortA Kunst- u. Kultur eV
Bar Südwest. Berlin. Schnee.
Eine musikalische Flucht. Aus Deutschland. Und aus dem Schnee. Von Andreas Lichte.
„Grönemeyer“
„Der Poet?“
Das dauert, bis Marianne den „Poeten“ eingeordnet hat. Sie entscheidet sich für die „Ernst“-Schublade: „Ja, der Poet!“
Diala schaut nur zu, sie kennt Grönemeyer nicht. Die Glückliche! Schon von Vorteil, keine Deutsche zu sein.
„Hab’ Flugzeuge im Bauch“
„Das heisst doch »Schmetterlinge«?“ fragt Diala.
„Das ist Poesie – das ist Grönemeyer.“
„Solche Texte musst du erst mal schreiben! Und so singen! Ich habe geheult …“, sagt Marianne.
Was ist Scham? Ich mache Diala den Grönemeyer: „…“ [hier versagt die Tonaufzeichnung]
„Hör dir Grönemeyer mal auf YouTube an. Aber denk bitte nicht, dass dein Deutsch schlecht ist: Grönemeyer ist sowas wie Gianna Nannini, nur dass ich als Deutscher Gianna Nannini verstehe, und Grönemeyer nicht.“
Marianne: „Mein Freund hatte mich zu dem Konzert eingeladen, wir haben kein Wort gewechselt, aber ich war so …“, fast fliessen wieder die Tränen.
„Also ich hab meine Freundin zu … zu … wie hiessen sie noch? Les Rita Mitsouko! eingeladen: »Dis-moi oui – Andy!«“
„Hat noch jemand Zigaretten?“
Nein.
„Für den Automaten brauchst du eine Freigabe.“
„Ich habe einen Führerschein. Französischer Pass, aber Deutscher Führerschein.“
Sie schiebt ihn in den Automaten und es leuchtet: „Ihre Fahrerlaubnis ist gültig.“
„Cool! Dann können wir ja losfahren!“ Und ich drehe am Lenkrad:
„Kennst du den song »Route Nationale 7«?
Wer sich an feingeistigen musikalischen Gesprächen beteiligen möchte … wer, Zitat Christian, Barkeeper, „ein ehrliches Getränk“ wie „Marlowe’s Gimlet“ schätzt … oder live-Jazz mag:
(Fast) immer Montags spielen Giorgio Crobu (git) und Wolfgang Obert (sax, flute) „great jazz in a small bar“:
Bar Südwest, Südwestkorso 64, 12161 Berlin, Telefon: 030 – 82 70 13 00, open: 19.00 – 02.00 Uhr
Nahverkehr: Alternative Carsurfing?
Abseits der Hauptroute zwischen Dortmund und Duisburg ist der Nahverkehr im Ruhrgebiet dilletantisch organisiert. Ist Carsurfing eine Alternative? Von unserem Gastautor Reinhard Wiesemann.
Mit einem besser funktionierenden Nahverkehrsystem würde die Qualität unseres Lebens besser, weil wir nicht die zufällig benachbarten Angebote (Kino, Theater, Ärzte, Shopping, Arbeit,…) nutzen müssen, sondern 30 Minuten entfernt zu dem Ort fahren könnten, der genau das bietet, was viel besser zu uns paßt. Qualität hängt in ganz vielen Bereichen des Lebens auch mit der Größe des Angebots aus dem wir wählen können zusammen.
Deshalb fordern kluge Zeitgenossen seit Jahren ein besseres Nahverkehrssystem an der Ruhr, doch denken sie meist daran, den herkömmlichen Bus- und Bahnverkehr zu verbessern. Das ist sicher sinnvoll, aber ich möchte anregen, auch einmal über einen Ansatz nachzudenken, der vor fünf Jahren noch nicht möglich war, jetzt aber „reif“ zu sein scheint: Genauso, wie Millionen von Menschen über das bekannte Couchsurfing in der ganzen Welt bei Fremden übernachten, wäre es jetzt an der Zeit, das „Mitfahren“ über Internet-Techniken in großem Stil zu ermöglichen.
Städte oder ÖPNV-Unternehmen könnten ein System aufbauen, über das Fahrer und Mitfahrer eine Historie und eine Bewertung bekommen, um Sicherheit zu schaffen. Und dann bringt man beide über Smartphones zusammen. Ich wette: Wenn es möglich wäre, in sein Smartphone einzugeben, wohin man will und diese Information vorbeifahrenden Fahrzeugen übermittelt wird, dann muß man nur wenige Minuten am Straßenrand warten, bis ein Auto anhält, das genau dorthin fährt. Mit einem solchen System könnte eine Region wie das Ruhrgebiet zu einem Vorreiter und zu einer Pilgerstätte für Stadtplaner aus der ganzen Welt werden. Und das zu einem Bruchteil des Preises, den andere Metropolen früher für die Nahverkehrssysteme ausgegeben haben, die damals aktuell waren.
Reinhard Wiesemann ist der Macher des Unperfekthauses in Essen
Schwarzfahren wider Willen

„Oh weia – das fängt ja gut an!“ Das nagelneue Parkhaus am Kamener Bahnhof auf allen acht Etagen proppenvoll, kein Parkplatz in Sicht – und Freunde aus Südfrankreich mit denen ich gegen 11 Uhr am Lehmbruck-Museum in Duisburg verabredet bin. Von unserem Gastautor Anton Kowalski
Kulturtourismus pur im Kulturhauptstadtjahr von Ruhr 2010. Der Abend vorher in beim Portugiesen in der Dortmunder Nordstadt war lang, das Bargeld so gut wie ausgegeben. Sollte im Zeitalter der allzeit einsatzbereiten Plastikkarten kein Problem sein, auch so an eine Fahrkarte zu kommen. Am Schalter des Kamener Bahnhofs, der von einer Reiseagentur betrieben wird, dann die klare Ansage: Fahrkarten mit Scheckkarte bezahlen geht nur ab 20 € aufwärts.
Die Fahrkarte Kamen – Duisburg kostet aber nur 10,90 €. Is also nix mit Karte bezahlen. Draußen, so die Auskunft, sei aber ein Automat, der nimmt auch Karten. Also nix wie hin. Mit dem neuen touchscreen vertraut gemacht, und die EC-Karte reingeschoben. „Bezahlen nur mit Bahncard“ so der Automat, während sich mittlerweile der Regionalexpress ankündigt. Bahncard habe ich seit zwei Jahren, das Ticket 2000 leider auch nicht mehr.
Als der Zug einfährt dann die mutige Entscheidung: Schwarzfahren bis nach Dortmund – und dort eine Fahrkarte am Schalter kaufen. Die erste Schwarzfahrt nach fast vierzig Jahren! Nicht aus Überzeugung wie damals und wg. 50-Pfennig-Einheitstarif, sondern der puren Not gehorchend – der Zeitnot. Am Dortmunder Hauptbahnhof dann die Suche nach dem Fahrkartenschalter. Langsam dämmert`s: der Bahnhof wird ja umgebaut, der Servicebereich ist draußen in den Containern. Dort gleich rechts zwei Automaten. An einem hängt ein Schild: Dieser Automat funktioniert leider nur mit Karten! Hier bist du richtig, signalisiert mein Hirn. Eine Frau, ihrem Aussehen nach keine deutsche, versucht mit Geldscheinen ihr Glück an diesem Automaten: „I am sorry Ma`am. This machine doesn`t accept cash“, versuche ich ihr weltmännisch zu erklären. „Wieso kein Geld?“, kommt die Antwort. „Steht da oben: Dieser Automat nimmt nur Karten!“ Voller Hoffnung programmiere ich den Automaten: Dortmund – Duisburg. Als ich meine EC-Karte reinschiebe, um zu bezahlen, erneut die Anzeige „Nur mit Bahncard.“ So langsam fühle ich mich veräppelt. Und die Zeit drängt.
Auf dem Weg zum Containerterminal der Bahn hatte ich einen Bankomat gesehen, meine letzte Hoffnung. Nichts wie hin, die EC-Karte reingesteckt und 100 € in zwei fünfziger Scheinen gezogen. Und wieder zum Fahrkartenautomaten, die Tastatureingabe fast blind, same procedure. Dann einen 50-€-Schein gezückt und in den Schlitz gesteckt. Jetzt erst bemerke ich den Hinweis: Dieser Automat schluckt nur 5- und 10-€-Scheine. Mehr geht nicht. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass es langsam eng wird. Der Blick nach oben auf den Bahnsteig zeigt, das gleich ein ICE abfährt. Kurzentschlossen steige ich ein und riskiere erneut, als Schwarzfahrer erwischt zu werden.
Die zehnminütige Fahrt kommt mir vor wie eine halbe Stunde. Ich wage es nicht einmal, mich irgendwo zu setzen, gehe in die Nähe einer Toilette, den Gang im Auge. Es geht alles gut. In Bochum dann ein Brötchen gekauft und mit 50€ bezahlt. Anschließend die Fahrkarte aus einem Automaten gezogen und mit einem passenden 10 €-Schein bezahlt. Duisburg habe ich dank meiner beiden Schwarzfahrten dann noch einigermaßen pünktlich erreicht. Den Freunden dann, alle mit der Pariser Metro bestens vertraut, die Geschichte mit meiner Zugfahrt in der „Metropole Ruhr“ erzählt. Und von meiner Hoffnung, dass mir das in zwei Jahren nicht mehr passieren kann: Dann bin ich Ü60 und Besitzer eines BärenTickets.
Waldorf Schools: Rudolf Steiner’s books are “an incitement to racial hatred”, says BPjM
In the UK a discussion is going on about Rudolf Steiner’s racism, see: “Steiner Waldorf Schools Part 3. The problem of racism“. Therefore Ruhrbarone publish a short English summary of the BPjM’s decision on Rudolf Steiner. By Andreas Lichte.
The “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) (”Federal Department for Media Harmful to Young Persons”) examined 2 books by Rudolf Steiner for “racist content” and decided that the content of the books is racist.
To understand the BPjM´s importance and function here’s its self-portrayal, quote:
“General information about the BPjM (Federal Department for Media Harmful to Young Persons) We are an official administrative authority of the German government called “Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien” (BPjM) (”Federal Department for Media Harmful to Young Persons”). Our task is to protect children and adolescents in Germany from any media that might contain harmful or dangerous contents. This work is authorized by the “Youth Protection Law” (Jugendschutzgesetz – JuSchG). Media monitored by us are, among others: videos, DVDs, computer games, audio records and CDs, print media and internet sites. Objects are considered harmful or dangerous to minors if they tend to endanger their process of developing a socially responsible and self-reliant personality. In general, this applies to objects that contain indecent, extremely violent, crime-inducing, anti-Semitic or otherwise racist material. (…)” see the BPjM-homepage for the rest.
The 2 books examined by the BPjM are:
– „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“
English title: „Spiritual-Scientific Knowledge of the Human Being“
– „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“
English title: „The Mission of Individual Volk-Souls in Connection with Germanic-Nordic Mythology“
The 2 decisions differ from one another only with regard to which particular statements by Rudolf Steiner the BPjM considered to be racist. As stated in the respective decisions on i) „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“ and ii) „Die Mission einzelner Volksseelen“, decisions page 6:
„Der Inhalt des Buches ist nach Ansicht des 12er-Gremiums in Teilen als zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen.”
„The content of the book [by Rudolf Steiner] is, in the opinion of the board of 12 representatives, considered in part as an incitement to racial hatred, respectively as discriminating on grounds of race.“
This is followed by a definition. I only translate the most important part:
„Ein Medium reizt mithin zum Rassenhass an, d.h. stellt Rassenhass als nachahmenswert dar, wenn darin Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Rasse, Nation, Glaubensgemeinschaft o.ä. als minderwertig und verächtlich dargestellt oder diskriminiert werden (Ukrow, Jugendschutzrecht, Rn. 284).”
“A medium incites racial hatred, that is, depicts racial hatred as worthy of imitation, if human beings are represented as being inferior or contemptible or are discriminated against, due to their affiliation to another race, nation, religious community or the like.”
This definition is followed by those of Rudolf Steiner’s statements that were considered by the BPjM as racist. I translate only statements concerning BLACK PEOPLE directly.
from “Geisteswissenschaftliche Menschenkunde” page 6f: „Die Menschen, welche ihr Ich-Gefühl zu gering ausgebildet hatten, wanderten nach dem Osten, und die übriggebliebenen Reste von diesen Menschen sind die nachherige Negerbevölkerung Afrikas geworden.” “The people who had underdeveloped their sense of »I« [that is: the »ego«], migrated to the east, and the surviving remnants of these people later became the negro population of Africa.”
page 7: „Diejenigen Menschen aber, die ihre Ich-Wesenheit zu schwach entwickelt hatten, die den Sonneneinwirkungen zu sehr ausgesetzt waren, sie waren wie Pflanzen: sie setzten unter ihrer Haut zuviel kohlenstoffartige Bestandteile ab und wurden schwarz. Daher sind die Neger schwarz.” “But the people, who underdeveloped their »I«-being [that is: their »ego«], who were exposed too much to the effects of the sun, they were like plants: they deposited under their skin too many carbon-like elements and became black. This is why the negro is black.”
„…, von der ganz passiven Negerseele angefangen, die völlig der Umgebung, der äußeren Physis hingegeben ist, …” “…, beginning with the completely passive soul of the negro, which is in complete abandon to [that is: devoted to] the environment, to the exterior physique, …”
page 8: „Aber das sind die, welche so ihr Ich verleugnet haben, dass sie schwarz davon wurden, weil die äußeren Kräfte, die von der Sonne auf die Erde kommen, sie eben schwarz machten.” “But they are the ones, who so denied their »I« that it turned them black, because the exterior forces that come from the sun to the earth simply turned them black.”
from „Die Mission einzelner Volksseelen” page 6: „Der afrikanische Punkt entspricht denjenigen Kräften der Erde, welche den Menschen die ersten Kindheitsmerkmale aufdrücken, …” „The African Point corresponds to those forces of the Earth, which imprint on people the first features of childhood…”
These are examples of racist statements made in only 2 of Steiner’s books. Be aware of the fact that Steiner wrote 354 books. To what do they add up? To an esoteric evolutionary theory, in which there is no place for people who aren’t white. Coloured people will become extinct – Steiner’s program in short, quote Rudolf Steiner:
„Die weiße Rasse ist die zukünftige, ist die am Geiste schaffende Rasse”
“The white race is the race of the future, the race that works creatively on the spirit.”
Articles at Ruhrbarone directly related to the topic:
3 Jahre Rudolf Steiner ist „zum Rassenhass anreizend bzw. als Rassen diskriminierend anzusehen“, by Andreas Lichte
Rudolf Steiners Rassenlehre, by Ansgar Martins
Other Waldorf-articles by Andreas Lichte at Ruhrbarone:
„Waldorfschule: Vorsicht Steiner“ Interview with Andreas Lichte
„Die Waldorfschulen informieren“
„Drei Gründe für die Waldorfschule“
„Waldorfschule: Lehrer gesucht!“
„Waldorfschule Schloss Hamborn, das anthroposophische Zentrum in Ostwestfalen“
Image: Rudolf Steiner, „Menschheitsentwickelung und Christus-Erkenntnis”, page 245
Odermann I
In Zukunft werden wir immer mal wieder ein Cartoon von Ralf Odermann veröffentlichen. Er gibt das Blog Kochplattenteller raus.

