Plötzlich heisst es „Rote Laterne“ für den VfL Bochum | Bild: Peter Hesse
Fehlstarts für Leverkusen und Liverpool – und der VfL Bochum ist plötzlich Tabellenletzter in der Bundesliga. Auch Dortmund hinkt den Ansprüchen noch hinterher. Neustürmer Anthony Modeste agiert auf dem Platz so, als hätte Edin Terzic den 80jährigen Siggi Held aufgestellt. Thommy Junga und Peter Hesse drehen einige Ereignisse rund um das runde Leder mal wieder auf links.
Klaus Fiehe kommt mit einem ausgesuchten DJ-Set zum Musiksommer nach Bochum | Foto: Klaus Homann
Klaus Fiehe ist ein Mann mit vielen Talenten – er ist Radiomoderator bei WDR-1LIVE und Byte.FM, Musik-Liebhaber mit enzyklopädischem Wissen, Fußball- und Schach-Experte, Preisträger des ›Helga‹-Awards, Hobby-Wanderer und seit neustem auch Sachkenner für Umzüge. Denn nach 22 Jahren hat Klaus die Klingenstadt Solingen verlassen und ist kürzlich mit zwei vollen LKW-Ladungen samt unzähligen Tonträgern und Möbeln nach Osnabrück gezogen. Da seine alte Liebe zum Ruhrgebiet weiterhin flackert, kommt er am 26. August auf den Bochumer Musiksommer. Was sonst noch wichtig ist, erklärt Klaus uns im youtube-Roulette.
Welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
Ich sehe was, was du nicht siehst – Entscheidungen um den Videoschiedsrichter VAR sind zu oft falsch | Foto: Werner100359 / wikipedia / CC BY-SA 4.0
Kellergeister beim Video Assistant Referee in Köln, dazu gut aufgelegte Bayern, ein gedankenvoller Max Kruse, ein 26-teiliges Hutschenreuther Kaffeeservice für Oliver Bierhoff sowie Tricks, Transfers und Tabellenblicke – Thommy Junga und Peter Hesse schauen auf die 60. Saison in der Fußball-Bundesliga und garnieren die Lage kurz vor dem zweiten Spieltag mit ein paar Standpunkten und ›Hätte-, Wenn- und Aber‹-Flausen.
Hallo Thommy! Vergangen Freitag haben die Bayern die Europa-League-Sensation Eintracht Frankfurt mit 6:1 weggehämmert. Darf man dem Team vom Weißwurst-Äquator schon zur 11. Meisterschaft in Folge gratulieren – oder sollen wir lieber noch drei Spieltage abwarten?
Die Band Crone mit Bassmann Daniel Meier (im Bild: zweiter von links)
Die fünfköpfige Band Crone ist ein neues Juwel am Düsterrockhimmel. Mitglieder der Bands Embedded, Atomic Peat und Secrets of the Moon haben sich dem Godspeed-Rock mit verchromten Ecken und Kanten verschrieben – das ganze klingt wie eine Düster-Melange mit Endzeitmelodien, schleifenden Riffs und wasserdichter Rhythmik – als würden die Sisters of Mercy, Tool und Disturbed in einem verdunkelten Proberaum mit Satan um die Wette jammen. Nun kommt die Band nach Dortmund samt ihrer Hitsingle ›Gemini‹ und sie bestreiten zusammen mit Dool einen Konzertabend im Junkyard am 14. August. Was sonst noch wichtig ist, hat uns Crone-Bassmann Daniel Meier im youtube-Roulette verraten.
Daniel, welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
Marky Ramone (zweiter von links) hat gestern seinen 70. Geburtstag auf einem Rheinschiff gefeiert | Foto: Peter Hesse
In Düsseldorf wird gerade zum achten Mal die ELECTRI_CITY Conference veranstaltet, die sich in diesem Jahr komplett um Leben und Wirken der Ramones dreht. Ein Höhepunkt dabei war der 70. Geburtstag von Ramones-Drummer, der mit rund 60 Gästen diesen gestern Nachmittag auf einem Rhein-Schiff feierte. Heute Abend spielt der Drummer mit seiner Band Marky Ramones Blitzkrieg im Ratinger Hof und wird seine Karriere mit Songs wie „Sheena Is a Punk Rocker“ oder „Teenage Lobotomy“ nochmal als One-two-three-four-Punk-Rock-Revue abfeuern.
Tex Brasket spielt am 20. Juli am Dortmunder U | Foto: Daniel Sadrowski
Stell dir vor, du müsstest Campino bei den Toten Hosen oder Farin Urlaub bei den Ärzten als Sänger ersetzen. Das ist das Los, was Tex Brasket gerade bei der Band Slime erlebt. Mit seiner entschiedenen Performance hat er der Band ein neues Leben geschenkt. Sein Lebensweg war selbst nicht einfach – er ist Waisenkind, der irgendwann als Erwachsener im Drogen-Wahnsinn in die Obdachlosigkeit gerutscht ist. Doch aus jedem Schlamassel hat er sich immer wieder selber herausgezogen. Nun kommt er am 20. Juli mit einer Solo-Show nach Dortmund und spielt dann am Dortmunder U.
Konzert in der Warsteiner Event Hall mit Dendemann im Februar 2019 | Foto: Peter Hesse
Was als vielfältige Eventhalle geplant war, ging leider nicht auf – zwei Jahre Corona sowie gestiegene Energie- und Betriebskosten hinterlassen zu viele Fragezeichen, so dass die Warsteiner Event Hall im Dortmunder Ortsteil Hörde nun geschlossen wird.
Die Leute hatten Spaß beim Ruhrpott Rodeo 2022 | Foto: Ruhrpott Rodeo
Das Ruhrpott Rodeo in Hünxe gehört für viele Rockfans zu den beliebtesten Festivals in Nordrhein Westfalen. Es hatte in diesem Jahr viele tolle Bands in seinem Billing, unter anderem Kreator, Slime, Dropkick Murphys, Danger Dan, Agnostic Front, Social Distortion oder Gluecifer. Trotz aller Bemühungen steht am Ende keine schwarze Null, sondern das Festival ist in eine finanzielle Schieflage geraten.
Alex Schwers hier in seinem Büro | Bild: Mirja Nicolussi
In den letzten Wochen mussten viele Bands, Konzerte und Festivals auf die Bremse treten, weil beispielsweise der Transport und die Logistik für sie unmöglich geworden ist, das Personal fehlte oder die Verkaufszahlen die Kosten nicht decken können und die Inflation ein zusätzlicher Preistreiber ist. Die Corona-Pandemie und auch der Ukraine-Krieg haben eine lange Spur hinterlassen, die auch Auswirkungen in die hiesige Kulturszene haben. Das betrifft auch das Ruhrpott Rodeo – alles vom Dixie Klo über Band-Nightliner-Busse mit den dazugehörigen Personal-Kosten bis hin zur Wasserstelle auf dem Campingplatz wird in diesem Jahr teurer. „Ich bin trotz aller Widrigkeiten überzeugt, dass wir ein tolles Festival hinkriegen“, sagt Ruhrpott Rodeo Veranstalter Alex Schwers, der in den nächsten drei Wochen noch kräftig rotieren muss, damit schlussendlich alles steht.
Dringender Appell an die künftige Koalition: Kultur braucht ein starkes Ministerium – Das Kulturministerium muss erhalten bleiben
Die letzten fünf Jahre waren von einem Aufbruch der Kulturpolitik in NRW geprägt. Entscheidend war die Koalitionsvereinbarung, die klare Selbstverpflichtungen formulierte, verbunden mit einem jährlichen Aufwuchs des Kulturetats.