Hol‘ dir den Henkelpott, Jürgen!

Jürgen Klopp. Archiv-Foto: Robin Patzwaldt

Heute Abend steigt bekanntlich das Champions League Finale, einmal mehr leider ohne deutsche Beteiligung. Doch so ganz stimmt das ja nicht. Wenn sich in Madrid später der FC Liverpool und die Tottenham Hotspur im rein englischen Finale begegnen, dann hält der Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp dabei die Deutsche Fahne als Trainer des LFC hoch.

Und wohl kaum ein Deutscher, der ihm dann nicht von Herzen die Daumen drückt beim Ansinnen endlich den berühmten Henkelpott in die Höhe stemmen zu dürfen, nachdem ‚Kloppo‘ die Finalspiele der Jahre 2013 und 2018 mit dem BVB bzw. Liverpool zuletzt beide etwas unglücklich verloren hatte.

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Nahles und Kramp-Karrenbauer: Die Zeit der biederen Fettnäpfchentreter in der Politik ist da!

Der Bundestag in Berlin. Foto: Robin Patzwaldt

Es ist in diesen Tagen und Wochen schon beeindruckend mitzuerleben, in welchem Tempo die ehemaligen großen Volksparteien SPD und CDU/CSU sich vor unser aller Augen darum bemühen weiter an Boden zu verlieren.

Sowohl SPD-Vorzeigepolitikerin Andrea Nahles („Bätschi!“, „Ab Morgen kriegen sie in die Fresse!“ etc.) als auch Annegret Kramp-Karrenbauer („Internetregeln im Wahlkampf“ usw.) seitens der Union erwischen gefühlt gerade einen Fettnapf nach dem anderen, beschädigen so das verbliebene Ansehen ihrer eigenen Person und der jeweiligen Partei ungehemmt weiter.

In den Wahlergebnissen vom Sonntag war das rapide schwindende Vertrauen in sie und ihre Organisationen schon recht deutlich abzulesen. Die jüngsten Ereignisse seither dürften die Situation nicht verbessert haben. Eher im Gegenteil! Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht zu erkennen. Beide Parteien scheinen dazu dermaßen personell ausgeblutet, dass ernsthafte Alternativen kaum zu erkennen sind.

Die Zeiten in denen große Persönlichkeiten die Richtung in diesen Organisationen vorgaben, ob man sie nun persönlich möchte oder nicht, die sind schon fast vergessen.

Selbst eine ehemals völlig blass und reichlich bieder wirkende Politikerin wie Angela Merkel kommt einem da inzwischen schon als eine Person von bemerkenswerter Führungsstärke und ungewöhnlich großer Ausstrahlung vor. Auch die Zeiten von Merkel an der Spitze des Landes gehen allerdings bekanntlich ihrem Ende entgegen.

Und dann?

Das Land irgendwann einmal endgültig in den Händen von Politikerinnen wie AKK und/oder Nahles geben? Vielen Zeitgenossen dürfte das in diesen Stunden wie ein echter Albtraum vorkommen.

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Ruhrbarone-Ausflugstipp: Das romantische Schloss Nordkirchen im Münsterland

Das Schloss in Nordkirchen. Foto(s): Robin Patzwaldt

Wem die vergammelte Altstadt von Recklinghausen inzwischen zu deprimierend und der sterile Phoenix See in Dortmund-Hörde vielleicht noch zu charakterlos ist, für den hätten wir in unserer losen Reihe der Ruhrbarone-Ausflugstipps heute einmal wieder ein romantisches, gepflegtes Wasserschloss als Empfehlung für einen der kommenden Tages-Trips in die reizvolle Umgebung des Ruhrgebiets.

Wobei, so ganz unumstritten ist auch das Schloss Nordkirchen, rund 30 Minuten nördlich von Dortmund im Münsterland gelegen, unter unseren Lesern nicht gewesen, als ich es zuletzt im Sommer 2014 einmal kurz hier im Blog schon einmal kurz zum Thema machte.

Es entwickelte sich im Kommentar-Bereich damals direkt eine überraschend emotionale Debatte über ‚Herrschaftsarchitektur‘.

Aber wie dem auch sei, eine Nennung in unserer Serie mit lohnenswerten Ausflugs-Zielen der Region hat sich die Anlage zweifelsohne in jedem Falle verdient.

Leider drehte ein ARD-Team am gestrigen Montag, als ich einmal wieder in Nordkirchen war um ein paar aktuelle Fotos zu machen, dort gerade einen Film über die große Ära des Essener Krupp-Konzerns, so dass Teile des Parks für mich diesmal nicht zugänglich waren. Für ein paar farbenfrohe Appetithäppchen im Foto-Format hat es dennoch gereicht.

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Nach dem Abstieg des VfB Stuttgart: Kann ausgerechnet Michael Reschke Schalke helfen?

Foto: Michael Kamps

Seit Montagabend wissen wir jetzt endgültig, wie die Fußball-Bundesliga in der Saison 2019/20 zusammengesetzt sein wird. Mit Union Berlin hat sich neben dem SC Paderborn ein weiterer Underdog beim Kampf um einen Platz im Oberhaus sportlich durchgesetzt.

Ein 0:0 im gestrigen Heimspiel reichte den Köpenickern, nachdem der bisherige Zweitligist in der Vorwoche in Stuttgart 2:2 gespielt hatte. Aufgrund der auch in der Relegation zum Tragen kommenden Auswärtstorregel ging es für die Ostberliner erstmals rauf in die deutsche Eliteliga, für den VfB auf der anderen Seite, und das ist mindestens eine so große Sensation wie der Aufstieg der Unioner, geht es einmal mehr runter in Liga 2.

Nachdem die Stuttgarter im Vorjahr noch etwas überraschend an den Europapokalplätzen gekratzt hatten, und sich zur Spielzeit 2018/19 weiter verstärkt zu haben glaubten, endete eine Saison voller augenfälliger Selbstüberschätzung und Arroganz mit dem Abstieg ins Unterhaus. Und das völlig verdient.

Kein Charakter im Team, keine Leidenschaft, kein Realitätssinn um Verein und im Umfeld. So etwas geht selten gut. Schon gegen den leidenschaftlichen Kampf der spielerisch klar unterlegenen Berliner war der VfB überfordert.

Und wer stellte groß Teile des aktuellen Kaders der Schwaben zusammen? Michael Reschke! Ausgerechnet der Mann also, der kürzlich als neuer Kaderplaner, als einer der Hoffnungsträger des FC Schalke 04 präsentiert wurde.

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Medienbericht: Recklinghäuser Jugend demonstriert für Klimawandel!

Screenshot: Recklinghäuser Zeitung/Medienhaus Bauer

Etwas Abwechslung muss scheinbar auch für Demonstranten hin und wieder mal sein. Statt sich immer wieder nur gegen Umweltverschmutzung und gegen die Politik der aktuellen Machthaber zu positionieren, wollten rund 500 Jugendliche in Recklinghausen heute offenbar einmal für etwas Belebung bei den etablierten #FridaysforFuture-Demos sorgen und lieber mit einer positiven Forderung an die Öffentlichkeit gehen.

Laut ‚Recklinghäuser Zeitung‘ gingen diese nämlich heute FÜR den Klimawandel auf die Straßen!

Es bleibt zunächst abzuwarten, ob dies wohl auch in den kommenden Wochen wieder das Thema der Wahl bei den Jugendlichen in der Kreisstadt im nördlichen Ruhrgebiet sein wird, oder ob man sich am Ende nicht doch lieber wieder für ein Engagement in die Gegenrichtung entscheiden wird. 😉

Euch allen ein schönes Wochenende! 🙂

DFB-Pokal-Finale 2019: Leipzig gegen München ist das Duell der Verpönten

DFB-Pokal-Finale in Berlin. Archiv-Foto: Marc Quambusch

In den vergangenen Jahren konnte sich stets jeder Fußball-Fan im Lande irgendwie auf das DFB-Pokal-Finale in Berlin freuen. Ganz egal, ob der eigene Klub dort vertreten war, es fand sich schon eine Mannschaft, der man die Daumen drücken konnte. Im Notfall hielt man halt gerne zum Underdog, der dem Favoriten doch bitteschön die sprichwörtliche Suppe, in diesem Falle also den Griff zur Trophäe, möglichst verhageln sollte.

In diesem Jahr ist das alles anders, denn mit dem Finale RB Leipzig gegen den FC Bayern München treffen ausgerechnet die beiden Teams am Samstagabend im Olympiastadion zu Berlin aufeinander, die außerhalb ihres eigenen Fanlagers so gut wie keine Sympathien im Lande ernten können. Ein Pokalfinale der Extreme steht uns ins Haus.

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Stolpert Bauherr Uniper mit ‚Datteln 4‘ über das Kleingedruckte im Vertrag mit der Stadt?

Die Kraftwerksbaustelle ‚Datteln 4‘ im Frühsommer 2011. Foto Robin Patzwaldt

Um die Zukunft des noch immer nicht im Betrieb befindlichen Kohlekraftwerks ‚Datteln 4‘ steht es spätestens seit dem geplanten Kohleausstieg nicht gut. Nun könnte jedoch zusätzlich eine vertragliche ‚Kleinigkeit‘ dem seit Jahren umstrittenen Kohlemeiler im Kreis Recklinghausen zum Verhängnis werden.

Die Dattelner Grünen fordern nämlich in einem aktuellen Antrag im Stadtrat, dass dem Bauherren eine mögliche Fristverlängerung für die Fertigstellung des Kraftwerks verweigert wird und damit gleichzeitig den Bebauungsplan für Datteln 4 aufzuheben.

Bei seiner Sitzung am 3. Juli 2019 soll sich der örtliche Stadtrat mit der Thematik befassen. Was ist der Hintergrund?

Im städtebaulichen Vertrag zwischen Uniper und Stadt Datteln gibt es einen Passus, in dem sich Uniper grundsätzlich verpflichtet hat, das Kraftwerk ‚Datteln 4‘ spätestens 30 Monate nach Erteilung der letzten für den Betrieb erforderlichen Zulassungsentscheidung fertigzustellen und in Betrieb zu nehmen.

Soweit, so simpel. Das Problem ist, dass das nicht klappen wird.

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Neuzugänge Schulz, Hazard und Brandt: Der BVB zementiert die Hackordnung in der Bundesliga!

Julian Brandt in Dortmund. Foto: BVB

Der frisch gebackene Deutsche Vizemeister Borussia Dortmund hat nach Saisonende 2018/19 nicht viel Zeit verstreichen lassen um seine Ambitionen auch für die kommende Saison zu untermauern. Am Dienstag verpflichteten die Schwarzgelben Abwehrspieler Nico Schulz, am gestrigen Mittwoch kamen mit Thorgan Hazard und Julian Brandt noch zwei weitere Hochkaräter hinzu. Drei aufstrebende Fußball-Nationalspieler frisch im Kader des BVB, das ist für jedermann erkennbar ein aufsehenerregendes, klares Statement der Vereinsführung.

Deutlich spannender noch wird die Sache, wenn man einen kurzen Blick auf die drei abgebenden Vereine wirft, also die Vereine, die die Dortmunder dadurch sportlich geschwächt haben: 1899 Hoffenheim, Borussia Mönchengladbach und Bayer 04 Leverkusen. Genau die Klubs nämlich, die den BVB in der Tabelle in der kommenden Saison womöglich sportlich am ehesten bedrohlich werden könnten. Zufall?

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Ruhrbarone-Ausflugstipp: Der Phoenix See in Dortmund-Hörde sucht noch nach seiner Identität

Der Phoenix See in Dortmund-Hörde. Foto(s): Robin Patzwaldt

Obwohl ich schon seit 1973 in Waltrop lebe, verstehe ich mich noch immer in erster Linie als Dortmunder. Und das hat nicht nur mit meiner Leidenschaft für den BVB zu tun. Dort wurde ich geboren und wuchs die ersten knapp drei Jahre meines Lebens dort auf. Egal wo und wie ich auf der Welt unterwegs war, nach Dortmund zurückzukommen war für mich Zeit meines Lebens eine große Freude. So gesehen verwundert es vielleicht, dass ich bis heute noch nie am Phoenix See in Dortmund-Hörde war.

Der künstlich angelegte See auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerks existiert ja jetzt auch schon ein paar Jahre. Für unsere Reihe ‚Ruhrbarone-Ausflugstipps‘ habe ich mich daher heute einmal dorthin begeben, euch ein paar frische Eindrücke von dort mitgebracht, die ich hier jetzt zur Diskussion stellen und den einen oder anderen von unseren Lesern dadurch vielleicht zu einem Ausflug zum Phoenix See anregen möchte.

Der heutige Dienstag war sicherlich nicht der ideale Tag um den See kennenzulernen. Dichte Wolken, zeitweise leichter Sprühregen. Kein Wunder also, dass ich gegen Mittag fast alleine dort war, als ich meine gut einstündige Runde am Ufer entlang angetreten habe.

Zunächst einmal bleibt rückblickend aus meiner Sicht festzuhalten, dass die Gegend wunderbar sauber und gepflegt ist. Ganz im Gegenteil zu meiner gestrigen Erfahrung mit der Altstadt von Recklinghausen, die garantiert keinen Ausflugstipp hier im Blog wert gewesen wäre, konnte ich sich hier wohl fühlen.

Trotzdem vermochte mich auch diese Erfahrung heute nicht vollends zu überzeugen. Irgendwie fehlt dem Phoenix See (noch) das ruhrgebietstypische Charisma, seine Identität.

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Recklinghausen: Die ‚Gute Stube‘ des Ruhrgebiets? Eher die Vorhölle!

100 Meter neben dem ‚Palais Vest‘ in Recklinghausen. Foto(s): Robin Patzwaldt

Als Waltroper habe ich schon Zeit meines Lebens immer wieder Kontakt zu ‚unserer‘ Kreisstadt Recklinghausen gehabt. Obwohl meine Familie von Anfang an deutlich mehr in Richtung meiner Geburtsstadt Dortmund orientiert war, gehörten regelmäßige Besuche in Recklinghausen in meinem Leben lange Jahre stets mit dazu.

Montag, 13 Uhr, und nichts los in Recklinghausen.

In meiner Kindheit hat mein Vater dort gearbeitet, mein Kieferorthopäde war dort niedergelassen. Später bin ich dann als junger Erwachsener mindestens einmal in der Woche selber zum Einkaufen dorthin gefahren.

Wenn Recklinghausen doch auch nie so viel zu bieten hatte wie Dortmund, wurde es als nette Alternative von uns doch immer auch gerne besucht. Im Laufe der vergangenen 20 Jahre ließ das allerdings schrittweise nach. Recklinghausen vergammelte, Leerstand machte sich breit.

Sehr kritisch sah ich daher vor einigen Jahren auch den Versuch mit dem Neubau des Shoppingcenters ‚Palais Vest‘ die alte Innenstadt wieder zu beleben.

Inzwischen war ich seit der Eröffnung des neuen Konsumtempels direkt gegenüber des historischen Rathauses nicht mehr in der Innenstadt von Recklinghausen. Zu deprimierend erschien mir der Zustand der dortigen Altstadt inzwischen. Und das ‚Palais Vest‘ entpuppte sich schon bei seiner Eröffnung 2014 als gesichtslose Mall ohne große Highlights. Wenn ich so etwas besuchen will, dann wähle ich die größeren Alternativen in Dortmund, Essen oder Oberhausen. Recklinghausen war mir zuletzt keinen Besuch mehr wert.

Am vergangenen Wochenende kam mir dann ein Werbeprospekt der Stadt Recklinghausen in die Hände, das unter dem Motto ‚Altstadt Recklinghausen – Die Gute Stube des Ruhrgebiets‘ im Hochglanzstil zum Shoppen nach Recklinghausen einladen will. Da es zudem mit der charmanten Inga Strothmüller vom Hansa Theater Dortmund als Kopf der Kampagne wirbt, war ihm meine Aufmerksamkeit sicher.

Und da ich in dieser Woche ohnehin einmal komplett frei habe, habe ich die Gelegenheit am heutigen Montagvormittag gleich einmal ergriffen, mir ein paar frische Eindrücke vom Geschehen in der Recklinghäuser Altstadt besorgt.

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