Buchcover „Deutschlandtour. Auf der Suche nach dem, was unser Land zusammenhält — Ein politischer Reisebericht“, Foto Copyright: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Sehr geehrter Herr Kazim, guten Tag!
Gerade für Ruhrbarone ist Ihre Feststellung zentral: „Ich lerne: Man sollte nicht von der Gegend rund um den Bahnhof auf die gesamte Stadt schließen. In keiner Stadt. Vor allem nicht in Bochum.“ Entweder ist das sehr nett, Herr Kazim, oder Ihr typisch deutscher Humor?! Erstbegegnungen im Alltag während einer Radtour quer durchs Land einzugehen, dafür sogar den festen Job zu kündigen, ist in Zeiten gut gehüteter Bubbles ein respektables Vorhaben,
Am 30. Oktober verleiht die Jüdische Gemeinde Bochum-Herne-Hattingen ihre Otto-Ruer-Medaille an den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck. Die Laudatio auf den Publizisten und Lehrbeauftragten der Ruhr-Universität hält Richard C. Schneider, langjähriger Israel-Korrespondent der ARD.
Vor 100 Jahren, am 31. Oktober 1924, wurde Otto Ruer zum Oberbürgermeister der Stadt Bochum gewählt, acht Jahre lang hat der promovierte Jurist aus jüdischem Haus den Wandel der Stadt zur Großstadt angeleitet. Im März 1933 stürmten Nazis, die Bochum zu ihrer „Gau-Hauptstadt“ gemacht hatten, sein Dienstzimmer im Rathaus, das unter Ruers Regie gebaut worden war, und trieben ihn, von einer medialen Hetzkampagne begleitet, aus der Stadt. Von Berlin aus kämpfte Ruer
Kulturbahnhof Langendreer Foto: Frank Vincentz cc 3.0
Es ist eine Provokation sondergleichen: Der Bahnhof Langendreer, soziokulturelles Zentrum, will genau die Bilder präsentieren, die außerhalb der eigenen Blase als eindeutig antisemitisch erkannt werden. Stadt und Ratsfraktionen haben reagiert: eindeutig und entschieden. Aufatmen.
Vorstellbar, dass ein Haus, mit städtischen Mitteln finanziert, sich als Anlaufstelle für Antisemiten andient? Indem es Bilder ausstellt, deren künstlerische Qualität auf Nullniveau liegt und deren politischer Gehalt auf dem des Der Stürmer?
Demo gegen AfD (hier in Duisburg) | Foto Ruhrbarone
Ver.di ruft zur Demo gegen die AfD am Freitag, 6. September, 18 Uhr, Bochum Hauptbahnhof
Die Wahlergebnisse in Thüringen und Sachsen seien „erschreckend“, heißt es in dem Aufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, „eine Partei, die offen faschistische Positionen vertritt, darf in unserer Gesellschaft nicht weiter erstarken.“ Es gebe „keine Mitte zwischen Faschismus und Antifaschismus“, die AfD wolle
Viel Flair bot das Zeltfestival Ruhr auch in diesem Jahr | foto. Graebe
Nach 17 erfolgreichen Festivaltagen endete die 15. Edition des Zeltfestival Ruhr am Sonntagabend. Der britische Singer und Songwriter James Blunt sorgte als Closing-Act im großen Sparkassenzelt mit einem emotionalen Abend für einen krönenden Abschluss des Spätsommerfestivals.
Wie kommt es, dass, wer Juden hasst, sich einen geistreichen Anschein geben kann und einen ästhetischen Anstrich? Vor 100 Jahren begann Julien Benda über La trahison des clercs nachzudenken, 1928 erschien Der Verrat der Intellektuellen auf Deutsch: Der Titel wurde sprichwörtlich, das Buch ignoriert, heute liest es sich, als hätte Benda die AfD vor Augen gestanden. Und BDS. Und wie gut beide zueinander passen, sie und ein paar mehr.
Ob Coaching, Designer oder Lifestyle – in seinem Podcast stellt Jens Dommermuth die unterschiedlichsten Macher vor | Foto: PR
Der Wahl-Bochumer Jens Dommermuth ist ein Mann mit vielen Talenten. Als diplomierter Kommunikations-Designer und Gründer des Labels Dommermuth-Concepts ist er seit vielen Jahren eine feste Größe in der Werbung. Dazu hat er vor ein paar Jahren das Parfüm-Label „Seixe“ aus der Taufe gehoben, für die er auf dem Wissen von Aromatherapie, Botanik und natürlicher Duft-Erstellung seine Serie „Seixe“ mit naturreinen Parfums auf den Markt gebracht hat. On top ist Jens Podcaster und in seinem Podcast „Unternehmensgeist On“ stellt er regelmäßig ungewöhnliche Macher und Unternehmer vor. Was sonst noch wichtig ist, erklärt er im YouTube-Roulette.
Welcher Song repräsentiert für dich am besten das Ruhrgebiet?
Klaus Lage – 1.000 und eine Nacht
Du hat eine kurze Nacht gehabt – welcher Song wirkt morgens so gut wie sechs Tassen Kaffee? The Fall – Bill Is Dead
Das letzte Abendmahl mit Gummibärchen dargestellt by Enno Kraus 2007 cc 2.0
Beim Sport ist es wichtig, genau hinzuschauen. Das Zehntel hier, der Millimeter da, die Demeter dort. Demeter ist die Mutter von Dionysos, jedenfalls soweit sich das heute zurückverfolgen lässt. Anders als ihr Dickerchen wurde sie keine Sekunde gefeiert, als die Olympischen Spiele in Paris eröffneten. Dabei rechnet sie und nicht ihr bedudelter Sohn zu den zwölf Gottheiten des Olymps. Jetzt reden alle über ihn, keiner über sie. Starren auf Dionysos und sehen nicht, was nicht zu sehen ist, Demeter nicht, da Vinci nicht, kein letztes Abendmahl.
Roßmarkt Frankfurt aM Januar 2024 by conceptphoto.info cc 2.0
Der Kulturbetrieb nennt sich gern „Die Vielen“, er will nicht wirklich, was er fordert: eine Brandmauer zur Höcke-Partei.
Entschieden lehnen sich Kulturakteure dagegen auf, dass staatliche Mittel gebunden werden könnten daran, Judenhass zu wehren und nicht zu fördern. Eine Klausel gegen Antisemitismus, heißt es, sei „Gesinnungsprüfung“. Wäre es anders, stünde eine Klausel gegen die antisemitische AfD zur Diskussion? Eine ohne Prüfung, ohne Ankreuzen, ohne Zwang? Nur dass, wer Fördermittel empfängt, aus freien Stücken erklärte, er nähme keinen Cent entgegen, wenn den die AfD mitbeschlossen hätte? Es wäre eine öffentliche Selbstverpflichtung, die klarstellte, dass sich die Brandmauer zur AfD nicht allein durch Parlamente zieht, auch durch die Kulturlandschaft. Den AfD-Anteil aus einer Fördersumme herausrechnen ist schnell getan, er entspricht den AfD-Stimmen im zuständigen Kulturausschuss. Mit dem nicht verausgabten Geld ließen sich Projekte stärken, die Judenhass bekämpfen „in allen seinen Formen“. Ist das realistisch? Beispiel: „DIE VIELEN“,
Am 16. Juni 2024 starb Jörg Metes. Jörg stieß vor sieben Jahren zu den Ruhrbaronen.
Er veröffentlichte damals einen Text bei uns, der auf gewisse Weise sehr typisch für ihn war. In sorgfältiger und beharrlicher Kleinarbeit hatte er minutiös nachgezeichnet, wie ein von der heutigen Bundestagsabgeordneten Lamya Kaddor erfundenes Gerücht über die Soziologin Necla Kelek sich verbreitete und langsam in allen deutschen Redaktionsstuben festsetzte.