Toleranz – missverstanden und unterschätzt

Bild: KI-generiert

Was ist eigentlich Toleranz? Und was ist es nicht? Wir verwenden diesen Begriff häufig inflationär und eigentlich positiv konnotiert. Aber in unseren aufgeregten Zeiten wird Toleranz oft zu einer sprachlichen Floskel, die den Wert dieses Wortes eher diskreditiert.

Die meisten Menschen würden von sich selbst sagen, sie seien tolerant. Ob die Nachbarn verheiratet sind oder ohne Trauschein zusammenleben, welchen Kleidungsstil jemand pflegt, welche Musikrichtung andere bevorzugen – dies alles sind Themen, die kaum noch interessieren, schon gar nicht mehr als Aufreger taugen. Normen sind im steten Wandel begriffen und ändern sich im Lauf der Zeit, so dass gesellschaftliche Entwicklungen sozusagen „nebenbei“ passieren. Was gestern noch unerhört schien, ist heute kein Thema mehr.

Ganz anders sieht es dagegen bei politischen und gesellschaftlichen Ansichten aus, die man selbst nicht teilt oder sogar entschieden ablehnt. Sie werden zu Prüfsteinen des sozialen Miteinanders und nicht selten, um im Bild zu bleiben, zu Stolpersteinen.

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Spargel-Hysterie in Deutschland: Wenn der Hype einem den Appetit verdirbt

Ein klassisches Spargel-Gericht. Quelle: Wikipedia, Foto: Elya (talk), Lizenz: CC BY-SA 3.0

Eines mal gleich vorneweg: Ich mag Spargel. Wirklich. Schon seit meiner Kindheit in den 1970er-Jahren gehörte es bei uns zur Tradition, sich im Frühjahr zwei- oder dreimal dieses sogenannte „königliche Gemüse“ zu gönnen. Trotz der Preise. Denn billig war Spargel noch nie. Für ein Kilo bekommt man im Zweifel auch ein ordentliches Stück Fleisch.

Und trotzdem: Spargel schmeckt hervorragend. Gerade rund um Ostern stand er früher bei uns gelegentlich auf dem Tisch, und diese Mahlzeiten hatten tatsächlich etwas Besonderes. Man freute sich darauf – aber eben so, wie man sich auf viele gute Dinge freut: ohne großes Tamtam.

Heute allerdings ist aus dieser angenehmen Tradition etwas geworden, das man kaum noch ertragen kann.

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Punk im Alter und die Kassierer in Bochum

Punk im Alter

Wären die Kassierer eine Kölner Band, der WDR würde den Film „Punk im Alter“ von Olaf Ballnus in seinen Kanälen rauf und runter spielen. Aber die Kassierer kommen aus Bochum-Wattenscheid und sind damit für den WDR uninteressant. Der Film

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