Mascara und Kajal, Glitzerhöschen und Glamour, Pailletten und Plateau. Wie der Topact einer Queer-Pride-Party von heute. Nur in den 70ern. Und ohne Erziehungsprogramm. Eine fröhliche Lässigkeit im Umgang mit Gender, Sex und Outfit, sie brüllten niemandem an: „Du musst“, sie spielten allen vor: „Du kannst“.
Was? Den aufrechten Tanz, so ein Plateau ragt schon mal 10 cm hoch. In einem Interview hat Andy Scott, Gitarrist und Gründungsmitglied der Band, einmal erzählt, wie sie anfangs in Stöckelschuhen aufgetreten seien und wie schwierig es für sie gewesen sei, solche Schuhe überhaupt in passender Größe aufzutreiben. Bis sie einen Schuhmacher fanden, der eigens für sie den Plateau-Schuh erfand. Den Stöckelschuh des Glam-Rock, des Bubblegum-Pop, die Basics der SWEET.
Siehtz nett aus. Die Formel 1. Quelle: Wikipedia, Foto: Morio, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Ab heute bietet sie in sieben Themenräumen in der Ausstellungshalle Obex Gelegenheit, in die Königsklasse des Rennsports einzutauchen. Zu sehen sind unter anderem bislang unveröffentlichtes Bild-, Ton- und Fotomaterial,
Die Villa Hügel in Essen im Oktober 2025. Foto(s): Robin Patzwaldt
Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in der Villa Hügel in Essen. Für jemanden, der seit Anfang der 1970er-Jahre im Ruhrgebiet lebt, wurde das höchste Zeit. Schließlich ist die Geschichte dieser Region untrennbar mit der Familie Krupp verbunden – und damit auch mit diesem Haus, das so viele Mythen, Machtfantasien und Widersprüche in sich trägt.
Ich wusste natürlich, wie die Villa aussieht. Aus Filmen, Fotos, Dokumentationen. Aber sie dann tatsächlich zu betreten, über diese makellos gepflegten Wege zu gehen, auf die weiten Rasenflächen zu blicken, das war etwas anderes. Es war – das klingt vielleicht pathetisch – fast wie ein kleiner Kulturschock.
Im Juni lud der Bonner Filmemacher Aljoscha Pause einige Leserinnen und Leser der Ruhrbarone ins Kino nach Dortmund ein, um gemeinsam die Premiere seines neuen Films „Fritz Litzmann, mein Vater und ich“ zu erleben. Es wurde ein besonderer Abend – intensiv, nachdenklich und berührend. In seinem neuen Werk widmet sich Pause der eigenen Familiengeschichte und stellt Fragen nach Schuld, Erinnerung und Verantwortung, ohne dabei den Humor und die Menschlichkeit aus den Augen zu verlieren.
Nun haben endlich alle, die damals nicht im Kino dabei sein konnten, die Gelegenheit, den Film zu entdecken
Am vergangenen Wochenende war im Rekorder II in der Dortmunder Nordstadt die Ausstellung „art is resistance – artists against genocide“ des Kollektives Artist Action Germany zu sehen. In der Ausstellung, bei der Kunstwerke von kongolesischen, sudanesischen und palästinensischen Künstler gezeigt wurden, waren Personen als Ausstellende und offenbar auch in der Organisation des Begleitprogramms involviert, die antisemitische Bildsprache nutzen und teilweise sogar Terrorismus massiv unterstützen und glorifizieren. Von unserem Gastautor Felix Zeigler.
In der Ausstellung waren zum Beispiel Bilder eines „Künstlers“ zu sehen, der sich auf Instagram selbst „Abu Migrantifa“ nennt. Auf seiner Instagram-Seite finden sich zahlreiche Bilder, die
Güner Yasemin Balcı und Gastgeber Ahmad Omeirate von der Caritas Herne Foto: Laurin
Güner Yasemin Balcı ist Autorin, Filmemacherin und die Integrationsbeauftragte des Berliner Bezirks Neukölln. Am Freitag las sie in Herne in der Volkshochschule aus ihrem Buch Heimatland.
Mit einer Lesung Güner Balcıs aus ihrem neuen Buch Heimatland startete der Herner Caritasverband seine neue Gesprächsreihe „Sicht im Schacht“. Balcı ist Autorin, Filmemacherin und die Integrationsbeauftragte des Berliner Bezirks Neukölln. Sie streitet mit Islamisten und Antisemiten, setzt sich als Old-School-Feministin für Frauenrechte ein und hält nichts von dem postmodernen Stuss, die Burka als Zeichen der Selbstermächtigung von Frauen umzudeuten.
Heimatland, sagt Balcı, sei ein sehr persönliches Buch geworden, eines, in dem sie auch viel aus ihrem Privatleben erzählt. Das Buch sei eine Liebeserklärung an ihr Land, weil sie finde, dass man in Zeiten des extremen Rechtsrucks sich die Begriffe zurückholen und sich ganz klar zu unserer Verfassung bekennen müsse.
„Mein Heimatland“, liest sie aus ihrem Buch vor, „sind tanzende Schneeflocken im Scheinwerferlicht einer stürmischen Winternacht. Spaziergänge im Dunkeln mit zu vielen Kindern auf einem Schlitten. Hermannplatz, Hasenheide und Wärme. Die Hände meiner runden Tanten, die nach Zwiebeln riechen. Blubbernde Kessel mit rot-schwarzem Tee. Knarzende Treppenaufgänge in Altbauwohnungen. Der würzige Duft von roter Bohnensuppe. Der Anblick meiner tanzenden Mutter. Wettspringen vom Beckenrand im Columbia-Bad. Die rauen Hände meines Vaters.“