Björn Casapietra: „Ich muss verliebt in das Lied sein“

Björn Casapietra Foto: Privat

Mit Björn Casapietra kommt einer der bekanntesten Sänger der ehemaligen DDR im September nach Dortmund. Stefan Laurin sprach mit ihm.

Ruhrbarone: Du kommst am 16. September für ein Konzert nach Dortmund. Ist das Dein erster Auftritt im Ruhrgebiet?

Björn Casapietra: Aber nein. Wir haben bereits in Essen, mehrfach in Dortmund und Hamm gastiert. Aber das ist sehr viele Jahre her. Damals war ich noch am Anfang meiner Karriere und gesanglich noch auf der Suche. Wir haben damals in Dortmund vier Konzerte gegeben. Und ich freue mich meinem Publikum zu zeigen, wie sehr ich mich gesanglich gefunden habe. Ich bin ein anderer Sänger inzwischen. Ich verspreche ein Abend, den hoffentlich niemand vergessen wird. Wir haben in den letzten Jahren sehr viele Konzerte gegeben allerdings mehr im Osten des Landes . Weil ich Vater geworden bin, und in der Nähe meiner Tochter bleiben wollte. Und dadurch haben wir auch sehr viel gelernt. Ich kann mich an keinen Abend erinnern, und ich sage das nicht um anzugeben sondern weil ich stolz darauf bin, an dem das Publikum am Ende nicht mehrfach aufgestanden ist und viele viele Zugaben gefordert hat. Ich weiß was ich singen muss und ich weiß wie ich singen muss, um die Seelen, um die Herzen der Menschen zu

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Pussy Riot Theatre performen live in Wuppertal

Heute Abend gastierten Maria Alyokhina, Kiryl Masheka, Nastya Awott und Maxim Awott als  Pussy Riot Theatre mit ihrer Show „Riot Days“ in Wuppertal im Live Club Barmen – es war die einzige Show in NRW und sie erzählten in einem sehr intimen Rahmen ihren Gästen ihre „Story of protest and resistance“ !

PUSSY RIOT ist das russisches Protestkunst-Kollektiv mit Sitz in Moskau. Gegründet im März 2011, hatte es eine variable Mitgliedschaft von etwa 11 Frauen und siie gewannen globale Berühmtheit, als fünf Mitglieder der Gruppe eine Aufführung in Moskaus Kathedrale von Christus dem Erlöser im Jahr 2012 inszenierten. Die Gruppenaktionen wurden von den orthodoxen Klerus als sakrilegiert angesehen und schließlich von kirchlichen Sicherheitsbeamten gestoppt. Die Frauen sagten, dass ihr Protest auf die Unterstützung der orthodoxen Kirchenführer für Putin während seines Wahlkampfes gerichtet war. Am März 2012 wurden drei der Gruppenmitglieder Nadezhda Tolokonnikova, Maria Alyokhina und Jekaterina Samutsevich verhaftet und mit Hooliganismus belastet. Am 17. August 2012 wurden die drei Mitglieder von „Hooliganismus motiviert durch religiösen Hass“ verurteilt, und jeder wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Am 10. Oktober wurde nach einem Rechtsbehelf Samutsevich auf Bewährung befreit und ihr Urteil ausgesetzt. Die Sätze der beiden anderen Frauen wurden aufrechterhalten.

Der Prozess und der Satz zogen vor allem im Westen große Aufmerksamkeit und Kritik an. Der Fall wurde von Menschenrechtsgruppen angenommen, darunter Amnesty International, die die Frauen als Gewissensgefangene und eine Reihe von prominenten Entertainern bezeichneten. Nachdem wir 21 Monate gedient hatten, wurden Tolokonnikova und Alyokhina am 23. Dezember 2013 freigelassen, nachdem die Staatsduma (russisches Parlament) eine Amnestie genehmigt hatte. Nach ihrer Freilassung traten Tolokonnikova und Alyokhina und einige andere Mitglieder während der Olympischen Winterspiele in Sotschi als Pussy Riot auf, wo sie mit Peitschen und Pfefferspray von Kosaken angegriffen wurden, die als Wachleute eingesetzt wurden.

Im Dezember 2016 starteten Maria Alyokhina und der Musikproduzent Alexander Cheparukhin, der heute das Vorwort sprach,  ein neues Projekt – PUSSY RIOT THEATER mit RIOT DAYS – ein Spiel, das auf Alyokhinas Buch „RIOT DAYS“ basiert, das seit dem 14.09.2017 bei uns erhältlich ist.

Somit gestaltet sich der Abend in Wuppertal auf interessante Art und Weise sehr künstlerisch.

Mit ihrer Perfomance stellten die vier beeindruckend dar, wie Protest und Revolution auch im Kleinen beginnen und vor allem gelingen kann.

Im Hintergrund eine große Leinwand mit Videoprojektionen politischen Inhalts, boten Alyokhina und Masheka mit ihrer Stimme und Nastya Awott wahlweise am Saxofon und Maxim Awott am Keyboard ihren Gästen eine Mischung aus Dokumentation, Manifest und Proklamation, durch die sie ihre Gedanken und Gefühle mal rappend, mal punkig, aber auch mit viel Poesie zum Ausdruck brachten. Dies alles geschah mit einer Dringlichkeit und sehr energetisch, zum Teil sehr roh und minimalistisch. Die vier erlaubten sich keine Atempausen und ihren Gästen keine Denkpausen.

Hier sind die Fotos

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Premiere in Dortmund: Der Theatermacher von Thomas Bernhard

Andreas Beck ist einer der Theatermacher von Thomas Bernhard am Schauspiel Dortmund (Foto: Birgit Hupfeld)

Ohje, wo ist er da nur hingeraten, der Staatsschauspieler Bruscon, der Großdramatiker, der Theatermacher von Thomas Bernhard. Ja, tief hinein in die österreichische Provinz, ins 285-Seelen-Dorf Utzbach in eine heruntergekommene Dorfgaststätte mit modrigem Festsaal. Oder vielleicht doch eher nach Dortmund Hörde in einen ehemaligen Fanartikelstore des BVB? Daniel Roskamp hat auf die Bühne einen Raum aus Sichtbeton gebaut, Doppel-T-Träger unter der Wellblechdecke, riesige Rolltore an den Wänden, Bauplanen, Staub, etwas Schutt und eine Schubkarre. Das könnte der Megastore sein, bevor sich dort „Das schweigende Mädchen“ und die „Borderline“ breitgemacht haben. Alles noch sehr leer, nur der Brandschutz war schon da und hat überall seine Vorschriftstafeln, Feuermelder, Notausgangsbeleuchtungen und Feuerlöscher hinterlassen. Unter der Decke eine monströs flächendeckende Sprinkleranlage.

Hier soll jetzt also Theater gespielt werden? Das große Welttheater „Das Rad der Geschichte“, mit dem Bruscon samt leicht debiler Familie durch die Provinz tourt? Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

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